Geisel des IS

Die wahre Geschichte einer 13-monatigen Gefangenschaft

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Über ein Jahr lang wurde der Fotograf Daniel Rye von der Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien gefangen gehalten, bevor seine spektakuläre Befreiung gelang. Geisel des IS erzählt seine dramatische Geschichte und beschreibt eindringlich und fesselnd das Martyrium, das er erleiden musste. Dabei folgt die Erzählung auch Daniels Familie, die mehr als 2 Millionen Euro Lösegeld für Daniels Befreiung auftrieb, und deren nervenaufreibenden Verhandlungen mit seinen Entführern. Ihr Weg durch eine Reihe schier unüberwindbarer Hindernisse und schwieriger Entscheidungen bietet einen seltenen Einblick in die geheime Welt der Ermittlung, um Daniel, aber auch den ebenfalls mit ihm gefangen gehaltenen amerikanischen Journalisten James Foley ausfindig zu machen und zu befreien.

Das Buch basiert auf Daniels persönlichen Schilderungen und auf Interviews mit ehemaligen Mitgefangenen, Dschihadisten und Personen, die im Hintergrund gearbeitet haben, um Daniels Freilassung zu ermöglichen. Ein Buch, das zum ersten Mal die Qualen der Gefangenschaft beim IS hautnah beschreibt.
Eine durch und durch bewegende Geschichte über Freundschaft, Folter und das Überleben.
Portrait
Puk Damsgard ist seit 2011 Nahost-Korrespondentin, nachdem sie zuvor viele Jahre lang in Afghanistan und Pakistan gelebt hat. Sie hat eine Reihe von Auszeichnungen für ihre journalistische und schriftstellerische Arbeit erhalten.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 10.04.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7423-0158-1
Verlag Riva
Maße (L/B/H) 21,6/15,4/3 cm
Gewicht 467 g
Verkaufsrang 53.040
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"Syrien war kein Ort, an dem man Risiken einging oder sich auf sein Glück verließ"
von Dr. M. am 26.06.2018

Wohl für die meisten Leser lassen sich die Ereignisse, die in diesem Buch geschildert werden, nicht wirklich nachvollziehen. Man kann sich die Grausamkeiten, die westliche Geiseln des IS hinnehmen müssen, zwar im Geiste ausmalen, dennoch aber fehlen uns glücklicherweise eigene Erfahrungen, die uns eine wirkliche Vorstellung ermöglichen würden. Genau... Wohl für die meisten Leser lassen sich die Ereignisse, die in diesem Buch geschildert werden, nicht wirklich nachvollziehen. Man kann sich die Grausamkeiten, die westliche Geiseln des IS hinnehmen müssen, zwar im Geiste ausmalen, dennoch aber fehlen uns glücklicherweise eigene Erfahrungen, die uns eine wirkliche Vorstellung ermöglichen würden. Genau das wird auch der Grund für die unfassbare Naivität gewesen sein, die den Dänen Daniel Rye erst in seine missliche Lage gebracht hat. Ohne auch nur die geringste halbwegs realistische Vorstellung von der tatsächlichen Lage in Syrien zu haben, machte er sich über die Türkei auf den Weg in dieses geschundene Land, in dem sich damals in unübersichtlicher Weise viele Kriegsparteien gegenüberstanden. Der IS war und ist nur eine von ihnen. Zwischen dem IS und anderen Gruppen, die man im westlichen Sprachgebrauch auch gerne "Rebellen" nennt, existieren fließende Übergänge, was übrigens auch in diesem Buch beiläufig belegt wird. Wozu also machte sich Daniel Rye auf in dieses Chaos? Er wollte Bilder mitbringen, die das dortige Elend dokumentieren. Also lief er mit seiner Kamera durch ein syrisches Dorf. Auf die Idee, dass man das auch anders interpretieren kann, kam er in seiner Naivität nicht. Folglich dauerte es nicht sehr lange, bis er sich in der Hand des IS befand. Das Buch schildert das folgende 13-monatige Martyrium. Man kann durchaus geteilter Meinung darüber sein, ob das Erscheinen dieses Textes eine gute Idee ist. Natürlich enthält er auf der einen Seite neben der Schilderung des Leidensweges von Rye auch einige interessante Informationen. Andererseits hilft er den noch in der Hand des IS befindlichen Bürgern des Westens sicher nicht. Auch die verschiedenen Regierungen, die die einzelnen Fälle ganz unterschiedlich bewerten und handhaben, werden nicht begeistert sein. Während die französische Regierung ihre Bürger freikauft, weigern sich andere Staaten, unter anderem auch Dänemark, dies zu tun. Rye kam nur durch private Spenden und eine dubiose Vermittlungstätigkeit frei. Ob das alles tatsächlich im Detail so stimmt, wie es im Buch beschrieben wird, kann man nicht ermitteln. Weder Rye, noch andere involvierte Personen kommen direkt zu Wort. "Das Buch basiert auf Daniels persönlichen Schilderungen und auf Interviews mit ehemaligen Mitgefangenen, Dschihadisten und Personen, die im Hintergrund gearbeitet haben", steht auf der Rückseite des Covers. Zu den interessanten Informationen kann man beispielsweise zählen, dass der IS in Aleppo, wo nach westlicher Lesart die Guten dem Regime Widerstand leisteten, das Gefängnis, in dem Rye festgehalten wurde. Es befand sich unter einem Kinderkrankenhaus. Zu den IS-Leuten dort gehörten auch zahlreiche aus dem Westen eingereiste "Dschihadisten". Deren tatsächliche ursprüngliche Herkunft wird im Text meistens nicht erwähnt. Erst im Nachwort findet man beispielsweise zu einem der schlimmsten Verbrecher, der vorher immer als Brite bezeichnet wurde, die Auskunft: "Jihadi-John, ein in Kuweit geborener Brite aus London, der später als Mohammed Emwazi identifiziert wurde, ...". Leider folgt die Autorin auch sonst den offiziellen Sprachregelungen. Beispielsweise führt sie die brutalen Foltermethoden des IS darauf zurück, dass diese Leute vorher vom "Regime" auch gefoltert wurden. Darüber hinaus scheint sie außerstande, ein realistisches Bild von der komplizierten Lage in Syrien des Jahres 2013 zu zeichnen. Was das Buch jedoch interessant macht, sind die Schilderungen der Abläufe und der psychischen Veränderungen, die eine solche brutale Gefangenschaft in unterschiedlicher Weise in den Einzelnen hinterlässt. Wenn man es nicht schon vorher wusste, dann bekommt man beim Lesen einen gewissen Eindruck von der Denk- und Handlungsweise von Leuten, die dort für den IS tätig waren.