Frühe Schriften

Korrespondenz mit Jacques Riviere; Der Nabel des Niemandslands; Die Nervenwaage; Fragmente eines Höllentagebuchs; Die Kunst und der Tod

Batterien 18

"Ich möchte ein Buch schreiben, das die Menschen verwirrt, das wie eine offene Tür ist und das sie dahin führt, wo hinzugehen sie niemals eingewilligt hätten, eine Tür, die einfach mit der Wirklichkeit verbunden ist."

Portrait

Antonin Artaud (1896-1948), Schriftsteller, Schauspieler und Theatertheoretiker, beeinflusste mit seiner Konzeption eines Theaters der Grausamkeit die Entwicklung des modernen Theaters entscheidend. Ausgelöst durch eine Erkrankung in der Kindheit war er zeitlebens in psychiatrischer Behandlung.
Antonin Marie Joseph Artaud wird am 4. September 1896 in Marseille geboren. Sein Großvater, ein Großschifffahrtkapitän, hatte in Marseille eine kleine Schifffahrtgesellschaft gegründet. Artauds Vater war ebenfalls Kapitän geworden und übernahm das Familiengeschäft. Von den insgesamt neun Geschwistern überleben nur drei.
Mit fünf Jahren erkrankt Antonin Artaud schwer an Meningitis. Er übersteht die Krankheit zwar, bleibt aber lebenslang Patient. Um seine Schmerzen zu erleichtern, werden ihm als Kind die Medikamente in die Speisen gemischt. Außerdem wird er mit einem damals populären neuen Gerät behandelt, einem Ozon sowie Gleichstrom erzeugenden Apparat, der an die Kopfhaut angeschlossen wird.
Mit 14 Jahren gibt Artaud gemeinsam mit Schulkameraden eine Zeitschrift heraus, in der er unter dem Pseudonym Louis de Attides erste Gedichte veröffentlicht. Das erste erhaltene Gedicht schreibt er im Alter von 17 ('Le navire mystique').
Kurz vor seinem Schulabschluss verschlechtert sich Artauds Gesundheitszustand so sehr, dass er sich für einige Monate in ein Sanatorium begeben muss. Ab diesem Zeitpunkt kann er nicht mehr ohne Opium leben. Bis Anfang 1920 hält er sich in verschiedenen psychiatrischen Kliniken auf, unterbrochen durch den Militärdienst, den er dank Intervention seines Vaters nach neun Monaten abbrechen kann. Nach mehreren Kur- und Klinikaufenthalten, in denen er auch dichtet, zeichnet und malt, zieht er Ende 1920 nach Paris, wo er fortan ambulant behandelt wird.
In den folgenden Jahren spielt er über zwanzig kleine Theaterrollen und in etlichen Filmrollen, bleibt allerdings als Schauspieler ohne durchschlagenden Erfolg. Als Mitglied der Theatergruppe 'Théâtre de l'Atelier' von Charles Dullin entwickelt er eine große Theaterbegeisterung, lässt sich aber kaum in die Gruppe einbinden.
Im Herbst 1924 schließt sich Artaud, trotz stetiger Skepsis, der surrealistischen Gruppe um André Breton an. Bereits zwei Jahre später wird er, im Zuge der Krise vor der revolutionären Neuausrichtung des '2. Manifestes', offiziell wieder ausgeschlossen. Artaud hatte gemeinsam mit dem antikonformistischen Schriftsteller Roger Vitrac und dem Historiker Robert Aron das 'Théâtre Alfred Jarry' gegründet und sich mit der surrealistischen Bewegung nicht im Sinne der anderen Vertreter identifiziert. Im Juni 1927 wird das 'Théâtre Alfred Jarry' ohne festes Haus mit Inszenierungen von Artaud und Vitrac eröffnet. Geprägt von finanziellen Problemen, inhaltlichen Differenzen mit den Surrealisten und wechselnder Motivation der Beteiligten musste es trotz massiver finanzieller Unterstützung durch private Gönner schon zwei Jahre später wieder schließen. Während dieser Zeit ist Artaud außerdem mit wechselndem Erfolg als Schauspiellehrer, Mitarbeiter an Filmen und Publizist tätig.
Anfang der 1930er Jahre verfasst Artaud, inzwischen Mitte 30, seine wichtigsten theoretischen Aufsätze über das Theater. So entsteht 1931 'Das balinesische Theater', 1932 das auf dem balinesischen Theater gründende, von ihm entwickelte 'Theater der Grausamkeit', sowie 1933 'Das Theater und die Pest' und 'Schluss mit den Meisterwerken'.
1935 wird das von ihm geschriebene und gespielte Stück 'Les Cenci' uraufgeführt. Es wird ein Misserfolg, woraufhin Artaud eine Reise nach Mexiko antritt. Er hält sich, von Mexiko City enttäuscht, einige Wochen bei den Tarahuma-Indianern in der Sierra Madre auf und beschäftigt sich mit altmexikanischer Kultur und deren Magie. 1937 schifft er sich ein paar Monate nach der Rückkehr aus Mexiko nach Irland ein. Dort widmet er sich mystischen Studien und der Astrologie. Unter dramatischen Umständen endet der Irland-Aufenthalt. Artaud wird in geistig verwirrtem Zustand für eine kurze Zeit inhaftiert und daraufhin ohne Geld aber im Glauben an die ba

… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Bernd Mattheus
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 1983
Serie Batterien 18
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-88221-220-4
Verlag Matthes & Seitz
Maße (L/B/H) 232/141/17 mm
Gewicht 398
Abbildungen mit Abbildungen
Auflage 2. Auflage
Buch (Taschenbuch)
19,80
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 2971317
    Der Mythos des Sisyphos
    von Albert Camus
    (3)
    Buch (Taschenbuch)
    8,99
  • 16511349
    Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft
    von Antonin Artaud
    Buch (Klappenbroschur)
    12,80
  • 3072672
    Schluss mit dem Gottesgericht. Das Theater der Grausamkeit
    von Antonin Artaud
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,80
  • 21244552
    Die Freundschaft
    von Maurice Blanchot
    (1)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    39,90
  • 21244622
    Zur Philosophie der Handlung
    von Miachail Bachtin
    Buch (Klappenbroschur)
    14,80
  • 21244577
    Geschichte der Freundschaft
    von Michael Roes
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,90
  • 52497262
    Nietzsche und die Folgen
    von Andreas Urs Sommer
    Buch (gebundene Ausgabe)
    16,95
  • 2968430
    Quantentheorie und Philosophie
    von Werner Heisenberg
    Buch (Taschenbuch)
    4,00
  • 2828749
    Vita activa oder Vom tätigen Leben
    von Hannah Arendt
    Buch (Taschenbuch)
    14,00
  • 47542782
    Autonomie
    von Beate Rössler
    Buch (gebundene Ausgabe)
    29,95
  • 2835398
    Fragmente einer Sprache der Liebe
    von Roland Barthes
    (2)
    Buch (Taschenbuch)
    10,00
  • 62244145
    Die Macht des Heiligen
    von Hans Joas
    Buch (gebundene Ausgabe)
    35,00
  • 15141065
    Hirnforschung und Meditation
    von Wolf Singer
    Buch (Taschenbuch)
    10,00
  • 33841038
    Praktische Ethik
    von Peter Singer
    Buch (Taschenbuch)
    12,80
  • 2948659
    Tractatus logico-philosophicus
    von Ludwig Wittgenstein
    (2)
    Buch (Taschenbuch)
    8,00
  • 2919757
    Eine Theorie der Gerechtigkeit
    von John Rawls
    Buch (Taschenbuch)
    23,00
  • 45257342
    Was für Lebewesen sind wir?
    von Noam Chomsky
    Buch (gebundene Ausgabe)
    26,00
  • 2831206
    Wahnsinn und Gesellschaft
    von Michel Foucault
    Buch (Taschenbuch)
    20,00
  • 3008223
    Überwachen und Strafen
    von Michel Foucault
    Buch (Taschenbuch)
    15,00
  • 2991201
    Das Sein und das Nichts
    von Jean Paul Sartre
    (1)
    Buch (Taschenbuch)
    20,00

Weitere Bände von Batterien

  • Band 15

    26771914
    Die Psychologie des Glaubens und die Mystik
    von Pierre Janet
    Buch
    49,90
  • Band 16

    30696251
    Allegorien des Lesens II
    von Paul de Man
    Buch
    39,90
  • Band 17

    23134961
    Vom Menschen
    von Antoine de Rivarol
    Buch
    39,90
  • Band 18

    3088466
    Frühe Schriften
    von Antonin Artaud
    Buch
    19,80
    Sie befinden sich hier
  • Band 19

    32142443
    Vom katholischen Fühlen
    von Mario Perniola
    Buch
    26,90
  • Band 20

    32142435
    Magna Quaestio
    von Eduard Zwierlein
    Buch
    29,90
  • Band 21

    10890155
    Souveränität und Subversion
    von Rita Bischof
    Buch
    30,00

Kundenbewertungen


Es wurden noch keine Bewertungen geschrieben.

Wird oft zusammen gekauft

Frühe Schriften - Antonin Artaud

Frühe Schriften

von Antonin Artaud

Buch (Taschenbuch)
19,80
+
=
Pont-Neuf - Andre Breton

Pont-Neuf

von Andre Breton

Buch (Taschenbuch)
25,00
+
=

für

44,80

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen