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Im Jahr des Affen

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017, Kategorie Jugendbuch

(10)
Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant.
Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam.
Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück.
Rezension
"Wunderbar erzählt und absolut nachvollziehbar.", alliteratus.com, Jutta Seehafer, 04.11.2016
Portrait
Que Du Luu, 1973 geboren in Saigon/Südvietnam, ist chinesischer Abstammung. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete sie wie Millionen andere Boatpeople über das Meer. In Bielefeld betrieb die Familie ein China-Restaurant. Luu erhielt u. a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Hohenemser Literaturpreis. „Im Jahr des Affen“ ist ihr erstes Buch bei Königskinder.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 288
Altersempfehlung 14 - 99
Erscheinungsdatum 18.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-551-56019-3
Verlag Carlsen
Maße (L/B/H) 215/157/30 mm
Gewicht 451
Verkaufsrang 38.184
Buch (gebundene Ausgabe)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

Vanessa Pludra, Thalia-Buchhandlung Berlin

Sehr sympathisch und authentisch geschrieben. Ein Mädchen, das gefangen ist zwischen den kulturellen Unterschieden der Deutschen und Chinesen, und sich fragt, wohin es gehört. Sehr sympathisch und authentisch geschrieben. Ein Mädchen, das gefangen ist zwischen den kulturellen Unterschieden der Deutschen und Chinesen, und sich fragt, wohin es gehört.

Leokadia Kessel, Thalia-Buchhandlung Dinslaken

Besticht durch poetische, ungewöhnliche Art heraus. Über das Erwachsenwerden zwischen zwei Welten. Schön! Besticht durch poetische, ungewöhnliche Art heraus. Über das Erwachsenwerden zwischen zwei Welten. Schön!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Gotha

In der ersten Hälfte konnte mich das Buch gar nicht packen und ich wollte es schon weglegen, in der zweiten jedoch wird es spannend und interessant. Durchhalten, es lohnt sich! In der ersten Hälfte konnte mich das Buch gar nicht packen und ich wollte es schon weglegen, in der zweiten jedoch wird es spannend und interessant. Durchhalten, es lohnt sich!

Kundenbewertungen


Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
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Im Jahr des Affen
von Mel aus Hiddenhausen am 27.05.2016

Zum Buch "Im Jahr des Affen" kann ich nicht viel negatives sagen. Zuerst dachte ich, es dreht sich alles um die Liebelei zwischen Hauptprotagonistin Mini und ihrem Schulfreund und Schwarm Bela. Glücklicherweise war dies aber nicht die Hauptgeschichte, sondern handelte von Mini und ihrem Vater und ihrem Leben als... Zum Buch "Im Jahr des Affen" kann ich nicht viel negatives sagen. Zuerst dachte ich, es dreht sich alles um die Liebelei zwischen Hauptprotagonistin Mini und ihrem Schulfreund und Schwarm Bela. Glücklicherweise war dies aber nicht die Hauptgeschichte, sondern handelte von Mini und ihrem Vater und ihrem Leben als Einwanderer in Deutschland. Vor allem geht es in diesem Buch um die Zugehörigkeit: Mini lebt seit sie 4 Jahre alt ist in Deutschland, kennt kaum noch etwas von der traditionellen chinesischen Kultur, fühlt sich aber dennoch nicht richtig angekommen. Sie weiß einfach nicht, wohin sie gehört. Jugendliche und auch Erwachsenen kann ich dieses Buch sehr empfehlen, denn es zeigt auf eine humorvolle, aber auch sehr ernste Weise, mit welchen Barrieren Einwanderer und Kriegsflüchtlinge in Deutschland zu kämpfen haben. Außerdem ist es ein Buch, dessen Handlung unmittelbar in meinem Heimatort spielt! Ich wohne im Kreis Herford und es war herrlich, im Buch Ecken und Orte wieder zuerkennen. Das hatte ich so bisher auch noch nicht erlebt. Mein Fazit Das Leben als chinesische Einwandererfamilie in Deutschland. Oft nicht leicht, oft aber auch sehr erheiternd. Daumen hoch.

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eine Bereicherung
von einer Kundin/einem Kunden aus Langenselbold am 12.04.2016

Mini und ihr Vater sind damals im Vietnamkrieg nach Deutschland geflüchtet, sie sind beide "vietenamesische Chinesen" und ihr Vater musste sich hart durchkämpfen. Mini (eigentlich Min Thi) hat sich sehr gut integriert, sie geht auf eine gute Schule und hat deutsche Freundinnen, eigentlich fühlt sie sich nicht richtig chinesisch,... Mini und ihr Vater sind damals im Vietnamkrieg nach Deutschland geflüchtet, sie sind beide "vietenamesische Chinesen" und ihr Vater musste sich hart durchkämpfen. Mini (eigentlich Min Thi) hat sich sehr gut integriert, sie geht auf eine gute Schule und hat deutsche Freundinnen, eigentlich fühlt sie sich nicht richtig chinesisch, eigentlich sind ihre Wurzeln ihr eher peinlich. Als dann ihr Vater ins Krankenhaus muss und ihr Onkel aus Australien auftaucht, mischt dieser ziemlich viel auf, da er ein traditionsbewusster Mann ist und zeigt Mini, was es heißt, chinesische Wurzeln zu haben. Meinung: Zunächst einmal finde ich das Cover des Buches wunderschön, ich liebe die chinesischen Drachen, die sowohl Vorder- als auch Hintergrund zugleich sind, die gesamten Frühlingsneuerscheinungen des Königskinder Verlages haben diesen Stil, der wunderschön ist (und weswegen ich fast alle Bücher des neuen Programms auch habe). Dieses Buch lag mir jedoch ganz besonders am Herzen, da ich, mit italienischen Ursprüngen, mich in einer ähnlichen Situation wie Mini befinde. Das Thema der traditionellen Wurzeln hat in mir großes Interesse geweckt, Minis innerliche Zerrissenheit konnte ich sehr gut mit ihr teilen. Ich habe mich einerseits stark mit Mini verbunden gefühlt, dadurch dass ich auch eher gebrochen italienisch spreche und von meinen Verwandten dadurch verhöhnt werde und ich auch des öfteren aufgefordert wurde italienischer zu sein, andererseits war der "chinesische" Teil ein vollkommen neuer Input für mich, da ich bisher nichts wusste über Chinesen in Vientam, über die Kommunisten und auch über die Flüchtlinge, die aus Vietnam kamen. Ganz interessant fand ich dabei, dass Minis Onkel erst nach dem Krieg geflohen ist, wegen der Schreckensherrschaft und der Perspektivlosigkeit, ich meine, wie bitter ist das denn? Da harrt man einen ganzen Krieg aus und überlebt und danach? Ist das Leben nur noch schlechter für einen. Mir gefällt auch noch, dass das Buch nicht aufdringlich ist, die Probleme werden nur ganz dezent thematisiert und dem Leser wird der Freiraum gegeben, sich mehr oder weniger mit dem Thema zu beschäftigen, dennoch ist es spannend, dadurch dass die Probleme existenzieller Natur sind und echte Umbrüche geschehen. Für mich war es eine absolute Bereicherung dieses Buch zu lesen, ich kann es nur jedem weiter empfehlen ! Volle Punktzahl! Was denn sonst?

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Hast du schon Reis gegessen?
von Vorleser am 29.03.2016

Inhalt: Mini möchte nichts lieber sein als ein typischer Teenager. Im Freundeskreis gelingt ihr das auch, nicht so jedoch in ihrer Familie, oder im Chinarestaurant, welches ihr Vater betreibt. Als dieser ins Krankenhaus kommt, muss Mini das Restaurant führen und sich gleichzeitig um ihren Onkel kümmern, der zu Besuch aus... Inhalt: Mini möchte nichts lieber sein als ein typischer Teenager. Im Freundeskreis gelingt ihr das auch, nicht so jedoch in ihrer Familie, oder im Chinarestaurant, welches ihr Vater betreibt. Als dieser ins Krankenhaus kommt, muss Mini das Restaurant führen und sich gleichzeitig um ihren Onkel kümmern, der zu Besuch aus Australien angereist ist. Dabei ist Mini frisch verliebt und würde sich am Liebsten nur um Bela kümmern - so heißt der Junge ihrer Träume. Meine Meinung: Es ist gar nicht so einfach den Inhalt zusammenzufassen ohne zuviel Preis zugeben. Mini hat mit diversen Problemen zu kämpfen, und zwar von allen Seiten. Die Deutschen können es nicht verstehen, dass Mini so gar keine Erinnerung an ihre Flucht aus Vietnam hat (dabei war sie erst drei Jahre alt als ihr Vater mit ihr floh), und dass sie auch nicht übermäßig daran interessiert ist. Sie lebt aber im Hier und Jetzt, und ist ein ganz normaler Teenager mit all den Problemen die das mit sich bringt. Als ihr Onkel (der ältere Bruder ihres Vaters) zu Besuch kommt, ist dieser empört dass Mini weder die chinesische Sprache beherrscht, noch etwas über die Kultur oder ihre Vergangenheit weiß. Ungerechterweise lastet er das Mini an, obwohl doch ihr Vater ganz offensichtlch versäumt hat, Mini diese Dinge zu vermitteln. Ihr Vater hat aber anscheinend seine Vergangenheit verdrängt -- jedenfalls ist er anfangs nicht zu glücklich, dass sein Bruder das alles wieder aufrührt. Nach einem Herzinfarkt und einem weiteren Zusammenbruch kommt Minis Vater ins Krankenhaus, und jetzt hat Mini plötzlich das Restaurant und die beiden Mitarbeiter am Bein (von Onkel Wu ganz zu schweigen). Mit Bao, dem Koch, streitet sie sich, erfährt dann aber von ihm so einiges über die Flucht. Der andere Mitarbeiter, Ling, hat keine Arbeitsgenehmigung. Das Restaurant läuft sehr schlecht, ich habe mich das ganze Buch über gefragt, wie es überhaupt laufen kann, denn Geld kommt wenig herein. Anscheinend bekommen Bao und Ling fast kein Geld, und es gibt diverse offene Rechnungen, wie Mini erfährt als sie die Post öffnet. Es gibt diverse Verwicklungen, und wir Deutschen bekommen einen Spiegel vorgehalten, die Chinesen aber auch. Die Situationskomik die sich aus dem Aufeinanderprallen zweier so verschiedener Kulturen ergibt ist wundervoll beschrieben. Überhaupt vereint der Roman diverse Genres sehr gelungen: es ist ein bisschen eine Komödie, ein Bildungs- und Entwicklungsroman. Es gibt hier keinen vorgehaltenen Zeigefinger, keine Vorwürfe oder dergleichen, trotzdem erfährt man eine Menge, und wer ehrlich ist, wird sich selbst wiedererkennen. Es gibt eine Szene in einem noblen Café-Restaurant die urkomisch ist, gleichzeitig aber aufzeigt, wie verschieden die Kulturen sind -- etwas, das auch durch die Sprache erklärt wird, denn es sind oft chinesische Worte eingestreut, die erklärt werden und das Buch und die Leser bereichern. Oft sind es Kleinigkeiten, die die Unterschiede ausmachen, wie zum Beispiel, dass schmatzen und schlürfen hier verpönt ist. Und auch wenn ich weiß, dass dies (und ausspucken) in China zum guten Ton gehört, finde ich es unangenehm. Zum Glück beruht das auf Gegenseitigkeit, und wir haben viele Eigenschaften, die für einen Chinesen unangenehm oder zumindest absonderlich sind. Mini durchleidet all diese Situationen. Besonders schlimm wird es, als ihr Onkel Minis Schwarm Bela mit einbezieht. Mini schämt sich eh schon wegen ihres Pickels, ihrer Klamotten, und überhaupt, und dann muss Bela auch noch das Essen mit Wu, Bao und Ling einnehmen. Eine Katastrophe, zumindest in Minis Augen. Sie fürchtet, dass dies alles Bela endgültig vertreiben wird, zumal sie vermutet, dass er nicht aus einem derart ärmlichen Elternhaus kommt wie sie. Es hat mir großen Spaß gemacht, auf diese leichte und humorvolle Weise einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, und wie Mini habe auch ich eine Menge Stoff zum nachdenken bekommen. Ein sehr vergnügliches Buch mit Biss das man unbedingt lesen sollte.

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Eindringliche Themen werden hier feinfühlig miteinander verbunden
von Skyline Of Books am 20.03.2017

Gestaltung Passend zum Buchinhalt verzieren kleine orangefarbene, chinesische Drachen, die in roten Wolken schweben, das Cover. Diese Verzierung gefällt mir sehr gut, denn sie greift ein wichtiges Element der Geschichte auf. Zudem sieht es auch elegant aus und verleiht dem ansonsten schwarz-weißen Cover ein besonderes Flair. Der Stil des Covers... Gestaltung Passend zum Buchinhalt verzieren kleine orangefarbene, chinesische Drachen, die in roten Wolken schweben, das Cover. Diese Verzierung gefällt mir sehr gut, denn sie greift ein wichtiges Element der Geschichte auf. Zudem sieht es auch elegant aus und verleiht dem ansonsten schwarz-weißen Cover ein besonderes Flair. Der Stil des Covers passt zu den anderen vier Titeln des „Augenblicke“-Programms des Königskinder Verlages und der Blick des Mädchens wirkt bedrückt, was gut zur Hintergrundgeschichte der Protagonistin passt. Auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch wunderschön gestaltet und mit einem Zitat aus dem Buch sowie Drachen versehen. Meine Meinung Da das Buch in Herford, meiner Nachbarstadt, spielt und ich dort schon mehrmals durch die Innenstadt gestreift bin, wollte ich „Im Jahr des Affen“ unbedingt lesen. Ich habe bisher noch nie ein Buch gelesen, zu dem ich einen regionalen Bezug hatte. Dies war für mich eine neue und ziemlich coole Erfahrung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat, denn ich konnte mir so das Setting sehr gut vorstellen. Beim Lesen hatte ich die Stadt immer bildlich vor Augen, wodurch ich einen ganz anderen Bezug zu den beschriebenen Orten hatte als bei den Büchern, die ich sonst lese. Ich hatte Freude daran, beim Lesen zu überlegen, ob ich selber vielleicht schon einmal an den Handlungsorten des Buches, die Autorin Que Du Luu auch genau beschreibt, war. Die Handlung des Buches ist eher ruhig und seicht. Protagonistin Mini lebt mit ihrem alleinerziehenden Vater, dessen einzige Einnahmequelle ein nicht so gut laufendes Chinarestaurant ist, in einer sehr beengten Wohnung. Sie fühlt sich als Deutsche, wird aber von ihrer Umgebung oftmals nicht so behandelt. Nachdem Minis Vater ins Krankenhaus kommt, kümmert sie sich – statt zur Schule zu gehen oder anderen, ihres Alters entsprechenden Tätigkeiten nachzugehen – mit Hilfe der chinesischen Angestellten und ihres gerade angereisten Onkels Wu um das Restaurant. Kleine Liebesprobleme, kulturelle Unterschiede, Sprachprobleme und auch schwierige zwischenmenschliche Beziehungen stehen für sie an der Tagesordnung. „Im Jahr des Affen“ thematisiert vorrangig Minis Gefühle und das Gefühl des Andersseins, denn die Protagonistin fühlt sich nicht anders, wird aber immer wieder mit abwertenden, ausländerfeindlichen Situationen konfrontiert. Auch auf der Seite von Minis Familie hat sie mit solchen Szenen zu kämpfen, denn ihr Onkel geht auch nicht gerade ohne Vorurteile an die ihm fremde, deutsche Kultur heran. So beleuchtet dieses Buch beide Seiten der Medaille, was ich richtig super fand, denn ich konnte in beide Welten eintauchen und Einblicke in die Gedanken erhalten. Mini habe ich dabei als eine Art Vermittlerin erlebt, denn sie ist eigentlich beiden Welten angehörig. Dieser Kulturkonflikt wird von der Protagonistin verständlich und anschaulich transportiert, sodass er auch für jemanden wie mich, der nie in einer solchen Situation steckte, nachvollziehbar ist. Minis Identitätsprobleme bzw. generell ihre Gedanken, was ihre Herkunft und ihre Heimat angeht, wird mit dem Auftauchen von Onkel Wu auch immer wieder thematisiert. Sie hat asiatische Wurzeln, fühlt sich aber deutsch und ihr Onkel bezeichnet sie daher gerne als Banane (außen gelb, innen weiß). Mit gefiel, wie Mini sich im Verlauf der Handlung entwickelt hat, wie sie Antworten auf ihre Fragen und Unsicherheiten gewonnen hat und wie sie nach und nach herausfindet, wer sie eigentlich ist. Dabei erzählt Mini die Geschichte sehr angenehm, denn sie klärt auch immer wieder über chinesische Bräuche auf oder übersetzt das Chinesisch ihrer Verwandten. Zudem ist Minis Vergangenheit – sie ist mit ihrem Vater als kleines Kind aus Vietnam über das Meer geflohen – ein Thema im Buch und dies ist gerade angesichts der momentanen Flüchtlingsdebatten aktueller denn je. Es geht aber auch sehr viel um das Ankommen im neuen Land und die damit verbundenen Hürden und Schwierigkeiten. Die Autorin hat diese Thematik sehr geschickt, einfühlsam und sensibel in Minis Geschichte eingebaut. Ich merkte dem Buch an, dass Que Du Luu sich intensiv damit befasst hat und dass sie selber eine enge Verbindung dazu hat. Das hat mir sehr gut gefallen, denn meiner Meinung nach spürte man die Arbeit und die Gefühle, die die Autorin in ihr Werk gesteckt hat. In diesem Zusammenhang wurde ich auch davon überrascht, dass das Buch gar nicht im Heute spielt, sondern Anfang der 90er Jahre. Als ich beim Lesen auf deutsche Mark und sehr alte, mir unbekannte Songs traf, habe ich zunächst gestaunt, später fiel es mir dann kaum noch auf, denn Mini ist ein junges Mädchen das sich mit ihren Alltagsproblemen befasst – wie viele andere auch. Spannend fand ich vor allem Minis Verhältnis zu den Angestellten ihres Vaters, durch die sie auch viel über die Flucht erfährt. Dies hat mich sehr an die Handlung gefesselt, denn einer der Angestellten war sehr abweisend zu Mini, wodurch meine Neugier geweckt wurde, da ich unbedingt mehr darüber erfahren wollte. Ebenso fand ich die Beziehung zu Minis Onkel sehr interessant, da diese auch eher spannungsreich ist. Ich muss aber auch sagen, dass mir die Handlung ansonsten etwas eintönig und trocken war. Es gab zu wenig Abwechslung, sodass ich die Geschichte zwischenzeitlich auch als etwas langwierig empfunden habe. Zudem hatte ich auch kleine Schwierigkeiten mit Minis Beziehung zu Bela, da die Gefühle für mich hier nur angeschnitten und ansonsten kaum thematisiert wurden. Diese wurden eher nüchtern beschrieben und ich konnte diese Beziehung nicht ganz nachvollziehen. Die Freundinnen der Protagonistin kamen für meinen Geschmack auch etwas zu kurz, aber abgesehen davon konnte mich vor allem die Entwicklung Minis im Handlungsverlauf sehr überzeugen. Fazit Themen wie kulturelle Unterschiede, Anderssein, Flucht und auch Identität spielen in Que Du Luus Buch eine große Rolle. „Im Jahr des Affen“ ist eine feinfühlige Geschichte, die einen Einblick in diese unterschiedlichen Bereiche ermöglicht, sie geschickt miteinander verbindet und sie dem Leser auf eindringliche Weise vermittelt. Ich fand es super, wie die Autorin es geschafft hat, die Gefühle und Gedanken der Protagonistin für mich nachvollziehbar darzustellen. Vor allem die Entwicklung der Protagonistin auf dem Weg zur Selbstfindung hat mir richtig gut gefallen. Die Handlung war teilweise etwas eintönig, aber sie war auch mit Spannungsmomenten versehen, die meine Neugier geweckt haben. 4 von 5 Sternen! Reihen-Infos Einzelband

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Stolz und Vorurteile...
von einer Kundin/einem Kunden aus Thum am 02.05.2016

Inhalt: Mini lebt mit ihrem Vater in Herford, der dort ein Chinarestaurant betreibt, nur unter Strom steht und urplötzlich durch einen Herzinfarkt aus dem Alltag gerissen wird. So kommt es, dass Mini das Kommando im Restaurant übernehmen muss, den ganzen Tag hart schuftet und alle Aufgaben meistern muss, die sich... Inhalt: Mini lebt mit ihrem Vater in Herford, der dort ein Chinarestaurant betreibt, nur unter Strom steht und urplötzlich durch einen Herzinfarkt aus dem Alltag gerissen wird. So kommt es, dass Mini das Kommando im Restaurant übernehmen muss, den ganzen Tag hart schuftet und alle Aufgaben meistern muss, die sich ihr in den Weg stellen. Dazu gehört es nun mal auch sich durchzusetzen, auch wenn es ständigen Ärger & Streit mit dem Koch bedeutet, der ihr wenig Respekt rüber bringt. Aber wäre dieses Elend nicht schon genug, so hat sich auch noch Onkel Wu zu einem Deutschland Besuch angekündigt. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Mini muss einen klaren Kopf bewahren und befindet sich in einem ständigen Spakat zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, dabei will sie nur eins – Ihr eigenes Glück und weniger Stress für ihren ausgelasteten kranken Vater! Meine Meinung: Que Du Luu hat einen sehr poetischen, realistischen und unterhaltsamen Roman geschrieben, der den Leser auf eine Reise entführt, die sehr gefühlvoll und authentisch schildert, welche Qualen, Schmerzen und Ängste Migranten mit sich führen. Wie es ist anders zu sein, einen Platz zu finden an dem man sich heimisch und respektiert fühlt, und die Suche nach dem großen Glück! Sie offenbart auch einige Einblicke über die Kultur, Mythen und den Glauben chinesischer Mitbürger, weckt die Interesse an diesem Land und führt den Leser auf einer empathischen Gefühlsebene an die Geschichte von Mini und ihren Vater heran, so dass man Freud, Leid, Schmerz und Ängste auf eine Art selbst verspürt und verarbeitet. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und hat einen bildlichen Touch. Man kommt sehr flüssig voran, aber leider gab es einen kleinen Haken an der sonst so tollen Geschichte. Es ist sehr interessant viel über das Land und seine Einwohner zu erfahren, und auch der bunte Mix der Sprachen hat mir Spaß bereitet, dennoch ließ es oft den Lesefluss stocken, denn wird oft mit chinesischen Wörter oder Sätze gearbeitet, die einmal übersetzt werden und ein anderes Mal ohne Übersetzung hingenommen werden, vielleicht auch, weil es oft ähnliche oder gleiche Worte sind, die folgen, dennoch sagt selbst die Protagonistin selbst, dass manche Wörter übersetzt unterschiedliche Bedeutungen im Deutschen oder gar im chinesischen haben. So wird es schwer zu unterscheiden, was gerade gemeint ist und mit gut Glück kann man aus dem Kontext eine Vermutung erahnen. Da hätte ich mir vielleicht etwas weniger oder aufschlussreichere Schilderungen gewünscht. Mini ist eine taffe, schlagfertige und manchmal etwas egoistische Protagonistin, die mir dennoch sehr sympathisch war. Sie hat es nicht gerade einfach, denn in den Augen ihres Onkels ist sie nämlich eine Banane, d.h. außen Gelb und innen Weiß, und dies lässt er sie auch mehr als deutlich spüren. Es ist sehr schön gestaltet, wie sie sich gegen die Vorurteile durchsetzt und allen zeigt, welches Potential wirklich in ihr steckt. Wie schon viele Bücher aus dem Königskinder Verlag, ist auch dieses Mal viel Liebe zum Detail in die Covergestaltung gesteckt worden und man weiß nicht was man mehr bewundern soll: „ Das Cover oder das Buch ohne Schutzumschlag!?“ Beides ist wieder ein absoluter Hingucker! Fazit: Eine sehr authentische Geschichte über das Leben in einem fremden Land, der Umgang miteinander, wahre Freundschaft und Familienzusammenhalt, kulturelle Aspekte, aber auch das anders sein und dazu stehen!

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So ein starkes Buch
von Julia Lotz aus Aßlar am 14.04.2016

Klappentext: Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht... Klappentext: Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück. Meine Meinung zum Buch: Zugegeben: Das Jahr der Affen war eines der fünf Bücher aus dem Augenblicke-Programm, dass mich zwar angesprochen hat, allerdings am wenigsten von allen fünf. Ich konnte mir nicht erklären, wie aus der Geschichte, die aus dem Klappentext ersichtlich war, etwas entstehen würde, dass mich ohne Unterbrechung ans Buch fesseln würde. Letztendlich hat das Buch meine Erwartungen getroffen, gehört aber meinem Erachten nach nicht zu den stärksten des Programms. Die Geschichte fängt sehr leise und langsam an. Wir erfahren viel aus Minis Leben, das nicht besonders rosig ist. Und dennoch ist sie auf eine bestimmte Art und Weise glücklich damit. Die Lage spitzt sich allerdings zu als Minis Vater ins Krankenhaus muss und Onkel Wuu zu Besuch kommt. Der wohnt normalerweise in Australien und ist nicht erfreut über die Richtung, in die sich Mini für ihn entwickelt hat. Er sieht sie nicht als chinesisch genug und findet permanent etwas, das er an ihr kritisieren kann. Noch dazu muss Mini den Job ihres Vaters im Familienrestaurant übernehmen und diese beiden Faktoren zwingen sie dazu, sich mit ihrer Identität und Vergangenheit auseinanderzusetzen. Minis Geschichte wurde von Que De Luu ganz feinfühlig geschrieben und wie man dem Nachwort und dem Autorentext entnehmen kann, ist sie der Thematik hinter dem Buch nicht ganz fern. Im Jahr des Affen hat mir definitiv Lust auf weitere Bücher der Autorin gemacht und die werde ich auch demnächst genauer unter die Lupe nehmen. Die Protagonistin: Mini ist eine ganz tolle und sympathische Frau und ich musste so oft schmunzeln, wenn sie für uns das chinesische übersetzt, uns über chinesische Bräuche und Eigenarten aufklärt oder einfach nur ihren Gedanken freien Lauf lässt. Sie ist witzig und liebevoll und doch hatte ich so meine Probleme, mich mit ihr zu identifizieren. Liegt es daran, dass ihr Leben so anders ist als meins, dass sie doch sehr asiatisch denkt oder dass das Buch zu einer Zeit spielt, zu der ich nicht einmal gelebt habe? Hatten die Jugendlichen der 80er Jahre andere Probleme und Wünsche, als ich es noch vor wenigen Jahren hatte? Ich weiß es nicht und doch gab es etwas an Mini, das mir befremdlich war. In diesem Punkt hätte ich mich sehr gerne mehr in sie hineinversetzt, aber das war mir leider unmöglich. Die Thematik: Ich war sehr überrascht, als ich das Buch gelesen habe, denn neben Kulturenkonflikt und Identität – beide Themen habe ich nach dem Lesen des Klappentextes erwartet – schwang noch ein ganz anderes Thema im Buch mit. Flucht. Mini kann sich an ihre Zeit vor Deutschland nicht erinnern und identifiziert sich fast ausschließlich als Deutsche. Und das obwohl sie asiatische Wurzeln hat. Das gefällt ihrem Vater und besonders ihrem Onkel nicht, der sie im Buch auch als Banane - Außen gelb, Innen weiß – bezeichnet. Das sind ganz zentrale Themen im Buch und die Antwort darauf, wer sie eigentlich ist und was sie glücklich macht, findet Mini in dessen Verlauf. Und dann kam da plötzlich das Thema Flucht auf, denn in ihrer kleinen Krise fragt sich Mini plötzlich nach der Zeit, die ihr in ihrer Erinnerung fehlt. Dem Leser wird bewusst, dass das Buch gar nicht im heute spielt sondern 1989 und dass Mini und ihr Vater nicht nur Einwanderer sind. Sie sind Flüchtlinge und aus dem Vietnam geflohen. Diese Erkenntnis schlug bei mir ein, wie eine Bombe und das Thema ist momentan aktueller denn je. Wieso dieses Buch ein Königskinder Buch ist: Hinter den Königskindern erwarte ich eigentlich immer ganz fesselnde und emotionale Geschichten und doch gibt es Bücher – wie Im Jahr des Affen – bei denen ich mir einfach nicht vorstellen kann, in was dieses emotionale überhaupt besteht. Und dann kommt es, mit aller Wucht und lässt den Leser ganz sprachlos zurück. Und genau das ist das königliche an diesem Buch. Wieso es nicht in eurem Regal fehlen sollte: Das Thema Flucht und Flüchtling ist heute aktueller denn je und so stellen wir uns die Frage, was ist in einigen Jahren. Können sich die Kinder von heute noch an ihre Heimat erinnern? Identifizieren sie sich als deutsch und wie gehen sie mit diesem Konflikt um? Wir dürfen nicht vergessen, dass dies nicht zum ersten Mal passiert und Que Du Luu liefert uns ein interessantes Beispiel darüber, wie es in ein paar Jahren sein könnte. Fazit: In Im Jahr des Affen steckt so viel mehr drin als man anfangs erwartet. Die Geschichte fängt ganz ruhig an und schlägt dann auf emotionaler Ebene voll ein. Obwohl ich mich mit der Protagonistin nicht immer zu 100% identifizieren konnte, ist sie herzallerliebst und man begleitet sie gerne auf ihrer Suche nach Identität und Glück. Über die Autorin: Que Du Luu, 1973 geboren in Saigon/Südvietnam, ist chinesischer Abstammung. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete sie wie Millionen andere Boatpeople über das Meer. In Bielefeld betrieb die Familie ein China-Restaurant. Luu erhielt u. a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Hohenemser Literaturpreis. Nach zwei Romanen bei Reclam und KiWi ist „Im Jahr des Affen“ ihr erstes Buch bei Königskinder.

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von Undine Herr aus Gotha am 13.06.2016
Bewertet: anderes Format

In der ersten Hälfte konnte mich das Buch gar nicht packen und ich wollte es schon weglegen, in der zweiten jedoch wird es spannend und interessant. Durchhalten, es lohnt sich!

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