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Ist Shakespeare tot?

Mit e. Nachw. v. Leander Haussmann

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Ein Dichter ohne Bücher? Ein Autor, der nicht einen Brief schrieb? Ein gefeierter Dramatiker und Schauspieler, an den sich kurz nach seinem Tod schon niemand mehr erinnert? Das Leben eines gewissen William Shakespeare aus dem englischen Provinzort Stratford-upon-Avon gab dem amerikanischen Literaten und scharfzüngigem Beobachter Mark Twain zu denken. Er besah sich die Tatsachen und formulierte seine Antwort auf die drängendste Frage der englischen Literaturgeschichte: War dieser William Shakespeare wirklich der Dichter, für den wir ihn halten? - Niemand hat sich seither diesem unerschöpflichen Thema amüsanter und pointierter genähert als Mark Twain. »Ist Shakespeare tot?« ist ein Glanzstück literarischer Satire.
Rezension
"Ein pointiertes Stück für Literaturliebhaber, das heute noch so aktuell ist wie 1909.", Morgenpost am Sonntag, 15.05.2016
Portrait
Mark Twain, geboren als Samuel Langhorne Clemens 1835 in Florida, arbeitete als Reisejournalist und Lotse auf dem Mississippi und machte große Reisen, darunter nach Hawaii, Europa und Palästina. Berühmt wurde er vor allem durch seine Jugendbücher »Tom Sawyers Abenteuer« und »Huckleberry Finns Abenteuer«. Er starb 1910 in Redding, Connecticut.

Nikolaus Hansen, 1951 in Hamburg geboren, umsegelte von 1973 bis 1975 die Welt. Er arbeitete als Übersetzer und Lektor und war viele Jahre Verleger, u.a. von Rowohlt und marebuch. Er ist Mitinitiator und künstlerischer Leiter des »Harbour Front Literaturfestivals« in Hamburg und übersetzt seit vielen Jahren u.a. Edward St Aubyn und Joseph Conrad aus dem Englischen.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 01.04.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-05769-1
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 195/122/20 mm
Gewicht 208
Originaltitel Is Shakespeare Dead?
Buch (gebundene Ausgabe)
14,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Mit Stärken und Schwächen
von Dodo am 23.04.2016

Im Rahmen seiner Autobiographie beschäftigte sich der amerikanische Literat Mark Twain auch mit dem englischen Dichter William Shakespeare, genauer gesagt mit der Frage, ob der William Shakespeare aus Stratfort-upon-Avon der eigentliche Verfasser all der Werke war, die man ihm gemeinhin zuschreibt. Pointiert berichtet Twain, welchem Umstand er seiner nahen... Im Rahmen seiner Autobiographie beschäftigte sich der amerikanische Literat Mark Twain auch mit dem englischen Dichter William Shakespeare, genauer gesagt mit der Frage, ob der William Shakespeare aus Stratfort-upon-Avon der eigentliche Verfasser all der Werke war, die man ihm gemeinhin zuschreibt. Pointiert berichtet Twain, welchem Umstand er seiner nahen Bekanntschaft mit Shakespeare verdankt und wie er sich im Laufe der Zeit zu einem "Brontosaurianer" entwickelte - einem Mensch, der weiß, dass der Shakespeare aus Stratfort die Werke nicht geschrieben hat und eine starke Vermutung, aber keine endgültige Gewissheit darüber hat, dass Francis Bacon als graue Emminenz hinter der Maske "Shakespeare" steckt. Er stellt sich mit seiner Position neben die Baconisten und gegen die Shakespearianer. Die humorvolle Anekdote, warum er für seine Position den Ausdruck "Brontosaurianer" wählt, ist einer der kleinen Höhepunkte, mit der die erste Hälfte aufwartet. In der zweiten Hälfte flacht die Begeisterung für Twains Schrift ab. Er verbeisst sich in einem einzigen Argument, das zugegeben schlüssig klingt - Shakespeares intimes Wissen über juristische Fachsprache, das in seine Stücke eingeflossen ist. Dieses exakte Wissen kann man bei einem Mann mit William Shakespeares einfacher Herkunft zu der damaligen Zeit eigentlich kaum erwarten. Die Ernüchterung liegt auch nicht in Twains einseitiger Sichtweise begründet. Dass in dieser kurze Abhandlung keine ausführliche Beleuchtung beider Seiten zu erwarten ist, leuchtet ein. Auch dass man relativ wenig über William Shakespeare selbst erfährt, versteht sich von selbst. Bei einer dürftigen Faktenlage gibt es wenig zu berichten. Die Anmaßung, mit der Twain die Shakesperianer herabkanzelt, gefällt schon weniger. Ironische Überzeichnung ist das eine, eine derb ausufernde Beschimpfung allerdings das andere. So bleibt bis zu einem gewissen Grad das schale Gefühl, der teilweisen Selbstmontage eines ältlichen Egozentrikers beizuwohnen, der mit seinem Essay weit über das Ziel hinausgeschossen hat. Es ist sicher keine Verlust, wenn man das Büchlein gelesen hat. Ein Gewinn aber auch nicht.

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