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Grenzlandtage

(6)

Zwei Wochen Ferien auf der winzigen griechischen Insel liegen vor Jule. Das Meer ist blau, die Nächte sternenklar. Alles scheint perfekt. Bis Jule den Jungen mit den verbundenen Händen trifft und begreift, wer er und die anderen sind, die im Verborgenen leben. Jules Welt gerät aus den Fugen. Denn das Meer ist ein Grab, die Nächte sind kalt und das Dorf ein Ort des Misstrauens. Und quer durch die Wellen läuft eine Grenze, die niemand sieht. Eine tödliche Grenze.Eine berührende Liebesgeschichte vor aktuellem politischen Hintergrund, die Flüchtlings-Schicksale einfühlsam und greifbar schildert. Die beiden Autoren wurden von der Jugendjury des Jugendliteraturpreises nominiert.

Portrait

Antonia Michaelis wurde 1979 in Kiel geboren. Nach der Schule arbeitete sie u. a. in Indien, Nepal und Peru und studierte Medizin, bevor sie Autorin wurde. Ihr Jugendroman „Der Märchenerzähler“ wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012 nominiert. Heute lebt die vielfach ausgezeichnete Autorin im Nordosten Deutschlands.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 464
Altersempfehlung 15 - 17
Erscheinungsdatum 09.12.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8415-0469-2
Verlag Oetinger
Maße (L/B/H) 203/135/35 mm
Gewicht 470
Auflage 1
Illustratoren Kathrin Schüler
Verkaufsrang 36.307
Buch (Taschenbuch)
13,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Unser Junger Buchprofi, Samira, 15 Jahre, empfiehlt:“

Junge Buchprofis empfehlen, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Eigentlich wollte Jule mit ihrer Freundin Evelyn, vor dem Abitur, zwei ruhige Wochen auf einer kleinen griechischen Insel verbringen, vor dem großen Ansturm der Touristen im Sommer. Aber Evelyn wird kurzfristig krank und Jule muss alleine fahren. Die Insel ist idyllisch. Eine träge, aber gemütliche Stimmung herrscht. Alles scheint irgendwie Eigentlich wollte Jule mit ihrer Freundin Evelyn, vor dem Abitur, zwei ruhige Wochen auf einer kleinen griechischen Insel verbringen, vor dem großen Ansturm der Touristen im Sommer. Aber Evelyn wird kurzfristig krank und Jule muss alleine fahren. Die Insel ist idyllisch. Eine träge, aber gemütliche Stimmung herrscht. Alles scheint irgendwie perfekt. Ihr kleines Appartement, die gemütlichen Cafés, die Dorfkirche auf dem Berg.
Bis sie von den Toten hört und Asman kennenlernt, den Jungen mit der verbundenen Hand. Von da an scheint die Idylle trügerisch, irgendwie aufgesetzt. Irgendetwas scheinen die Leute hier verheimlichen zu wollen. Asman und andere Jungen verstecken sich vor den Griechen. Sie sind Flüchtlinge, von niemanden gewollt und deswegen können sie es nicht wagen entdeckt zuwenden. Asman, der mit der verbundenen Hand, und Jule verstehen sich auf Anhieb gut. Mehr und mehr fassen sie Vertrauen zu einander und irgendwann lässt er sich auch von Jule helfen. Sie verstrickt sich immer mehr in den Konflikt zwischen den Griechen und den Flüchtlingen, wie sie auf diese Insel gekommen sind. Und Sie bemerkt die Spannungen, den Hass und das Verlangen nach Rache.
Mir gefällt der Roman vor allem deswegen, weil er so zeitnah ist und sich an ein Thema herantraut, dass viele von uns im Moment beschäftigt und in nächster Zeit bestimmt auch immer noch beschäftigen wird. Er beschreibt vollkommen ehrlich die Situation der Flüchtlinge. Auch die Hauptperson Jule ist ganz anders, als wie man sich eine deutsche Teenagerin vorstellt. Sie ist verträumt, sieht das Schöne in Dingen, die andere für hässlich empfinden. Außerdem haben die Autoren einen bestimmten Schreibstil, der die Insel realistisch und gleichzeitig auch mit einem winzigen Hauch von Mysterium darstellt.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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Eine fesselnde und bewegende Geschichte vor aktuellem Hintergrund
von Lilli33 am 28.12.2016

Inhalt: Auf einer winzigen griechischen Insel will die siebzehnjährige Jule sich aufs Abi vorbereiten und dabei ein bisschen entspannen. Aber es kommt ganz anders. Jule trifft auf den verletzten Asman, der sich illegal auf der Insel aufhält, ein Flüchtling, der nach Schweden weiter will. Anfangs ist Jule neugierig, will helfen,... Inhalt: Auf einer winzigen griechischen Insel will die siebzehnjährige Jule sich aufs Abi vorbereiten und dabei ein bisschen entspannen. Aber es kommt ganz anders. Jule trifft auf den verletzten Asman, der sich illegal auf der Insel aufhält, ein Flüchtling, der nach Schweden weiter will. Anfangs ist Jule neugierig, will helfen, doch schon bald wird sie immer mehr in Asmans Leben hineingezogen, bis die beiden sich schließlich verlieben und alles immer komplizierter wird … Meine Meinung: Peer Martin konnte mich schon mit „Sommer unter schwarzen Flügeln“ und „Winter so weit“ von seinen Fähigkeiten überzeugen. Auch dort geht es um syrische Flüchtlinge, und es wird deutlich, dass Martin weiß, wovon er schreibt – alles ist gut recherchiert. Es steckt viel Herzblut in den Werken dieses Autors, was das Lesen zu einem besonders ergreifenden Ereignis macht. Antonia Michaelis lese ich schon lange sehr gerne. Ich mag es, dass sie immer wieder unbequeme Themen aufgreift und über nicht alltägliche Menschen schreibt. Mit „Die Attentäter“ hat sie sich vor kurzem schon einmal mit dem Themenkomplex Flüchtlinge und Islamischer Staat beschäftigt. Nun war ich sehr gespannt auf das gemeinsame Werk dieser zwei beeindruckenden Autoren, an das ich mit hohen Erwartungen heranging. Ich wurde nicht enttäuscht! Beide können mit einem wunderschönen Schreibstil punkten, und ihre Zusammenarbeit wirkt sehr harmonisch. Sehr detaillierte Beschreibungen lassen einen gedanklich schnell mit Jule ans Mittelmeer reisen, das Meer spüren, die Kräuter riechen. Man hat diese malerische Kulisse vor dem inneren Auge und bekommt erst mal Fernweh. Doch genauso tief empfindet man später auch die anderen Szenen, die nicht ganz so friedlich sind, die schockieren. Die fesselnde Erzählweise und die zum Teil recht außergewöhnliche Sprache halten den Leser fest, ziehen ihn tief in die Geschichte hinein. Der größte Teil der Geschichte ist aus Jules Sicht in der 3. Person geschrieben. Kürzere Abschnitte gibt es aber auch aus Asmans Perspektive, sodass man beiden Protagonisten sehr nahe kommt und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen kann. So entsteht ein umfassendes Bild des Geschehens und man kann die Handlungen der jeweiligen Personen sehr leicht nachvollziehen und verstehen. Jules Entwicklung fand ich absolut plausibel und sehr gut dargestellt. Anfangs ist sie ein ganz normaler deutscher Teenager, vom Bürgerkrieg in Syrien hat sie wohl schon gehört, auch dass es viele Flüchtlinge gibt und viele davon auf der Flucht umkommen. Doch das ist alles weit weg von ihr und betrifft sie nicht wirklich. Bis sie auf dieser kleinen Mittelmeerinsel direkt damit konfrontiert wird. Jule hat das Herz am rechten Fleck und will helfen, fühlt sich dabei aber bisweilen auch recht hilflos, weiß nicht, was das Beste für die Flüchtlinge ist, weiß nicht, ob sie ihnen überhaupt vertrauen kann. Sie muss einige Entscheidungen treffen, die ihr nicht leichtfallen. Sie muss Verantwortung übernehmen und wächst dabei über sich selbst hinaus. Fazit: „Grenzlandtage“ ist ein sehr bewegender Jugendroman vor dem aktuellen Hintergrund der Flüchtlings“krise“. Er verschafft einen Blick auf die Menschen, die auf der Flucht sind, auf ihre jeweiligen Schicksale, aber auch auf die Menschen, die ihnen helfen wollen. Es ist ein nachhaltiges Buch, das zum Nachdenken anregt und dazu, sich zu informieren. Trotz aller Probleme ist es aber auch eine wunderschöne Liebesgeschichte :-)

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Eine fesselnde und bewegende Geschichte vor aktuellem Hintergrund
von Lilli33 am 26.12.2016

Inhalt: Auf einer winzigen griechischen Insel will die siebzehnjährige Jule sich aufs Abi vorbereiten und dabei ein bisschen entspannen. Aber es kommt ganz anders. Jule trifft auf den verletzten Asman, der sich illegal auf der Insel aufhält, ein Flüchtling, der nach Schweden weiter will. Anfangs ist Jule neugierig, will helfen,... Inhalt: Auf einer winzigen griechischen Insel will die siebzehnjährige Jule sich aufs Abi vorbereiten und dabei ein bisschen entspannen. Aber es kommt ganz anders. Jule trifft auf den verletzten Asman, der sich illegal auf der Insel aufhält, ein Flüchtling, der nach Schweden weiter will. Anfangs ist Jule neugierig, will helfen, doch schon bald wird sie immer mehr in Asmans Leben hineingezogen, bis die beiden sich schließlich verlieben und alles immer komplizierter wird … Meine Meinung: Peer Martin konnte mich schon mit „Sommer unter schwarzen Flügeln“ und „Winter so weit“ von seinen Fähigkeiten überzeugen. Auch dort geht es um syrische Flüchtlinge, und es wird deutlich, dass Martin weiß, wovon er schreibt – alles ist gut recherchiert. Es steckt viel Herzblut in den Werken dieses Autors, was das Lesen zu einem besonders ergreifenden Ereignis macht. Antonia Michaelis lese ich schon lange sehr gerne. Ich mag es, dass sie immer wieder unbequeme Themen aufgreift und über nicht alltägliche Menschen schreibt. Mit „Die Attentäter“ hat sie sich vor kurzem schon einmal mit dem Themenkomplex Flüchtlinge und Islamischer Staat beschäftigt. Nun war ich sehr gespannt auf das gemeinsame Werk dieser zwei beeindruckenden Autoren, an das ich mit hohen Erwartungen heranging. Ich wurde nicht enttäuscht! Beide können mit einem wunderschönen Schreibstil punkten, und ihre Zusammenarbeit wirkt sehr harmonisch. Sehr detaillierte Beschreibungen lassen einen gedanklich schnell mit Jule ans Mittelmeer reisen, das Meer spüren, die Kräuter riechen. Man hat diese malerische Kulisse vor dem inneren Auge und bekommt erst mal Fernweh. Doch genauso tief empfindet man später auch die anderen Szenen, die nicht ganz so friedlich sind, die schockieren. Die fesselnde Erzählweise und die zum Teil recht außergewöhnliche Sprache halten den Leser fest, ziehen ihn tief in die Geschichte hinein. Der größte Teil der Geschichte ist aus Jules Sicht in der 3. Person geschrieben. Kürzere Abschnitte gibt es aber auch aus Asmans Perspektive, sodass man beiden Protagonisten sehr nahe kommt und in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen kann. So entsteht ein umfassendes Bild des Geschehens und man kann die Handlungen der jeweiligen Personen sehr leicht nachvollziehen und verstehen. Jules Entwicklung fand ich absolut plausibel und sehr gut dargestellt. Anfangs ist sie ein ganz normaler deutscher Teenager, vom Bürgerkrieg in Syrien hat sie wohl schon gehört, auch dass es viele Flüchtlinge gibt und viele davon auf der Flucht umkommen. Doch das ist alles weit weg von ihr und betrifft sie nicht wirklich. Bis sie auf dieser kleinen Mittelmeerinsel direkt damit konfrontiert wird. Jule hat das Herz am rechten Fleck und will helfen, fühlt sich dabei aber bisweilen auch recht hilflos, weiß nicht, was das Beste für die Flüchtlinge ist, weiß nicht, ob sie ihnen überhaupt vertrauen kann. Sie muss einige Entscheidungen treffen, die ihr nicht leichtfallen. Sie muss Verantwortung übernehmen und wächst dabei über sich selbst hinaus. Fazit: „Grenzlandtage“ ist ein sehr bewegender Jugendroman vor dem aktuellen Hintergrund der Flüchtlings“krise“. Er verschafft einen Blick auf die Menschen, die auf der Flucht sind, auf ihre jeweiligen Schicksale, aber auch auf die Menschen, die ihnen helfen wollen. Es ist ein nachhaltiges Buch, das zum Nachdenken anregt und dazu, sich zu informieren. Trotz aller Probleme ist es aber auch eine wunderschöne Liebesgeschichte :-)

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Ein spannender Jugendroman über Flüchtlinge und eine erste Liebe der aufrüttelt
von Feeenabstauber am 26.12.2016

Drei Zeilen, oder vier. Maximal. Braucht man um in die Geschichte einzutauchen. Bücher von Antonia Michaelis zieren schon zahlreich mein Bücherregal. Gerade die All-Age Bücher, und die für Erwachsene, habe ich in mein Herz geschlossen: Paradies für alle, Nashville, November, Solange die Nachtigall singt, Das Institut der letzten Wünsche. Allen... Drei Zeilen, oder vier. Maximal. Braucht man um in die Geschichte einzutauchen. Bücher von Antonia Michaelis zieren schon zahlreich mein Bücherregal. Gerade die All-Age Bücher, und die für Erwachsene, habe ich in mein Herz geschlossen: Paradies für alle, Nashville, November, Solange die Nachtigall singt, Das Institut der letzten Wünsche. Allen gemeinsam ist das wundervolle Spielen mit Sprache, die feinen Details in den Beschreibungen und die Charaktere, Protagonisten oder Nebenrollen, gut beobachtet, selten schwarz und weiß sondern immer gekennzeichnet durch Ecken und Kanten, so auch deren Geschichten, meistens mit etwas Unfassbarem, leicht Phantastischem. Für Peer Martin habe ich sogar meinen E-Book-Reader herausgekramt. Seine beiden Bücher „Sommer unter schwarzen Flügeln“ und „Winter so weit“ haben es mir ebenso angetan. Sein gesellschaftskritischer Blick, die Kunst aktuelle Themen in seine Geschichten einzuweben und so selbst zu Geschichte werden zu lassen, Peer Martin hat lange Jahre als Sozialarbeiter mit Jugendlichen auch aus dem rechten Spektrum gearbeitet, seine Liebe für Details und sein Sinn für Spannung: ich war sehr gespannt darauf, was zwei so unterschiedliche Autoren zusammen bewerkstelligen würden. Drei Zeilen, oder vier. Maximal. Braucht man um in die Geschichte einzutauchen. In knappen Sätzen lernt man Asman kennen, man fühlt sich quasi in die Geschichte hineinkatapultiert. Asman ist sich auf der Flucht, als Flüchtling, über das Mittelmeer, zusammengedrängt mit gut einhundert anderen Flüchtlingen auf einem alten Kutter mit Kurs nach Italien. Die Gruppe landet aber vor einer nicht näher benannten griechischen Insel, irgendwo vor Kreta - einer Urlaubsinsel. Der Treibstoff ist alle, das Boot leckt, und die Männer der Küstenwache versuchen den Flüchtlingen Diesel zu verkaufen, ihre Macht auszuspielen. Für eine viel zu weite Überfahrt nach Italien, mit einem Boot das kurz vor dem Untergehen ist. „Das Licht einer Taschenlampe flattert in der Dunkelheit wie ein gefangener Schmetterling. Zu Hause flogen die Schmetterlinge durch das Licht- und Schattenspiel der Feigenbäume hinter dem Haus, er sieht sie noch, sieht eine schlanke Mädchenhand nach ihnen greifen ...“ Die Küstenwache, hilft jedoch nicht, sie dreht ab, überlässt die Menschen auf der Flucht ihrem Schicksal, das Boot zerbricht unter zu starkem Wind und Wellen, und geht unter. „Europa ist ein stilles, friedliches Grab.“ 104 Menschen waren an Bord, 72 sterben nur 32 erreichen das rettende Ufer. Neben der ersten kurzen Perspektive von Asman lesen wir die Geschichte vor allem aus Jules Augen. Jule, die kurz vor dem Abi steht und eigentlich mit einer Freundin Evelyn Urlaub auf einer griechischen Insel machen wollte. „Sie betrachtete das biometrische Foto eines jungen Mädchens mit halblangen braunen Korkenzieherlocken und grünen Augen. Das Foto eines Gesichts, in dem die dunklen Sommersprossen ineinanderflossen wie Kontinente auf einer Landkarte.“ Doch Evelyn musste kurz vor Abflug ins Krankenhaus, Blinddarmdurchbruch, und so befindet sich Jule mitten in ihrem ersten Urlaub, den sie alleine erleben wird, in einem Abenteuer. Die Geschichte leuchtet in bunten Farben, die Insel, die Menschen und alles wird durch eine wunderbare Sprache in Worte getaucht. Man lebt mit den Protagonisten und erfährt so vieles zugleich mit Jule, für die fast ein neues Leben beginnt. Eine neue Sicht auf Dinge. Da ist Asmans vergangenes Leben in Jarmuk, also Syrien, oder Kleinpalästina, er wächst zwischen Angst und Krieg auf, im Kopf entstehen Bilder, Bilder, die man in den Nachrichten vielleicht als kurze Bildsequenzen gesehen hat. Aber es sind da auch die Nebencharaktere wie der schwangeren Aime, einem jungen Mädchen, Inselbewohner wie Kostas oder Silas, und eine Hand voller Touristen, die uns eine unendlich spannende Geschichte näher bringen. Jule lernt die Insel kennen, die Farben und Blumen, es ist ein wenig wie in einem Paradies. Sie erkundet die Insel und begegnet eine Jungen: verwahrlost etwas mysteriös aber auch voller Anziehungskraft. Ist es jener Junge vom Beginn der Geschichte - Asman? Gegensätzlicher als hier beschrieben, könnten die beiden Welten von Jule und Asman nicht sein. Was klischeebehaftet klingen mag, ist es nicht, die Geschichte der Beiden, die sich natürlich kennenlernen werden, glänzt durch Details, Farbe und Feinheiten. Es wird kein rosa Traum werden in den Jule hier eintaucht. Vielmehr wird sie sich immer wieder die Fragen stellen müssen, was richtig und was falsch ist, ihre eigenen Prioritäten neu definieren und sich am Ende entscheiden müssen. Nicht immer entscheidet ihr Verstand, meist ist ihr Herz lauter und sie begibt sich in Gefahr. Eine ausgesprochen spannende Erzählung haben uns Peer Martin und Antonia Michaelis hier komponiert. Ein Buch voller Farben und Emotionen aber auch Hintergründen. Ein Buch über das, was die Nachrichtenticker gerade im Sommer 2015 beherrschte, ein Buch über Flüchtlinge, Grenzen und Vorurteile. Ein Aufruf dafür die Augen zu öffnen, zu hinterfragen und nicht populistisches Gedankengut zu übernehmen.

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