Im Schatten des Banyanbaums

Roman

(5)

Die Kindheit der siebenjährigen Raami endet jäh, als die Roten Khmer in Kambodscha die Macht übernehmen und sämtliche Bewohner aus der Hauptstadt vertreiben. Die behütete Welt der Adelsfamilie bricht zusammen. Das Mädchen und ihre Angehörigen erleben die Grausamkeit der neuen Machthaber, aber auch die unermessliche Großzügigkeit der Menschen draußen auf dem weiten Land.

Aus der Perspektive eines fantasiebegabten Mädchens, das unbeirrbar und mutig an seinen Träumen festhält, erzählt Vaddey Ratner eine unfassbare Lebensgeschichte, die auch die ihre ist.

Portrait
Vaddey Ratner, geboren 1970 in Kambodscha, war fünf Jahre alt, als die Roten Khmer an die Macht kamen. 1982 gelangte sie als Flüchtlingskind ohne Englischkenntnisse in die USA, 1990 schloss sie die Highschool als Jahrgangsbeste ab und studierte Südostasiatische Geschichte und Kunst. Ihr Debütroman Im Schatten des Banyanbaums war unter anderem unter den Finalisten des PEN/Hemingway Foundation Awards. Sie lebt in Potomac, Maryland.
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Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 15.02.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-293-20724-0
Verlag Unionsverlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,4/3,2 cm
Gewicht 525 g
Originaltitel In the Shadow of the Banyan
Auflage 1
Übersetzer Stephanie Harrach
Buch (Taschenbuch)
14,95
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„Geraubtes Leben“

Ulrike Seine, Thalia-Buchhandlung Lingen

Die siebenjährige Raami und ihre Familie führen ein glückliches Leben in Phnom Penh bis die Roten Khmer 1975 eine totalitäre Gewaltherrschaft in Kambodscha errichten.
Dieses Buch ging mir sehr unter die Haut, die Beschreibung des Leids, der Gewalt, des Hungers und der Erniedrigungen. Aber auch die Hoffnung und der Glaube Raamis`irgendwann zu fliegen, hinterlassen beim Leser ihre Spuren.
Das Buch der Autorin ist nicht nur ein Roman, sondern auch biografisch.
Die siebenjährige Raami und ihre Familie führen ein glückliches Leben in Phnom Penh bis die Roten Khmer 1975 eine totalitäre Gewaltherrschaft in Kambodscha errichten.
Dieses Buch ging mir sehr unter die Haut, die Beschreibung des Leids, der Gewalt, des Hungers und der Erniedrigungen. Aber auch die Hoffnung und der Glaube Raamis`irgendwann zu fliegen, hinterlassen beim Leser ihre Spuren.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden aus Hilden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Ein sehr gelungenes Porträt über die grausamen Khmer in Kambodscha. Für Kulturinteressierte und für anspruchsvolle Romanleser sowieso. Wirklich außergewöhnlich.

Wenn die eigene Welt zerbricht
von Michael Lehmann-Pape am 13.02.2015
Bewertet: Buch (gebunden)

1975 übernahmen die Roten Khmer die Herrschaft in Kambodscha. Wie so oft nach einer „Revolution“ bedeute dies ein drastische Veränderung nicht nur der Herrschaftsverhältnisse, sondern auch des Alltags. Mitsamt dem, was an Aggression und Rache gegenüber dem „verhassten Regime“ sich nun Bahn brach und der „Umerziehung“ eines ganzen Volkes,... 1975 übernahmen die Roten Khmer die Herrschaft in Kambodscha. Wie so oft nach einer „Revolution“ bedeute dies ein drastische Veränderung nicht nur der Herrschaftsverhältnisse, sondern auch des Alltags. Mitsamt dem, was an Aggression und Rache gegenüber dem „verhassten Regime“ sich nun Bahn brach und der „Umerziehung“ eines ganzen Volkes, das in den nächsten Jahren in aller Härte anstand. Einschnitte, welche die Familie der kleinen Raami umfassend betreffen wird. Ereignisse, die fast die Regel sind in so vielen Ereignissen der „Umwälzungen“, von Vietnam über Korea bis eben, in diesem Buch, Kambodscha. Ereignisse, die eine frappierende Ähnlichkeit besitzen mit solchen, wie sie u.a. Akbar Omar in der „Festung der neun Türme“ erzählt.. Beide Grundgeschichten ähneln sich im Übrigen auch in den Voraussetzungen. Die Flucht einer gutsituierten Familie, die Bedrängung durch die Revolutionssoldaten. Auch Raama erlebt beim gedrängten, hastigen Aufbruch nur mit dem, was die Hände tragen können, bereits die erste Erschießung, Beiläufig, wie nebenbei. Ein alter Mann, der nicht pariert, der nicht schnell genug ist, wird am Wegesrand kurzerhand erschossen. „Ein neuer Tag ist angebrochen, Genossen Brüder und Schwestern. Tragt die revolutionäre Flagge voller Stoltz. Reckt das Gesicht dem glorreichen Licht der Revolution entgegen.“ So die Propaganda. Die Realität war Massenmord, Gefangennehme, Umerziehung, Lager, ständige Bedrohung des Leben für jene, die die ersten Tage überhaupt überlebten. Raama in ihrem kindlichen Gemüt baut all diese Ereignisse zunächst über weite Strecken hinweg in fantasiereiche Geschichten hinein. „Du musst „der Dunkle“ sein“, so begrüßt sie den ersten Soldaten der Khmer. Eine Art des Umgangs mit den Ereignissen, die ihr lange Zeit „über den Tag“ helfen, die aber im Anblick von Tot und Not mehr und mehr im Lauf der Erzählung zerbröseln werden. Wie auch ab einem bestimmten Punkt die Gedichte ihres Vaters, die lange Zeit Trost und Weltdeutung zugleich für Raam beinhalteten, ihre Tragkraft verllieren werden. Und dennoch geht Raama ihren Weg durch diese Zeit, überlebt. Oft mit Glück, manchmal mit kindlicher Weisheit, oft durch Hilfe von anderen. In Sprache und Stil ist dieser autobiographische Roman eher einfach gehalten, der Protagonisten in der Form angepasst. Und beschäftigt sich in weiten Teilen mit dem inneren Erleben Raamas und weniger mit jener brachialen Gewalt und Unterdrückung, die massiv im Raum stand in jenen Jahren. Öfter erschließt sich erst in den Geschichten Raamas das Geschehen und eine treffende Reflexion des jungen Mädchens, in der sie immer wieder die Kraft für den nächsten Schritt findet. Eine empfehlenswerte, atmosphärisch dichte Lektüre, an deren Ende wieder einmal die Unsinnigkeit und der menschliche Preis aller fanatischer Ideologie offen im Raume steht.

Lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Wädenswil am 07.10.2014
Bewertet: Buch (gebunden)

Sehr einfühlsam und berührend aus der Sicht eines Kindes geschrieben. Macht betroffen.