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Gottes Werk und Teufels Beitrag

Roman. Aus d. Amerikan. v. Thomas Lindquist

(31)
Homer ist anders als die anderen Kinder im Saint-Cloud´s Waisenhaus: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionsversuchen erlaubt Dr. Larch ihm daher, zu bleiben – unter der Bedingung, daß er im Waisenhaus mit angeschlossener Entbindungs- und Abtreibungsstation bei »Gottes Werk« – dem Entbinden – und bei »Teufels Beitrag« – dem Abtreiben – assistiert. Doch das ist nur der Beginn von Homers Odyssee.
Rezension
"Dieser Roman scheint mir ein Wendepunkt im Schaffen Irvings gewesen zu sein. Weil ich glaube, daß Irving mit diesem Roman begonnen hat, seine Helden zu lieben, sich darauf eingelassen hat oder besser, die schriftstellerische Kraft gewonnen hat, Gefühle zuzulassen. Die Phantasie, das Chaos. Dieses Chaos ist auch seine Stärke, nun kommt es - gebändigt durch Irvings erzählerisches Können - eleganter daher, nicht mehr so brutal wie in Garp oder dem Hotel New Hampshire. Man läßt sich auf sein Erzählen ein, und nie, auch beim zweiten Mal Lesen nicht, wünschte man es sich kürzer."(Österreichischer Rundfunk)

"Dieser Roman ist universal. Von einem Mann geschrieben, mit einem Mann als Held, kein bisschen feministisch und doch ein flammendes Werk für Frauen. Das mache mal einer nach."(Die Zeit, Hamburg)

"Ein Sprachfeuerwerk an Ironie, Detailtreue und Dialogkunst."(Amica)
Portrait
John (Winslow) Irving, geboren am 2. März 1942 in Exeter, im Staat New Hampshire, als ältestes von vier Kindern. John Irvings Vater war Lehrer und Spezialist für russische Geschichte und Literatur. Seine Kindheit verbrachte Irving in Neuengland. 1957 begann er mit dem Ringen; 19jährig wusste Irving, was er werden wollte: Ringer und Romancier. Studium der englischen Literatur an den Universitäten von New Hampshire und Iowa, wo er später Gastdozent des Schriftsteller-Workshops war. Deutschkurs in Harvard. 1963-1964 Aufenthalt in Wien. 1964 Rückkehr in die Vereinigten Staaten. Arbeit als Lehrer an Schule und Universität bis 1979. Lebt heute in Toronto und im südlichen Vermont. 1992 wurde Irving in die National Wrestling Hall of Fame in Stillwater, Oklahoma, aufgenommen, 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für seinen von Lasse Hallström verfilmten Roman Gottes Werk und Teufels Beitrag.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 848
Erscheinungsdatum 27.02.1990
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-21837-4
Verlag Diogenes
Maße (L/B/H) 184/115/41 mm
Gewicht 566
Originaltitel The Cider House Rules
Auflage 36. Auflage
Verkaufsrang 39.352
Buch (Taschenbuch)
15,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Gottes Werk und Teufels Beitrag“

S. Krausen, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Es war einmal in Amerika, genauer gesagt in Maine in den dreißiger Jahren... Hier lebt Homer Wells im Waisenhaus St. Clouds. Nach einigen gescheiterten Adoptionsversuchen, nimmt sich der Leiter des Waisenhauses Dr. Larch Homers an. Dem Waisenhaus ist eine Entbindungs- und eine illegale Abtreibungsklinik angeschlossen und Dr. Larch bildet Es war einmal in Amerika, genauer gesagt in Maine in den dreißiger Jahren... Hier lebt Homer Wells im Waisenhaus St. Clouds. Nach einigen gescheiterten Adoptionsversuchen, nimmt sich der Leiter des Waisenhauses Dr. Larch Homers an. Dem Waisenhaus ist eine Entbindungs- und eine illegale Abtreibungsklinik angeschlossen und Dr. Larch bildet seinen Zögling in allen gynäkologischen Belangen aus. Er hofft, dass Homer eines Tages seine Arbeit fortsetzten wird. Doch obwohl Homer Dr. Larch sehr verbunden ist, verurteilt er sein Handeln und möchte lieber ein anderes Leben führen. Als er eines Tages das Paar Candy und Wally kennenlernt, verläßt er mit ihnen St. Clouds um in die weite Welt aufzubrechen. Er arbeitet auf einer Apfelplantage, als Hummerfischer, lernt Freundschaft und Familie kennen, wird Geliebter und Verlassener und dazwischen bricht der zweite Weltkrieg aus. Je mehr Homer erlebt, desto mehr versteht er die Ansichten seines Mentors und Ziehvaters Dr. Larch und irgendwann erscheint es ihm gar nicht mehr abwegig in seine Fußstapfen zu treten...In "Gottes Werk und Teufels Beitrag" erzählt Irving in seinem unvergleichlichen Stil die Lebensgeschichte des Homer Wells. Bittersüß, voller Tragik, aber immer mit dem ihm eigenen Humor, beschreibt er Homers Leben. Prall gefüllt mit Liebe & Hass, Freundschaft & Verlust, Trauer & Witz, nimmt einen der Roman so gefangen, dass man wünschte, er möge nie enden! Die Figuren wachsen einem so ans Herz, als wären sie gute Freunde, schließt man das Buch, fehlen sie einem! Könnte ich mehr als fünf Sterne vergeben, dieses Buch würde sie bekommen!

„Dieses Buch ist Gottes Werk“

Sascha Hornberger, Thalia-Buchhandlung Ludwigshafen am Rhein

John Irving zählt zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Seine Art zu schreiben und die immer wieder hochskurrilen Situationen, haben mich jedes Buch von ihm verschlingen lassen. Selbst seine schlechteren Werke würde ich jederzeit so manchem "preisgekrönten" Bestseller vorziehen und ich empfehle jedem, mindestens eines seiner Bücher John Irving zählt zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Seine Art zu schreiben und die immer wieder hochskurrilen Situationen, haben mich jedes Buch von ihm verschlingen lassen. Selbst seine schlechteren Werke würde ich jederzeit so manchem "preisgekrönten" Bestseller vorziehen und ich empfehle jedem, mindestens eines seiner Bücher gelesen zu haben. Nach Möglichkeit dieses hier! Die Geschichte von Homer Wells, der auszieht, um sein Schicksal zu finden ist unheimlich ergreifend, traurig, lustig, skurril... eigentlich von allem Etwas! Unbedingt lesen!

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Moral, Freundschaft, Liebe, vielleicht Irvings stärkstes Werk! Moral, Freundschaft, Liebe, vielleicht Irvings stärkstes Werk!

Matthias Schänzer, Thalia-Buchhandlung Dortmund

Eines meiner liebsten Bücher (der Film dazu ist sensationell). Die Geschichte von Homer Wells, aufgewachsen als Waise in New England. Unvergessliche Figuren, bewegende Geschichte Eines meiner liebsten Bücher (der Film dazu ist sensationell). Die Geschichte von Homer Wells, aufgewachsen als Waise in New England. Unvergessliche Figuren, bewegende Geschichte

Thomas Neumann, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Tragik, Witz, Liebe, Verrat vereint in einem epochalen Roman. Tragik, Witz, Liebe, Verrat vereint in einem epochalen Roman.

Patrick Seidler, Thalia-Buchhandlung Hanau

Traurig, tragische Atmosphäre. Innere Zerissenheit zwischen Pflichtgefühl und Gewissen. Ergreifend und voller Liebe! Packend von der ersten Seite an. Traurig, tragische Atmosphäre. Innere Zerissenheit zwischen Pflichtgefühl und Gewissen. Ergreifend und voller Liebe! Packend von der ersten Seite an.

Friederike Foerster, Thalia-Buchhandlung Bonn

Eines der besten Bücher für Menschen, die sich orientieren wollen. Der Leser wird unterhalten, gefordert und hinterfragt. Der Film ist übrigens auch sehenswert! Eines der besten Bücher für Menschen, die sich orientieren wollen. Der Leser wird unterhalten, gefordert und hinterfragt. Der Film ist übrigens auch sehenswert!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

John Irving hat gutes und nicht so gutes geschrieben, dieses Werk jedoch gehört mit zu seinen Besten. Einfach nur wunderschön zu lesen... John Irving hat gutes und nicht so gutes geschrieben, dieses Werk jedoch gehört mit zu seinen Besten. Einfach nur wunderschön zu lesen...

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Hamburg

In Irvings unnachahmlicher Art wird hier die Geschichte des Waisenjungen Homer erzählt und gleichzeitig eine Diskussion über das Für und Wider von Abtreibungen aufgemacht. Super. In Irvings unnachahmlicher Art wird hier die Geschichte des Waisenjungen Homer erzählt und gleichzeitig eine Diskussion über das Für und Wider von Abtreibungen aufgemacht. Super.

B. Gebhardt, Thalia-Buchhandlung Aurich

Eines der wunderbarsten Bücher überhaupt. Es ist zum Lachen und Weinen, zum Nachdenken und zum erneuten Lesen. Und es ist bedauerlich, dass auch dieses Buch irgendwann zu Ende ist. Eines der wunderbarsten Bücher überhaupt. Es ist zum Lachen und Weinen, zum Nachdenken und zum erneuten Lesen. Und es ist bedauerlich, dass auch dieses Buch irgendwann zu Ende ist.

Nina Aselmann, Thalia-Buchhandlung Hagen

Für alle Fans und auch Nicht-Fans von Irving eine Pflichtlektüre, wonach man die Verfilmung mit Michael Caine sehen sollte. Großartig! Für alle Fans und auch Nicht-Fans von Irving eine Pflichtlektüre, wonach man die Verfilmung mit Michael Caine sehen sollte. Großartig!

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Wer spielt Gott und wer ist der Teufel?
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 02.02.2017

„Ich bin stehengeblieben, um die Traumbilder jener Tage vorübereilen zu lassen. Sie sind vorüber, und ich trete die Reise meiner Geschichte von neuem an.“ (S. 430) Wie soll man als Laienrezensent eine Rezension verfassen, die „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving auch nur annähernd gerecht wird? Es wird... „Ich bin stehengeblieben, um die Traumbilder jener Tage vorübereilen zu lassen. Sie sind vorüber, und ich trete die Reise meiner Geschichte von neuem an.“ (S. 430) Wie soll man als Laienrezensent eine Rezension verfassen, die „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving auch nur annähernd gerecht wird? Es wird einem (gefühlsmäßig) nicht gelingen. Dazu ist die Geschichte um Homer Wells, Dr. Wilbur Larch, Melody (um nur die wichtigsten Namen der „Hauptdarsteller“ zu nennen) zu komplex, zu sehr mit ungewöhnlichen Kniffen versehen, als dass man sie mit wenigen Worten beschreiben kann. Aber getreu dem Motto „Versuch macht kluch“ versuch ich´s an dieser Stelle trotzdem *g*. Das erste Zitat stammt nicht direkt aus „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, sondern aus einem weiteren Klassiker der Weltliteratur, der im Roman eine (wie ich finde) große Rolle spielt, nämlich „David Copperfield“ von Charles Dickens. Denn Homer Wells hat mit David Copperfield etwas gemeinsam: sie sind Waisenjungen. Zwei weitere Klassiker tauchen immer wieder auf: „Große Erwartungen“ (ebenfalls von Charles Dickens) und „Jane Eyre“ von Charlotte Bronte. Alle drei Romane werden den Waisenkindern in St. Cloud´s abwechselnd jeden Abend vorgelesen und als Gutenachtlektüre verwendet – exakt 20 Minuten lang :-). Als Leser hab ich auch immer Gänsepelle bekommen, wenn mal aus den erwähnten Büchern zitiert wurde. Okay, die Nennung von Literaturklassikern macht ein Buch noch lange nicht zum (modernen) Klassiker. Woran liegt es dann, dass „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ immer noch als einer der besten Romane von John Irving gilt? Ich glaube, zum einen liegt es an der skurrilen Art und Weise, wie John Irving ernste Themen unterhaltsam „zubereitet“. Eines der zentralen Themen dieses Romans ist das Recht der legalen Abtreibung. Man ist als Leser sozusagen hautnah bei mehreren dieser „Teufelsbeiträge“ dabei und erhält so nebenbei auch noch Einblicke in die (weibliche) Anatomie. Stets unterlegt mit schwarzem Humor kommt man auch bei tragikomischen Szenen nicht umhin zu lachen. Zum anderen lässt John Irving seine Figuren „natürlich wachsen“. So umspannt dieser Roman Homers Leben vom Kleinkind über die Pubertät und das Erwachsenwerden bis hin zum Punkt der Selbstfindung und seinem Platz in der Welt. Das nächste Zitat von Wilbur Larch unterstreicht diesen Ansatz der Geschichte: „Homer […], ich erinnere mich nicht an deine Mutter. Ich erinnere mich nicht einmal an dich, als du geboren warst; du wurdest erst später du.“ (S. 140) Tja, mehr kann ich beim besten Willen nicht über dieses Meisterwerk schreiben, außer dass ich es jedem, der ein Faible für anspruchsvolle (amerikanische) Literatur hat, ans Herz legen kann. „Gute Nacht - ihr Prinzen von Maine, ihr Könige Neuenglands.“ „Am allerschwersten fällt es uns doch, hinzunehmen, daß das Verstreichen der Zeit die Menschen, die uns einmal am meisten bedeuteten, einhüllt in Gedankenstriche.“ (S. 636)

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Lesehighlight!
von PMelittaM aus Köln am 16.12.2016

St. Cloud's ist ein Waisenhaus, in dem Dr. Wilbur Larch bereits seit Jahren wirkt. Larch ist nicht nur für die Kinder da, sondern auch für schwangere Frauen, als Gynäkologe entbindet er sie nicht nur und nimmt die Kinder, die in der Regel unerwünscht sind, direkt nach der Geburt in... St. Cloud's ist ein Waisenhaus, in dem Dr. Wilbur Larch bereits seit Jahren wirkt. Larch ist nicht nur für die Kinder da, sondern auch für schwangere Frauen, als Gynäkologe entbindet er sie nicht nur und nimmt die Kinder, die in der Regel unerwünscht sind, direkt nach der Geburt in das Waisenhaus auf, sondern er hilft ihnen auch dabei, unerwünschte Kinder gar nicht erst auf die Welt zu bringen. Homer Wells ist eines der Kinder, die in St. Cloud's aufwachsen. Während viele der anderen Waisen im Laufe der Zeit adoptiert werden, klappt das bei Homer nicht. Eines Tages jedoch erhält auch Homer die Chance, St. Cloud's zu verlassen und er nutzt sie. Dennoch ist St. Cloud's seine Heimat, und so ganz wird er es nicht los. John Irving hat auch hier einen epischen Roman geschaffen, der seine Geschichte über Jahrzehnte hinweg erzählt. Der Leser begleitet nicht nur Homers Leben, sondern auch das Dr. Larchs, beginnend noch im 19. Jahrhundert. Besonders Larch ist ein interessanter Charakter, der nicht nur positive Züge trägt, der dem Leser aber dennoch ans Herz wächst. Letztlich erzählt der Roman aber vor allem Homers Leben, das durch Larch stark geprägt wird, der sich aber auch von diesem unabhängig machen kann. Wie bei Irving üblich, verlaufen beider Leben (und nicht nur ihre) tragikomisch. Überhaupt die Charaktere, sie wecken beim Leser allerhand Gefühle, auch, weil John Irving sie brillant charakterisiert, er lässt sie gleichsam lebendig werden, man sieht sie vor sich, man blickt in ihr Inneres und man kommt gar nicht umhin, sie zu mögen, oder auch nicht, und hin und wieder auch einmal seine Meinung über sie zu ändern. Mir persönlich hat neben Homer und Larch Melony (deren Name ein Schreibfehler ist, eigentlich sollte sie Melody heißen) gefallen, Melony, die ähnlich wie Homer im Waisenhaus übrig geblieben ist, die aber anders als er eine Wut auf die Welt in sich trägt. Für mich ist sie eine der verkanntesten Personen des Romans, ich kann sie ganz gut verstehen und bin der Meinung, dass sie ein gutes Herz hat, auch wenn das kaum einer sieht. Der Autor hat eine ganze Reihe unvergesslicher Typen entwickelt, die oftmals sehr skurril sind, teilweise aber auch ganz „normale“ Menschen. Alle bekommen eine Hintergrundgeschichte mit, was mich besonders anspricht. Nicht nur die Menschen, auch viele der Ereignisse sind recht skurril und haben immer wieder einen tragikomischen Touch. Das macht den Roman, auch wenn er hin und wieder kleine Längen hat, lebendig und interessant zu lesen. Auch mit der Thematik hat sich der Autor gut auseinandergesetzt, im Nachwort geht er auf bestimmte Textstellen ein und erklärt, woher er die Ideen hat oder auch, wie der historische Hintergrund dazu aussieht. Eine sehr gelungene Ergänzung, wie ich finde. Irving beherrscht es perfekt, Tragik und Humor miteinander zu verbinden und hat außerdem ein unglaubliches Erzähltalent, die Beschreibungen der Orte, der Personen und der Ereignisse sind detailliert, aber größtenteils auf den Punkt gebracht. Der Roman packt von Anfang an und lässt einen kaum noch los. Ich persönlich hatte zwar ein bisschen Probleme mit den letzten beiden Kapiteln, aber auch das kenne ich bei Irvings Romanen, er lässt Entwicklungen zu, die mir nicht behagen und die ich schwer akzeptieren kann, doch so ist das Leben und das macht den Roman ja nicht schlechter, im Gegenteil, es bringt einen zum Nachdenken und zum Noch-mehr-Mitempfinden. Neben den Lebensgeschichten fließt auch ein guter Teil Sozialkriitik mit ein, alleine durch die Frauen, die mit den ungewollten Kindern alleine gelassen wurden und sich manchmal nicht anders zu helfen wussten, als zu Quacksalbern zu gehen und ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Man muss nicht pro Abtreibung sein, um diese Frauen oder auch Wilbur Larch zu verstehen. John Irving gehört für mich zu den Autoren, die jeder einmal gelesen haben sollte. Und wer eines seiner Bücher liest, wird wahrscheinlich auch Lust auf die anderen bekommen. Von mir erhält der Roman verdiente volle Punktzahl und natürlich eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Für mich ist er eines meiner Jahreslesehighlights,

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Ein Meisterwerk,welches harte Kost u.Situationskomik gekonnt miteinander verbindet und trotzdem ans Herz geht und lange nachhallt.
von Ambermoon aus Wien am 17.11.2016

Homer ist anders als die anderen Kinder im St. Cloud's Waisenhaus: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionensversuchen erlaubt Dr. Larch ihm daher zu bleiben - unter der Bedingung, dass er im Waisenhaus mit angeschlossener Entbindung- und Abtreibunsstation bei "Gottes Werk", dem Entbinden, und bei "Teufels Beitrag", dem... Homer ist anders als die anderen Kinder im St. Cloud's Waisenhaus: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionensversuchen erlaubt Dr. Larch ihm daher zu bleiben - unter der Bedingung, dass er im Waisenhaus mit angeschlossener Entbindung- und Abtreibunsstation bei "Gottes Werk", dem Entbinden, und bei "Teufels Beitrag", dem Abtreiben, assisitiert. Doch das ist nur der Beginn von Homers Odyssee....(Klappentext) ----------------------------------------- Dieser Roman enthält so Vieles, dass es fast unmöglich erscheint alles in eine aussagekräftige Rezension zu packen, geschweige denn damit diesem Werk gerecht zu werden. Es ist ein moderner Schelmenroman und zugleich eine herrlich altmodische Familiensaga von einem "Vater" wider Willen und seinem "Sohn", der eines Tages in die große Welt hinauszieht, versucht nicht mehr zurückzublicken, um nach langer Reise wieder zurückzukehren. Wenn man so will ein moderner Dickens. Diese Geschichte erstreckt sich über das späte 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Irving ist auf jeden Fall Meister darin schwierige und abstoßende Themen direkt anzusprechen, dabei gesellschaftliche Grenzen überschreitet, dieser Gesellschaft den Spiegel vor die Nase hält und dadurch von manchen als geschmacklos und morbide empfunden werden könnte. Denn das große Thema dieses Romans ist die Legalisierung von Abtreibungen, Geburtenkontrolle und die Entscheidungsfreiheit der Frau. Eine Thematik, welche heute noch, im 21. Jahrhundert, für Diskussionen sorgt. Hier bedient sich Irving einer unverblümten Sprache. Der Leser wohnt mehrmals einer Geburt, sowie einer Abtreibung bei, mit und ohne Komplikationen. Für Zartbesaitete könnten daher so manche Passagen etwas am Magen kratzen. Ich persönlich fand es vom historischen und med. Standpunkt her mehr als nur interessant. Das zweite große Thema ist das Erwachsenwerden, seinen Weg in der Welt und somit sich selbst zu finden. Den Weg den jeder von uns beschritten hat und der keineswegs leicht ist. Dazwischen tauchen immer wieder Themen wie Alzheimer, häusliche Gewalt, eine Dreiecksbeziehung, Einfluß es 2. Weltkrieges auf die amerikanische Zivilbevölkerung und vieles mehr auf. Schwierige wie traurige Themen. Tja, die Welt und das Leben sind eben kein Ponyhof. Man möchte meinen, dass dieses Buch aufgrund des harten Stoffes nicht zu lesen ist, ohne in Depressionen zu verfallen, aber genau hier unterscheidet sich Irving von so vielen Autoren. Genau hier wird die schriftstellerische Kunst sichtbar. Der Schreibstil ist keineswegs schwer und drückend, sondern flüssig und angenehm. Der Erzählstil fesselnd und weist, trotz schwerer Kost, immer wieder eine gewisse Situationskomik auf. Dieser Roman ist durchzogen mit bissigem und schwarzem Humor und skurrilen Figuren. Ich habe selten so viel gelacht und geschmunzelt wie beim Lesen von diesem Buch. Manchmal mit etwas schlechtem Gewissen, da die Grundsituation alles andere als zu lachen war, aber man kann irgendwie nicht anders. Hier wechseln sich Tragik und Komödie gekonnt ab, sodass es für den Leser niemals langweilig oder unterträglich wird, sondern einem sogar noch zum Nachdenken anregt und das mit einem Schmunzeln im Gesicht. Dieser Roman enthält ebenso sehr viel Gefühl, Figuren die einem ans Herz wachsen und unglaublich viel Aussagekraft. Fazit: Ich bin einfach nur begeistert von diesem Werk, welches sehr harten Stoff als Thematik beinhaltet und mich trotzdem in seinen Bann zog. Die Mischung aus skurriler Situationskomik und der schweren Thematik, aus flüssig-lockerem Schreibstil und tief gehender Aussagekraft, gefühlvoll und unverblümt, hat mich schlichtweg umgehauen. Diese Kombinationen machen diesen Roman zu Recht zu einem modernen Klassiker, den jeder mal gelesen haben sollte. Denn DAS nenne ich schriftstellerische Kunst vom Feinsten. Daher gibt es von mir nichts anderes als eine absolute Leseempfehlung. Dies war bestimmt nicht mein letzter Irving!

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