Jenseitsnovelle

(9)

Eine mitreißende Liebesgeschichte - und ihr schlimmster Albtraum zugleich. In einer Novelle von bedrückender Dichte erzählt Matthias Politycki vom Glück und Unglück der Liebe und wie der Tod all ihre Gewissheiten zunichtemachen kann. Eine atemlose Reise in die Abgründe von Treue und Betrug, das Drama einer Liebe in unserer Zeit.

Hinrich Schepp ist unter die Sehenden geraten. Nach Jahrzehnten starker Kurzsichtigkeit möchte er den Frauen und ihrer grandioser Unbegreiflichkeit endlich auf den Grund kommen. Umso mehr, als er in seiner Stammkneipe eine verführerische Schönheit an der Bar beobachtet, die - für einen Schepp entsetzlich verwerflich und glückverheißend zugleich - von ihrer Begleiterin erst geküsst, dann sogar in den Hals gebissen wird. Sein Leben gerät endgültig in Schieflage, als ebenjene Frau wenig später wieder in seiner Kneipe auftaucht - als Bedienung. Aber was hat das alles mit den Notizen seiner Frau Doro zu tun, die er eines Morgens auf dem Schreibtisch findet? Und was mit dem dunklen kalten See, in den die Frischverstorbenen laut Doro alle hineinmüssen, um darin ein zweites Mal zu sterben?

Portrait
Matthias Politycki, geboren 1955 in Karlsruhe, besuchte die Schule in Ottobrunn und München. Nach dem Abitur studierte er von 1975 bis 1987 Neuere deutsche Literatur, Philosophie, Theater- und Kommunikationswissenschaft an den Universitäten München und Wien. 1981 erlangte er den Grad eines Magisters, 1987 promovierte er bei Walter Müller-Seidel in München zum Doktor der Philosophie. Nach drei Semestern Lehrtätigkeit als Akademischer Rat am Münchner Institut für Deutsche Philologie wechselte er 1990 zum Beruf des freien Schriftstellers. Er lebt in Hamburg und München. 2009 erhielt er den Münchner Ernst Hoferichter-Preis.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 125
Erscheinungsdatum September 2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-40194-3
Verlag Hoffmann und Campe
Maße (L/B/H) 21/13,4/1,5 cm
Gewicht 224 g
Buch (Kunststoff-Einband)
15,95
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Sehr irritierend und überraschend, gerade deshalb ist diese recht kurze Erzählung eine interessante Leseerfahrung, da sie mit der gängigen Erwartungshaltung bricht. Sehr irritierend und überraschend, gerade deshalb ist diese recht kurze Erzählung eine interessante Leseerfahrung, da sie mit der gängigen Erwartungshaltung bricht.

„lesenswert“

Heidemarie Schulze, Thalia-Buchhandlung Zittau

Matthias Politycki
Jenseitsnovelle

Warum lässt jemand den Partner, den er bereits über 20 Jahre liebt und schätzt, nicht an seiner neuen Betrachtungsweise des Lebens teilhaben?
Warum schweigt der andere zu den für ihn unerträglichen Belastungen und Zweifeln?
Wie furchtbar ist es für zwei Menschen, erst im Tode Abrechnung zu halten, wenn keine Korrektur des Lebens mehr möglich ist.
Matthias Politycki zeigt durch seine Novelle, wie wichtig es ist, neue Lösungen zu finden, um nicht an Unerträglichkeiten zu zerbrechen.
Für mich persönlich war der Schluss eine freudige Erlösung, weil er bestätigt, dass Liebe, Achtung und Wertschätzung die Grundlage für eine gute Ehe sind.
Matthias Politycki
Jenseitsnovelle

Warum lässt jemand den Partner, den er bereits über 20 Jahre liebt und schätzt, nicht an seiner neuen Betrachtungsweise des Lebens teilhaben?
Warum schweigt der andere zu den für ihn unerträglichen Belastungen und Zweifeln?
Wie furchtbar ist es für zwei Menschen, erst im Tode Abrechnung zu halten, wenn keine Korrektur des Lebens mehr möglich ist.
Matthias Politycki zeigt durch seine Novelle, wie wichtig es ist, neue Lösungen zu finden, um nicht an Unerträglichkeiten zu zerbrechen.
Für mich persönlich war der Schluss eine freudige Erlösung, weil er bestätigt, dass Liebe, Achtung und Wertschätzung die Grundlage für eine gute Ehe sind.

„Schein und Sein“

M. Brandt, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Hinrich Schepp findet seine Frau Doro tot auf, bei ihr ein altes Manuskript von ihm. Die Geschichte von „Marek dem Säufer“ ist die letzte Korrekturarbeit seiner Frau, Abschiedsbrief und Abrechnung zugleich. Ungewohnt harsch und bitter geht sie dabei vor, denn die Parallelen zu Begebenheiten in Hinrichs Leben sind genauso wenig zu leugnen, wie die zu ihrer Vergangenheit - wie sich aber erst jetzt offenbart. Der klare, schonungslose und damit typische Politycki-Stil macht auch diese Novelle zu einer lesenswerten, weil merkwürdig anziehenden - Nachgeschmack inklusive. Hinrich Schepp findet seine Frau Doro tot auf, bei ihr ein altes Manuskript von ihm. Die Geschichte von „Marek dem Säufer“ ist die letzte Korrekturarbeit seiner Frau, Abschiedsbrief und Abrechnung zugleich. Ungewohnt harsch und bitter geht sie dabei vor, denn die Parallelen zu Begebenheiten in Hinrichs Leben sind genauso wenig zu leugnen, wie die zu ihrer Vergangenheit - wie sich aber erst jetzt offenbart. Der klare, schonungslose und damit typische Politycki-Stil macht auch diese Novelle zu einer lesenswerten, weil merkwürdig anziehenden - Nachgeschmack inklusive.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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durchaus lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden am 23.12.2010

Hinrich Schepp findet eines Tages seine Frau, mit einem seiner Manuskripte in der Hand, tot auf. Schepp sucht "Antworten" auf das "Warum". Er liest das überarbeitete Manuskript seiner Frau, durchlebt die Vergangenheit ihres und seines Lebens. Politycki schrieb einen lesenswerten Roman über Liebe, Eheleben, Sprachlosigkeit und deren Folgen.

Bewegendes Kammerspiel!
von Dr. Christian Rößner aus Göttingen am 24.10.2010
Bewertet: eBook (ePUB)

Heinrich Schlepp findet eines Morgens seine Frau leblos an seinem Schreibtisch sitzen. Kurz vor ihrem Tod hat sie einem Romanfragment ihres Mannes ihre ganz eigenen Korrekturen angedeihen lassen. Schlepp sieht sich nun in der Pflicht, seiner toten Ehefrau seine Sicht der Dinge zu erklären. Was als einfacher Plot daher... Heinrich Schlepp findet eines Morgens seine Frau leblos an seinem Schreibtisch sitzen. Kurz vor ihrem Tod hat sie einem Romanfragment ihres Mannes ihre ganz eigenen Korrekturen angedeihen lassen. Schlepp sieht sich nun in der Pflicht, seiner toten Ehefrau seine Sicht der Dinge zu erklären. Was als einfacher Plot daher kommt, entwickelt sich nun für den Leser zu einer extrem vielschichtigen Studie über das Leben, die Liebe, Eifersucht und den Tod. In diesem literarischen Kammerspiel lässt Matthias Politycki für den Leser die scheinbar vorbildhafte Ehe zu einem Vexierbild mutieren. Nichts war so, wie es schien - und der Tod setzt aller Erklärbarkeit die Grenzen. Extrem lesenswert!

Matthias Politycki - Jenseitsnovelle
von hasewue am 05.11.2009

Als der 65 – jährige Professor Hinrich Schepp an einem sonnigen Herbsttag ins Wohnzimmer zu seiner Frau kommt, findet er diese tot. Kurz vor ihrem Tod hat sie wie jedes Mal seine Arbeiten und Bücher korrigiert. In diesem Fall aber hat sie sein neuestes Werk, das gleichzeitig sein Leben erzählt,... Als der 65 – jährige Professor Hinrich Schepp an einem sonnigen Herbsttag ins Wohnzimmer zu seiner Frau kommt, findet er diese tot. Kurz vor ihrem Tod hat sie wie jedes Mal seine Arbeiten und Bücher korrigiert. In diesem Fall aber hat sie sein neuestes Werk, das gleichzeitig sein Leben erzählt, nicht nur korrigiert, sondern auch kommentiert. Durch persönliche Kommentare spricht sie zu ihm und Schepp muss erkennen, dass durch ihr plötzliches Ableben viel Ungeklärtes zwischen ihnen steht. Matthias Politycki erzählt in „Jenseitsnovelle“ die Geschichte eines Mannes, der mit dem plötzlichen Tod seiner Frau zurecht kommen muss und dabei merkt, dass vieles mehr Schein als Sein war. Dabei bedient sich Politycki an einer sehr anspruchsvollen Sprache, wobei er zwischen den zwei Erzählungen variiert und sie je nach Situation anpasst. Zum einen schreibt er sehr hochgestochen, wenn es um die Geschichte des Professors geht. Zum anderen wechselt er in die Umgangssprache, wenn er die Handlung von Schepps Buch „Marek, der Säufer“ schildert. Es ist vor allem am Anfang etwas schwierig sich dadurch zurecht zu finden, man gewöhnt sich aber relativ schnell daran. Die Handlung ist auch sehr genau beschrieben, auf jedes Detail wird genauestens eingegangen und durch einen unglaublich prägenden Schreibstil wird das Buch auch keinesfalls langatmig. Durch das überraschende Ende regt er den Leser zusätzlich zum Nachdenken an. Der Autor beschäftigt sich sehr viel mit dem Jenseits, was durch den Titel „Jenseitsnovelle“ auch zu erwarten war. Matthias Politycki schafft es mit seinem detaillreichen und ausschmückenden Schreibstil eine Atmosphäre zu schaffen, in der der Leser sich trotz einem Gefühl von Distanziertheit wohl fühlt. 4 von 5 Sternen!