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Friedhof der Unschuldigen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award 2011

(27)

Sattes Sittengemälde, skurrile Charaktere, fantastisches Setting
Paris, am Vorabend der Revolution. Jean- Baptiste Baratte, Bauernsohn und frischgebackener Ingenieur, träumt von Straßen- und Brückenbau, da erhält er einen ungewöhnlichen Auftrag: Die Gebeine des alten Pariser Friedhofs Les Innocents sollen umgebettet werden - die Ausdünstungen vergiften die Stadt, der Wein in den Kellern wird zu Essig. Baratte ist klar: Das Ausgraben jahrhundertealter Gebeine, der Abriss und Wiederaufbau der Kirche, wo ein alter Organist den Mäusen Bach vorspielt, ist eine Mission. So beginnt ein Jahr, das die sozialen Unruhen vorausahnen lässt und sein Leben von Grund auf verändert.

Portrait

Andrew Miller wurde 1960 in Bath geboren. Er arbeitete als Kellner, Reiseführer und Kampfsportlehrer. Heute lebt er in der Nähe von Brighton. ›Die Gabe des Schmerzes‹, sein erster Roman, wurde mit dem Impac Dublin Literary Award ausgezeichnet und in 16 Sprachen übersetzt.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 01.04.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14397-4
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 192/121/24 mm
Gewicht 315
Buch (Taschenbuch)
9,90
inkl. gesetzl. MwSt.
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„»Die Männern, die Paris reinigten«“

Sabrina Bredlow, Thalia-Buchhandlung Jena

Der junge Ingenieur Jean-Baptiste Baratte erhält den Auftrag, den völlig überfüllten »Friedhof der Unschuldigen« in Paris zu beseitigen. Nicht gerade ein einfaches Unterfangen für den ehrgeizigen, aber unerfahrenen Baratte. Zumal von dem heruntergekommenen Gottesacker samt Kirche ein ekelhafter bis schädlicher Gestank ausgeht und der Der junge Ingenieur Jean-Baptiste Baratte erhält den Auftrag, den völlig überfüllten »Friedhof der Unschuldigen« in Paris zu beseitigen. Nicht gerade ein einfaches Unterfangen für den ehrgeizigen, aber unerfahrenen Baratte. Zumal von dem heruntergekommenen Gottesacker samt Kirche ein ekelhafter bis schädlicher Gestank ausgeht und der Auftrag so gar nicht nach einer ruhmvollen Ingenieursarbeit klingt. Doch im Jahr 1785 hat man sich dem Willen des Königs zu beugen: Baratte macht sich trotz aller Widerstände in der Bevölkerung an die Arbeit, sprich daran, die Ruhe der Toten zu stören.

Andrew Miller wandelt mit dem Leser ruhig, aber eindringlich durch die ärmlichen Gassen von »Les Halles«. Er hat ein untrügliches Gefühl für das Leben am Vorabend der Revolution. Selten ist ein historischer Roman so nah, klug, absurd, unheimlich, fesselnd und verstörend wie der »Friedhof der Unschuldigen«. Absolut lesenwert!

„Makaber, aber sinnlich“

Ute Gantner, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Paris am Vorabend der Französischen Revolution. Der junge Ingenieur Jen-Baptiste Barratte reist aus der Normandie in die Hauptstadt, um von allerhöchster Stelle einen außergewöhnlichen Auftrag zu übernehmen: Er soll einen jahrhundertealten Friedhof beseitigen, dessen Ausmaße und Ausdünstungen allmählich die Anwohner vergiften und deren Paris am Vorabend der Französischen Revolution. Der junge Ingenieur Jen-Baptiste Barratte reist aus der Normandie in die Hauptstadt, um von allerhöchster Stelle einen außergewöhnlichen Auftrag zu übernehmen: Er soll einen jahrhundertealten Friedhof beseitigen, dessen Ausmaße und Ausdünstungen allmählich die Anwohner vergiften und deren Häuser beschädigen. Der junge ehrgeizige Mann macht sich, trotz herannahenden Winters sofort an die Arbeit. Er mietet sich in der Nähe des Friedhofes bei einem Geschäftsmann ein und heuert einen Trupp flämischer Bergbauarbeiter an, die diese unangenehme Arbeit mit stoischer Gleichgültigkeit durchführen und Tag für Tag Skelette ausgraben, die sie bei Dunkelheit dann wegbringen. Aber nicht alle Anwohner begrüßen diese Arbeit und Barratte steht bald einigen Anfeindungen gegenüber. Ein historisch fundierter Roman des 18.Jahrhunderts, sinnlich und zugleich makaber.

„"Wer bist du? Ich bin Jean-Baptiste Baratte..."“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Ein junger Ingenieur aus der Normandie erhält den Auftrag, einen alten Friedhof mitten in Paris, seit Jahrhunderten überbelegt und den Boden vergiftend, zu beseitigen. Gern lässt sich der junge Mann von einem gewitzten Organisten an der Hand nehmen, taucht mit ihm ein in das Viertel und beginnt, seine gewaltige technische Aufgabe in Ein junger Ingenieur aus der Normandie erhält den Auftrag, einen alten Friedhof mitten in Paris, seit Jahrhunderten überbelegt und den Boden vergiftend, zu beseitigen. Gern lässt sich der junge Mann von einem gewitzten Organisten an der Hand nehmen, taucht mit ihm ein in das Viertel und beginnt, seine gewaltige technische Aufgabe in Angriff zu nehmen.
Es ist die Zeit kurz vor der Revolution, man liest Buffon, Voltaire, Wandparolen tauchen auf. Miller lässt uns das Alltagsleben riechen und schmecken, lässt uns Anteil an Barattes Gedanken und Nöten nehmen.
Ein ungemein farbiger, packender Roman, sowohl in der psychologischen Auslotung der Personen als auch in der Schilderung der praktischen Ingenieursarbeit.

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

So muss ein historischer Roman sein, tolles Thema,super Charaktere und ein super Stil. So muss ein historischer Roman sein, tolles Thema,super Charaktere und ein super Stil.

„Literarisch“

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Sprachlich auf höchstem Niveau, hat das Buch es dennoch nicht ganz geschafft, mich zu packen. Als Gleichnis der bevorstehenden Französischen Revolution gedacht, fand ich das denn doch etwas zu weit hergeholt. Wobei die Geschichte an sich schon sehr interessant ist: Ein junger Ingenieur, der unverhofft zu dieser nicht ablehnbaren Aufgabe Sprachlich auf höchstem Niveau, hat das Buch es dennoch nicht ganz geschafft, mich zu packen. Als Gleichnis der bevorstehenden Französischen Revolution gedacht, fand ich das denn doch etwas zu weit hergeholt. Wobei die Geschichte an sich schon sehr interessant ist: Ein junger Ingenieur, der unverhofft zu dieser nicht ablehnbaren Aufgabe kommt, nämlich den stinkenden, ganz Paris verpestenden Friedhof der Unschuldigen zu entfernen. Die zur Unterstützung geholten, erst ihr Glück gar nicht fassenden flämischen Bergbauarbeiter, müssen bis zu 20 Meter tiefe Gräber aufmachen. Das Glück wird zum Fluch und nicht jeder Pariser heisst das Neue und Saubere willkommen und wehrt sich. Der Ingenieur wird niedergeschlagen, die Arbeiter erkranken an den Ausdünstungen des Friedhofs und auch andere werden in Mitleidenschaft gezogen. Wie macht man also weiter, wenn der Friedhof einen Menschen irgendwie mehr und mehr vereinnahmt?

„Anspruchsvoller historischer Roman“

Sarah Aksamit, Thalia-Buchhandlung Heilbronn

Wer gerne Hilary Mantel oder Umberto Eco liest, wird auch an Andrew Miller Gefallen finden.
Diese spannende, leicht morbide "Friedhofstour" spielt am Vorabend der Französischen Revolution und hat es geschafft, mir einige wohlige Schauer über den Rücken zu jagen...
Wer gerne Hilary Mantel oder Umberto Eco liest, wird auch an Andrew Miller Gefallen finden.
Diese spannende, leicht morbide "Friedhofstour" spielt am Vorabend der Französischen Revolution und hat es geschafft, mir einige wohlige Schauer über den Rücken zu jagen...

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein gutes Buch mit einer starken Geschichte. Gut recherchiert, man glaubt tatsächlich in dieser Zeit unterwegs zu sein. Ein gutes Buch mit einer starken Geschichte. Gut recherchiert, man glaubt tatsächlich in dieser Zeit unterwegs zu sein.

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Durchschnitt
27 Bewertungen
Übersicht
10
10
4
3
0

fesselndes Lesevergnügen
von einer Kundin/einem Kunden am 18.03.2015

Der Ingenieur Jean-Baptiste Baratte hat es einer Verwechslung zu verdanken, dass er für die Räumung des Pariser Friedhofs der Unschuldigen die Verantwortung übertragen bekommt. Eine äußerst schwierige Aufgabe in einer schwierigen Zeit. Zur Hilfe holt er sich Lecoeur, einen engen Vertrauten aus früheren Tagen in den Bergwerken von Valenciennes... Der Ingenieur Jean-Baptiste Baratte hat es einer Verwechslung zu verdanken, dass er für die Räumung des Pariser Friedhofs der Unschuldigen die Verantwortung übertragen bekommt. Eine äußerst schwierige Aufgabe in einer schwierigen Zeit. Zur Hilfe holt er sich Lecoeur, einen engen Vertrauten aus früheren Tagen in den Bergwerken von Valenciennes und Arbeiter aus Flandern. Es ist kurz vor der französischen Revolution. Der Hof ist ungnädig, überheblich,unersättlich, blind. In der Bevölkerung rumort es. Jean-Baptiste ist zwar fortschrittlich gesinnt, aber ein sehr gemäßigter Anhänger Voltaires. Eines der wenigen Freundschaftsangebote erhält er von dem Organisten der Kirche des zu räumenden Friedhofs. Ein regelmäßiger Besucher des Friedhofs ist der freundliche Arzt Guillotin. Er kommt um bei den Ausgrabungen dabei zu sein. Er nützt die Gelegenheit, die Zersetzung der Leichen zu studieren. Ein Trost während der unappetitlichen, anstrengenden, harten Arbeit ist ihm die Zuneigung der schönen Prostituierten Héloise. Weil sie der Königin ähnlich sieht, wird sie verächtlich die Österreicherin genannt... "Friedhof der Unschuldigen" von Andrew Miller ist ein fesselndes, großes Lesevergnügen

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Geschichte kann auch spannend sein!
von einer Kundin/einem Kunden aus Osterwald am 31.05.2016

Jean-Baptiste Baratte ist ein junger Ingenieur im Frankreich des 18. Jahrhundert. Er erhält den Auftrag, den "Friedhof der Unschuldigen" samt der zugehörigen Kirche zu beseitigen. Vom Friedhof geht ein widerlicher Gestank aus, da er völlig überbelegt und sich selbst überlassen ist. Jean-Baptiste heuert für die Grabungen Bergleute an, deren... Jean-Baptiste Baratte ist ein junger Ingenieur im Frankreich des 18. Jahrhundert. Er erhält den Auftrag, den "Friedhof der Unschuldigen" samt der zugehörigen Kirche zu beseitigen. Vom Friedhof geht ein widerlicher Gestank aus, da er völlig überbelegt und sich selbst überlassen ist. Jean-Baptiste heuert für die Grabungen Bergleute an, deren Anführer mit ihm befreundet ist. Natürlich sind nicht alle Menschen mit der Störung der Totenruhe einverstanden, was Jean-Baptiste schmerzhaft zu spüren bekommt. Doch auch bei den Grabungen und den zwischenmenschlichen Beziehungen läuft nicht alles reibungslos. Das Buch ist flüssig geschrieben, der Autor versteht es, den Leser in diese düstere Zeit hinein zu versetzen. Man erfährt viel auch über das alltägliche Leben dieser Zeit. Mir, als bekennende Thrillerleserin, hat dieses Buch recht gut gefallen, wobei ich gar nicht mal sagen kann, was genau mich hier gefesselt hat, aber es war spannend. Auch das Cover gefällt mir, es passt sehr gut zum Roman. Ich war positiv überrascht und kann dieses Buch weiter empfehlen.

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Eine anspruchsvolle Zeitreise
von einer Kundin/einem Kunden aus Stolberg (Rhld.) am 26.08.2013
Bewertet: Buch (gebunden)

Ein junger Ingenieur erhält den Auftrag, einen Friedhof in Paris "aufzulösen", da dessen Ausdünstungen die ganze Gegend regelrecht verseuchen. Ein Vorhaben, das nicht einfach umzusetzen ist, zumal der Minister einen zeitlichen Rahmen gesteckt hat. Außerdem soll alles recht diskret vonstatten gehen - zumindest bis die eigentliche Arbeit beginnt. Ein... Ein junger Ingenieur erhält den Auftrag, einen Friedhof in Paris "aufzulösen", da dessen Ausdünstungen die ganze Gegend regelrecht verseuchen. Ein Vorhaben, das nicht einfach umzusetzen ist, zumal der Minister einen zeitlichen Rahmen gesteckt hat. Außerdem soll alles recht diskret vonstatten gehen - zumindest bis die eigentliche Arbeit beginnt. Ein Zimmer wird für ihn gemietet und er wohnt quasi mit der Nase an und Blick auf den Friedhof. Ingenieur Baratte heuert einen Trupp flämische Arbeiter an, die in einer Grube arbeiten, in der er selbst einige Zeit als Ingenieur tätig war. Da er zu dem Vorarbeiter engere Kontakte pflegte - sie standen sich politisch und kulturell recht nahe - wird dieser gleich als Vorarbeiter mitverpflichtet, schon um die sprachlichen Barrieren möglichst gering zu halten. Dem Ingenieur wird verhältnismäßig freie Hand bei der Durchführung gelassen. Im Verlauf des Projekts wird deutlich, dass sich der Protagonist mit dem Projekt zu ändern beginnt. Ist er zunächst noch ein junger, moderner Mensch der Zukunft, so wandelt er sich immer mehr zu einem funktionierenden Rädchen der Obrigkeit. Wirkt er zunächst noch unsicher und beeinflussbar in seinen Handlungen und Entscheidungen, so lernt er immer mehr sich durchzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Allerdings kommt damit eine gewisse Härte gegenüber anderen Menschen ins Spiel. Ausgesprochen hart ist naturgemäß auch die Arbeit der Bergleute, die tausende Knochen freilegen müssen. Gerade zu jener Zeit eine Tätigkeit, die nicht einfach zu verkraften ist. Weder für die Bergarbeiter selbst, noch für die Anwohner des Friedhofs. Das führt zu mancherlei Geschehnissen, die die Handlung durchaus spannender gestalten, als die schlichte Auflösung des Friedhofs gewesen wäre. Hiervon will ich jedoch an dieser Stelle nichts verraten. Mich spricht diese detailverliebte Schilderung der Lebensumstände im Paris des 18. Jahrhunderts sehr an. Ein Buch, das ich wegen seiner schönen Schreibart mit großem Vergnügen gelesen habe, obwohl es kein Buch ist, das man verschlingen kann. Man lässt sich ganz von selbst etwas mehr Zeit mit der Lektüre. Der Autor pflegt eine ausdrucksstarke, bildhafte Sprache, teils auch etwas deftig an einigen Stellen. Man kann regelrecht in diese vergangene Zeit abtauchen und sieht alles förmlich vor sich. Man erahnt den Hauch des neuen Zeitalters, das über Frankreich herein brechen wird. Fazit: Ein wunderschönes Buch für Liebhaber etwas anderer historischer Literatur fernab von Wanderhuren und Co.!

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