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Fliehganzleis

Kriminalroman. Kea Laverdes zweiter Fall

Kea Laverdes 2

(3)
Larissa Gräfin Rothenstayn, die in der DDR aufwuchs und 1975 in den Westen fliehen konnte, bittet Ghostwriterin Kea Laverde, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Dann wird sie in ihrem Schloss in Unterfranken von einem Unbekannten schwer verletzt. Die Polizei spricht von versuchtem Mord und fahndet nach dem geheimnisvollen Täter.
Kea arbeitet sich unterdessen durch das Archiv der Familie und steht vor einem Rätsel: Warum sammelte die Gräfin Berichte über ein Mädchen, das im Sommer 1968 in einem kleinen See auf der Insel Usedom ertrank? Wie es scheint, ist das Unglück fast 20 Jahre nach dem Mauerfall noch nicht geklärt, und Larissas Angreifer streckt auch nach Kea die Finger aus ...
Portrait
Friederike Schmöe, geb. 1967 in Coburg, wurde früh zur Büchernärrin, eine Leidenschaft, der die Universitätsdozentin heute beruflich frönt. Sie promovierte und habilitierte nach dem Studium der Germanistik und Romanistik. Neben ihrer Tätigkeit als Dozentin für Linguistik schreibt sie seit 2000 in ihrer Schreibwerkstatt in der Weltkulturerbestadt Bamberg Kriminalromane und Kurzgeschichten. Sie gibt Kreativitätskurse für Kinder und Erwachsene und veranstaltet Literaturevents, auf denen sie in Begleitung von Musikern aus ihren Werken liest.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 326
Erscheinungsdatum 01.07.2009
Serie Kea Laverdes 2
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8392-1012-3
Reihe Kriminalromane im GMEINER-Verlag
Verlag Gmeiner Verlag
Maße (L/B/H) 201/121/32 mm
Gewicht 348
Auflage 4. Auflage
Buch (Taschenbuch)
11,90
inkl. gesetzl. MwSt.
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Sprachlich niveauvoller Krimi
von Zabou1964 aus Krefeld am 26.08.2009

Auffallend an diesem Roman von Friederike Schmöe ist die Sprache. Die habilitierte Germanistin nutzt sie, um die charakterlichen Eigenschaften der Protagonisten zu unterstreichen. Die Sicht von Kea Laverde ist als Icherzählung in der Vergangenheit beschrieben. Sie ist geprägt von kurzen Sätzen, die darauf schließen lassen, dass die Journalistin gestresst... Auffallend an diesem Roman von Friederike Schmöe ist die Sprache. Die habilitierte Germanistin nutzt sie, um die charakterlichen Eigenschaften der Protagonisten zu unterstreichen. Die Sicht von Kea Laverde ist als Icherzählung in der Vergangenheit beschrieben. Sie ist geprägt von kurzen Sätzen, die darauf schließen lassen, dass die Journalistin gestresst ist. Zum Teil werden originelle Wortschöpfungen eingebaut – wie z.B. die Bezeichnung „Indianer der WWW-Prärie“ für den Kommissar Keller, der sich auf Internetkriminalität spezialisiert hat. Dies soll wohl unterstreichen, dass es sich bei Kea Laverde um ein Mitglied der schreibenden Zunft handelt. Einige dieser kreativen Formulierungen waren mir jedoch zu krampfhaft um Originalität bemüht. Die Sicht von Nero Keller wird in der personellen Perspektive beschrieben. Hier ist der Schreibstil wesentlich ruhiger und bedachter, so wie der Kommissar auch der ruhende Pol in der Beziehung ist. Ereignisse aus der ehemaligen DDR werden in der Gegenwartsform geschildert. Das hat mich etwas verwirrt. Aber ich habe mich recht schnell an diesen Stil gewöhnt. „Fliehganzleis“ ist bereits der zweite Teil der Kea-Laverde-Reihe. Obwohl ich den ersten Teil noch nicht kannte, bin ich schnell mit den Figuren und deren Lebensumständen vertraut geworden. Mir hat besonders die Idee gefallen, eine Ghostwriterin als ermittelnde Hauptfigur einzusetzen. Das war für mich ganz neu in diesem Genre. Anfangs war ich, genau wie Kea, verwirrt von der Vielzahl der Figuren. Im Gegensatz zu ihr hatte ich als Leserin jedoch Einblick in die Ereignisse vor fünfunddreißig Jahren in der DDR. So konnte ich miträtseln, war der Journalistin jedoch immer einen winzigen Schritt voraus. Dieser kleine Vorteil des Lesers hat die Spannung nicht beeinträchtigt, im Gegenteil, ich fragte mich stets, wann Kea die Geschehnisse von damals aufdeckt. Meine Lieblingsfigur in diesem Krimi ist eindeutig Juliane, die 77-jährige Freundin Keas, die ihr mit Weitsicht und absoluter Ehrlichkeit des Öfteren einen Schubs in die richtige Richtung gibt. Alle Nebenfiguren sind anschaulich beschrieben. Am Ende laufen alle Fäden der Geschichte zusammen und im Epilog klärt die Autorin die noch verbleibenden Fragen auf. Im Nachwort erläutert die Autorin die historischen Zusammenhänge und nennt Quellenangabe ihrer Recherche. Einige Figuren sind real existierenden Personen nachempfunden. Ich bin sehr gespannt auf weitere Fälle mit Kea Laverde. Zunächst werde ich mir jetzt aber den ersten Teil der Reihe, Schweigfeinstill, besorgen. Fazit: Fliehganzleis ist ein ungewöhnlicher Krimi auf hohem sprachlichen Niveau, zu dem ich allerdings nicht sofort Zugang fand. Der Roman hat mir interessante Einblicke in die deutsch-deutsche Geschichte verschafft.

Deutsch-deutsche Vergangenheit
von Silke Schröder aus Hannover am 14.08.2009

In ihrem Krimi „fliehganzleis“ befasst sich Friederike Schmöe mit der deutsch-deutschen Vergangenheit. Seit dem Mauerbau, der sich in diesen Tagen zum 48. Mal jährt, gab es immer wieder Fluchtversuche aus der damaligen DDR. Die Fluchthelfer aus dem Westen halfen aus Überzeugung, aber auch, weil es für Einige ein lukratives... In ihrem Krimi „fliehganzleis“ befasst sich Friederike Schmöe mit der deutsch-deutschen Vergangenheit. Seit dem Mauerbau, der sich in diesen Tagen zum 48. Mal jährt, gab es immer wieder Fluchtversuche aus der damaligen DDR. Die Fluchthelfer aus dem Westen halfen aus Überzeugung, aber auch, weil es für Einige ein lukratives Geschäft war. Friederike Schmöe greift diese Geschichten in ihrem Krimi auf und geht auch auf die Methoden der Stasi, die Vetternwirtschaft unter den hohen Funktionären und die Denunziationen aus der Bevölkerung ein. Obwohl die Krimihandlung gelegentlich etwas vorhersehbar ist, schafft es die Autorin, uns auf diese unterhaltsam - spannende Weise ein wichtiges Stück innerdeutsche Geschichte näher zu bringen. Unterwegs entwickelt sie natürlich auch die Romanze zwischen ihren beiden Helden Kea und Nero weiter, so dass „fliehganzleis“ sicherlich nicht der letzte Fall der beiden sein wird.

fliehganzleis
von Barbara Drese aus Polling am 15.07.2009

Dies ist der zweite Band mit Kea Laverder. Ich kenne den ersten Band nicht, hatte aber keine Probleme in die Geschichte rein zu kommen. Da die Geschichten abgeschlossen sind, ist ein Vorwissen nicht nötig. Im Vorspann ertrinkt ein Mädchen im See während es ein Paddel zurückholen möchte. Dann geht es mit... Dies ist der zweite Band mit Kea Laverder. Ich kenne den ersten Band nicht, hatte aber keine Probleme in die Geschichte rein zu kommen. Da die Geschichten abgeschlossen sind, ist ein Vorwissen nicht nötig. Im Vorspann ertrinkt ein Mädchen im See während es ein Paddel zurückholen möchte. Dann geht es mit Kea der Ghostwriterin und einer Gräfin weiter. Kea soll ihre Biografie schreiben. Sie führen Interviews und in den Pausen erkundet Kea die Gegend. Eines Tages bekommt die Gräfin Besuch, unterbricht das Interview und am nächsten Tag findet Kea sie schwer verletzt am Bach. Die Polizei zählt sie natürlich erst mal zu den Verdächtigen, also bittet Kea den befreundeten Nero Keller (Polizist) um Hilfe. Alleine im Schloss holen sie schlimme Erinnerungen heim und sie bekommt Panik. Um sich abzulenken, beginnt sie an der Biografie zu schreiben. Nero kommt einen Tage später zu ihr ins Schloss und unterstützt sie darin, den Täter zu finden. Und wie soll es anders sein, die beiden finden natürlioch zueinander. Ein paar Tage später ist die Gräfin kurz ansprechbar und möchte Kea sehen. Die Gräfin bittet Kea darum, den Mörder von Katja zu finden. Nur leider weiß niemand wer Katja war. Zusammen mit Nero geht Kea einigen Hinweisen nach und besucht alte Bekannte der Gräfin. Doch niemand kann sich an eine Katja erinnern. Durch die kurzen Rückblenden in das Leben der Gräfin und die Erzählungen der Bekannten erschliesst sich nur langsam, was damals alles passiert ist und in welcher Weise sich die Gräfin und Katja nahe standen. Sobald man das herausgefunden hat, ist auch der Täter erkennbar. Friederike Schmöe war mir bisher unbekannt. Ich habe das Buch etwas skeptisch begonnen, denn mit Krimis und Kriegsberichten habe ich es nicht so. Und Kriegserzählungen sind in diesem Buch doch einige zu finden. Das Buch hat mich positiv überrascht. Es ist bis auf die Rückblicke recht spannend und flüssig geschrieben. Die Rückblicke selbst sind aber nicht wie erwartet trocken, sondern mit sehr viel persönlichen Erzählungen gespickt. (So als wenn dir Opa von früher erzählt). Einen Tatverdächtigen und einen möglichen Zusammenhang zwischen Katja und der Gräfin fasst man eigentlich schon sehr früh ins Auge (so etwa nach 120 Seiten)…die Auflösung dauert aber dann doch bis fast zum Schluss. Obwohl ich eigentlich keine Krimis lese, hat mir das Buch überraschend gut gefallen. Ich kann es nur empfehlen.


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