Homo mediator

Geschichte und Menschenbilder der Mediation

Schriften zur Theorie und Praxis der Mediation 3

Der Klassiker in überarbeiteter Neufassung
Der „homo mediator“ handelt von Menschen, die willens sind, gemeinsam mit andern nach Wegen zu suchen, um aus der Verstrickung in Konflikte und Probleme herauszukommen.

Der erste Teil geht der Frage nach, seit wann diese Wege begangen werden. Vor rund 40 Jahren galt die Mediation als etwas ganz Neues aus den USA. In der Geschichte Europas erreicht sie aber das nachweisbare Alter von gut 2500 Jahren. In ihren Dokumenten findet man jedoch nur selten etwas über den Mediator als homo faber und oeconomicus. Dazu wurde er erst in neuester Zeit. Hingegen wissen wir mehr von Eigenschaften und Haltungen friedfertiger Frauen und Männer, die zerstrittenen Menschen mit geduldiger Zurückhaltung, Verständnis und Respekt begegnet sind. Sie hießen seit Jahrhunderten Mediatrix und Mediator.

Der zweite Teil knüpft an ihre Tradition an und erweitert sie: Homo mediator ist nicht nur eine Profession, sondern eine Lebensweise als Mitmensch im Alltag und als demokratischer Mitbürger.
Wie man öffentlich, beruflich und privat mit anderen umgeht, wird von Menschenbildern geleitet, die wir uns dabei machen. Bei Konflikten erstarren sie zu Wahrheiten: Du warst und bist immer so. Doch können sich Bilder ändern: „Die entsprechende Bereitschaft (...) macht es möglich“ (Abraham de Wicquefort, 1682). Mediation lebt von der Bereitschaft, offen aufeinander zuzugehen. Dafür braucht es nicht immer einen Dritten, der einem Sprichwort gemäß lacht, wenn andere sich streiten. Und miteinander statt gegeneinander zu reden, hält die Demokratie zusammen.
Portrait
Joseph Duss-von Werdt, Prof., Dr. phil., Dr. theol., gehört zu den Wegbereitern der Mediation im deutschprachigen Raum. Als „Mediationslehrer“ und Supervisor prägte er Generationen von Mediatorinnen und Mediatoren.
Seine unerschöpfliche, jahrelange Praxiserfahrung als „homo mediator“ hat ihn jedoch nicht daran gehindert, ein lernender, kritischer Querdenker zu bleiben. Er ruht sich nicht aus auf der Weisheit seiner Erfahrung, sondern bleibt Fragender und Suchender. Damit versteht er es wie kaum ein anderer die Haltung des Mediators nicht nur zu vermittelen, sondern auch zu leben.
Joseph Duss-von Werdt war Leiter des Instituts für Ehe und Familie in Zürich, Mitbegründer und -herausgeber der Zeitschrift Familiendynamik, Dozent für Systemtherapie an der Universität Fribourg (Schweiz) und Lehrbeauftragter für Mediation an der Fernuniversität Hagen und deren Vertreter im wissenschaftlichen Beirat des interuniversitären European Master on Mediation (Sion).
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum März 2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8340-1364-4
Verlag Schneider Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 22,8/15,7/2,2 cm
Gewicht 486 g
Abbildungen mit farbigen Abbildungen
Auflage 1. mit farb. Abb.
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