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Homicide

Ein Jahr auf mörderischen Straßen. Ausgezeichnet m. d. Edgar Award u. d. Anthony Award

(14)
Tatort Baltimore: In der Stadt an der Ostküste der USA geschehen innerhalb eines Jahres 234 Morde – an zwei von drei Tagen wird ein Bürger erstochen, erschossen oder erschlagen. Im Zentrum dieses Hurrikans des Verbrechens steht das Morddezernat unter der Leitung von Lieutenant Gary D’Addario. Eine kleine Bruderschaft, konfrontiert mit dem amerikanischen Albtraum. Packend, authentisch, einzigartig.




Portrait
David Simon, Journalist, Drehbuchautor und Produzent, wurde 1960 in Washington D.C. geboren und lebt in Baltimore. Er war lange Jahre Polizeireporter bei der Baltimore Sun und schrieb die Bücher "Homicide" und "The Corner", die die Grundlage der von ihm geschaffenen Fernsehserie "The Wire" bildet. Sein aktuelles Projekt ist die Fernsehserie "Treme".
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Klappenbroschur
Seitenzahl 828
Erscheinungsdatum 10.12.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-67635-0
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 190/128/57 mm
Gewicht 628
Abbildungen schwarz-weiss Illustrationen
Verkaufsrang 32.364
Buch (Klappenbroschur)
11,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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"Why so stabby, Baltimore?" kommentiert Baltimore Crime den 186. Ermordeten am 8.12.11. 1988 waren es 234 und der Journalist David Simon begleitete das Morddezernat 12 Monate lang. Dabei entstand der Grundstein seines Erfolgs als Drehbuchautor zu den Serien "Homicide"(EAN:4029759072836)


Jetzt im Taschenbuchformat! Es hat sich nicht viel geändert:
"Why so stabby, Baltimore?" kommentiert Baltimore Crime den 186. Ermordeten am 8.12.11. 1988 waren es 234 und der Journalist David Simon begleitete das Morddezernat 12 Monate lang. Dabei entstand der Grundstein seines Erfolgs als Drehbuchautor zu den Serien "Homicide"(EAN:4029759072836) und "The Wire"(EAN:5051890020727).
Das Buch:
Ultrakomplex. Wuchtig. Voller Details. Noch mehr Details. "Homicide" schildert mit anatomischer Genauigkeit die tägliche Arbeit der Mordkommission. Simon zeigt den akribischen Wahnsinn dutzender Mordermittlungen und dahinter die Menschlichkeit in einer ungerechten Hundewelt. "Homicide" ist ein grandioses Stück Kriminalliteratur mit einer Realitätsnähe, die einem den Kopf zum Summen bringt.


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Diese Buch bildete die Vorlage für die Erfolgsserie "The Wire". Eine True Crime Story, der Autor begleitete über ein Jahr die Arbeit der Bostoner Mordkommission. Heftige Lektüre! Diese Buch bildete die Vorlage für die Erfolgsserie "The Wire". Eine True Crime Story, der Autor begleitete über ein Jahr die Arbeit der Bostoner Mordkommission. Heftige Lektüre!

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Ein Jahr in der Oberliga
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 06.01.2016

»In einer Polizeibehörde mit zirka dreitausend vereidigten Cops gehörst du zu den sechsunddreißig, die mit der Verfolgung des schlimmsten Verbrechens überhaupt beauftragt sind: dem Raub eines Menschenlebens. Du bist die Stimme der Toten. Der Rächer der Verschiedenen. Dein Gehaltsscheck kommt vielleicht von der Stadtverwaltung, aber, verdammt, nach sechs Bier... »In einer Polizeibehörde mit zirka dreitausend vereidigten Cops gehörst du zu den sechsunddreißig, die mit der Verfolgung des schlimmsten Verbrechens überhaupt beauftragt sind: dem Raub eines Menschenlebens. Du bist die Stimme der Toten. Der Rächer der Verschiedenen. Dein Gehaltsscheck kommt vielleicht von der Stadtverwaltung, aber, verdammt, nach sechs Bier glaubst du irgendwann selbst, dass du eigentlich im Dienst des Herrn unterwegs bist.« David Simon, Reporter und Drehbuchautor, durfte ein Jahr lang als „Praktikant“ das Morddezernat von Baltimore während seiner Arbeit begleiten. Das Ergebnis ist eine packende Reportage, die mich über 800 Seiten lang ans Buch gefesselt hat. Der Bericht startet am 19. Januar 1988, während einer Nachtschicht, mit Mordopfer Nummer 13 des noch jungen Jahres. Im Laufe der Nacht wird Mord Nummer 14 hinzukommen und am 31. Dezember 1988 wird der Zähler ermordeter Menschen in Baltimore bei 234 angekommen sein. Wer glaubt, sich die tatsächliche Arbeit eines Morddezernats vorstellen zu können, weil er viele Krimis gelesen oder entsprechende Filme gesehen hat, der wird hier eines besseren belehrt. Die Realität kommt hart und ungeschminkt rüber und man ahnt schon nach den ersten Abschnitten, weshalb sich alle Detectives ständig mit markigen Sprüchen und dreckigen Witzen gegenseitig übertrumpfen wollen und ein Trinkgelage nach dem nächsten stemmen. Der Leser fühlt sich erschlagen von der Vielzahl der Opfer, der Gleichgültigkeit, mit der Zeugen auf Gesehenes reagieren und ist beeindruckt, welches enorme Arbeitspensum die Detectives auf sich nehmen. Und das, obwohl sie nicht mal sicher sein können, dass ein Täter, der von ihnen überführt und verhaftet wurde, auch tatsächlich verurteilt wird. Mal ganz zu schweigen von den Prioritäten, die die Ermittler bei ihrer Arbeit beachten müssen… »Natürlich darf der Polizeichef nur dann überhaupt Luft holen, wenn er die Bedürfnisse des Bürgermeisters erfüllt hat, der viel entspannter über seine Wiederwahl sinnieren kann, wenn Sein höchsteigenes Polizeipräsidium Ihn nicht mit Peinlichkeiten oder Skandalen belästigt, Ihm höchstpersönlich zu Diensten ist und im Interesse des Gemeinwohls das Verbrechen bekämpft – ungefähr in dieser Reihenfolge.« (Man beachte auch die Großschreibung von „Ihm“) Der Leser erfährt so einiges über „Red Balls – Morde, die zählen.“ Es geht um Statistik, Kriminalitätsberichte und Aufklärungsquoten, vor dem geistigen Auge (und auch auf einigen Fotos) sieht man sich auftürmende Aktenberge. Wieviel kleinteilige und mühselige Schreibtischarbeit in den Ermittlungen steckt, lässt sich für einen Außenstehenden kaum erahnen. David Simon führt den Leser an die Arbeit der Mordermittler heran, stellt dazu „Die drei Säulen jeder Mordermittlung – Spuren. Zeugen. Geständnisse.“ und „Die zehn goldenen Regeln eines Mordermittlers“ vor. Als Krimileser ist man erstaunt, wie wenig Bedeutung in der Realität dem Motiv beigemessen wird! Weiter geht es mit Verhörtaktiken, den Abläufen vor Gericht und vielem, vielem mehr. Auch kritische Blicke fehlen nicht, wenn es um Themen wie Rassismus, Homophobie, Gewaltausübung durch Polizisten und den Schusswaffengebrauch geht. Ich war erstaunt, mit welcher Ehrlichkeit sich die Detectives äußersten, mit welcher Freimütigkeit sie den Journalisten an ihrer Seite tolerierten. Im lesenswerten Anhang wird dargestellt, wie Simon in seine „Praktikantenrolle“ hineinwuchs, sich anpasste und einlebte und so vom anfänglichen Störenfried zum kaum noch wahrgenommenen Schatten wurde. Kleine Warnung noch am Rande: So viel Realität ist reichlich desillusionierend und nicht immer leicht zu verdauen. Es wird blutig, nicht nur an den Tatorten, sondern auch bei den Autopsien. Und im Gegensatz zum normalen Krimi wird nicht jeder Mord aufgeklärt, gibt es auch grausame Kindermorde, die auf Dauer bei den „unerledigten“ Fällen verbleiben. (Punkt 10 der zehn goldenen Regeln: „Es gibt ihn, den perfekten Mord.“) Und noch ein Nachtrag zur Statistik: Im Jahr 1989 wurden in Baltimore 262 Menschen ermordet, im Jahr darauf 305. Die Spitze wurde 1993 mit 353 Toten erreicht. Nach wie vor hat Baltimore bei ca. 620.000 Einwohnern eine der höchsten Mordraten der USA. Fazit: Hart, gesellschaftskritisch, realistisch - ein ungeschönter Einblick in die Polizeiarbeit. »Das Morddezernat ist die Oberliga, die ganz große Arena, die wahre Show. So war es schon immer. Als Kain seinen Bruder Abel um die Ecke brachte, glauben Sie bloß nicht, dass der Alte da oben ein paar uniformierte Grünschnäbel zu den Ermittlungen schickte. Verdammt, nein, er holte einen Detective. Und so wird es auch immer bleiben, denn das Morddezernat jeder großstädtischen Polizei ist seit Menschengedenken das natürliche Habitat einer ganz seltenen Spezies: das des denkenden Cop.«

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Lesen!
von NK am 05.05.2013

David Simon beschreibt in seinem Buch ein Jahr lang die Ermittlungsarbeiten des Morddezernats von Baltimore. Völlig schonungslos, ehrlich und mit einer überwältigenden Neutralität schildert er den schwierigen Alltag der Detektives. Als ich das Buch kaufte hatte ich bedenken, ob es nicht zu sehr ein Sachbuch ist. Aber es ist alles... David Simon beschreibt in seinem Buch ein Jahr lang die Ermittlungsarbeiten des Morddezernats von Baltimore. Völlig schonungslos, ehrlich und mit einer überwältigenden Neutralität schildert er den schwierigen Alltag der Detektives. Als ich das Buch kaufte hatte ich bedenken, ob es nicht zu sehr ein Sachbuch ist. Aber es ist alles andere als ein langweiliger Bericht. Ein tolles Buch, das durch die wahren Begebenheiten lange im Gedächtnis bleibt. Unbedingt lesen!!

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It's Baltimore, hon ... duck!
von Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 22.03.2012
Bewertet: Kunststoff-Einband

Die Realität ist schlimmer, als es die Fiktion je sein könnte - das ist eine Erkenntnis neben vielen, welche man nach der Lektüre von "Homicide" gewinnt - eine "True-Crime"-Reportage, die schonungslos das Leben derer zeigt, welche den Traum vom "American Way of Life" schon direkt nach ihrer Geburt begraben... Die Realität ist schlimmer, als es die Fiktion je sein könnte - das ist eine Erkenntnis neben vielen, welche man nach der Lektüre von "Homicide" gewinnt - eine "True-Crime"-Reportage, die schonungslos das Leben derer zeigt, welche den Traum vom "American Way of Life" schon direkt nach ihrer Geburt begraben müssen. Armut, Dreck, Abfall, Krankheiten, Drogensucht. Das Baltimore des Jahres 1988 ist ein krimineller Sündenpfuhl und die Mordermittler beinahe jeden Tag gefordert. Ihnen hat David Simon 365 Tage bei der Arbeit über die Schulter geschaut. Was er zu erzählen hat, erschüttert, widert streckenweise an und ist trotz professionellem Stil mitunter spannend wie ein Krimi. Er berichtet von geschändeten und zu Tode geprügelten Zweijährigen, von gnadenlosen Drogenmorden, von der Ignoranz der Politik und von einer verstaubten Bürokratie, welche mit der immer weiter ausufernden Gewalt nicht mehr Schritt halten kann. Ein berührendes, unverblümt geschildertes Meisterwerk über eine Stadt voller Gewalt, das in seinen Dimensionen wohl mittlerweile überholt sein dürfte (der Ausblick am Ende ist ernüchternd), hinsichtlich der Schilderung von Polizeiarbeit aber auch heute noch eine Referenz darstellt.

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