Nutzen Sie unsere Filialabholung und erhalten Sie diesen Artikel versandkostenfrei in Ihrer Filiale!

Flugschnee

Roman

(4)
“Was macht das Glück einer Familie aus? Wenn es – neben vielen Komponenten wie der Abwesenheit von Krankheiten, sicherem Einkommen und dergleichen – gemeinsame Erinnerungen sind, die Zusammenhalt ermöglichen, miteinander gelebte Vergangenheit“, so denkt Lucy an einem Dezembertag in Berlin an eine unglückliche Familie.
Ihr Bruder Simon ist verschwunden. Das Nachdenken über ihn führt sie zu einem früheren Wintertag ins Haus der Großeltern in Hamburg, an dessen Ende etwas geschah, das den Kindern verschwiegen wurde. Dieses Schweigen bestimmt nicht nur die weitere Zukunft, sondern reicht auch in die Generation der Großeltern und Urgroßeltern zurück, welche sich in vielfältig Ungesagtes verstrickten, politisches, persönliches. Helene, die Großmutter, kämpft gegen Ende ihres Lebens allerdings umso vehementer um ihre Erinnerungen: jede, auch die schlechteste, ist ihr willkommen, um dem „Schmelzen im Kopf“ zu widerstehen.
Schnee und Stein sind in diesem Roman die Materialien, an denen die Figuren scheitern oder wachsen, an denen sie dem Bedrohlichen eine Form abzuringen, dem Zerstörerischen ein “Dennoch” entgegenzusetzen versuchen.
Portrait
1962 in Oberösterreich geboren. Studium der Germanistik und Psychologie in Salzburg, Promotion über Die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss. Schreibt Gedichte, Prosa, Essays, Libretti. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Förderungen (u.a. den Rauriser Förderungspreis, das Adalbert-Stifter-Stipendium, das Stipendium des Berliner Senats) und wurde u.a. mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis, dem Harder Literaturpreis und dem Tübinger Würth-Preis ausgezeichnet. 2015/16 wurde ihr das Projektstipendium des Bundeskanzleramtes für ihre Lyrik zuerkannt. Birgit Müller-Wieland lebt nach elf Jahren in Berlin nun in München, wo sie u.a. als Projektleiterin des Lyrikkabinetts an Schulen unterrichtet.
… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 250
Erscheinungsdatum 22.02.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7013-1248-1
Verlag Otto Müller Verlagsges.
Maße (L/B/H) 190/124/30 mm
Gewicht 404
Verkaufsrang 59.035
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 62249034
    Die Hauptstadt
    von Robert Menasse
    (20)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,00
  • 50251281
    Einer hätte gereicht
    von Nadja Schlüter
    Buch (gebundene Ausgabe)
    18,00
  • 64483701
    Das Jahr der Frauen
    von Christoph Höhtker
    (2)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 61843739
    Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war
    von Paulus Hochgatterer
    (6)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    18,00
  • 62292787
    Wir werden erwartet
    von Ulla Hahn
    (3)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    28,00
  • 44264333
    Tomatenrot
    von Daniel Woodrell
    (3)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 62294995
    Carl Tohrberg
    von Ferdinand von Schirach
    Buch (Klappenbroschur)
    8,00
  • 14610912
    An einem Tag wie diesem
    von Peter Stamm
    (14)
    Buch (Taschenbuch)
    7,95
  • 47870790
    Das Floß der Medusa
    von Franzobel
    (17)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    26,00
  • 61755613
    Schlafende Sonne
    von Thomas Lehr
    (3)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    28,00
  • 62244039
    Die Kieferninseln
    von Marion Poschmann
    (11)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 47092590
    Nach Onkalo
    von Kerstin Preiwuss
    (5)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 62244031
    Außer sich
    von Sasha Marianna Salzmann
    (9)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 47946116
    Katie
    von Christine Wunnicke
    (5)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 64483861
    Wiener Straße
    von Sven Regener
    (19)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 62182836
    Lichter als der Tag
    von Mirko Bonne
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 48091438
    Walter Nowak bleibt liegen
    von Julia Wolf
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    21,00
  • 64788279
    Phantome
    von Robert Prosser
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 62033832
    Romeo oder Julia
    von Gerhard Falkner
    (10)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 47905178
    So tun, als ob es regnet
    von Iris Wolff
    Buch (gebundene Ausgabe)
    18,00

Buchhändler-Empfehlungen

„Schneeweiß“

Dorothea Weiss, Thalia-Buchhandlung Jena

Simon ist verschwunden, spurlos. Seine Schwester Lucy versucht ihn zu verstehen und dringt dabei tief in ihre Erinnerungen ein. Wie hat die Familiengeschichte ihrer Großeltern sie und Simon geprägt? Was hat die Trennung der Eltern bewirkt? Und was passierte damals im verschneiten Garten der Großeltern, als Lucy und Simon noch Kinder Simon ist verschwunden, spurlos. Seine Schwester Lucy versucht ihn zu verstehen und dringt dabei tief in ihre Erinnerungen ein. Wie hat die Familiengeschichte ihrer Großeltern sie und Simon geprägt? Was hat die Trennung der Eltern bewirkt? Und was passierte damals im verschneiten Garten der Großeltern, als Lucy und Simon noch Kinder waren?
Eine tiefgehende Geschichte über verschüttete Traumata, Familiengeheimnisse, Fanatismus und nicht zuletzt über Schnee, der alles bedeckt, übertüncht und erstickt. Einfach großartig!

Esther Kolbe, Thalia-Buchhandlung Berlin

Der Bruder: verschwunden.
Die Schwester: verstört.
Die Familie: verschwiegen.
Ihre Geschichte: verwirrend.
Mein Fazit: außergewöhnlich und lesenswert bis zur allerletzten Seite!
Der Bruder: verschwunden.
Die Schwester: verstört.
Die Familie: verschwiegen.
Ihre Geschichte: verwirrend.
Mein Fazit: außergewöhnlich und lesenswert bis zur allerletzten Seite!

Kundenbewertungen


Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
3
0
1
0
0

Erinnerungsbilder aus Flugschnee
von einer Kundin/einem Kunden am 27.08.2017

Ein junger Mann namens Simon ist spurlos verschwunden! Ein Schock für seine Schwester Lucy und seine Eltern Arnold und Vera. Schon ganz zu Beginn fällt am Roman die Sprache auf. Ein inneres Zwiegespräch der Protagonistin mit dem verschwundenen Bruder, Erinnerungsarbeit an die gemeinsamen Erlebnisse der Vergangenheit. Eine Bewusstseinsdarstellung, die den... Ein junger Mann namens Simon ist spurlos verschwunden! Ein Schock für seine Schwester Lucy und seine Eltern Arnold und Vera. Schon ganz zu Beginn fällt am Roman die Sprache auf. Ein inneres Zwiegespräch der Protagonistin mit dem verschwundenen Bruder, Erinnerungsarbeit an die gemeinsamen Erlebnisse der Vergangenheit. Eine Bewusstseinsdarstellung, die den Schmerz des Verlustes darstellt, aber auch die Ungewissheit und die Angst, dass es einen Suizid gab. Oder ist Simon nur untergetaucht? Was sind seine Beweggründe? Diese Kapitel in Berlin wechseln sich mit anderen Handlungsebenen der Vergangenheit ab, z.B. 20 Jahre zuvor in Hamburg mit dem schon älteren Lorenz. Er ist Lucys und Simons Großvater. Es gibt auch einige Kindheitsszenen mit Simon und Lucy. Aus dem ganzen entsteht eine komplexe Familiengeschichte. Bemerkenswert, wie auch die Literatur im Text eingesetzt wird: Das Berlinbuch “Die Ästhetik des Widerstands” von Peter Weiß, Novalis und die schwedische Schriftstellerin Karin Boye. Das trägt bei, den hohen Ton des Romans zu unterstützen. Wenn man sich die Definition von Flugschnee ansieht (sehr feiner Schnee, der bei stärkerem Wind entsteht und die Schneekristalle auch unter die Dachhaut oder die Dachziegel eines Hauses eindringen lässt.) kann man einen Zusammenhang zur Wirkung der Sprache von Birgit Müller-Wieland erkennen. Wie Flugschnee dringen die Erinnerungsbilder in Lucy. Das gilt jedenfalls für viele Passagen, aber es gibt auch einige, wo es nur leichten Schneefall gibt. Da wird die Geduld des Lesers auf die Probe gestellt. Aber die Geschichte braucht diesen Raum. Vorfälle der Vergangenheit werden langsam herausgearbeitet, die Zusammenhänge familiärer Probleme ergeben sich erst allmählich. Man muss sich nur gewiss sein, dass sich die Autorin Zeit lässt, dann ist das schon okay. Die Ernsthaftigkeit, die Birgit Müller-Wieland ihrer Sprache verleiht und wie sie mit ihr arbeite, ist bewundernswert.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Nach Hause möchte ich.
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 22.10.2017

Der Titel des Buches könnte nicht perfekter zum Inhalt passen. Flugschnee ist nämlich ein ganz besonders feiner Schnee. Doch was so zauberhaft und harmlos klingt, kann den Schutz eines vermeintlich sicheren Daches heimtückisch unterwandern: die winzigen Eiskristalle werden bei starkem Wind noch durch die kleinste Ritze geweht, was mitunter zu... Der Titel des Buches könnte nicht perfekter zum Inhalt passen. Flugschnee ist nämlich ein ganz besonders feiner Schnee. Doch was so zauberhaft und harmlos klingt, kann den Schutz eines vermeintlich sicheren Daches heimtückisch unterwandern: die winzigen Eiskristalle werden bei starkem Wind noch durch die kleinste Ritze geweht, was mitunter zu gravierenden Schmelzwasserschäden führt. Der Schnee ist ein Leitmotiv dieses Buches, das sich über mehrere Generationen einer Familiengeschichte erstreckt, erzählt aus verschiedenen Perspektiven, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Denn auf den ersten Blick erscheint diese Familie wie ein sicheres Gebäude, das die Unbilden schwieriger, sogar grausamer Zeiten in gemeinschaftlichem Zusammenhalt übersteht – doch wird mit jeder Seite klarer: Geheimnisse, Ungesagtes, halb Vergessenes, das sind die Ritzen, durch die das Unglück hereingeweht wird. Meist wird dieses Leitmotiv von der Autorin wunderbar eingesetzt, manchmal empfand ich die Methaphorik jedoch als etwas zu forciert: so wird mehrmals betont, dass die Großeltern versuchen, die durch den Flugschnee an ihrem Haus entstandenen Schäden einfach zu ignorieren, als müsste man einem begriffsstutzigen Leser noch einmal deutlich vor Augen führen, wie es um diese Familie steht. Denn deren Konstrukt gerät in der jüngsten Generation nun endgültig ins Wanken, seit der Sohn, Simon, spurlos verschwunden ist. Einen Großteil der Geschichte sieht der Leser durch die Augen seiner Schwester Lucy, die seit vielen Jahren den immer gleichen Schneetraum träumt: einen wiederkehrenden Albtraum, den sie sich selbst nicht erklären kann, dessen Ursprung aber möglicherweise das in Gang gesetzt hat, was letztendlich zu Simons Verschwinden führte. "Weihnachten wird kommen. Das Wort ist wie ein schriller Ton. Es schmerzt in den Ohren. Mein Herz schlägt so, dass ich die Hand drauflege. Ich summe und singe idiotischerweise: Happybirthdaytoyou. Als Kind hat das geholfen, manchmal. Ansingen und Summen gegen etwas, das irgendwie falsch ist. Happybirthdayhappybirthdayhappybirthdaytoooyouuuuu." (Zitat) Birgit Müller-Wieland erzählt eine Geschichte, in der das Unglück nicht als großes Drama auftritt, sondern leise und schleichend. Dennoch kann man sich dem als Leser immer weniger entziehen, denn die Art und Weise, wie sie es erzählt, ist wunderbar konstruiert und erzeugt dadurch seine ganz eigene Spannung. Vieles von dem, was diese Familie erlebt, findet sich so oder so ähnlich auch in der Geschichte unzähliger anderer Familien, und dennoch ist das Mosaik, das entsteht, durch und durch originell. Ich musste mehr als einmal an ein Zitat aus Tolstoys 'Anna Karenina' denken: "Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich." Die Charaktere sind in meinen Augen bestechend lebensecht, obwohl man immer nur Fragmente aus ihrem Leben zu sehen bekommt. Die Autorin hat ein Gespür dafür, eine enorme Komplexität mit dem zu erreichen, was sie zwischen den Zeilen mitteilt. Und so stellt man irgendwann fest, dass das Buch eine Vielzahl von Themen vermittelt hat: nicht nur Generationenkonflikte und Familiengeheimnisse, sondern zum Beispiel auch Gedanken über Demenz, Abtreibung und die epigenetische Trauma-Vererbung. "Nach Hause möchte ich." (Zitat) Der Schlüssel zu allem, was geschieht, liegt in Lucys Traum(a), beziehungsweise dessen Ursache. Und hier hat das Buch mich sehr enttäuscht, denn die Auflösung erschien mir fast schon banal, die Ereignisse zusammenhaltslos – womöglich wurden aber für mein Empfinden am Schluss einfach zu viele Dinge noch schnell abgehandelt. Überhaupt sind die so sorgsam gehüteten Geheimnisse der verschiedenen Familienmitglieder zum Teil deutlich weniger bedeutungsschwer als erwartet. "Überall war es weiß, als ich aufblickte, makellos weiß, eine Art grundloses Existieren – es zog einen Schmerz nach sich. Der Schmerz war wie etwas, das ich einmal gekannt aber irgendwann vergessen hatte. Weißweißweiß. War es Licht? War es Farbe? Der Satz blieb." (Zitat) Der Schreibstil hat viele magische Momente, in denen er, ruhig und schwerelos, eine ungeheure sprachliche Schönheit entwickelt. Allerdings ist es hier ähnlich wie mit dem Leitmotiv: manchmal wirkten Formulierungen auf mich etwas überstrapaziert, und dann verlor sich für mich jeglicher Zauber. Fazit: Birgit Müller-Wieland erzählt die Geschichte einer Familie, die auf leise Art und Weise unglücklich ist und das selber nicht gänzlich realisiert. Das Buch springt zwischen Zeiten und Perspektiven, und dabei kristallisiert sich langsam heraus, dass hier nicht nur Familienporträts und Haarfarben vererbt wurden, sondern auch Traumata und Geheimnisse. Oft fand ich das großartig, über weite Strecken spannend und gekonnt erzählt – manchmal aber auch zu gewollt und im Endeffekt enttäuschend aufgelöst. Alles in allem ein Buch, das ich interessant fand, das mich aber nicht bis zu Schluss überzeugen konnte.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?

Wird oft zusammen gekauft

Flugschnee - Birgit Müller-Wieland

Flugschnee

von Birgit Müller-Wieland

(4)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00
+
=
Die Geschichte der getrennten Wege / Neapolitanische Saga Bd.3 - Elena Ferrante

Die Geschichte der getrennten Wege / Neapolitanische Saga Bd.3

von Elena Ferrante

(50)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00
+
=

für

44,00

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen