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Ich zähmte die Wölfin

Die Erinnerungen des Kaisers Hadrian. Mit e. Anh. 'Notizen zur Entstehung des Buches'

(3)
Ein leidenschaftlicher Mann
Die Lebensgeschichte des römischen Kaisers Hadrian.
In seiner Villa in Tibur schreibt der sechzigjährige Kaiser Hadrian an seinen Adoptivenkel, den späteren Herrscher Marc Aurel. Was er dem siebzehnjährigen Jüngling mitteilt, gleicht einem reflexiven Selbstgespräch, ist ein Versuch des alternden Mannes, die wechselnden Masken und Gesichter des eigenen Ich zu erkunden: Hadrian wurde als Provinzler im westlichsten Teil des Reichs, in Spanien geboren. Der Eroberungswut seines Vorgängers Trajan setzt der musische und sensible Hadrian seine Friedenspolitik entgegen, die die segensreichsten Auswirkungen auf das Reich haben sollte. Zwei große Leidenschaften prägten diesen ungewöhnlichen Herrscher: die einfühlende Bewunderung griechischer Kunst und die Liebe zu dem bithynischen Knaben Antonius.
Ein Besuch der Villa Adriana bei Rom weckte in der zwanzigjährigen Marguerite Yourcenar den Plan, eine Biographie dieses Mannes zu verfassen. Als die fiktiven Erinnerungen in deutscher Sprache erschienen, schrieb Ludwig Curtis: "Man hat nur wenige Seiten ... zu lesen, um von einem doppelten Zauber umfagen zu werden: von dem Zauber der großen Persönlichkeit des Kaisers und von dem Zauber der dichterischen Einfühlung der Verfasserin nicht nur in dessen persönliche, sondern in seine ganze weite antike Welt."
Portrait
Marguerite Yourcenar, geb. 1903 in Brüssel, studierte in Frankreich und England, bis sie, nach zahlreichen Reisen durch Europa, Amerika und den Vorderen Orient, Professorin für französische Literatur in New York wurde. Nachdem sie 1963 den Prix Combat und 1968 den Prix Femina erhalten hatte, wurde sie 1971 in die Academie Royale Belge und 1980 als erste Frau in die Academie francaise aufgenommen. 1987 starb sie in den Vereinigten Staaten. In den Familiengeschichten und autobiographischen Romanen 'Gedenkbilder', 'Lebensquellen' und 'Liebesläufe' hat sie vor allem ihrem Vater und der europäischen Gesellschaft des 19. und einsetzenden 20. Jahrhunderts ein unvergängliches Denkmal gesetzt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 01.10.1998
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-12476-8
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 193/121/20 mm
Gewicht 280
Originaltitel Mémoirs d' Hadrian
Auflage 23. Auflage
Verkaufsrang 51.074
Buch (Taschenbuch)
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„Anspruchsvoller Histo-Roman!“

Verena Gwosdz, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Yourcenars historischer Roman über den römischen Kaiser Hadrian ist ein Werk voller Philosophie, Zartheit, Geschichte und Gefühl. Ihre Sprache haut einen buchstäblich um und während des Lesens denkt man tatsächlich die ganze Zeit: "Diese Zeilen hat Hadrian selbst geschrieben - ja!" Zumindest hätten seine Aufzeichnungen exakt so ausgesehen, Yourcenars historischer Roman über den römischen Kaiser Hadrian ist ein Werk voller Philosophie, Zartheit, Geschichte und Gefühl. Ihre Sprache haut einen buchstäblich um und während des Lesens denkt man tatsächlich die ganze Zeit: "Diese Zeilen hat Hadrian selbst geschrieben - ja!" Zumindest hätten seine Aufzeichnungen exakt so ausgesehen, da bin ich mir sicher. Zwischendurch braucht man schon Durchhaltevermögen - es kann langatmig werden - aber es lohnt sich. Ein toller historischer Roman bzw. Biografie, die allerdings ziemlich anspruchsvoll ist und weniger der Unterhaltung dient, sondern vielmehr zum Nachdenken anregt.

Kundenbewertungen


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Maskeraden
von Polar aus Aachen am 05.06.2007

Es mag am Ton liegen, daß die Lebensgeschichte des römischen Kaisers Hadrian wie ein in sich ruhendes Gewässer auf einen wirkt. Trotz der Finessen und Abgründe, die einen erst zum Kaiser machen, erweckt die historische Person Hadrians hier abgeklärt, sensibel, spiegelt sich sein homoerotisch musisches Wesen im machtpolitischen Alltag... Es mag am Ton liegen, daß die Lebensgeschichte des römischen Kaisers Hadrian wie ein in sich ruhendes Gewässer auf einen wirkt. Trotz der Finessen und Abgründe, die einen erst zum Kaiser machen, erweckt die historische Person Hadrians hier abgeklärt, sensibel, spiegelt sich sein homoerotisch musisches Wesen im machtpolitischen Alltag wieder. Das Ganze von Marguerite Yourcenar bewußt von weit außen betrachtet. Hadrian schreibt an Marc Aurel, doch seine Lebensbeichte hört sich wie die eines anderen an. Wer sich über die Zeit Hadrians informieren will, ist in Yourcenars Buch gut aufgehoben, wer eine spannende Lektüre erwartet weniger. Kunstvoll und literarisch. Nicht langweilig, aber es bleibt viel Distanz, die der intellektuellen Annäherung bedarf.

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0 1
DER Historische Roman des XX. Jahrhunderts!
von Lorenz Laudenberg aus Bergisch Gladbach am 15.09.2009
Bewertet: gebundene Ausgabe

Kurz vor seinem Tod schreibt der greise röm. Kaiser Hadrian ( 76- 138) einen Abschiedsbrief an seinen Freund ( und späteren Kaiser) Marc Aurel, schildert ihm zunächst seinen schlechten gesundheitlichen Zustand. Nach und nach aber weitet sich dieser Brief aus zu einer Auseinandersetzung mit seinem Lebenswerk, beschreibt sehr lebendig... Kurz vor seinem Tod schreibt der greise röm. Kaiser Hadrian ( 76- 138) einen Abschiedsbrief an seinen Freund ( und späteren Kaiser) Marc Aurel, schildert ihm zunächst seinen schlechten gesundheitlichen Zustand. Nach und nach aber weitet sich dieser Brief aus zu einer Auseinandersetzung mit seinem Lebenswerk, beschreibt sehr lebendig den Weg ins höchste Amt des Reiches. Die große französische Autorin Marguerite Yourcenar denkt sich ein in diese große Epoche der röm. Geschichte, das " Goldene Zeitalter", läßt für uns mit großem Einfühlungsvermögen die Spätantike lebendig werden. Sie hat dafür jahrelang recherchiert, sich mit der Persönlichkeit des Kaisers gründlich auseinandergesetzt. Die fiktive Autobiographie hält sich eng an die historischen Fakten, zeigt Hadrian als einen Politiker des Friedens und als Kunstfreund. Dennoch: sein widersprüchlicher Charakter scheint immer wieder durch, verleiht dem Roman eine dauerhafte Spannung. Historische Romane auf diesem hohen literarischen Niveau sind rar gesät, spontan fallen mir da z.B. noch ein: "Ich, Claudius, Kaiser und Gott" von Robert von Ranke Graves oder " Die Kinder der Finsternis" von Wolf von Niebelschütz. Bin schon froh darüber, dass Manesse die " Hadrian- Memoiren" neu aufgelegt hat!

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