Eine große Zeit

Roman

(6)
Überstürzt muss der Schauspieler Lysander Rief Wien verlassen. Er verfällt der unnahbaren Hettie und gerät mitten in die ersten Kriegswirren - zu einer Zeit, in der sich Europa am Rande des Abgrunds befindet. Psycoanalyse, Erster Weltkrieg, Spionage - nie ist William Boyd spannender, nie zwingender gewesen.
Wien, 1913. Lysander Rief, ein aufstrebender junger Schauspieler, hat alle Zelte in
London abgebrochen und sich nicht zufällig in die Stadt Sigmund Freuds begeben.
Vor seiner Hochzeit muss er sich einem delikaten Problem stellen. Doch als er im
Wartezimmer von Dr. Bensimon Hettie begegnet, weiß er sofort, diese unergründlichen
braungrünen Augen werden ihn nicht mehr loslassen.
Hettie Bull öffnet ihm alle Türen zum ausschweifenden Wiener Künstlerleben, sie
betört, umgarnt und blendet ihn und drängt ihn in ein undurchschaubares Spiel,
das ihn zur Flucht aus Wien und in die Arme zweier britischer Agenten treibt.
Boyds neuer Roman ist eine Erkundung der Tiefen menschlicher Psyche und ein
Spionageroman zugleich. Mit meisterlicher Hand entwirft Boyd einen Kosmos, der
die Unruhe und Rastlosigkeit einer Epoche zeigt, den schmalen Grat zwischen Brillanz
und Scheitern. Eine große Zeit ist aber nicht allein ein Parforceritt durch Europa
und die Wirren des Ersten Weltkriegs, es ist ein großer wahrhaftiger Roman,
den der Autor uns zu seinem 60. Geburtstag schenkt.
Portrait
William Boyd, 1952 in Ghana geboren, gehört zu den überragenden europäischen Erzählern unserer Zeit. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher und wurde vielfach ausgezeichnet. Im Berlin Verlag erschienen zuletzt »Ruhelos« (2007), »Einfache Gewitter« (2009), »Nat Tate« (2010), »Eine große Zeit« (2012) und der James-Bond-Roman »Solo«. William Boyd lebt mit seiner Frau in London und Südfrankreich.

Patricia Klobusiczky, 1968 geboren, studierte Literaturübersetzen, arbeitete lange als Lektorin und ist seit 2006 freie Übersetzerin, Moderatorin und Lektorin. Sie übersetzt Werke von u.a. Lorrie Moore, Frances Itani, William Boyd und Louise de Vilmorin.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 13.08.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8333-0901-4
Verlag Berliner Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 18,8/11,9/3,5 cm
Gewicht 355 g
Originaltitel Waiting for Sunrise
Übersetzer Patricia Klobusiczky
Buch (Taschenbuch)
9,99
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„Spannend!“

Melina Nußhag, Thalia-Buchhandlung Mannheim

William Boyd ist mit "Eine große Zeit" ein toller Spionageroman gelungen, der den Leser in die alte Zeit entführt...
Wer ist gut, wer ist böse? Was ist echt, was Illusion?
Lysander Rief, Schauspieler und versehentlich Spion, zieht einen in seinen Bann - man hofft und bangt mit ihm.
Literatur vom Feinsten!
William Boyd ist mit "Eine große Zeit" ein toller Spionageroman gelungen, der den Leser in die alte Zeit entführt...
Wer ist gut, wer ist böse? Was ist echt, was Illusion?
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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großes Lesevergnügen
von einer Kundin/einem Kunden am 03.09.2013
Bewertet: eBook (ePUB)

Es ist das Jahr 1913. Lysander Rief, ein junger, vielversprechender Schauspieler leidet an einer delikaten Unpässlichkeit. Da er kurz vor der Heirat mit seiner Verlobten Blanche steht, reist er, um Hilfe zu bekommen, in die Stadt Siegmund Freuds. Von Dr. Bensimon, einem Kollegen Freuds, erhofft und erwartet sich Lysander... Es ist das Jahr 1913. Lysander Rief, ein junger, vielversprechender Schauspieler leidet an einer delikaten Unpässlichkeit. Da er kurz vor der Heirat mit seiner Verlobten Blanche steht, reist er, um Hilfe zu bekommen, in die Stadt Siegmund Freuds. Von Dr. Bensimon, einem Kollegen Freuds, erhofft und erwartet sich Lysander Rief Hilfestellung und einen Ausweg aus seinem Dilemma. Aber schon der erste Besuch im Wartezimmer von Dr. Bensimon wird den Weg und das Leben von Lysander gänzlich verändern. Dort begegnet er der irritierenden Künstlerin Hettie Bull. Mit glänzenden Augen läßt er sich auf eine Affäre ein und findet sich in einem undurchschaubaren Intrigenspiel wieder. Ein großes Lesevergnügen

Wien, Wien, nur Du allein....
von einer Kundin/einem Kunden am 01.08.2013

Das ist die Geschichte eines jungen, aufstrebenden Schauspielers, namens Lysander Rief. Er bricht alle seine Zelte in London ab. Wien, 1913, war die Stadt, wo er hoffte Erfolg zu haben. Vor seiner Hochzeit muss er sich jedoch einem deliziösen Problem stellen, dessen Lösung ärztlicher Unterstützung bedarf. Na... Das ist die Geschichte eines jungen, aufstrebenden Schauspielers, namens Lysander Rief. Er bricht alle seine Zelte in London ab. Wien, 1913, war die Stadt, wo er hoffte Erfolg zu haben. Vor seiner Hochzeit muss er sich jedoch einem deliziösen Problem stellen, dessen Lösung ärztlicher Unterstützung bedarf. Na ja, und dann versinkt er in diese traumhaft graugrünen Augen der Ärztin. Es wurd eine große Zeit...

Psychoanalyse, Spionage und Zeitenwende
von Michael Lehmann-Pape am 30.03.2012
Bewertet: Buch (gebunden)

Ob die Zeit um 1913 herum, zusteuernd auf den ersten Weltkrieg, tatsächlich eine „große“ Zeit war, das liegt sicherlich im Auge des Betrachters. Gekennzeichnet vor allem waren diese Jahre durch eine Verhaftung der Menschen einerseits in alten Traditionen, Ehre, klaren gesellschaftlichen Trennungen, schmucken Uniformen und einem geprägten Lebensstil, andererseits... Ob die Zeit um 1913 herum, zusteuernd auf den ersten Weltkrieg, tatsächlich eine „große“ Zeit war, das liegt sicherlich im Auge des Betrachters. Gekennzeichnet vor allem waren diese Jahre durch eine Verhaftung der Menschen einerseits in alten Traditionen, Ehre, klaren gesellschaftlichen Trennungen, schmucken Uniformen und einem geprägten Lebensstil, andererseits aber auch durch den Gang in die Moderne, technische Errungenschaften, die Entwicklung der „Innenschau“ des Menschen, durch vielfältige Politik und, vor allem, durch eine gesellschaftliche „Explosion“ der Kunst. Galerien, Schriftsteller, Salons, vielfach nahm das gesellschaftliche Leben Fahrt auf und Wien um 1913 herum war ein Kulminationspunkt all dieser Entwicklungen, auch politisch in der Vielfalt der Interessensgruppen. Eine Atmosphäre, die William Boyd sprachlich ganz hervorragend in seinem neuen Roman in Szene setzt. Einerseits in langsamer Erzählweise, gründlich die Orte, die Personen, die Beziehungen schildernd, andererseits ebenso bildkräftig die „neue Welt“ der sich öffnenden Lebensformen in den Blick setzend. Lysander Rief ist nach Wien gekommen, um sich „kurieren“ zu lassen von einem sexuellen Problem. Er, der eher unverhofft einer Kollegin (er selbst ist Schauspieler) einen Heiratsantrag gemacht hat, sich verlobt hat, will (und muss) dieses in Ordnung bringen, um seinen Weg mit dieser Frau weiter gehen zu können. Hoffnungsvoll wendet er sich an die noch junge Psychoanalyse, öffnet sich aber auch dem kulturellen Schmelztiegel Wien, wird dort fast „hineingesogen“ durch die attraktive Hettie Bull. Die durchaus mehr an ihm zu bewirken vermag, als der „Parallelismus“ seines Therapeuten. Aber auch so manche seiner anderen neuen Bekanntschaften werden durchaus sein Leben verändern. Vor allem der Botschaftsangestellte Munro wird noch eine wichtige Rolle in Lysanders naher Zukunft spielen. Denn der junge Engländer sieht sich unversehens einer Vergewaltigungsklage ausgesetzt, bei der ihm ebenjener Munro hilfreich zur Seite steht. Was seinen Preis haben wird, denn ein einfacher Angestellter der Botschaft ist Munro nicht. Er wirbt Lysander als Spion an. Womit das Buch deutlich an Fahrt aufnimmt und Boyd seinen Protagonisten mitten hinein steuert in die Strategien, Intrigen und politischen Ränkespiele des aufbrechenden Europas. Und mitten hinein in eine Geschichte des Verrats und der Gegenspionage. In einer Zeit, die lebt und bebt, einer Zeit im Aufbruch, welche durch William Boyd detailliert und ganz hervorragend beschrieben wieder lebendig wird. „Diese Pension ist genau wie Wien. An der Oberfläche befindet sich die Welt der Frau K. So angenehm und erfreulich, alle lächeln höflich, niemand furzt oder popelt in der Nase. Aber darunter fließt ein dunkler, reißender Strom.....Der Strom der Lust“. Das Erzähltempo Boyds gerade zu Anfang des Romans ist allerdings durchaus auch eine Frage des Geschmacks. Sehr langsam, sehr ruhig, sehr gründlich führt Boyd ein in diese vergangene Zeit und Welt. Eine Langsamkeit, die hier und da durchaus beim Leser auch in Langeweile umzuschlagen droht und doch ein wenig Ausharrvermögen braucht. Ein hervorragend geschriebenes Gesellschaftsbild der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, in welchem Boyd die Atmosphäre jener Zeit detailgetreu einfängt und in dem er den Leser, trotz einiger Längen zu Beginn und einer allgemein teils zu ruhigen Erzählweise, mit auf eine nachhaltige und einprägsame Zeitreise durch Politik, Kunst und Wissenschaft nimmt.