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Eiskalt in Nippes

Kriminalistenroman

(3)
Tadeuzs Piontek ist Hausmeister und „Mädchen für alles“. Bei Umbauarbeiten im Keller des Hauses in der Viersener Straße findet er eine eingemauerte Tiefkühltruhe. Als er sie öffnet, blickt er in das vereiste Gesicht eines Toten: Tiefgekühlt seit Jahren. Deutlich ist die schwere Schädelverletzung zu erkennen.
"Eiskalt in Nippes" ist ein neuer Fall für Kriminalhauptkommissar Westhoven und sein Ermittlungsteam. Auf dem Fahndungsplakat erkennt die Bewohnerin eines Seniorenstifts den Toten. Noch bevor Sie eine Aussage bei den Beamten der Mordkommission 6 machen kann, wird sie Opfer eines Verkehrsunfalls. Wirklich eines Verkehrsunfalls? Die Kölner Taxifahrerin Katharina Oehmchen, die Zeugin des Unfalls war, behauptet, es war Mord.
Westhoven und sein Team stehen vor einer schwierigen Aufgabe, da die Identität des Toten nicht feststeht. Die Jahrzehnte alten Hinweise führen augenscheinlich immer wieder ins Leere. Doch der Täter ist verunsichert beginnt Fehler zu machen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 28.08.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-939284-14-7
Verlag Edition Lempertz
Maße (L/B/H) 193/124/20 mm
Gewicht 187
Auflage 2. Auflage
Buch (Kunststoff-Einband)
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


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Das lässt nicht eiskalt!
von Shirley Holmes am 28.09.2011

Nun endlich auf dem Büchermarkt, der zweite Teil des schreibenden Kommissarenduos Hatterscheidt/ Kroner! Hatte das Buch nach rasantem Auslesen des ersten Romans "Mörderischer Fastelovend" sofort vorbestellt und muss sagen: Ich bin mit meinen Erwartungen keineswegs enttäuscht worden! Im Gegenteil: Finde ich "Eiskalt in Nippes" doch noch um einiges besser... Nun endlich auf dem Büchermarkt, der zweite Teil des schreibenden Kommissarenduos Hatterscheidt/ Kroner! Hatte das Buch nach rasantem Auslesen des ersten Romans "Mörderischer Fastelovend" sofort vorbestellt und muss sagen: Ich bin mit meinen Erwartungen keineswegs enttäuscht worden! Im Gegenteil: Finde ich "Eiskalt in Nippes" doch noch um einiges besser als den schon so guten Vorgänger. Besonders spannend ist zu sehen, wie sich die Charaktere, allen voran die beiden Kommissare Westhoven und Dember, weiterentwickeln. Die Hauptpersonen aus dem ersten Roman sind nun hinreichend bekannt und bekommen im Folgeband noch mehr Tiefe. Charaktereigenschaften werden detaillierter daregestellt und laden umso mehr zum Schmunzeln ein. Die Autoren wissen, wovon sie schreiben, sind sie doch selber im polizeilichen Dienst tätig (gewesen) und kennen sich mit der Kriminalarbeit bestens aus. Und entgegen aller Skepsis nach auch mal langweiligen Stellen bei einer solch realitätsnahen Darstellung der Arbeit einer Mordkommission kommen keine auf! Spannend bis zur letzten Seite, der Fall interessant und knifflig. Von einer seit Jahren tiefgekühlten Leiche mit einer schweren Schädelverletzung kann die Identität nicht mehr so ohne Weiteres festgestellt werden. Wie wird nun vorgegangen? Wo setzt man an? Eine Parallelgeschichte mit einer ebenfalls nicht festzustellenden Identität erhöht die Spannung zusätzlich. So machen Lesen und Mitermitteln Spaß! Die Kölner Umgebung kommt deutlich zum Ausdruck, die lokalen Feinheiten sind treffend beschrieben und wenn man sich etwas in Köln auskennt, hat man sofort die entsprechenden Stellen im Kopf! Aber auch für Nicht-Kölner und Nicht-Rheinländer ist das Buch ein Genuss. Gute Idee: Für alle verwendeten kölschen Ausdrücke (man beachte nur die Taxifahrerin Katharina Oehmchen!!) gibt es "übersetzende" Fußnoten. Hilfreich und auflockernd im Stil. Fazit: Dieses Buch sollte man sich nicht entgehen lassen!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Akribisch
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 06.02.2015

»Der schwere Bohrhammer machte einen ohrenbetäubenden Lärm in dem schmalen Kellergang, als Piontek auftragsgemäß die Mauer unter der Kellertreppe einriss. … Nach weiteren 20 Minuten hatte er bereits so viel von der Mauer eingerissen, dass er in den Hohlraum unter der Kellertreppe blicken konnte. Das Surren war nun wesentlich... »Der schwere Bohrhammer machte einen ohrenbetäubenden Lärm in dem schmalen Kellergang, als Piontek auftragsgemäß die Mauer unter der Kellertreppe einriss. … Nach weiteren 20 Minuten hatte er bereits so viel von der Mauer eingerissen, dass er in den Hohlraum unter der Kellertreppe blicken konnte. Das Surren war nun wesentlich deutlicher zu hören. Er suchte die Quelle dieses Geräusches. Es kam offensichtlich von der verstaubten Truhe, die unter der Treppe in der hinteren Ecke stand. Nach einer weiteren Stunde, es war jetzt kurz nach 08.00 Uhr, hatte er die Mauer so weit eingerissen, dass man den abgemauerten Hohlraum betreten konnte. Mit dem Ärmel seiner Jacke wischte er über den Deckel der Truhe. Es kam die graue Lackierung zum Vorschein. An der Kopfseite konnte er im Halbdunkel den Schriftzug „Privileg“ lesen. Neben dem Schriftzug waren vier **** erhaben aufgedruckt. „Wozu steht hier eine Gefriertruhe?“, ging es ihm durch den Kopf. Mit beiden Händen erfasste er den Griff vorne links am Deckel der Truhe und hob ihn an. Die Glühbirne im Innern der Truhe war intakt, und mit einem Mal wurde ihm schwindelig. Um sicher zu gehen, dass ihm nicht Schatten einen Streich spielten, öffnete er ein weiteres Mal die Truhe und war nun sicher. Er blickte in das Gesicht eines Mannes. Die Augen waren weit aufgerissen, und der gesamte Körper war mit einer feinen Eisschicht überzogen.« Der tiefgefrorene Tote wird die Kölner Mordkommission um Hauptkommissar Westhoven und sein Team ordentlich beschäftigen. Allein schon die Identifizierung wird schwierig, kann man doch nicht mal genau sagen, wann der Tote wohl auf Eis gelegt wurde. Als eine alte Dame anruft, die glaubt, den Toten gekannt zu haben, scheint es endlich vorwärts zu gehen. Sie wird jedoch nicht mehr zu ihrer Aussage kommen, denn auf dem Weg zum Präsidium wird sie das Opfer einer schwarzen BMW-Limousine. Eine Taxifahrerin, die alles beobachtet hat, ist sich sicher: Das war kein Unfall, das war „met Avvsich“. (mit Absicht) Wie man spätestens an diesen beiden Worten merkt, hat man es hier mit einem Regionalkrimi zu tun, der mit viel Lokalkolorit glänzt. Der Leser, der sich mit „Kölsch“ schwertut, braucht aber keine Verständnisprobleme zu fürchten. Die Ermittler sprechen sämtlich hochdeutsch und für alle auf Kölsch geäußerten Sätze gibt es unten auf der Seite eine Übersetzung. Ich mochte diese Passagen und finde, dass sie auch einiges über die Menschen aussagen, die sie äußern ;-) »Ach nä, isch wullt nur ens frore, op se schon jet vun dä duden Frau wesse. Isch fahre ja schon des Öfteren Jäss zom ‚Goldene Kappes‘, ävver die levve all noch.« (Ach nein, ich wollte nur einmal fragen, ob Sie schon etwas von der toten Frau wissen. Ich fahre zwar öfter Gäste zum Goldenen Kappes, aber die leben alle noch.) Die Charaktere sind so, wie man sie kennt und erwartet – allesamt völlig normale Menschen mit völlig normalen privaten Problemen. Auf diese privaten Dinge wird auch eingegangen, aber nicht in dem Maße, dass sie die Handlung oder die Spannung ausbremsen würden. Was das wirklich Besondere an diesem Krimi ist, ist sein hoher Grad an Realismus. Das Vorwort des Autors, der selber Polizeibeamter ist, warnt vor: »Dieser Roman beruht auf Tatsachen. Die Ermittlungen und Vernehmungen orientieren sich an der Wirklichkeit des kriminalpolizeilichen Alltags. … Keine der genannten Personen ist so existent. Namensähnlichkeiten sind daher zufällig. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Geschehnissen sowie mit lebenden oder verstorbenen Personen ist aber nicht immer rein zufällig. Der Roman soll vor allem ein Kriminalistenroman sein, der sich nah an der kriminalpolizeilichen Wirklichkeit orientiert. Deshalb sind einige Textpassagen bewusst streckenweise protokollartig.« Bedeutet im Klartext für dieses Buch: Sämtliche Abläufe sind realistisch (was mir auch von einem lieben Mitmenschen, der „vom Fach“ ist, bestätigt wurde), es muss ziemlich viel mühselig und akribisch ermittelt werden, ich konnte keinen Logikfehler entdecken und das Ende ist schlüssig. Aber es kommt zu Textpassagen, bei denen schon mal der Beamtendeutschrauchmelder anfängt, zu piepen… »Was dann folgte, war die übliche betroffene Routine der Spezialisten des Verkehrsunfallaufnahmeteams. Katrin Oehmchens Personalien wurden aufgenommen, und sie wurde standardmäßig befragt, ob sie etwas gesehen hatte. Für den Beamten war dies ein ganz normaler Unfall mit Fahrerflucht. Während er sich alles notierte, war der andere Polizist schon dabei, die Straße auszumessen und Farbmarkierungen auf die Fahrbahn zu sprühen. Da der Notarzt zweifelsfrei den Tod von Erna Schmitz festgestellt hatte, durfte die Tote aus hygienischen Gründen nicht in den Rettungswagen gelegt werden. Sie wurde daher mit einer Mehrzweckplane abgedeckt, bis sie schließlich von einem Leichenwagen abgeholt und zur Rechtsmedizin gebracht wurde. Der aufnehmende Beamte fragte Katrin Oehmchen zum Abschluss noch, ob sie Hilfe bräuchte, was sie aber verneinte, da sie erkannte, dass sie mit ihrer Mordtheorie auf taube Ohren stieß. Stattdessen machte sie sich auf den Weg zum KK 11.« Der Autor legt viel Wert auf Realismus und lässt seine Ermittler, um das immer mal wieder zu betonen, darüber sinnieren, wie sich ihr Alltag von dem unterscheidet, was man aus dem Fernsehen und vielen Krimis kennt. »Solche Banalitäten sieht man im Fernsehen nie, auch haben die Tatortermittler immer einen Parkplatz.« Fazit: Ein solider Krimi und super für jeden Leser, der besonderen Wert auf Realismus legt und „protokollartigen“ Passagen – so wie ich – mit einem Schmunzeln begegnen kann.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
von Patricia Bleier aus Hanau am 28.04.2017
Bewertet: anderes Format

Kölner Krimi in Nippes. Für alle die gerne auf den Kölner Straßen unterwegs sind. Gute Unterhaltung!

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