Hool

Roman

(24)
Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.
Einen so knallharten, tieftraurigen und todkomischen Debütroman hat es seit Clemens Meyers „Als wir träumten“ in Deutschland nicht mehr gegeben. Thomas Klupp
Winkler schreibt bewegend, kraftvoll und mit feinem Gespür für die Welt der Außenseiter. Denn eigentlich ist Heiko Kolbe ein hoffnungsloser Romantiker und seine Gewalt ein stummer Schrei nach Liebe. Moritz Rinke
Woher kommt die Wut, was tust du, wenn dir nichts geblieben ist? Verzweifelt, knallhart und voller Herz. HOOL leuchtet aus allen Wunden. Lucy Fricke
Portrait
Philipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Lebt in Leipzig. Auslandsaufenthalte im Kosovo und Japan. Neben Veröffentlichungen in Literaturmagazinen und -anthologien, erhielt er 2008 den Joseph-Heinrich-Colbin-Preis, 2015 für Auszüge aus "HOOL" den Retzhof-Preis für junge Literatur des Literaturhauses Graz und 2016 für "HOOL" den ZDF aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt. Zudem stand er mit "HOOL" auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 310, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 19.09.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783841211514
Verlag Aufbau digital
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Gewaltig, ekelerregend, krass, bildgewaltig und zutiefst menschlich. Der Fußball ist hier nebensächlich, hier geht es um eine Parallelwelt direkt vor unserer Haustür. Lesenswert! Gewaltig, ekelerregend, krass, bildgewaltig und zutiefst menschlich. Der Fußball ist hier nebensächlich, hier geht es um eine Parallelwelt direkt vor unserer Haustür. Lesenswert!

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Harte und schnelle Geschichte in der Hooligan Szene Hannovers angesiedelt. Nichts für schwache Nerven. Harte und schnelle Geschichte in der Hooligan Szene Hannovers angesiedelt. Nichts für schwache Nerven.

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Ein absolut ergreifender Einblick in die Gefühlswelt eines Fußballhooligans. Philipp Winkler überzeugt mit einem wunderbar einfühlsamen Schreibstil und tollen Charakteren. Ein absolut ergreifender Einblick in die Gefühlswelt eines Fußballhooligans. Philipp Winkler überzeugt mit einem wunderbar einfühlsamen Schreibstil und tollen Charakteren.

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Philipp Winkler beschreibt ungeschönt das aus dem Ruder gelaufene Leben eines jungen Mannes: Heiko Kolbe hat mit seiner Familie beinahe abgeschlossen. Sein Vater ist Alkoholiker und nicht imstande einen Entzug durchzuhalten. Seine Schwester hat sich eine vermeintlich idyllische bürgerliche Existenz aufgebaut und versucht den Kontakt Philipp Winkler beschreibt ungeschönt das aus dem Ruder gelaufene Leben eines jungen Mannes: Heiko Kolbe hat mit seiner Familie beinahe abgeschlossen. Sein Vater ist Alkoholiker und nicht imstande einen Entzug durchzuhalten. Seine Schwester hat sich eine vermeintlich idyllische bürgerliche Existenz aufgebaut und versucht den Kontakt zur Familie trotz der Widrigkeiten aufrechtzuerhalten.
Heikos Mutter ist aus seinem Leben verschwunden als er ein Kind war.
Über seinen Onkel gerät Heiko früh in Hooligan-Kreise und fährt schließlich regelmäßig zu Matches.
Damit beginnt der Roman - An einem entlegenen Acker, an dem sich Heikos Hannover 96-Gruppe mit gegnerischen Fans prügelt.
Nach wenigen Kapiteln entwickelt die Handlung einen regelrechten Sog. In Rückblenden erfährt man von den üblen Umständen in die Heiko geraten ist. Man liest von illegalen Tierkämpfen, bei denen viel Geld verwettet wird, von Heikos Exfreundin, die ebenfalls am Leben gescheitert ist, von geplatzten Träumen und brutalen Prügeleien zwischen verfeindeten Gruppen. Und immer wieder beschleicht einen das Gefühl dass Heiko, der sich so vehement unbeteiligt gibt und stur bis zuletzt an seiner Vision festhält, eigentlich nur eines sucht: Normalität und Zuwendung.
"Hool" ist ein Buch, das einem zusetzen kann. Und es ist in seinen expliziten Schilderungen von Gewalt und Elend faszinierend und abstoßend zugleich.
Ich bin gespannt auf weitere Bücher Philipp Winklers.

„Eine sprachliche Naturgewalt“

Dirk Bluhm, Thalia-Buchhandlung Lünen

Lassen Sie sich von dem Titel und dem scheinbaren Thema auf keinen Fall abschrecken. Es geht nur vordergründig um Fußball, Hooligans und Gewalt. In erster Linie geht es um Heiko, eine Aussenseiter und Träumer, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Die Sprache ist roh aber an vielen Stellen ebenso poetisch. Das Buch ist Lassen Sie sich von dem Titel und dem scheinbaren Thema auf keinen Fall abschrecken. Es geht nur vordergründig um Fußball, Hooligans und Gewalt. In erster Linie geht es um Heiko, eine Aussenseiter und Träumer, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Die Sprache ist roh aber an vielen Stellen ebenso poetisch. Das Buch ist ein absolutes Highlight und hätte mit seiner Kraft und Frische sicherlich den Deutschen Buchpreis verdient.

Andrea Becker, Thalia-Buchhandlung Fulda

Knallhart! Erst liest man nur mit offenem Mund, dann kann man es nachvollziehen, danach kriegt man sogar ein wenig Mitleid. Das Buch hat mich echt mitgenommen! Knallhart! Erst liest man nur mit offenem Mund, dann kann man es nachvollziehen, danach kriegt man sogar ein wenig Mitleid. Das Buch hat mich echt mitgenommen!

Tamara Lee Zangerle, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

Authentische Geschichte - unverblümt erzählt. Der Autor schafft es durch seine ehrlich-direkte Sprache ein Thema anzusprechen, das sonst selten aus dieser Perspektive erzählt wird. Authentische Geschichte - unverblümt erzählt. Der Autor schafft es durch seine ehrlich-direkte Sprache ein Thema anzusprechen, das sonst selten aus dieser Perspektive erzählt wird.

„Die Familie kann man sich nicht aussuchen....“

Dorothea Weiss, Thalia-Buchhandlung Jena

... Freunde aber schon!
Heiko und seine Freunde sind Hools für Hannover 96. Zusammen wollen sie den Namen Hannovers in die Welt tragen und gehen keinem Match aus dem Weg. Wenn es nach Heiko ginge, würde sich daran niemals etwas ändern!
Doch Menschen verändern sich!
Als sein bester Freund fast totgeprügelt wird muss Heiko mit ansehen,
... Freunde aber schon!
Heiko und seine Freunde sind Hools für Hannover 96. Zusammen wollen sie den Namen Hannovers in die Welt tragen und gehen keinem Match aus dem Weg. Wenn es nach Heiko ginge, würde sich daran niemals etwas ändern!
Doch Menschen verändern sich!
Als sein bester Freund fast totgeprügelt wird muss Heiko mit ansehen, wie seine Zweitfamilie langsam zerbricht....
Brutal, ehrlich und schonungslos! Ein verdienter Kandidat für den Deutschen Buchpreis!

„Geht unter die Haut und macht nachdenklich!“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Roman über einen Fußball-Hooligan mit beeindruckender Milieuschilderung und zum Teil Kneipenjargon.Was macht junge Menschen so zornig? Der Protagonist kommt aus einer zerrütteten Familie, hat keinen Freundin. Nur für einen auf dem Dachboden gehaltenen Geier entwickelt er Fürsorge. Was für ein trauriges Leben, dessen Höhepunkte Schlägereien Roman über einen Fußball-Hooligan mit beeindruckender Milieuschilderung und zum Teil Kneipenjargon.Was macht junge Menschen so zornig? Der Protagonist kommt aus einer zerrütteten Familie, hat keinen Freundin. Nur für einen auf dem Dachboden gehaltenen Geier entwickelt er Fürsorge. Was für ein trauriges Leben, dessen Höhepunkte Schlägereien sind.

Anne Pietsch, Thalia-Buchhandlung Hof

Erschreckend realistische und brutale Einblicke in die Welt der Hooligans. Es geht um einen jungen Mann, der seinen Platz in der Welt sucht. Überraschend gefühlvoll. Erschreckend realistische und brutale Einblicke in die Welt der Hooligans. Es geht um einen jungen Mann, der seinen Platz in der Welt sucht. Überraschend gefühlvoll.

Pascal Endres, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Eine bewegende Geschichte. Ein junger Mann auf der Suche nach sich selbst. Drastisch geschildert und gut geschrieben.. Eine bewegende Geschichte. Ein junger Mann auf der Suche nach sich selbst. Drastisch geschildert und gut geschrieben..

Authentisch wirkender und schonungsloser Roman über die erschreckend gewalttätige Lebenswelt eines Hooligans. Authentisch wirkender und schonungsloser Roman über die erschreckend gewalttätige Lebenswelt eines Hooligans.

Philipp Stirbu, Thalia-Buchhandlung Bremen

Ein Einblick in die Welt der Hooligans, der sehr gut recherchiert ist und zeigt, dass hinter dem "auf die Fresse hauen" eigentlich nur ein stummer Schrei nach Liebe steckt. Ein Einblick in die Welt der Hooligans, der sehr gut recherchiert ist und zeigt, dass hinter dem "auf die Fresse hauen" eigentlich nur ein stummer Schrei nach Liebe steckt.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
24 Bewertungen
Übersicht
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Hool
von miss.mesmerized am 25.09.2016

Wenn das Leben wenig zu bieten hat und die eigene Familie sich in ihre Bestandteile aufgelöst hat, braucht man einen Ersatz. Heiko hat ihn gefunden: gemeinsam mit seinen Kumpels ist er nicht nur Fan von Hannover 96, sondern Hool. Wenn die Fußballer ihre Duelle auf dem Platz austragen, freuen... Wenn das Leben wenig zu bieten hat und die eigene Familie sich in ihre Bestandteile aufgelöst hat, braucht man einen Ersatz. Heiko hat ihn gefunden: gemeinsam mit seinen Kumpels ist er nicht nur Fan von Hannover 96, sondern Hool. Wenn die Fußballer ihre Duelle auf dem Platz austragen, freuen sie sich schon auf die dritte Halbzeit, wenn die Anhänger der Teams auf der Straße aufeinander treffen und in heimlichen Fights nach ihrem Sieger suchen. Sein Onkel Axel, Inhaber eines Gym mit illegalen Nebengeschäften, hat ihn schon früh an die Hand genommen, als sein Vater in Depressionen versank nachdem die Mutter davongelaufen war. Genau wie Axel wird auch Heiko den Absprung nicht schaffen, obwohl sich nach und nach die Kumpels in ein bürgerliches Leben verabschieden. Welches Leben wartet auch schon auf ihn? Er hat doch nur die Fights. Philipp Winklers Roman ist einer der sechs verbliebenen der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2016. Thematisch sicher der ausgefallenste von den Nominierten, die ich gelesen habe. Heiko ist ein krasser Außenseiter, der am Rand der Gesellschaft lebt und dessen Dasein von einem ganz anderen Takt und anderen Werten bestimmt wird. Man teilt seine Einstellung über weite Strecken nicht und dennoch kann man nicht sagen, dass er einem gänzlich unsympathisch ist. Das, was er seinen Freunden an Zuneigung und Hilfe entgegenbringt, ist schon beachtenswert – allerdings sind diese auch seine Ersatzfamilie nachdem dir originäre sich aufgelöst hat. Eine völlig ausgereifte Figur mit vielen Facetten, kein unbedarfter Teenager mehr, aber auch noch nicht ganz im Leben angekommen. Nicht auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, kein großer Zweifler, aber im eigenen Leben nicht zu Hause und das richtige ist nur manchmal verschwommen am Horizont erkennbar. Worin liegt die Qualität des Romans, die die Nominierung rechtfertigt? Ein Einblick in das Leben eines Menschen am Rande der Gesellschaft, thematisch gewagt; mit Hooligans werden nicht viele Leser etwas anfangen können, es mag sogar eher verschrecken – insbesondere Titel und Cover sind hier sehr drastisch, was jedoch zum Buch passt. Die Konstruktion des Romans wird nicht gleich offensichtlich, es dauert ein wenig, bis man durchschaut, was Winkler sich da ausgedacht hat. Wir werden nicht chronologisch durch die Handlung geführt, sondern haben zwei Stränge: Heikos Leben im Jetzt, das zeitlich voranschreitet und Heikos Leben in der Familie, das rückwärts läuft und erst spät aufklärt, wie es zur Fragmentierung kam. Eine sehr gelungene Erzählweise, die sich kompliziert anhört, aber dennoch gut zu lesen ist. Der Ton ist glaubwürdig getroffen und passt zur Szene. Alles in allem, ein in sich völlig stimmiger und runder Roman, auf den es lohnt, sich einzulassen.

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Wenn Fussball und Gewalt der Sinn des Lebens sind
von Xirxe aus Hannover am 26.03.2017
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Für den 27jährigen Heiko Kolbe gibt es nur wenig im Leben was ihm wichtig ist, nachdem seine Freundin ihn verlassen hat: Es sind seine Freunde, mit denen er seine Liebe zum Fußball und zur Gewalt teilen kann. Immer wieder treffen sie sich zu Matches mit Gleichgesinnten aus anderen Städten,... Für den 27jährigen Heiko Kolbe gibt es nur wenig im Leben was ihm wichtig ist, nachdem seine Freundin ihn verlassen hat: Es sind seine Freunde, mit denen er seine Liebe zum Fußball und zur Gewalt teilen kann. Immer wieder treffen sie sich zu Matches mit Gleichgesinnten aus anderen Städten, wo es ausschließlich darum geht, sich gegenseitig zusammenzuschlagen. Den Kick, den sich Andere beim Bungeejumping oder Bergsteigen holen, erhalten diese jungen Männer durch Schlägereien bis auf's Blut, wobei die Gegnerschaft im Fußball der bereits vorhandenen Aggressivität noch einen zusätzlichen Schub verleiht. Nach "Niemand ist bei den Kälbern" von Alina Herbig ist dies bereits das zweite Buch in kurzer Zeit, das mir einen Einblick in eine Welt liefert, die bei "Hool" zwar im wahrsten Sinne des Wortes um die Ecke liegt; doch wovon hier erzählt wird, wirkt so weit entfernt, als wäre von einem anderen Planeten die Rede. Wunstorf, Luthe, Hannover - all diese Orte, in denen Heiko sich aufhält, sind mir gut bekannt. Aber in seinem Leben gehören Alkohol und Drogen ebenso wie Gewalt und Kriminalität zum Alltag. Da werden Anabolika gehandelt, Drogen vertickt und konsumiert, Tierkämpfe mit Wettgeschäften veranstaltet; es wird gesoffen, gekifft und wenn es einem gerade danach ist, einer zusammengeschlagen. Klar weiß ich, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen (oder sowas in der Art) ist und es in unserer Gesellschaft Bereiche gibt, in denen die Uhren anders gehen. Doch was Philipp Winkler hier überzeugend durch seinen Protagonisten erzählen lässt, ist für mich eine völlig fremde Welt, obwohl sie in meiner unmittelbaren Nachbarschaft existiert. Heiko ist kein wirklicher Sympathieträger – wie könnte es bei einem Hooligan auch anders sein? Doch auch wenn seine Sprache vulgär, brutal und derb ist, ist er ebenso wenig der Widerling und die Dumpfbacke schlechthin, wie man vermuten könnte. Er war auf dem Gymnasium (wenn auch ohne Abschluss), machte Zivildienst und lehnt Nazis ab. So wie er seine Ruhe will, lässt er die Anderen in Ruhe und wäre nicht diese ständig schwelende Wut in ihm, der er bei den Matches freien Lauf lässt, könnte er der nette junge Nachbar von gegenüber sein. In Rückblicken, die in die laufende Erzählung immer wieder eingeschoben werden, wird erkennbar, woher diese Wut letzten Endes kommt. Auch der Blick auf Heikos Freunde widerspricht dem Klischee der rechten Schläger. Sie sind ebenfalls keine Nazis: Kai ist ein lebensfroher Student; Jojo ein braver Sohn, der bei seiner Mutter lebt. Es ist ein brutales und grausames Buch ohne Schwarz-Weiß-Malerei, das ungemein realistisch wirkt und gerade im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen um das Auseinanderdriften der Gesellschaft ein wichtiger Beitrag sein kann. Ich habe auf jeden Fall einen Einblick in eine Welt erhalten, der mir sonst nicht möglich gewesen wäre. Dafür Danke!

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Wenn man erst einmal angefangen hat, dann muss man es auch zu Ende lesen
von Andrea Karminrot aus Berlin am 11.10.2016
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Heiko Kolbe hat zwei Familien. Eine, in die er hineingeboren ist und Eine, die er sich ausgesucht hat. Wo er sich wohl fühlt und glaubt er gehöre dorthin, ist eine Gruppe von Männer, die sich nur um Fußball kümmert. Genauer gesagt, um Hannover 96. Sie treffen sich nach den... Heiko Kolbe hat zwei Familien. Eine, in die er hineingeboren ist und Eine, die er sich ausgesucht hat. Wo er sich wohl fühlt und glaubt er gehöre dorthin, ist eine Gruppe von Männer, die sich nur um Fußball kümmert. Genauer gesagt, um Hannover 96. Sie treffen sich nach den Spielen auf einer Wiese und hauen sich gegenseitig auf’s Maul. Heiko hofft schon seit längerer Zeit, Anführer dieser Gruppe zu werden, aber sein Onkel Axel, der den Haufen in der Hand hat, gibt das Zepter nicht ab. Heikos echte Familie steckt in verschiedenen Miseren. Der Vater Alkoholiker (Heiko kann ihm längst das Wasser reichen!), wird von Heikos Schwester zum Entzug in eine Rehaklinik gesteckt. Die Stiefmutter, Heikos richtige Mutter ist verschwunden, stammt aus Thailand und ist nicht in der Familie willkommen. Manuela, die Schwester, ist unglücklich, weil sie andere funktionierende Familien um sich hat und weiß, dass ihre so nie sein wird. Das Gefühlsleben des jungen Mannes kommt hervorragend rüber und die brutalen Szenen sind erstklassig beschrieben. Man hat das Gefühl, mittendrin zu stehen. (nicht, dass das mein Wunsch wäre!) Der Text ist einfach und schnell zu lesen. Die Story hat Hand und Fuß. Mich hat eher diese plumpe Clique verschreckt. Die nur auf Schläge aus ist. Die aber ebenfalls voller Komplexe steckt, sich dem echten Leben nicht stellt und dumpf vor sich hin stapft. Verrückte Typen sind dabei vertreten, wie Armin, der Tiere sammelt, wie Tiger und Bartgeier. Auf den ersten Seiten des Buches konnte ich nicht sagen, ob mich das Buch in seinen Bann gezogen hätte. Fußball ist für mich ein Sport, der mich meistens nur zu den Weltmeisterschaften interessiert. Dass es Hooligans gibt, weiß ich. Was die allerdings antreibt, ist mir ein Rätsel. Was auch durch diesen Roman nicht besser geworden ist. Etwa ab der Mitte des Buches, war ich allerdings tatsächlich gefangen und las mich an einem Nachmittag durch den gesamten Roman. Die Schreibweise von Phillip Winkler erinnerte mich ein bisschen an Sven Regeners “Herrn Lehmann”. Der Roman mutet ab und an auch witzig an, lässt mich aber auch nachdenklich zurück. Welche Wut den jungen Mann antreibt, solche brutalen Ausbrüche zu veranstalten? Mein Fazit: wenn man sich mit der Schnoddersprache der Hauptdarsteller angefreundet hat und sich über die ersten Seiten hinein gelesen hat, ein sehr unterhaltsamer Roman.

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