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Geigen der Hoffnung

Damit ihr Lied nie verklingt.

(10)
Zusammengepfercht stehen die Menschen in verriegelten Waggons, die am Bahnsteig auf die Abfahrt warten. Es geht ins Verderben - das ahnen längst alle. Plötzlich hält ein Mann sein Instrument durch eine Luke nach draußen und ruft einem Passanten zu: "Nehmen Sie die Geige! Ich werde ohnehin nie mehr spielen." Zwei Hände greifen in letzter Minute danach, ehe sich der Deportationszug in Bewegung setzt.
Fast 40 Jahre später beugt sich Amnon Weinstein über eine zerkratzte und verfärbte Geige. Mühsam restauriert der Geigenbauer das ramponierte Instrument. Über 60 Geigen hat Amnon Weinstein im Lauf der Jahre aufgespürt und wieder zum Klingen gebracht. Diese "Violins of Hope" werden heute in den größten Konzertsälen der Welt gespielt - und erinnern daran, dass wir das Leid der Opfer nie vergessen dürfen.
Für Recherchen zum Buch war Journalistin Christa Roth mehrfach bei Amnon Weinstein in Tel Aviv zu Gast.
Portrait
Titus Müller, 1977 in Leipzig geboren, studierte Neuere deutsche Literatur, Mittelalterliche Geschichte und Publizistik in Berlin. Er lebt im Weserbergland. Bisherige Werke: "Der Kalligraph des Bischofs" (AtV 1856), "Die Priestertochter" (AtV 1990), "Die sieben Häupter" (AtV 2077), "Der zwölfte Tag" (AtV 2213), "Die Brillenmacherin" (AtV 2288), "Die Todgeweihte" (AtV 2180).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 208 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.10.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783863347697
Verlag Adeo Verlag
Verkaufsrang 44.085
eBook
13,99
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„Amnon Weinstein und die „Violins of Hope““

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Kennen Sie Amnon Weinstein? Oder die „Violins of Hope“? Ich kannte sie bis zu diesem Buch noch nicht. Auf das Buch bin ich durch einen Newsletter des Autors Titus Müller, den ich abonniert habe, aufmerksam geworden. Allerdings hatte ich es so verstanden, dass es sich um einen Roman handelt. Dieser hatte mich so interessiert, dass ich mir gleich das e-book gekauft habe. Und dann habe ich begonnen zu lesen. Irgendwann im ersten Kapitel kam ich ins Stutzen. Wer erzählte da plötzlich? Und dann habe ich den Namen Amnon Weinstein gegoogelt und musste feststellen, dass dieses Buch eine ausgesprochen interessante Symbiose zwischen Sachbuch kombiniert mit einer Fiktion ist. Denn Amnon Weinstein und die „Violins of Hope“ gibt es tatsächlich. Und über diese beiden handelt der Sachbuchteil des Buches.

Christa Roth ist eine freie Journalistin, die das Glück hatte, Amnon Weinstein in Tel Aviv besuchen und seine Geschichte erzählen zu dürfen. Amnon Weinstein ist ein Israeli der 2. Generation. Seine Eltern haben es noch rechtzeitig geschafft nach Israel zu immigrieren. Und dort konnte sein Vater Moshe auch relativ schnell wieder seinen Beruf als Geigenbauer ausüben. Im Laufe der Jahre hat er viele Geigen von anderen Immigranten abgekauft, die damit nichts mehr zu tun haben wollten, weil entweder die Geigen in Deutschland gebaut wurden, oder sie sehr schlimme Erinnerungen damit verknüpfen. Moshe hat seinem Sohn nie viel aus der Zeit vor Israel erzählt. Und Amnon hat auch nicht wirklich nachgefragt. Doch nachdem Amnon in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist, hat ausgerechnet ein deutscher Bogenbaumeister namens Daniel Schmidt mit seinen häufigen Nachfragen nach den Geschichten hinter den Geigen dafür gesorgt, dass Amnon sich um diese Geschichten bemüht hat. Und Amnon Weinstein ist sogar noch weiter gegangen. Er hat diese Geigen repariert und reist jetzt mit ihnen zu speziellen Konzerten, wo bekannte Orchester mit diesen Geigen dafür sorgen, dass die Geschichten der Menschen, denen sie gehörten, nie vergessen werden.

Das relativ schmale Buch (208 Seiten) gliedert sich in 3 Hauptabschnitte:

- Erinnerungsorte
- Amnons Reich
- Triumph über die Nazi-Barbarei

Zu jedem Sachbuchabschnitt erzählt Titus Müller die Geschichte von 2 fiktiven jüdischen Brüdern aus Polen, die aus dem Ghetto in Lodz in das KZ Dachau verbracht werden bis zur Befreiung des KZs durch die Amerikaner. Marek, der ältere, der seine Geige dabei hat, versucht seinen jüngeren Bruder Stani zu schützen. Dabei verliert er seine geliebte Geige und gerät in das Visier des SS-Oberscharführers Köcher, der daraufhin versucht, ihm das Leben zur Hölle zu machen. Titus Müller beschreibt das brutale Lagerleben der beiden Juden sehr genau und anschaulich. Einige Personen, die eine wichtige Nebenrolle spielen, sind reale Persönlichkeiten, andere sind fiktive Charaktere, die allerdings realen Menschen nachempfunden sind. Wer dies im Einzelnen sind, wird im Nachwort erklärt.

Mich haben beide Aspekte dieses Buches zutiefst berührt und ich bin traurig, dass ich bisher nicht von diesen Geigen und ihrem „Retter“ gehört hatte. Schließlich war Amnon Weinstein erst am 27. Januar 2015, dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, in Berlin in der Senatskanzlei, wo die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle ein Konzert mit diesen Violinen gegeben haben, und der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Begrüßungsrede gehalten hat. Besonders die fiktive Geschichte der beiden Brüder hat mich zutiefst verstört zurückgelassen. Ich lese immer wieder Bücher zu diesem Thema und bin auch der Meinung, dass wir diese barbarische Zeit niemals vergessen dürfen, aber diese Brutalität und Perfidität war mir immer noch nicht so bewusst gewesen. Ich hätte andauernd heulen können. Und ich habe mich mal wieder geschämt, dass ich ein Enkel der Erwachsenen dieser Zeit bin.

Ein ausgesprochen wichtiges Buch zu einem Thema, was nie vergessen werden darf!
Kennen Sie Amnon Weinstein? Oder die „Violins of Hope“? Ich kannte sie bis zu diesem Buch noch nicht. Auf das Buch bin ich durch einen Newsletter des Autors Titus Müller, den ich abonniert habe, aufmerksam geworden. Allerdings hatte ich es so verstanden, dass es sich um einen Roman handelt. Dieser hatte mich so interessiert, dass ich mir gleich das e-book gekauft habe. Und dann habe ich begonnen zu lesen. Irgendwann im ersten Kapitel kam ich ins Stutzen. Wer erzählte da plötzlich? Und dann habe ich den Namen Amnon Weinstein gegoogelt und musste feststellen, dass dieses Buch eine ausgesprochen interessante Symbiose zwischen Sachbuch kombiniert mit einer Fiktion ist. Denn Amnon Weinstein und die „Violins of Hope“ gibt es tatsächlich. Und über diese beiden handelt der Sachbuchteil des Buches.

Christa Roth ist eine freie Journalistin, die das Glück hatte, Amnon Weinstein in Tel Aviv besuchen und seine Geschichte erzählen zu dürfen. Amnon Weinstein ist ein Israeli der 2. Generation. Seine Eltern haben es noch rechtzeitig geschafft nach Israel zu immigrieren. Und dort konnte sein Vater Moshe auch relativ schnell wieder seinen Beruf als Geigenbauer ausüben. Im Laufe der Jahre hat er viele Geigen von anderen Immigranten abgekauft, die damit nichts mehr zu tun haben wollten, weil entweder die Geigen in Deutschland gebaut wurden, oder sie sehr schlimme Erinnerungen damit verknüpfen. Moshe hat seinem Sohn nie viel aus der Zeit vor Israel erzählt. Und Amnon hat auch nicht wirklich nachgefragt. Doch nachdem Amnon in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist, hat ausgerechnet ein deutscher Bogenbaumeister namens Daniel Schmidt mit seinen häufigen Nachfragen nach den Geschichten hinter den Geigen dafür gesorgt, dass Amnon sich um diese Geschichten bemüht hat. Und Amnon Weinstein ist sogar noch weiter gegangen. Er hat diese Geigen repariert und reist jetzt mit ihnen zu speziellen Konzerten, wo bekannte Orchester mit diesen Geigen dafür sorgen, dass die Geschichten der Menschen, denen sie gehörten, nie vergessen werden.

Das relativ schmale Buch (208 Seiten) gliedert sich in 3 Hauptabschnitte:

- Erinnerungsorte
- Amnons Reich
- Triumph über die Nazi-Barbarei

Zu jedem Sachbuchabschnitt erzählt Titus Müller die Geschichte von 2 fiktiven jüdischen Brüdern aus Polen, die aus dem Ghetto in Lodz in das KZ Dachau verbracht werden bis zur Befreiung des KZs durch die Amerikaner. Marek, der ältere, der seine Geige dabei hat, versucht seinen jüngeren Bruder Stani zu schützen. Dabei verliert er seine geliebte Geige und gerät in das Visier des SS-Oberscharführers Köcher, der daraufhin versucht, ihm das Leben zur Hölle zu machen. Titus Müller beschreibt das brutale Lagerleben der beiden Juden sehr genau und anschaulich. Einige Personen, die eine wichtige Nebenrolle spielen, sind reale Persönlichkeiten, andere sind fiktive Charaktere, die allerdings realen Menschen nachempfunden sind. Wer dies im Einzelnen sind, wird im Nachwort erklärt.

Mich haben beide Aspekte dieses Buches zutiefst berührt und ich bin traurig, dass ich bisher nicht von diesen Geigen und ihrem „Retter“ gehört hatte. Schließlich war Amnon Weinstein erst am 27. Januar 2015, dem 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, in Berlin in der Senatskanzlei, wo die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle ein Konzert mit diesen Violinen gegeben haben, und der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Begrüßungsrede gehalten hat. Besonders die fiktive Geschichte der beiden Brüder hat mich zutiefst verstört zurückgelassen. Ich lese immer wieder Bücher zu diesem Thema und bin auch der Meinung, dass wir diese barbarische Zeit niemals vergessen dürfen, aber diese Brutalität und Perfidität war mir immer noch nicht so bewusst gewesen. Ich hätte andauernd heulen können. Und ich habe mich mal wieder geschämt, dass ich ein Enkel der Erwachsenen dieser Zeit bin.

Ein ausgesprochen wichtiges Buch zu einem Thema, was nie vergessen werden darf!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
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Violins of Hope
von einer Kundin/einem Kunden am 02.05.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Es ist kaum in Worte zu fassen, welche Arbeit die Autoren mit diesem Buch geleistet haben. Sehr bewegend und berührend wird zum einen erzählt, wie über 60 Geigen zu dem jüdischen Geigenbauer Amnon Weinstein nach Tel Aviv kamen, und welches großartige Projekt er mit den Violins of Hope geschaffen... Es ist kaum in Worte zu fassen, welche Arbeit die Autoren mit diesem Buch geleistet haben. Sehr bewegend und berührend wird zum einen erzählt, wie über 60 Geigen zu dem jüdischen Geigenbauer Amnon Weinstein nach Tel Aviv kamen, und welches großartige Projekt er mit den Violins of Hope geschaffen hat. Und zum anderen wird, basierend auf einer wahren Begebenheit, die Geschichte von zwei Brüdern im KZ Dachau erzählt. Diese Mischung aus Sachbuch und Roman ist sehr gut gelungen, die Verbindung der beiden Elemente geht einem noch mehr unter die Haut. Mir hat "Geigen der Hoffnung" nochmal einen ganz anderen Blickwinkel auf den 2. Weltkrieg gegeben, welcher sonst so gut wie gar keine Rolle in anderen Büchern spielt. Ich bin von dem Buch beeindruckt.

Gegen das Vergessen
von mabuerele am 01.05.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

?...Konnte man einen Sinn für die Würde und Schönheit der Musik besitzen und gleichzeitig Menschen zu Tode foltern?...? Das Buch wurde von Christa Roth und Titus Müller geschrieben. Christa Roth erzählt das Leben des Geigenbauers Amnon Weinstein, Titus Müller das Schicksal der Brüder Marek und Stani im Konzentrationslager Dachau. Amnon ist... ?...Konnte man einen Sinn für die Würde und Schönheit der Musik besitzen und gleichzeitig Menschen zu Tode foltern?...? Das Buch wurde von Christa Roth und Titus Müller geschrieben. Christa Roth erzählt das Leben des Geigenbauers Amnon Weinstein, Titus Müller das Schicksal der Brüder Marek und Stani im Konzentrationslager Dachau. Amnon ist Jude. Seine Eltern haben Vilnius rechtzeitig verlassen und in Israel eine neue Heimat gefunden. Anfangs war das Schicksal seiner Familie für Amnon kein Thema. Das sollte sich ändern, als er die Geigenbaufirma seines Vaters übernommen hat. Plötzlich hielt er Geigen in der Hand, mit denen in deutschen Konzentrationslagern gespielt worden war. Viele der Geiger haben nicht überlebt. Den Autoren ist es gelungen, durch eine abwechslungsreiche und tiefgründige Erzählung die Erinnerung nicht nur an jüdische Musiker und Geiger wach zu rufen. Der Schriftstil ist ausgewogen. Bei Christa Roth überwiegt ein sachliches Erzählen. Titus Müllers Part ist emotionaler. Das liegt auch an der Thematik. An Amnons Beispiel wird klar, dass die Nachkriegsgeneration Probleme mit dem Opferstatus ihrer Eltern hatte. Als er dann eine Geige in der Hand hält, in der sich Asche befand, wurde die Vergangenheit zur Gegenwart. Nun widmet er sich den ramponierten Geigen, richtet sie wieder her und lässt sie von Orchestermusikern spielen. Gleichzeitig informiert er sich über die Geschichten, die hinter den Geigen stehen. Die Violins of Hope treten ihren Zug um die Welt an. Amnons Frau Assi blickt auf eine andere Familiengeschichte zurück. Auch sie hat Angehörige verloren, die aber als Partisanen hinter den deutschen Linien und später in der roten Armee gekämpft haben. Sehr gut gefallen haben mir die vielfältigen Informationen über jüdische Musik, die Tradition der Geiger und das jüdische Leben in Osteuropa, insbesondere in Vilnius. Marek und Stani werden aus einem Ghetto bei der Annäherung der Roten Armee nach Dachau gebracht. Mareks Überlebenschancen stehen anfangs schlecht, denn der SS-Mann Köcher zertritt seine Geige und will ihn brechen. Doch der Kapo Willi nimmt sich der Brüder an. Willi ist Kommunist und hat sich seine Menschlichkeit in all den Jahren seiner Lagerhaft bewahrt. Er sorgt dafür, dass die beiden nicht in den jüdischen Block kommen. Marek erhält die Chance, im Lagerorchester zu spielen. Das Eingangszitat stammt von Marek. Er stellt weitere ähnliche Fragen. Sein Ziel ist es, zumindest seinem Bruder das Überleben zu sichern. Als Geiger erhält er bessere Nahrung als die anderen. Davon gibt er ab. Trotzdem hat er ein schlechtes Gewissen, denn er weiß, was sie mehr bekommen, erhalten die andern Häftlinge weniger. Doch wer überleben will, muss Kompromisse machen. Dass eine geniale musikalische Gabe nicht vor dem tod schützt, zeigt sich am Beispiel eines jungen russischen Trompeters. Am Abend unterhält er mit dem Orchester und als Solist die Bewacher des KZs, am nächsten Tag ist er einer der russischen Gefangenen, die kaltblütig erschossen werden. Die Gefangenen spüren, dass der Krieg sich dem Ende zuneigt. Dabei fällt das folgende Zitat. ?...Bevor es vorbei ist, ...bringen sie uns Juden noch um. Dann haben sie wenigstens an einer Front gewonnen...? Sehr bewegend war die Gegenüberstellung zweier Ärzte. Der eine, selbst Häftling, versucht zu retten, was zu retten ist. Für den anderen sind die Häftlinge Forschungsobjekte. Ein Nachwort und ein Quellenverzeichnis ergänzen die Geschichte. Im Nachwort wird auf dargelegt, wer welchen realen Personen entsprach. Das Buch hat mich tief berührt. Zweite Kapitel beginnt mit einem Zitat von Vaclav Havel. Damit möchte ich meine Rezension beenden. ?...Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - egal wie es ausgeht...?

Inspirierend und berührend
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 23.02.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Amnon Weinstein ist ein außergewöhnlicher Geigenbauer. Nach langen Jahren, in denen er die Geschichte seines Volkes im Holocaust totgeschwiegen hat, setzt er nun alles daran, sie wieder zum Leben zu erwecken. Er restauriert alte, zerkratzte und zerbrochene Geigen verfolgter Juden, damit sie als „Violins of Hope“ in den größten... Amnon Weinstein ist ein außergewöhnlicher Geigenbauer. Nach langen Jahren, in denen er die Geschichte seines Volkes im Holocaust totgeschwiegen hat, setzt er nun alles daran, sie wieder zum Leben zu erwecken. Er restauriert alte, zerkratzte und zerbrochene Geigen verfolgter Juden, damit sie als „Violins of Hope“ in den größten Konzertsälen der Welt gespielt werden können. „Die Vergangenheit schreibt sich nicht in den Korpus ein. Es sind die Musiker, die anders auf ihnen spielen, sobald sie die Geschichten hinter den Instrumenten kennen.“ Ja, das ist es, was den Geigen ihren besonderen Klang verleiht. Dieses Buch hat mich unglaublich berührt. Geigen sind ganz besondere Instrumente in der jüdischen Kultur. Sie begleiten viele Gebete und waren in den meisten jüdischen Familien zu finden. Davon hatte ich keine Ahnung, genauso wenig wie von der Tatsache, dass es in den KZs Lagerorchester mit Insassen gab, deren Aufgabe darin bestand, die Todesmärsche ihrer Mitgefangenen zu begleiten. Dennoch schenkte die Musik ihnen inmitten all dem Leid und der Zerstörung auch Mut, Kraft und Hoffnung. Somit stellt dieses Buch nicht nur ein wichtiges geschichtliches Zeugnis dar, sondern auch eine Hommage auf die Musik. Amnon Weinstein dokumentiert auch sämtliche Geschichten, welche die Geigen begleitet haben, soweit sie sich rekonstruieren lassen. Denn er ist der Meinung, dass diese Geschichten nicht verschwiegen und vergessen werden dürfen. Aber darunter sind auch viele, welche durch die Musik gerettet wurden. Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es wurde nicht von Amnon Weinstein selbst geschrieben, sondern ergab sich wohl aus einer Vielzahl von Gesprächen und Besuchen in seiner Werkstatt. Dabei wechseln sich Passagen, in denen er zu Wort kommt, ab mit solchen, in denen eine die Geschichte eines jüdischen KZ-Insassen erzählt wird. Dessen Schicksal fesselte mich ebenso wie die weisen Worte des alten Geigenbauers. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und hat den Lesern dennoch viel zu sagen. Es geht um die Geschichte eines Volkes, das sich nicht entmutigen lassen will, trotz Verfolgung und versuchter Auslöschung. Es geht auch um die Bedeutung der Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung. All dies wird zu einem runden Ganzen verknüpft. Fazit: Ein bewegendes und ermutigendes Buch, das sehr viele Facetten zu bieten hat. Nicht nur für Musikliebhaber empfehlenswert!