Glamorama

Roman

KIWI 1148

(2)
Der Zeitgeist hockt im Niemandsland
Stars und Models, hippe Charaktere, grenzenlose Gewalt und anarchischer Sex, Designerdrogen und hämmernde Musik – alles, was seine Fans (und Kritiker) erwartet haben, steckt in Bret Easton Ellis’ spektakulärem Roman Glamorama. Ein Horrortrip durch das glamouröse New York, durch die obszön glitzernde Welt von London und Paris. Victor Ward, Model und Nightlife-Profi, lebt in der modebesessenen und prominenzgeilen Welt Manhattans. Er eröffnet einen eigenen Szene-Club. Er hat ein Supermodel als Freundin und betrügt sie. Wie alle im Schatten der Stars kämpft er um Geld, Macht und Ruhm. Und zunehmend gerät er in den Sog der düsteren Seite dieser Hochglanz-Welt, die eng vernetzt ist mit Verbrechen und Gewalt. Ein mysteriöser Auftrag führt ihn nach London und Paris, wo er Kontakt zu einer terroristischen Vereinigung aufnimmt, die – angeführt von einem Model – Hotels in die Luft jagt und Flugzeuge sprengt. Ob in Manhattan oder in Europa, Victor weiß, dass er in der Falle sitzt, und Fluchtwege gibt es nicht.
Rezension
"Mit derselben Akribie, mit der er in ′American Psycho′ die Designernamen und Labels auflistet, die Währung der Achtziger, setzt er jetzt die Stars oder besser ihre Namen in seinem fiktiven Panorama des Ruhms in Szene. Ellis ist ein glänzender Satiriker." Die Zeit
Portrait
Bret Easton Ellis wurde am 7. März 1964 in Los Angeles geboren und wuchs im Stadtteil Sherman Oaks auf. Er besuchte die private Buckley School und begann 1986 ein Musikstudium am Bennington College in Vermont. Schon während seiner High-School-Zeit bis in die Anfänge der 80er Jahre spielte Ellis Keyboard in diversen New-Wave-Bands und wollte ursprünglich Musiker werden. Im Laufe des Studiums zog es ihn jedoch immer mehr zum Schreiben, trotz anhaltender Begeisterung für Musik. Mit 21 Jahren veröffentlichte Ellis das Debüt Unter Null und zog zwei Jahre später nach New York City. Seit 2006 lebt er wieder in Los Angeles, in der Nähe von Beverly Hills.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 829
Erscheinungsdatum 22.02.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-04206-1
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 18,9/12,4/5,8 cm
Gewicht 606 g
Übersetzer Joachim Kalka
Verkaufsrang 4.527
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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In den Räumen ist es eisig kalt und überall liegt Konfetti, Unmengen Konfetti ...
von einer Kundin/einem Kunden am 12.12.2010

Pornografie und Gewalt sind sicher hervorragende Mittel, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Aber ist das schon alles, worauf der Star-Ruhm von Bret Easton Ellis beruht? Ellis gründet seine Romane auf einigen wenigen, äußerst bildhaften Elementen, die zueinander kaum eine Berührung erkennen lassen, die er dennoch nicht... Pornografie und Gewalt sind sicher hervorragende Mittel, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Aber ist das schon alles, worauf der Star-Ruhm von Bret Easton Ellis beruht? Ellis gründet seine Romane auf einigen wenigen, äußerst bildhaften Elementen, die zueinander kaum eine Berührung erkennen lassen, die er dennoch nicht mit mehr Hintergrundinformation ausstattet: Dass ein reicher New Yorker Broker äußerst sadistische Morde begeht, wie das in dem früheren Roman „American Psycho“ der Fall ist, ist als literarische Fiktion noch nicht bersonders erstaunlich. Dass der Autor diese Gewalt aber isoliert stehen lässt ist schon irritierender. Man erfährt nichts über die Motivation des Mörders, die Befriedigung die seine Exzesse ihm verschaffen, nichts über die Opfer und deren Hinterbliebene. Es gibt niemanden, der bei all dem Blut Verdacht schöpfen würde, niemanden, der die getöteten Menschen vermissen würde. Keine Polizei weit und breit. Nichts von dem, was Morde (genre-)üblicherweise begleitet. Ellis erzählt diese Grausamkeiten in demselben gelangweilten Ton, wie alles Andere auch und vermutlich ist mehr Text der detaillierten Beschreibung der Markenkleidung und Kosmetikprodukte der Protagonisten gewidmet, als ihnen. Und gerade, dass sie so wenig bedeuten – dem Mörder, der Gesellschaft in der er sich bewegt, aber auch dem Autor, der sie geschaffen hat - macht die Morde, die Bret Easton Ellis ersinnt, so schockierend. „Glamorama“ ist der erste große Roman nach „American Psycho“ und dem Vorgänger in vielem ähnlich. Diesmal sind Model- und Terrorszene miteinander verknüpft, aber wie genau diese Welten zueinandergehören, wofür oder wogegen Terror ausgeübt wird, bleibt unerwähnt. Und auch hier fehlt das Beiwerk, das solche Taten, etwa in einem Thriller, begleiten würde. Der Ich-Erzähler des Romans ist Victor Ward, aus reicher Familie stammend, Model/Schauspieler, liiert mit einem Supermodel, das er ständig hintergeht, Unmengen Drogen konsumierend und ausschliesslich an der Beförderung der eigenen Eitelkeit interessiert. In Victors Welt sind alle reich, berühmt und schön, man ist ständig in angesagten Zeitschriften abgebildet, dennoch ist das Verwechseltwerden von Anfang an ein Thema des Buchs. Irgendwann ab Seite 300 löst sich Victors Identität in die Rolle eines Films auf, über dessen Ausgang ihm düstere Andeutungen gemacht werden. Bald danach führen erste Gewalt- und Sexszenen zum zweiten Setting des Romans, dem Terrorismus. Glamorama ist viel surrealer als der berühmte Vorgänger und die Gesellschaftskritik – die der Autor ohnedies nicht anzustreben bekundet - weniger direkt. Die Ellis-typische Überlagerung superlativer Vergnügungen und immenser Fadesse, die seine Figuren zu leben haben und das Medium endloser – aber sprachlich feiner und mit viel Vergnügen lesbarer - Auflistungen von Stars, Celebrities und Designerkleidung kommen hier zu brillanter Meisterschaft. Auch exzessive Gewaltszenen gibt es wieder eine Menge. Das künstlerische Konzept von Bret Easton Ellis findet durchaus einen Höhepunkt, wenn sein ungerührter Blick unter den Trümmern nach einem Sprengstoffanschlag den Qualen der Verletzten und den Leichenteilen den gleichen beiläufigen Tonfall zuteil werden lässt wie der im Bild liegenden Vuitton-Tasche oder dem umgekippten BMW.

Wölfe im Schafspelz
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 12.04.2010

Auch hier gelingt Ellis die Schilderung sich immer morbider entwickelnder Verwicklungen in der Film- und Modelwelt der Schickimicki-Gesellschaft, wo Koks zum Alltag gehört und Mord zur filmischen Inszenierung wird. Bitte nicht aufhören nach 300 Seiten, denn da ists etwas langatmig. Aber danach steigert sich der Text in beinahe surreale... Auch hier gelingt Ellis die Schilderung sich immer morbider entwickelnder Verwicklungen in der Film- und Modelwelt der Schickimicki-Gesellschaft, wo Koks zum Alltag gehört und Mord zur filmischen Inszenierung wird. Bitte nicht aufhören nach 300 Seiten, denn da ists etwas langatmig. Aber danach steigert sich der Text in beinahe surreale Abgründe, die einem mulmig werden lassen und man distanziert sich zusehends von dieser grausam überdrehten Koksergesellschaft in Massanzügen. Das Buch ist etwas lang geraten, besonders die erste Hälfte und kann American Psycho nicht ganz erreichen. aber das ist wie üblich nur eine subjektive Meinung...