Kaltes Herz

Roman. Originalausgabe

(2)
Ein Perpetuum mobile und die unerschöpfliche Kraft der Liebe – doch der Preis für beides ist hoch.

Berlin 1900. Die wohlbehütete Hetti Keller verliebt sich in Charles, einen jungen Briten, der seine Heimat fluchtartig verlassen musste. Als Hettis Mutter von der heimlichen Beziehung erfährt, ist sie außer sich.
Sie schickt das Mädchen aufs Land zu Verwandten. Während ihre Tante Hetti mit Ablehnung straft, bekommt sie Onkel Heinrich erst gar nicht zu Gesicht, denn er hat sein Leben einer Idee gewidmet: Wie besessen arbeitet er an seiner größten Erfindung, einem Perpetuum mobile. Doch Hettis Ankunft rührt an alte Wunden, und nicht nur sie gerät in größte Gefahr. Ihre einzige Hoffnung: Charles, der verzweifelt nach ihr sucht.
Portrait
Hinter dem Pseudonym Charlotte Freise verbirgt sich die Autorin Karla Schmidt. Sie wurde 1974 in Göttingen geboren und lebt heute mit Mann und zwei Töchtern in Berlin, wo sie ihr Kultur-, Theater- und Filmwissenschaftsstudium abschloss. 2009 erhielt Karla Schmidt den Deutschen Science Fiction Preis für die beste Kurzgeschichte.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 01.10.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-25769-8
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 18,8/12,8/3,5 cm
Gewicht 374 g
Auflage 1
Buch (Taschenbuch)
9,99
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Ganz nett
von einer Kundin/einem Kunden aus dem Saarland am 05.10.2012

Rezension: Auf den ersten Blick sieht “Kaltes Herz” von Charlotte Freise nicht gerade aus wie ein historischer Roman – denn auf mich wirkt die Frau auf dem Cover nicht, als würde sie vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammen. Aber leider ist der historische Aspekt auch auf den zweiten Blick nicht... Rezension: Auf den ersten Blick sieht “Kaltes Herz” von Charlotte Freise nicht gerade aus wie ein historischer Roman – denn auf mich wirkt die Frau auf dem Cover nicht, als würde sie vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammen. Aber leider ist der historische Aspekt auch auf den zweiten Blick nicht besonders gut zu erkennen. Der Schreibstil der Autorin ist nicht schlecht – man muss sich nicht besonders konzentrieren und kommt leicht durch die insgesamt 33 Kapitel. Erzählt wird in der dritten Person und der Augenmerk ist dabei hauptsächlich auf die Protagonistin Hetti, aber teils auch auf Charles und einige Nebencharaktere gerichtet. Es ist nicht so, dass man überhaupt nicht merkt, dass man sich in einer früheren Zeit befindet. Es fällt so z.B. auf, dass sich das Auto gerade langsam in den Alltag einschleicht, wobei aber die meisten Leute noch Pferde besitzen. Außerdem spürt man den Erfindergeist, der damals herrschte, was vor allem auf dem Anwesen von Hettis Tante, die sich ihr Geld mit dem Betreiben einer Wäscherei verdient, im Vordergrund steht. Und dann ist da noch Hettis Onkel, der in einem eigenen Flügel des Hauses lebt und den man nie zu Gesicht bekommt. Er ist offenbar furchtbar entstellt, Teile seines Gesichts fehlen und er arbeitet an einem Perpetuum Mobile – einer Maschine, die sich selbst antreibt. Leider erfährt man nicht, was den Onkel eigentlich so verkrüppelte und warum genau er so besessen an dieser Maschine arbeitet – für mich eine Lücke in der Geschichte. Doch so groß der technische Fortschritt geschrieben wird – die gesellschaftlichen Umstände sind immer noch sehr altmodisch, denn Hetti soll keinen Kontakt zu Charles haben, weil dieser aus der Unterschicht stammt. Interessant fand ich aber, die Gedanken der Autorin. Die Grundgeschichte von Hetti und Charles ist nämlich an die von Charlie Chaplin und der Tänzerin Hetty Kelly angelehnt, die leider nie zueinanderfanden, obwohl Chaplin es sich so sehr gewünscht hätte. Die Autorin selbst sagt, sie wollte den beiden in “Kaltes Herz” eine verdiente Chance geben. Im Prinzip ist das Buch also nicht schlecht, am Ende offenbart sich sogar noch eine tragische Familiengeschichte, aber trotzdem plätschert das Ganze die meiste Zeit so vor sich hin. Man kann sich zwar gut damit die Zeit vertreiben, aber lange wird einem die Story wohl nicht im Gedächtnis bleiben. Fazit: Netter Zeitvertreib, aber nicht mehr.

Überzeugt
von DarkAngel1985 aus Spr am 02.10.2012

Ich habe schon ewig nichts mehr gelesen, was in der Vergangenheit spielt. Aber ich kann sagen, dass ich super in dieses Buch rein gekommen bin. Es konnte mich ziemlich von Beginn an fesseln, auch wenn ich eigentlich nicht auf so Liebeskram stehe, aber in diesem Fall hat es mich einfach... Ich habe schon ewig nichts mehr gelesen, was in der Vergangenheit spielt. Aber ich kann sagen, dass ich super in dieses Buch rein gekommen bin. Es konnte mich ziemlich von Beginn an fesseln, auch wenn ich eigentlich nicht auf so Liebeskram stehe, aber in diesem Fall hat es mich einfach angesprochen, schon allein dadurch, dass es nicht in der Gegenwart spielt. Die Beschreibungen sind wunderbar, man kann sich Berlin in der Zeit sowie auch das Haus auf dem Land gut vorstellen. Auch die Menschen und wie sie gekleidet sind, kam gut zum Vorschein. Nicht übertrieben lange beschrieben, sondern kurz und knackig, aber das reicht auch vollkommen aus. Ich kann sagen, dass Hetti mir gut gefällt. Der Charakter wurde gut ausgearbeitet, auch wie sie sich verhält lässt sich meist gut nachvollziehen. Charles ist mir teilweise fast ein bisschen unsympathisch, aber das noch im erträglichen Rahmen. Daher finde ich das nicht schlimm. Die Geschichte an sich gefällt mir gut, sie wurde auch gut ausgearbeitet. Das Buch ist jetzt nicht so, dass man denkt, ich kann es nicht mehr aus der Hand legen - aber es ist trotzdem spannend.