Gewalt

Eine neue Geschichte der Menschheit

(7)
Pinker […] hat gute Argumente […]. ›Gewalt‹ lässt für das nächste Jahrtausend der Menschheit weit Besseres erhoffen als die Hiobsbotschaften, die täglich in der Zeitung stehen.
Rezension
In seiner brillanten Synthese trägt Pinker viele wissenschaftliche Fakten und Zahlen zusammen. Matthias Glaubrecht Welt am Sonntag 20111113
Portrait
Steven Pinker, geboren 1954, studierte Psychologie in Montreal und an der Harvard University. 20 Jahre lang lehrte er am Department of Brain and Cognitive Science am MIT in Boston und ist seit 2003 Professor für Psychologie an der Harvard University. Seine Forschungen beschäftigen sich mit Sprache und Denken, daneben schreibt er regelmäßig u.a. für die 'New York Times' und den 'Guardian'. Er war 'Humanist of the Year 2006', das Magazin 'Prospect' zählte ihn zu den 'Top 100 öffentlichen Intellektuellen', das Magazin 'Foreign Policy’s zu den '100 globalen Intellektuellen' und das 'Time Magazine' zu den '100 einflussreichsten Menschen in der heutigen Welt'. Im S. Fischer Verlag ist die viel diskutierte Studie 'Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit' (2011) erschienen, außerdem 'Wie das Denken im Kopf entsteht' (2011), 'Der Stoff, aus dem das Denken ist' (2014) sowie 'Das unbeschriebenen Blatt. Die moderne Leugnung der menschlichen Natur' (2017).
Sein Werk ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.
Zitat
»In seiner brillanten Synthese trägt Pinker viele wissenschaftliche Fakten und Zahlen zusammen.«

Matthias Glaubrecht, Welt am Sonntag, 13.11.2011

»Die Argumente von Steven Pinker, die haben wirklich Gewicht, im wahrsten Sinne des Wortes […] sehr überzeugend, ausdauernd, aber auch unterhaltsam«

Ralf Krauter, Deutschlandfunk, 18.12.2011

»Pinker […] hat gute Argumente […]. ›Gewalt‹ lässt für das nächste Jahrtausend der Menschheit weit Besseres erhoffen als die Hiobsbotschaften, die täglich in der Zeitung stehen.«

Arno Orzessek, Deutschlandradio Kultur (Radiofeuilleton Kritik), 7.11.2011

»Pinkers Studie ist eine leidenschaftliche Antithese zum verbreiteten Kulturpessimismus und dem Gefühl des moralischen Untergangs der Moderne.«

Johann Grolle/Romain Leick, Der Spiegel, 17.10.2011

»Das Projekt der Zähmung des Menschen ist womöglich weiter gediehen als es unsere gewaltbesessene Gegenwartskultur wahrhaben möchte.«

Wolfgang Schneider, Der Tagesspiegel, 26.10.2011
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 1216
Erscheinungsdatum 16.05.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-19229-8
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 21,7/14,3/5,2 cm
Gewicht 1207 g
Originaltitel The Better Angels of Our Nature
Auflage 3. Auflage
Übersetzer Sebastian Vogel
Verkaufsrang 14.806
Buch (Taschenbuch)
18,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Ein sehr gutes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Amriswil am 04.04.2012
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Im Lauf der Jahrtausende hat die Entwicklung und Fortentwicklung staatlicher Macht dafür gesorgt, dass die Menschen sich nicht mehr gegenseitig an die Gurgel gehen. Steven Pinker orientiert sich mitunter an Charles Darwin: Während bei den Jägern und Sammlern eine hohe Gewaltbereitschaft der Männer vorteilhaft für die Weitergabe der... Im Lauf der Jahrtausende hat die Entwicklung und Fortentwicklung staatlicher Macht dafür gesorgt, dass die Menschen sich nicht mehr gegenseitig an die Gurgel gehen. Steven Pinker orientiert sich mitunter an Charles Darwin: Während bei den Jägern und Sammlern eine hohe Gewaltbereitschaft der Männer vorteilhaft für die Weitergabe der eigenen Gene gewesen sei, habe die Monogamie die Spielregeln geändert und die Männer zivilisiert. Handel, Bildung und Erziehung brachten die Menschen dazu, ihre empathischen Fähigkeiten zu verbessern und daraus Vorteile für sich zu ziehen, denn sie brachten mehr ein als Krieg und Mord. Und schließlich führte der Siegeszug der Vernunft während der abendländischen Aufklärung zu demokratischen Systemen - und die wiederum förderten und fördern den Frieden. Diese Argumentationskette füllt mehr als die Hälfte des Buches. Dann folgen zahlreiche psychologische Experimente und neurowissenschaftliche Untersuchungen, mit denen Pinker der Frage nachgeht, was eigentlich den Menschen zu Habgier treibt, zu Wollust, Dominanz, Rache oder Sadismus. Insgesamt stellt Pinker fest, dass die Menschheit seit 65 Jahren in einer der friedlichsten Epochen der Weltgeschichte lebt. Seine Hypothese belegt Pinker mit umfangreichen Statistiken (wer meine Rezensionen kennt, weiß wie ich zu Statistiken stehe). Zwar vermerkt Pinker, dass viele seiner Zahlen unzuverlässig sind, aber dann rechnet er trotzdem mit ihnen weiter und zieht daraus Schlüsse. So sind diese Zahlenspiele eher schmückendes Beiwerk denn echter Beleg für seine Thesen. Rein statistisch betrachtet ordnet er die Ermordung von Millionen Juden im Dritten Reich nicht einmal mehr unter die Top-20 der schrecklichsten Gewalttaten der Menschheit. Der Zweite Weltkrieg landet auf dem Ranking nur auf Platz 9, die mongolischen Eroberungen am 2. und der Sklavenhandel am 3. Platz. Dahinter steckt folgender Ansatz: Er nimmt beispielsweise die Zahlenangaben über die Gewaltopfer bei den Eroberungszügen Dschingis Khans und multipliziert sie mit dem Faktor, um den die Weltbevölkerung heute größer ist. So sollen die Auswirkungen von Gewalt und Terror quer durch die Geschichte miteinander vergleichbar werden. Die Rangfolge kann sicherlich diskutiert werden, in einem könnte Steven Pinker recht haben: Unter dem Nazi-Regime zum Beispiel geschahen viele der Grausamkeiten des Holocaust mehr oder weniger verborgen (unabhängig von der Debatte, wer wieviel hätte wissen können oder nicht): Was aber an Unmenschlichkeiten im Römischen Reich, im Mittelalter oder zu Zeiten von Reformationen und Gegenreformation ablief, geschah vor den Augen der Öffentlichkeit und sehr zu deren Gefallen und Amüsement. Wie sehr sich in den vergangenen Jahrhunderten in Europa und Nordamerika die Einstellung zur alltäglichen Gewalt gewandelt hat, offenbaren die Krisenzonen, wo ein Leben immer noch nicht viel gilt. Und so erklärt Steven Pinker dann auch, dass dort, wo heute noch Terror und nackte Gewalt herrschten, das Mittelalter noch nicht vorüber sei. Und die Zukunft? Für Pinker ist sie friedlich: Immer mehr Staaten werden Kriege für veraltet und überflüssig erklären - wobei Gewalt immer wieder aufflackern kann, so sein Fazit, mit dem er "Auf Engelsflügeln" in die Zukunft schwebt. Ob der Leser ihm angesichts der weltpolitischen Lage folgen mag, steht auf einem anderen Blatt.

Großartig
von Tom Kratzsch am 19.01.2012
Bewertet: gebundene Ausgabe

"Der Rückgang der Gewalt dürfte die bedeutsamste und am wenigsten gewürdigte Entwicklung in der Entwicklung unserer Spezies sein." (S.1027) Pinker hat Recht damit und in seinem Buch gelingt es ihm, genau diese Entwicklung zu beschreiben.


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