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Hannahs Briefe

Roman

(7)
Eine unmögliche Liebe in Rio
Im Rio de Janeiro der 1930er Jahre wird der Schuhmacher Max Kutner von der Geheimpolizei gezwungen, die Korrespondenz seiner jüdischen Exilgenossen zu übersetzen. Dabei stößt er auf die Briefe einer gewissen Hannah an ihre Schwester. Hals über Kopf verliebt er sich in die unbekannte Schreiberin. Er beginnt sie zu suchen – bis sie eines Tages vor ihm in seinem Laden steht. Doch die wirkliche Hannah ist anders als die Traumfrau aus den Briefen: Sie arbeitet als Edelprostituierte – und gleichzeitig als Spionin.
„Der hintergründige Humor, die Nostalgie und die Fabulierlust des Erzählers machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen.“BUCH MAGAZIN
Rezension
Mit dem wunderbaren Mikrokosmos des jüdischen Viertels um die Praça Onze lässt Ronaldo Wrobel in Hannahs Briefe einen Moment in der Geschichte Rios lebendig werden, der zugleich Weltgeschichte ist: Der jüdische Einwandererstrom aus Europa in den 1920er und 1930er Jahren, der tiefe Spuren in der brasilianischen Gesellschaft hinterlassen hat. Der hintergründige Humor, die Nostalgie und die Fabulierlust des Erzählers machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen. Ein Meisterwerk, klug und bewegend. Ein wunderbares Lesevergnügen!
Peregrina Cultural
Portrait

Ronaldo Wrobel, geboren 1968, lebt und arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt in seiner Geburtsstadt Rio de Janeiro. Er ist Autor mehrerer Kurzgeschichtenbände und Kolumnist des jüdischen Magazins Menorah.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 328
Erscheinungsdatum 07.11.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7466-3065-6
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 192/116/27 mm
Gewicht 269
Auflage 2. Auflage.
Buch (Taschenbuch)
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Max und Hannah – eine Liebesgeschichte?“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Dies vorab: Es ist ein ungewöhnliches Buch und ganz anders als ich es mir an Hand des Klappentextes und des Covers vorgestellt hatte. Denn es ist beim besten Willen keine klassische Liebesgeschichte!

Ronaldo Wrobel ist ein brasilianischer Jude, der als Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt in Rio de Janeiro lebt. Sein erster
Dies vorab: Es ist ein ungewöhnliches Buch und ganz anders als ich es mir an Hand des Klappentextes und des Covers vorgestellt hatte. Denn es ist beim besten Willen keine klassische Liebesgeschichte!

Ronaldo Wrobel ist ein brasilianischer Jude, der als Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt in Rio de Janeiro lebt. Sein erster Roman wurde vom brasilianischen Kulturministerium, die Übersetzung vom Deutschen Übersetzerfond gefördert. Er erzählt darin einen Teil der jüdischen Geschichte, nämlich den der jüdischen Auswanderen aus dem Osten Europas nach Brasilien.

Seine Hauptperson ist Max. Max ist ein jüdischer Schuster, Mitte Dreißig und lebt in Rio de Janeiro. Er lebt ganz unauffällig und allein. Manchmal geht er zu Prostituierten, aber nicht zu den jüdischen, den sogenannten Polacas. Das passt nämlich nicht in sein Weltbild. Eines Tages wird er auf die Polizeistation gebeten, wo man ihn zwangsverpflichtet, dass er Briefe aus dem jiddischen ins portugiesische übersetzt. Und bei dieser Tätigkeit entdeckt er Hannah, die einen regelmäßigen Briefverkehr mit ihrer Schwester Guita in Buenos Aires unterhält. Hannahs Briefe sind so wunderbar, teilweise lebensklug, teilweise poetisch, so dass er sich nur auf Grund dieser Briefe in sie verliebt. Er hat keine Adresse von ihr, und doch versucht er sie ausfindig zu machen. Und eines Tages steht sie in seinem Laden, und er erkennt sie an Hand ihrer Handschrift. Doch wer ist Hannah wirklich? Erst nach und nach entdeckt er die Wahrheit über Hannah. Und immer, wenn er denkt, er weiß jetzt wirklich alles über sie, erfährt er wieder etwas Neues. Und so jagt er eigentlich ein Phantom.

Das Buch hat mich mehrfach überrascht. Der Autor versteht es fesselnd zu erzählen. Aber er ist auch ein typischer lateinamerikanischer Autor und erzählt seine Geschichte nicht stringent durch, sondern schweift immer mal wieder ab. Und so kommt man der eigentlichen Geschichte nur sehr langsam näher, erfährt aber viel über das jüdische Leben in Polen und Russland Anfang des 20. Jahrhunderts als auch über das jüdische Leben in Brasilien in den dreißiger Jahren. Kennen Sie die Verbrecherorganisation Zwi Migdal? Wenn nicht, werden Sie sie in diesem Roman kennenlernen. Und gerade wo ich dachte, jetzt kommt das große Finale mit der Auflösung, wechselt der Autor plötzlich die Erzählperspektive.

Ein spannendes Buch über einen mir völlig unbekannten Aspekt in der jüngeren jüdischen Geschichte. Es ist teilweise eine Liebesgeschichte und doch auch wieder ein Spionage-Roman. Sehr ungewöhnlich und sehr lesenswert.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
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3
2
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fade
von einer Kundin/einem Kunden aus Göppingen (BaWü) am 12.10.2014

Was vielversprechend begann, entwickelte sich beim Lesen zunehmend fade. Weder mit dem Inhalt noch den Figuren wurde ich warm. Wrobels Stil ist ausschweifend und immer ein wenig distanziert. Gegen Schluss überschlagen sich die Ereignisse, was zum sonst langsamen Handlungsaufbau nicht so recht passen will. Naja, nicht wirklich schlecht, aber... Was vielversprechend begann, entwickelte sich beim Lesen zunehmend fade. Weder mit dem Inhalt noch den Figuren wurde ich warm. Wrobels Stil ist ausschweifend und immer ein wenig distanziert. Gegen Schluss überschlagen sich die Ereignisse, was zum sonst langsamen Handlungsaufbau nicht so recht passen will. Naja, nicht wirklich schlecht, aber mein Fall war der Roman nicht.

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0 0
Südamerikanische Erzählfreude
von Wolkenkratzer am 22.03.2013
Bewertet: Buch (gebunden)

1936 lebt der polnische Jude Max Kutner bereits seit mehreren Jahren in Brasilien. Es ist eine Zeit tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Umbrüche, und inzwischen werfen auch die Gräueltaten der Nationalsozialisten ihre Schatten bis nach Südamerika. Eines Tages wird Max dazu aufgefordert, für den antikommunistischen Polizeiapparat Spitzeldienste zu leisten, indem... 1936 lebt der polnische Jude Max Kutner bereits seit mehreren Jahren in Brasilien. Es ist eine Zeit tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Umbrüche, und inzwischen werfen auch die Gräueltaten der Nationalsozialisten ihre Schatten bis nach Südamerika. Eines Tages wird Max dazu aufgefordert, für den antikommunistischen Polizeiapparat Spitzeldienste zu leisten, indem er die Briefe jüdischer Mitbürger übersetzt. Im Laufe dieser Tätigkeit verliebt er sich in eine Frau namens Hannah und entwickelt so etwas wie eine Obsession für die schöne Unbekannte. Als Hannah eines Tages leibhaftig vor ihm steht und sich nicht nur als wohlhabende Edelprostituierte entpuppt, sondern auch sonst sehr viel facettenreicher ist als gedacht… Ronaldo Wrobels Debütroman zeichnet den Liebes- und damit Leidensweg eines im Grunde seines Herzens einfachen und anständigen Mannes nach, dessen Gefühle sich sowohl der Realität, als auch den Moralvorstellungen eines gläubigen Juden widersetzen. Obwohl Max Kutner ahnt, dass sich sein Wunsch, Hannahs Herz zu gewinnen, aller Wahrscheinlichkeit nicht erfüllen wird, setzt er alles daran, sich ihr unentbehrlich zu machen. So manches Mal war ich etwas genervt von Max' Hartnäckigkeit und Naivität, andererseits aber auch wieder angenehm berührt von seiner Hilfsbereitschaft und Loyalität. "Hannahs Briefe" ist für mich jedoch eines dieser Bücher, in denen dem Leser die Hauptfiguren nicht in dem Maße ans Herz wachsen, dass er sich gar nicht mehr von ihnen trennen kann. Aber auch wenn ich ihre Handlungsweise und die der anderen Personen nicht immer nachvollziehen konnte, empfand ich dennoch Sympathie für sie. Die wohltuende Stimmung, die das Buch erzeugt, lässt sich vor allem damit erklären, dass der Autor einfach wunderbar erzählen kann. Seine Figuren sind trotz meines vorangehenden Einwands zum Glück nicht eindimensional. Auch die Handlung nimmt immer wieder andere Wendungen und spielt an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten. Längst vergangene Ereignisse und Familiengeschichten, die auf irgendeine Weise mit der Gegenwart verkettet sind, werden neu aufgerollt. Die Probleme der Juden in allen Ländern und zu jeder Zeit treten in Max' Erinnerungen sehr deutlich zutage, werden aber jenseits aller Verbitterung erzählt. Obwohl viele der Geschehnisse im Buch etwas mit Prostitution und Frauenhandel in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg zu tun haben, geht der Autor nie ins Detail. Es gibt keine einzige richtige Bettszene. Ronaldo Wrobel beschränkt sich auf das Gefühlsleben seiner Figuren und ihre Beweggründe, alles andere wird erfreulicherweise nur umschrieben und angedeutet. Die Kernaussage des Erzählten tritt auch ohne explizite Darstellungen und Vulgärausdrücke klar hervor. Südamerikanische Autoren sind in der Regel dafür bekannt, dass sie gern etwas blumig und ausschweifend erzählen. Ronaldo Wrobel dagegen schreibt zwar mit großer Lust und durchaus farbig, übertreibt es dabei aber nicht. Seine Geschichte ist unterhaltsam, ungewöhnlich, überhaupt nicht kitschig und überrascht besonders im letzten Teil. In zahlreichen klugen Wortspielen sowie Reflexionen über das Leben und was die Menschen daraus machen, blitzt der ganz spezielle jüdische Humor mit seiner schlitzohrigen, oft makabren, Missstände geschickt entlarvenden, originellen und selbstironischen Art auf. Hier wird mit den Menschen gelacht und nicht über sie. Ein ungewöhnliches und trotz vieler trauriger und nachdenklich stimmender Momente positives Leseerlebnis, das ich gern weiterempfehlen möchte!

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1 0
Brasilianische Legende.
von Brilli aus Hagen am 24.03.2013
Bewertet: Buch (gebunden)

Dass es von schicksalhafter Bedeutung sein würde, dass Hauptmann Avelar von der brasilianischen Geheimpolizei ihn zu sich bestellt, kann der jüdische Schuster Max Kutner nicht wissen. 1899 in Polen als Sohn von Leon und Reisele Goldstein geboren, verläßt er im Strom der europäisch-jüdischen Auswanderer 1928 seine Heimat und landet in... Dass es von schicksalhafter Bedeutung sein würde, dass Hauptmann Avelar von der brasilianischen Geheimpolizei ihn zu sich bestellt, kann der jüdische Schuster Max Kutner nicht wissen. 1899 in Polen als Sohn von Leon und Reisele Goldstein geboren, verläßt er im Strom der europäisch-jüdischen Auswanderer 1928 seine Heimat und landet in Rio de Janeiro, wo er eine kleine Schuhmacherei betreibt. Das Mißtrauen der brasilianischen Obrigkeit unter Präsident Vargas, die regierungsfeindliche Umtriebe vermutet und eine Briefzensur einführt, der alle Korrespondenz aus dem Ausland unterworfen wird, stellt Übersetzer in allen Sprachen ein, um die Inhalte zu prüfen. Max Kutner werden die jiddischen Nachrichten zugedacht, und eine Möglichkeit, diesen "Dienst am Vaterland" abzulehnen, hat er nicht, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Also wandert alles Jüdische nun durch seine Hände, unter Anderem auch ein Briefwechsel zwischen den beiden Schwestern Hannah und Guita. Je mehr Worte er über Hannah liest, je näher sie ihm in seinen Phantasien kommt, desto inständiger und drängender wird sein Wunsch, diese geheimnisvolle Frau kennenzulernen, nahezu besessen ist er von diesen Gefühlen, deren Hoffnung auf Erfüllung sein ganzes Leben verändern wird. Ronaldo Wrobel hat einen ungewöhnlich eindrucksvollen Roman geschrieben. Er spannt einen weiten Zeitbogen über ein intensives Stück Weltgeschichte voller Aufruhr und Umbruch. Die politischen Strömungen spülen Menschen, deren Wurzeln keinen sicheren Halt mehr bedeuten, in aller Herren Länder, sowie auch hier in das riesige Auffangbecken Brasiliens, Rio de Janeiro. Mit ungeuer intensiver Sprachgewalt malt Wrobel die überhitzte, skrupellose, menschenverachtende Atmophäre dieses gierigen Schlundes, der so rücksichtslos ist wie die Zeit, die ihn geformt hat. Die Protagonisten des Werkes sind ausnahmslos detailliert und vorstellbar skizziert, ihre Handlungen unter den damaligen Gegebenheiten auch nachvollziehbar oder zumindest erklärlich. Für mich ist dieser Roman in allen Belangen ein besonderes Leseerlebnis, weil alles stimmig ist, vielfältige Handlungsstränge in intelligenter und fesselnder Weise miteinander in Berührung kommen, Eines aus dem Anderen erwächst und sich bedingt. Ein wunderbares, erstaunliches Wortgemälde, das man nur zögernd aus der Hand legt.

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