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Justizpalast

Roman

(5)
Petra Morsbachs großer Roman über Gerechtigkeit und jene, die sie schaffen sollen - ausgezeichnet mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017
Thirza Zorniger stammt aus einer desaströsen Schauspielerehe und will für Gerechtigkeit sorgen. Sie wird Richterin im Münchner Justizpalast, doch auch hier ist die Wirklichkeit anders als die Theorie: Eine hochdifferenzierte Gerechtigkeitsmaschine muss das ganze Spektrum des Lebens verarbeiten, wobei sie sich gelegentlich verschluckt, und auch unter Richtern geht es gelegentlich zu wie in einer chaotischen Familie. "Justizpalast" ist ein Roman über die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, über erregte, zynische, unverschämte, verblendete, verrückte, verwirrte und verzweifelte Rechtssuchende sowie überlastete, mehr oder weniger skrupulöse, kauzige, weise, verknöcherte und leidenschaftliche Richter.
Rezension
»Wer aus diesem Roman herauskommt, der ist nicht nur fortan in lingua iustitiae gestählt, ohne selbst vor Gericht gemusst zu haben, der ist auch klüger.«
Portrait
Petra Morsbach, 1956 geboren, studierte im München und St. Petersburg. Danach arbeitete sie zehn Jahre lang als Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1993 lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Bisher schrieb sie mehrere, von der Kritik hoch gelobte Romane, u.a. „Plötzlich ist es Abend“, „Opernroman“ und "Gottesdiener" (alle im Taschenbuch bei btb). Im Frühjahr 2013 erscheint ihr neuer Roman "Dichterliebe" im Knaus Verlag. Für ihr Werk wurde Petra Morsbach mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 480 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 04.09.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783641216665
Verlag Albrecht Knaus Verlag
Dateigröße 833 KB
Verkaufsrang 7.673
eBook
18,99
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Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Dies ist ein ganz besonderer Roman: ein Grundkurs in Jura und zugleich eine berührende Geschichte. Kennzeichen ihrer Romane sind exakte Recherche und eine präzise Sprache. Super! Dies ist ein ganz besonderer Roman: ein Grundkurs in Jura und zugleich eine berührende Geschichte. Kennzeichen ihrer Romane sind exakte Recherche und eine präzise Sprache. Super!

„Justizalltag aus der Perspektive einer Richterin“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Gehören Sie auch zu den Menschen, die die Juristerei für eine dröge Angelegenheit halten? Dann wird es Petra Morsbach sicher gelingen , diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen. Eine tolle Idee für einen Gesellschaftsroman: Aus der Perspektive einer Richterin wird der Justiz-Alltag in all seinen Facetten geschildert. 'Justizpalast' widmet sich der Geschichte der Richterin Thirza Zorniger, ihrer Kindheit und ihren späteren Berufsjahren. Petra Morsbach skizziert ein authentisches, lebendiges Bild des aktuellen Rechtsstaats, wobei sie nichts auslässt. Gekonnt schildert sie anhand des Lebens von Thirza wie spannend der Alltag der Juristen sein kann, aber auch, wie leider oft keine Zeit für die akribische Bearbeitung der Rechtsfälle bleibt und dennoch Recht gesprochen werden muss.
Fast 10 Jahre hat die Autorin sich im juristischen Milieu bewegt und Gespräche mit über 50 Juristen, davon 30 Richtern, geführt. Diese akribische Rechereche ist deutlich spürbar. Denn die Autorin idealisiert die Juristerei nicht und verurteilt nicht. Vielmehr schärft sie mit ihrem sensiblen Gespür für Gerechtigkeit den Blick ihrer LeserInnen, die Justiz einmal aus der Sicht der Richter und nicht der Rechtsuchenden zu betrachten. Dabei kommt das persönliche Schicksal von Thirza nicht zu kurz. Die sprachliche Eloquenz macht den Roman zu einem ganz unterhaltsamen Lesevergnügen – alles andere als dröge! - nicht nur für (angehende) Juristinnen und Juristen. Interesse am aktuellen Rechtswesen und die Bereitschaft sich auf etwas Neues einzulassen, reichen völlig aus. Mir persönlich hat er sehr gut gefallen und daher: absolute Leseempfehlung!
Gehören Sie auch zu den Menschen, die die Juristerei für eine dröge Angelegenheit halten? Dann wird es Petra Morsbach sicher gelingen , diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen. Eine tolle Idee für einen Gesellschaftsroman: Aus der Perspektive einer Richterin wird der Justiz-Alltag in all seinen Facetten geschildert. 'Justizpalast' widmet sich der Geschichte der Richterin Thirza Zorniger, ihrer Kindheit und ihren späteren Berufsjahren. Petra Morsbach skizziert ein authentisches, lebendiges Bild des aktuellen Rechtsstaats, wobei sie nichts auslässt. Gekonnt schildert sie anhand des Lebens von Thirza wie spannend der Alltag der Juristen sein kann, aber auch, wie leider oft keine Zeit für die akribische Bearbeitung der Rechtsfälle bleibt und dennoch Recht gesprochen werden muss.
Fast 10 Jahre hat die Autorin sich im juristischen Milieu bewegt und Gespräche mit über 50 Juristen, davon 30 Richtern, geführt. Diese akribische Rechereche ist deutlich spürbar. Denn die Autorin idealisiert die Juristerei nicht und verurteilt nicht. Vielmehr schärft sie mit ihrem sensiblen Gespür für Gerechtigkeit den Blick ihrer LeserInnen, die Justiz einmal aus der Sicht der Richter und nicht der Rechtsuchenden zu betrachten. Dabei kommt das persönliche Schicksal von Thirza nicht zu kurz. Die sprachliche Eloquenz macht den Roman zu einem ganz unterhaltsamen Lesevergnügen – alles andere als dröge! - nicht nur für (angehende) Juristinnen und Juristen. Interesse am aktuellen Rechtswesen und die Bereitschaft sich auf etwas Neues einzulassen, reichen völlig aus. Mir persönlich hat er sehr gut gefallen und daher: absolute Leseempfehlung!

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
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Ein Blick hinter die Kulissen der Gerichtsbarkeit
von vielleser18 aus Hessen am 27.10.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Thirza Zorniger wächst bei ihrem Großvater, einem Richter auf. Schon früh interessiert sie sich für die Welt der Gerichtsbarkeit. So verwundert es auch nicht, dass sie den selben Weg einschlägt, Jura studiert, verschiedene Stufen der Richterlaufbahn erringt, und es bis in den Justizpalast in München in eine führende... Thirza Zorniger wächst bei ihrem Großvater, einem Richter auf. Schon früh interessiert sie sich für die Welt der Gerichtsbarkeit. So verwundert es auch nicht, dass sie den selben Weg einschlägt, Jura studiert, verschiedene Stufen der Richterlaufbahn erringt, und es bis in den Justizpalast in München in eine führende Rolle schafft. Petra Morsbach erzählt das Leben von Thirza, von ihrem Schauspielervater, ihrer unglücklichen Mutter, ihrer Kindheit und Jugend, aber den meisten Raum nimmt ihre berufliche Laufbahn ein. Eingeflochten dabei immer wieder Gerichtsfälle, Gerichtsverhandlungen, Gerichtsurteile, es wird von Kollegen berichtet, von Arbeitsbelastungen, von wenig Freizeit. Der Roman ist nicht linear erzählt, er springt immer mal wieder vor und zurück im Leben von Thirza. Der Erzählstil ist nüchtern, erst gegen Ende kommen auch Emotionen ins Spiel, wird die Figur der Thirza menschlicher, greifbarer. Aber irgendwie passt der Stil auch zu der Protagonistin, die in einer eher als "trocken" geltenden Zunft arbeitet, in der es um Gesetze. Rechtsauslegungen, Aktenstudium und Urteilsbegründungen geht. Aber hinter jedem Fall stehen auch Menschen und das macht die Autorin mit den vielen beschriebenen Fällen auch deutlich. Thirza hingegen ist eine eher zurückgezogene, einsame Figur, die lange braucht um nicht nur ein berufliches Leben, sondern auch privates Glück zu haben, sich zu verlieben und einen Mann fürs Leben zu finden. Der Roman vereint das berufliche und private Leben der Protagonistin Thirza. Obwohl der Beruf der Richterin hier im absoluten Mittelpunkt steht und ihr Privatleben eher als Untermalung dient. Sie bleibt als Figur eher kühl und nur am Ende wird es emotionaler. Die Autorin deutet das Ende am Anfang an, doch erst nach und nach, Schritt für Schritt, schließt sich der Kreis im beruflichen Leben sowie im privaten Umfeld. Wer sich für die Arbeit und die Arbeitsbelastungen an deutschen Gerichten interessiert und dies auch noch verpackt in einem Roman, der viele Fälle aufgreift, dazu durch die Protagonistin Gedanken und Entwicklungen im Rechtssystem debattiert, dem kann ich den Roman empfehlen. Er bietet eine breite Palette an Einblicken hinter die Kulissen der Gerichtsbarkeit. Die Autorin hat neun Jahre recherchiert, mit gut 50 Juristen über ihre Arbeit gesprochen und deren Erfahrungen und Erlebnisse mit in diesen Roman verwoben. Zusammen mit dem Lebensweg der fiktiven Protagonistin ergibt sich ein interessanter Roman, der, wenn auch kühl und nüchtern beschrieben, mich fesseln konnte.

Justizpalast
von miss.mesmerized am 04.09.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Thirza Zornigers Start ins Leben war schon nicht besonders glücklich. Ihr Mutter träumte von der Karriere in der Justiz, genau wie ihr Vater, aber als sie den Schauspieler Carlos Zorniger trifft, gibt sie die beruflichen Ambitionen zugunsten der Ehe auf. Diese ist kurz und schmerzvoll und der Rest des... Thirza Zornigers Start ins Leben war schon nicht besonders glücklich. Ihr Mutter träumte von der Karriere in der Justiz, genau wie ihr Vater, aber als sie den Schauspieler Carlos Zorniger trifft, gibt sie die beruflichen Ambitionen zugunsten der Ehe auf. Diese ist kurz und schmerzvoll und der Rest des Lebens wird nicht besser. Die Tochter verbringt die meiste Zeit bei Großvater und den alten Tanten, wo sie zur cleveren und ambitionierten jungen Frau heranwächst. Es folgen Stationen in der Justiz, ihr Fleiß und Scharfsinn werden geschätzt und der Aufstieg geht stetig voran. Umgänglich mit den Kollegen und bedacht in der Arbeit vergehen die Jahre. Nur in der Liebe wollen die Dinge nicht so richtig klappen. Spät erst trifft sie mit Max auf einen Mann, mit dem sie ihr Leben und ihre Erlebnisse im Justizpalast teilen möchte, auch wenn sie lange dem Glück nicht trauen will. Und langsam neigt sich auch schon ihr Leben dem Ende entgegen, ein Leben, das maßgeblich von den Verfahren und ihren Urteilen bestimmt wurde, für sie als Person, bisweilen aber auch für große Firmen und das Land relevant. Petra Morsbachs Roman schafft eine geschickte Verbindung von der Geschichte einer Frau der Nachkriegszeit, die beharrlich auch gegen Widerstände ihren Weg geht und einem Blick auf die deutsche Justiz, der mal hoffnungsvoll, mal desaströs ausfällt. Immer begleitet wird die Handlung von einem Erzähler, der sich weitgehen dezent im Hintergrund hält, aber ab und an aber mit ironischen Spitzen („Lästern ist ein Laster, aber entlastend“, S. 83) oder gar zynischen Anmerkungen für ein Schmunzeln beim Leser sorgt. Schon früh realisiert Thirza, dass sie Kinderlos bleiben und somit im Alter allein sein wird. Ein Umstand, der sich nun einmal nicht ändern lässt und durch ihren beruflichen Erfolg noch verstärkt wird. Ohne einen konkreten Weg gezielt zu verfolgen, gelingt ihr doch der Weg durch die Kammern an immer höhere Positionen, ein wenig Glück gehört auch dazu, das Thirza in dieser Hinsicht hold stets ist. Da Liebe nicht in den Grundrechtekatalog gehört, wie der Erzähler feststellt, muss sie sich auf diesem Gebiet verwirklichen. Aber wie auch Max fragt sich Thirza, ob das das richtige Leben war und sie es sinnvoll und glücklich machend genutzt hat und nachdem sie selbst mit Krankheit konfrontiert wird, muss sie erkennen: „Hier beginnt der Übergang in ein anderes Spiel. Eines mit härteren Regeln, ohne Berufungsmöglichkeit, mildernde Umstände und rechtliches Gehör. Und ohne Gnade.“ (S. 472) Die Justiz hat ihr viel gegeben im Leben und immer war sie auf der Suche nach Gerechtigkeit und Ausgleich. Leiden verhindern, Recht zuerkennen, maßvoll auch gerecht urteilen – aber wird das Schicksal sich ihr gegenüber genauso verhalten? Sie ist das Sinnbild der erfolgreichen und stark verkopften Frau, die sich keinen intensiven Emotionen hingibt. Sie erkennt früh, dass sie beruflich den Männern in nichts nachsteht, gerät jedoch immer wieder an Herren, die in klassischen Klischees verhaftet sind und sie nicht als ebenbürtig anerkennen. Neben diesen privaten Aspekten Thirzas steht jedoch vor allem die Justiz im Vordergrund des Romans. Immer wieder werden Fälle skizziert und der Alltag der Richter aufgezeigt. Sehr deutlich wird hier deren Überlastung. Sie können das vorgegebene Pensum niemals bewältigen und suchen entsprechende Ausweichstrategien: wegducken, beschleunigen, weniger sorgfältig arbeiten. Man hat Verständnis für sie und hofft, dass man selbst nie der Fall ist, der gerade so abgehandelt wird. Auch die bisweilen auftretende Situation, dass die Gesetze schlichtweg für einen Fall nicht passen und dass diese Zwickmühle nur mit dem sogenannten „Sauhundprinzip“ – der schlichten Frage danach, wer gut und wer böse ist - beantwortet werden kann, ist nachvollziehbar, wenn auch bedenklich. Auch ein weiterer Missstand wird deutlich bekannt: „Tja, die Staatsanwaltschaft ist immer dann besonders überlastet, wenn es um höhere Kreise geht. Wir haben eine Zweiklassen-Justiz“ (S. 54) stellt der Erzähler schon früh fest. Am Beispiel der Familie Strauß wird dies später noch viel detaillierter erläutert und lässt einem als Leser schon stirnrunzelnd zurück, wenn man sonst keinen tieferen Einblick in die Vorgänge der Gerichtsbarkeit hat. Ein großer Roman über eine starke Frau in einem männerdominierten und hart umkämpften Umfeld. Erzählt in unterhaltsamen Ton, der nie – trotz vieler juristischer Details – tröge oder gar langweilig wird, sondern im Gegenteil die spannenden Seiten der Richterarbeit aufzeigt.