Friedhof der Unschuldigen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award 2011

(28)

Sattes Sittengemälde, skurrile Charaktere, fantastisches Setting
Paris, am Vorabend der Revolution. Jean- Baptiste Baratte, Bauernsohn und frischgebackener Ingenieur, träumt von Straßen- und Brückenbau, da erhält er einen ungewöhnlichen Auftrag: Die Gebeine des alten Pariser Friedhofs Les Innocents sollen umgebettet werden - die Ausdünstungen vergiften die Stadt, der Wein in den Kellern wird zu Essig. Baratte ist klar: Das Ausgraben jahrhundertealter Gebeine, der Abriss und Wiederaufbau der Kirche, wo ein alter Organist den Mäusen Bach vorspielt, ist eine Mission. So beginnt ein Jahr, das die sozialen Unruhen vorausahnen lässt und sein Leben von Grund auf verändert.

Portrait

Andrew Miller wurde 1960 in Bath geboren. Er arbeitete als Kellner, Reiseführer und Kampfsportlehrer. Heute lebt er in der Nähe von Brighton. ›Die Gabe des Schmerzes‹, sein erster Roman, wurde mit dem Impac Dublin Literary Award ausgezeichnet und in 16 Sprachen übersetzt.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 01.04.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14397-4
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19,2/12,1/2,4 cm
Gewicht 316 g
Übersetzer Nikolaus Stingl
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Freunde, das ist ganz, ganz groß! Sehr finstere Handlung (es geht schließlich um das Umbetten von Gebeinen, brrrr), ein pralles Sittengemälde! Lesen und eintauchen...Fantastisch! Freunde, das ist ganz, ganz groß! Sehr finstere Handlung (es geht schließlich um das Umbetten von Gebeinen, brrrr), ein pralles Sittengemälde! Lesen und eintauchen...Fantastisch!

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

So muss ein historischer Roman sein, tolles Thema,super Charaktere und ein super Stil. So muss ein historischer Roman sein, tolles Thema,super Charaktere und ein super Stil.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein gutes Buch mit einer starken Geschichte. Gut recherchiert, man glaubt tatsächlich in dieser Zeit unterwegs zu sein. Ein gutes Buch mit einer starken Geschichte. Gut recherchiert, man glaubt tatsächlich in dieser Zeit unterwegs zu sein.

„Literarisch“

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Sprachlich auf höchstem Niveau, hat das Buch es dennoch nicht ganz geschafft, mich zu packen. Als Gleichnis der bevorstehenden Französischen Revolution gedacht, fand ich das denn doch etwas zu weit hergeholt. Wobei die Geschichte an sich schon sehr interessant ist: Ein junger Ingenieur, der unverhofft zu dieser nicht ablehnbaren Aufgabe kommt, nämlich den stinkenden, ganz Paris verpestenden Friedhof der Unschuldigen zu entfernen. Die zur Unterstützung geholten, erst ihr Glück gar nicht fassenden flämischen Bergbauarbeiter, müssen bis zu 20 Meter tiefe Gräber aufmachen. Das Glück wird zum Fluch und nicht jeder Pariser heisst das Neue und Saubere willkommen und wehrt sich. Der Ingenieur wird niedergeschlagen, die Arbeiter erkranken an den Ausdünstungen des Friedhofs und auch andere werden in Mitleidenschaft gezogen. Wie macht man also weiter, wenn der Friedhof einen Menschen irgendwie mehr und mehr vereinnahmt? Sprachlich auf höchstem Niveau, hat das Buch es dennoch nicht ganz geschafft, mich zu packen. Als Gleichnis der bevorstehenden Französischen Revolution gedacht, fand ich das denn doch etwas zu weit hergeholt. Wobei die Geschichte an sich schon sehr interessant ist: Ein junger Ingenieur, der unverhofft zu dieser nicht ablehnbaren Aufgabe kommt, nämlich den stinkenden, ganz Paris verpestenden Friedhof der Unschuldigen zu entfernen. Die zur Unterstützung geholten, erst ihr Glück gar nicht fassenden flämischen Bergbauarbeiter, müssen bis zu 20 Meter tiefe Gräber aufmachen. Das Glück wird zum Fluch und nicht jeder Pariser heisst das Neue und Saubere willkommen und wehrt sich. Der Ingenieur wird niedergeschlagen, die Arbeiter erkranken an den Ausdünstungen des Friedhofs und auch andere werden in Mitleidenschaft gezogen. Wie macht man also weiter, wenn der Friedhof einen Menschen irgendwie mehr und mehr vereinnahmt?

„Anspruchsvoller historischer Roman“

Sarah Aksamit, Thalia-Buchhandlung Heilbronn

Wer gerne Hilary Mantel oder Umberto Eco liest, wird auch an Andrew Miller Gefallen finden.
Diese spannende, leicht morbide "Friedhofstour" spielt am Vorabend der Französischen Revolution und hat es geschafft, mir einige wohlige Schauer über den Rücken zu jagen...
Wer gerne Hilary Mantel oder Umberto Eco liest, wird auch an Andrew Miller Gefallen finden.
Diese spannende, leicht morbide "Friedhofstour" spielt am Vorabend der Französischen Revolution und hat es geschafft, mir einige wohlige Schauer über den Rücken zu jagen...

„"Wer bist du? Ich bin Jean-Baptiste Baratte..."“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Ein junger Ingenieur aus der Normandie erhält den Auftrag, einen alten Friedhof mitten in Paris, seit Jahrhunderten überbelegt und den Boden vergiftend, zu beseitigen. Gern lässt sich der junge Mann von einem gewitzten Organisten an der Hand nehmen, taucht mit ihm ein in das Viertel und beginnt, seine gewaltige technische Aufgabe in Angriff zu nehmen.
Es ist die Zeit kurz vor der Revolution, man liest Buffon, Voltaire, Wandparolen tauchen auf. Miller lässt uns das Alltagsleben riechen und schmecken, lässt uns Anteil an Barattes Gedanken und Nöten nehmen.
Ein ungemein farbiger, packender Roman, sowohl in der psychologischen Auslotung der Personen als auch in der Schilderung der praktischen Ingenieursarbeit.
Ein junger Ingenieur aus der Normandie erhält den Auftrag, einen alten Friedhof mitten in Paris, seit Jahrhunderten überbelegt und den Boden vergiftend, zu beseitigen. Gern lässt sich der junge Mann von einem gewitzten Organisten an der Hand nehmen, taucht mit ihm ein in das Viertel und beginnt, seine gewaltige technische Aufgabe in Angriff zu nehmen.
Es ist die Zeit kurz vor der Revolution, man liest Buffon, Voltaire, Wandparolen tauchen auf. Miller lässt uns das Alltagsleben riechen und schmecken, lässt uns Anteil an Barattes Gedanken und Nöten nehmen.
Ein ungemein farbiger, packender Roman, sowohl in der psychologischen Auslotung der Personen als auch in der Schilderung der praktischen Ingenieursarbeit.

„Makaber, aber sinnlich“

Ute Gantner, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Paris am Vorabend der Französischen Revolution. Der junge Ingenieur Jen-Baptiste Barratte reist aus der Normandie in die Hauptstadt, um von allerhöchster Stelle einen außergewöhnlichen Auftrag zu übernehmen: Er soll einen jahrhundertealten Friedhof beseitigen, dessen Ausmaße und Ausdünstungen allmählich die Anwohner vergiften und deren Häuser beschädigen. Der junge ehrgeizige Mann macht sich, trotz herannahenden Winters sofort an die Arbeit. Er mietet sich in der Nähe des Friedhofes bei einem Geschäftsmann ein und heuert einen Trupp flämischer Bergbauarbeiter an, die diese unangenehme Arbeit mit stoischer Gleichgültigkeit durchführen und Tag für Tag Skelette ausgraben, die sie bei Dunkelheit dann wegbringen. Aber nicht alle Anwohner begrüßen diese Arbeit und Barratte steht bald einigen Anfeindungen gegenüber. Ein historisch fundierter Roman des 18.Jahrhunderts, sinnlich und zugleich makaber. Paris am Vorabend der Französischen Revolution. Der junge Ingenieur Jen-Baptiste Barratte reist aus der Normandie in die Hauptstadt, um von allerhöchster Stelle einen außergewöhnlichen Auftrag zu übernehmen: Er soll einen jahrhundertealten Friedhof beseitigen, dessen Ausmaße und Ausdünstungen allmählich die Anwohner vergiften und deren Häuser beschädigen. Der junge ehrgeizige Mann macht sich, trotz herannahenden Winters sofort an die Arbeit. Er mietet sich in der Nähe des Friedhofes bei einem Geschäftsmann ein und heuert einen Trupp flämischer Bergbauarbeiter an, die diese unangenehme Arbeit mit stoischer Gleichgültigkeit durchführen und Tag für Tag Skelette ausgraben, die sie bei Dunkelheit dann wegbringen. Aber nicht alle Anwohner begrüßen diese Arbeit und Barratte steht bald einigen Anfeindungen gegenüber. Ein historisch fundierter Roman des 18.Jahrhunderts, sinnlich und zugleich makaber.

„»Die Männern, die Paris reinigten«“

Sabrina Bredlow, Thalia-Buchhandlung Jena

Der junge Ingenieur Jean-Baptiste Baratte erhält den Auftrag, den völlig überfüllten »Friedhof der Unschuldigen« in Paris zu beseitigen. Nicht gerade ein einfaches Unterfangen für den ehrgeizigen, aber unerfahrenen Baratte. Zumal von dem heruntergekommenen Gottesacker samt Kirche ein ekelhafter bis schädlicher Gestank ausgeht und der Auftrag so gar nicht nach einer ruhmvollen Ingenieursarbeit klingt. Doch im Jahr 1785 hat man sich dem Willen des Königs zu beugen: Baratte macht sich trotz aller Widerstände in der Bevölkerung an die Arbeit, sprich daran, die Ruhe der Toten zu stören.

Andrew Miller wandelt mit dem Leser ruhig, aber eindringlich durch die ärmlichen Gassen von »Les Halles«. Er hat ein untrügliches Gefühl für das Leben am Vorabend der Revolution. Selten ist ein historischer Roman so nah, klug, absurd, unheimlich, fesselnd und verstörend wie der »Friedhof der Unschuldigen«. Absolut lesenwert!
Der junge Ingenieur Jean-Baptiste Baratte erhält den Auftrag, den völlig überfüllten »Friedhof der Unschuldigen« in Paris zu beseitigen. Nicht gerade ein einfaches Unterfangen für den ehrgeizigen, aber unerfahrenen Baratte. Zumal von dem heruntergekommenen Gottesacker samt Kirche ein ekelhafter bis schädlicher Gestank ausgeht und der Auftrag so gar nicht nach einer ruhmvollen Ingenieursarbeit klingt. Doch im Jahr 1785 hat man sich dem Willen des Königs zu beugen: Baratte macht sich trotz aller Widerstände in der Bevölkerung an die Arbeit, sprich daran, die Ruhe der Toten zu stören.

Andrew Miller wandelt mit dem Leser ruhig, aber eindringlich durch die ärmlichen Gassen von »Les Halles«. Er hat ein untrügliches Gefühl für das Leben am Vorabend der Revolution. Selten ist ein historischer Roman so nah, klug, absurd, unheimlich, fesselnd und verstörend wie der »Friedhof der Unschuldigen«. Absolut lesenwert!

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
28 Bewertungen
Übersicht
11
10
4
3
0

Geschichte kann auch spannend sein!
von einer Kundin/einem Kunden aus Osterwald am 31.05.2016

Jean-Baptiste Baratte ist ein junger Ingenieur im Frankreich des 18. Jahrhundert. Er erhält den Auftrag, den "Friedhof der Unschuldigen" samt der zugehörigen Kirche zu beseitigen. Vom Friedhof geht ein widerlicher Gestank aus, da er völlig überbelegt und sich selbst überlassen ist. Jean-Baptiste heuert für die Grabungen Bergleute an, deren... Jean-Baptiste Baratte ist ein junger Ingenieur im Frankreich des 18. Jahrhundert. Er erhält den Auftrag, den "Friedhof der Unschuldigen" samt der zugehörigen Kirche zu beseitigen. Vom Friedhof geht ein widerlicher Gestank aus, da er völlig überbelegt und sich selbst überlassen ist. Jean-Baptiste heuert für die Grabungen Bergleute an, deren Anführer mit ihm befreundet ist. Natürlich sind nicht alle Menschen mit der Störung der Totenruhe einverstanden, was Jean-Baptiste schmerzhaft zu spüren bekommt. Doch auch bei den Grabungen und den zwischenmenschlichen Beziehungen läuft nicht alles reibungslos. Das Buch ist flüssig geschrieben, der Autor versteht es, den Leser in diese düstere Zeit hinein zu versetzen. Man erfährt viel auch über das alltägliche Leben dieser Zeit. Mir, als bekennende Thrillerleserin, hat dieses Buch recht gut gefallen, wobei ich gar nicht mal sagen kann, was genau mich hier gefesselt hat, aber es war spannend. Auch das Cover gefällt mir, es passt sehr gut zum Roman. Ich war positiv überrascht und kann dieses Buch weiter empfehlen.

fesselndes Lesevergnügen
von einer Kundin/einem Kunden am 18.03.2015

Der Ingenieur Jean-Baptiste Baratte hat es einer Verwechslung zu verdanken, dass er für die Räumung des Pariser Friedhofs der Unschuldigen die Verantwortung übertragen bekommt. Eine äußerst schwierige Aufgabe in einer schwierigen Zeit. Zur Hilfe holt er sich Lecoeur, einen engen Vertrauten aus früheren Tagen in den Bergwerken von Valenciennes... Der Ingenieur Jean-Baptiste Baratte hat es einer Verwechslung zu verdanken, dass er für die Räumung des Pariser Friedhofs der Unschuldigen die Verantwortung übertragen bekommt. Eine äußerst schwierige Aufgabe in einer schwierigen Zeit. Zur Hilfe holt er sich Lecoeur, einen engen Vertrauten aus früheren Tagen in den Bergwerken von Valenciennes und Arbeiter aus Flandern. Es ist kurz vor der französischen Revolution. Der Hof ist ungnädig, überheblich,unersättlich, blind. In der Bevölkerung rumort es. Jean-Baptiste ist zwar fortschrittlich gesinnt, aber ein sehr gemäßigter Anhänger Voltaires. Eines der wenigen Freundschaftsangebote erhält er von dem Organisten der Kirche des zu räumenden Friedhofs. Ein regelmäßiger Besucher des Friedhofs ist der freundliche Arzt Guillotin. Er kommt um bei den Ausgrabungen dabei zu sein. Er nützt die Gelegenheit, die Zersetzung der Leichen zu studieren. Ein Trost während der unappetitlichen, anstrengenden, harten Arbeit ist ihm die Zuneigung der schönen Prostituierten Héloise. Weil sie der Königin ähnlich sieht, wird sie verächtlich die Österreicherin genannt... "Friedhof der Unschuldigen" von Andrew Miller ist ein fesselndes, großes Lesevergnügen

Die Männer, die Paris reinigten
von Igelmanu66 aus Mülheim am 24.10.2014
Bewertet: Buch (gebunden)

„Sie werden Straßenzüge nach uns benennen – die Männer, die Paris reinigten.“ Es ist das Jahr 1785, der Vorabend der Revolution. Durchaus optimistisch gehen der junge Ingenieur Baratte und sein Freund Lecoeur an ihre Aufgabe heran. Sie sollen den in Paris gelegenen Friedhof der Unschuldigen und die angrenzende Kirche... „Sie werden Straßenzüge nach uns benennen – die Männer, die Paris reinigten.“ Es ist das Jahr 1785, der Vorabend der Revolution. Durchaus optimistisch gehen der junge Ingenieur Baratte und sein Freund Lecoeur an ihre Aufgabe heran. Sie sollen den in Paris gelegenen Friedhof der Unschuldigen und die angrenzende Kirche zerstören und die ausgegrabenen Gebeine der unzähligen Toten umbetten lassen. Denn der vom Friedhof ausgehende Gestank beeinträchtigt mittlerweile in erheblichem Maße das Leben der dortigen Bevölkerung. Und ist es nicht ein wunderbares Zeichen des Fortschritts, dort statt des ohnehin geschlossenen Friedhofs einen schönen Platz zu errichten? Müssten nicht alle dafür dankbar sein? Doch der Fortschritt hat nicht nur Freunde. Die mühselige Arbeit des Ausgrabens belastet alle damit Beschäftigten und schließlich kommt es zu ungewöhnlichen Vorfällen, Unglücken und Unfällen… Ein wirklich fesselnder Roman! Sehr eindringlich wird ein Bild der damaligen Zeit gemalt, die Beschreibungen sind so deutlich, dass ich alles vor mir sah, den Gestank fast schon riechen konnte. Es gibt sehr vielschichtige Charaktere, von denen einige sehr interessante Entwicklungen durchlaufen. Toll auch das Sittenbild der damaligen Zeit und alles geschrieben in einer Sprache, die einen glauben lässt, dass man tatsächlich ein Werk des 18. Jahrhundert vor sich hat. Auch die Zerrissenheit des jungen Baratte hat mich sehr berührt – sein Zwiespalt zwischen Fortschrittswille einerseits und Skrupel wegen der Handlungen, die der Fortschritt ihm abverlangt, andererseits. Das alles war so menschlich und ich konnte mich in vieles gut hineinversetzen. Zudem hat mir das Cover sehr gefallen; die Farben und der Druck sehen tatsächlich noch viel besser aus als auf dem Bild. Fazit: Sehr interessant und mal was anderes! Allerdings aufgrund der Sprache nicht immer leicht zu lesen.