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Kirschblüten und rote Bohnen

Roman

(17)
Sentaro ist gescheitert: Er ist vorbestraft, er trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht die beste Bohnenpaste, die man sich nur denken kann. Auch deshalb verändert die Begegnung mit ihr alles, denn Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien …
›Kirschblüten und rote Bohnen‹ ist die Geschichte einer besonderen Freundschaft – melancholisch, ohne sentimental zu werden, berührend, ohne kitschig zu sein – und ein zärtlicher Roman, der uns im Glauben an die kleinen Dinge des Lebens bestärkt.
Rezension
»Der Roman überzeugt durch doppelbödige Dialoge und sich in der Idylle auftuende Abgründe. […] Die Dinge erhalten in Sukegawas küchenphilosophischem Roman erst durch den Blick des Menschen auf sie und die Wertschätzung der Ingredienzen des Alltags durch sie ihre Sinnhaftigkeit. Aus fühlendem Leben entsteht illusionäres Sein.«
Steffen Gnam, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»Das Buch ist wunderbar poetisch geschrieben, in leisen Tönen mit starken Bildern. […] Irgendwie macht dieser Mix aus Trauer und Trost, aus Kirschblüten und roten Bohnen glücklich.«
Annette König, SRF 2 - KULTUR KOMPAKT

»Kirschbäume, süße Pfannkuchen mit Bohnenmus und eine zarte Freundschaft – Durian Sukegawa verrührt diese Zutaten zu einem poetischen Japanroman, der auch zauberhaft verfilmt worden ist.«
Janis Voss, EMOTION

»Das ist ein merkwürdiger Sog, den Durian Sukegawas Sprache da entfaltet, die vornehmlich aus Dialogen besteht. Sie bringt uns natürlich der Psyche der Figuren sehr nah. […] Eine Erzählung, finde ich, die sehr anrührend ist.«
Rudolf Schmitz. HR2 KULTUR

»›Kirschblüten und rote Bohnen‹ ist die Geschichte einer besonderen Freundschaft – melancholisch, ohne sentimental zu werden, berührend, ohne kitschig zu sein – und ein zärtlicher Roman, der uns im Glauben an die kleinen Dinge des Lebens bestärkt.«
BUCHMAGAZIN

»Manchmal kommen wundervolle Bücher von ganz woanders her und erzählen von etwas exotischen Dingen und von anderen, die einem sehr vertraut sind.«
Oliver Fründt, BÜCHERGILDE BUCHHANDLUNG FRANKFURT

»Liebevoll-melancholische Momentaufnahme.«
Ulrike Dansauer, EKZ

»Die kleinen Momente Leben, das Glück trotz widriger Umstände zelebrieren und die Vergänglichkeit stets vor Augen haben - all das lehrt dieses Buch in wunderbar ruhigen Worten.«
Friederike Krempin, JAPANLITERATUR

»Bezaubernd«
THALIA MAGAZIN
Portrait
Durian Sukegawa, geboren 1962, studierte an der Waseda-Universität in Tokio Philosophie. Er schreibt Romane und Gedichte, außerdem ist er in Japan als Schauspieler, Punkmusiker und Fernseh- sowie Radiomoderator bekannt. ›Kirschblüten und rote Bohnen‹ (DuMont 2016) war in Japan ein Bestseller und wurde von Naomi Kawase als Beitrag für Cannes 2015 verfilmt.
Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt am Main Japanologie und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. den Nobelpreisträger Kenzaburō Ōe, außerdem Yoko Ogawa und Hiromi Kawakami. Für DuMont überträgt sie die Romane Haruki Murakamis ins Deutsche.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 17.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-9812-1
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 192/125/25 mm
Gewicht 294
Originaltitel An
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 66.798
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00
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„Still,poetisch,berührend“

Kerstin Hahne, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Ein japanischer Autor schafft es auf ruhige, poetischer Weise eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Vorurteile und Achtsamkeit gegenüber anderen zu schreiben,die mich berührt hat.
Seine drei Protagonisten sind:
Senturo,der gescheiterte Schriftsteller,der, um Schulden abzuarbeiten, einen kleinen Imbiss für "Dorayaki"-Pfannküchlein
Ein japanischer Autor schafft es auf ruhige, poetischer Weise eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Vorurteile und Achtsamkeit gegenüber anderen zu schreiben,die mich berührt hat.
Seine drei Protagonisten sind:
Senturo,der gescheiterte Schriftsteller,der, um Schulden abzuarbeiten, einen kleinen Imbiss für "Dorayaki"-Pfannküchlein betreibt,
Tokue,die alte Dame,die ihm erst lästig ist und dann seine Lehrmeisterin (f.Bohnenmus u.a.) wird und
Wakana,ein junges Mädchen,das es zu Hause wohl auch nicht ganz leicht hat...
Wie Senturo und Tokue Freunde werden, wie der einsame Mann entdeckt, dass auch die Herstellung von süßem "Dorayaki"-Bohnenmus eine Kunst für sich ist und
egal, was man tut, wenn man es mit Hingabe betreibt,es einen ausfüllen und stolz machen kann, das erzählt dieser kleine Roman aus einer anderen Kultur mit stiller Leidenschaft.
Die alte Tokue hat ein Geheimnis,das (natürlich herauskommt und) sie ihr Leben lang stigmatisiert hat, aber es ist wunderbar zu lesen, wie sie mit liebevoller Beharrlichkeit den traurigen Senturo langsam dazu bringt, seinen Blick auf die Welt zu ändern. Auch die junge Wakana, die sich als Kundin des Imbisses, langsam mit in diese Freundschaft geschmuggelt hat,wird aus der Begegnung mit Tokue etwas Wichtiges für ihren weiteren Lebensweg mitnehmen,da bin ich mir sicher,auch wenn der Autor uns schlussendlich darüber nichts mehr veraten will..
Wie Kirschblüten und Bohnenmus für gefüllte Pfannkuchen aber genau zusammenhängen, das sollten Sie selber erfahren - diese warmherzige,atmosphärische,fast zen-artige Geschichte lohnt sich auf jeden Fall !
Die liebevolle Ausstattung vom Dumont-Verlag (Leineneinband mit Lesebändchen) sei übrigens auch noch erwähnt :-)

Julian Nagel, Thalia-Buchhandlung Bayreuth

Eine berührend melancholische Geschichte über Begegnungen, Freundschaft und das Leben.
Ein wunderbares Leseerlebnis!
Eine berührend melancholische Geschichte über Begegnungen, Freundschaft und das Leben.
Ein wunderbares Leseerlebnis!

Sigrid Heipcke, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Ein wunderbares Buch. Ich fand es ruhig, poetisch und interessant. Es geht um Freundschaft, Vorurteile und Lebensglück. Ein wunderbares Buch. Ich fand es ruhig, poetisch und interessant. Es geht um Freundschaft, Vorurteile und Lebensglück.

Sarah Scheulen, Thalia-Buchhandlung Dorsten

Wunderbar melancholisch! Dieser kleine, feine Roman lässt einen zuweilen schmunzeln und nachdenken. Absolut lesenswert! Wunderbar melancholisch! Dieser kleine, feine Roman lässt einen zuweilen schmunzeln und nachdenken. Absolut lesenswert!

„Ein Buch über die Schönheit des Lebens“

Clara Busse

Sentaro arbeitet nun seit 3 Jahren im Dorayaki-Imbiss. Er empfindet keine ersichtliche Freude beim Verkaufen, der aus zwei Pfannkuchen mit süßer roten Bohnenfüllung bestehenden japanischen Süßigkeit. Das An (rote Bohnenpaste) lässt er sich sogar fertig liefern. Eines Tages erscheint eine alte Dame mit verformten Händen am Stand und Sentaro arbeitet nun seit 3 Jahren im Dorayaki-Imbiss. Er empfindet keine ersichtliche Freude beim Verkaufen, der aus zwei Pfannkuchen mit süßer roten Bohnenfüllung bestehenden japanischen Süßigkeit. Das An (rote Bohnenpaste) lässt er sich sogar fertig liefern. Eines Tages erscheint eine alte Dame mit verformten Händen am Stand und fragt ob sie für Sentaro arbeiten könnte. Nach langem Zögern stellt er sie ein, da ihre rote Bohnenpaste unschlagbar lecker ist. Doch leider hat Tokue in ihrer Kindheit eine schlimme Krankheit gehabt.

Es ist einen schönes, aber zeitgleich trauriges Buch. Die Geschichte fließt langsam vor sich hin und ehe man sich versieht, ist man gefesselt von der Schönheit des Buches.
Durch das Lernen der Herstellung von den Süßigkeiten und den Geschichten von Tokue gewinnt Sentaro eine andere Einstellung zum Leben. Man muss nur geduldig und offen zuhören.

Wunderbares Buch. Sehr empfehlenswert.

Friederike Gärtner, Thalia-Buchhandlung Wildau

Eine wundervolle Geschichte über Freundschaft und Hoffnung. Wunderbar leicht zu lesen, trotz der japanischen Namen. Sehr zu empfehlen. Eine wundervolle Geschichte über Freundschaft und Hoffnung. Wunderbar leicht zu lesen, trotz der japanischen Namen. Sehr zu empfehlen.

„Kennen Sie Dorayaki und An?“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Durian Sukegawa ist ein japanischer Autor, über den sehr wenig herauszufinden ist. Bevor jetzt beim Dumont Verlag sein Roman „Kirschblüten und rote Bohnen“ erschienen ist, ist im letzten Jahr schon der Film zu dieser Geschichte im Kino zu sehen gewesen. Dieses Buch ist mir persönlich durch das schöne Cover und den Klappentext aufgefallen. Durian Sukegawa ist ein japanischer Autor, über den sehr wenig herauszufinden ist. Bevor jetzt beim Dumont Verlag sein Roman „Kirschblüten und rote Bohnen“ erschienen ist, ist im letzten Jahr schon der Film zu dieser Geschichte im Kino zu sehen gewesen. Dieses Buch ist mir persönlich durch das schöne Cover und den Klappentext aufgefallen. Von dem Film hatte ich bereits einen Trailer gesehen. Mehr aber noch nicht.

Der Autor erzählt in seinem Buch die Geschichte von Sentaro Tsuji und Tokue Yoshii. Sentaro Tsuji ist ein Mann, der bisher kein Glück in seinem Leben hatte. Eigentlich wollte er Schriftsteller werden, doch stattdessen ist er abgerutscht, hat einige Zeit im Gefängnis verbracht und betreut nun den Imbiss Doraharu, wo es Dorayaki gibt. Dorayaki sind Pfannkuchen, die mit einer süßen Paste aus roten Bohnen namens An gefüllt werden. Sentaro erfüllt seine Aufgabe eher lustlos. Und deshalb verwendet er auch industriell gefertigtes An. Die Geschäfte laufen dementsprechend mau. Doch eines Tages entdeckt er eine alte Frau, die jeden Tag wiederkommt. Irgendwann einmal fragt sie ihn, ob sie die ausgeschriebene Stelle als Aushilfe haben könnte. Sie würde sogar für weniger Lohn arbeiten, als Sentaro zahlen will. Doch Sentaro weigert sich anfangs hartnäckig. Doch dann bringt die alte Dame Tokue Yoshii ihm ihre persönliche An Paste mit. Und Sentaro ist davon begeistert. Sie darf für ihn arbeiten. Allerdings unter der Bedingung, dass sie unsichtbar bleibt. Denn Tokue hat verkrüppelte Hände, und Sentaro hat Angst, dass ihm deshalb die Kunden wegbleiben könnten. Am Anfang der gemeinsamen Zusammenarbeit läuft alles wunderbar. Es kommen immer mehr Kunden, darunter auch die Schülerin Wakana, die im Laufe der Geschichte noch wichtig wird. Doch plötzlich bleiben die Kunden weg. Was ist geschehen?

Durian Sukegawa hat einen wunderbar kleinen Roman geschrieben, der ganz ruhig von einer fremden Welt in Japan erzählt. Seine Hauptpersonen haben sich ihr Leben mit Sicherheit anders vorgestellt. Sentaro, der seinen Traum Schriftsteller zu werden, beerdigt hat und nun lustlos seiner Tätigkeit als Dorayaki-Bäcker nachgeht und seine Traurigkeit und Lebensverdrossenheit mit Alkohol betäubt. Tokue, die als ganz junge Frau eine schwere Krankheit bekommen hat, die ihr weiteres Leben fast vollständig zerstört hat. Und Wakana, eine junge Schülerin, die nach der Scheidung ihrer Eltern viel früher erwachsen werden muss als es gut für sie wäre. Diese drei sehr unterschiedlichen Menschen freunden sich an. Tokue hat im Laufe ihrer über 80 Lebensjahre eine ganz eigene Philosophie entwickelt. Und diese Philosophie bringt sie nun auf ganz stille Weise Sentaro und Wakana bei. Und dadurch bekommt auch ihr Leben noch einmal einen neuen Sinn.

Einerseits deckt der Autor ein schwieriges Thema der jüngeren japanischen Geschichte auf, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte, da ich sonst schon zu viel des Romans vorwegnehmen würde. Andererseits beschreibt er in seinem Buch eine Philosophie der Menschlichkeit und des Zuhörens, die mich auf ganz schlichte Weise gefangengenommen hat. Es ist ein Roman, der gerade in unserer schnelllebigen Zeit viel zu geben hat. Denn er rät zu Achtsamkeit, zum Innehalten und Zuhören, sowohl anderen Menschen als auch den eigenen Wünschen und Vorstellungen. Und erst dann können wir wirklich erkennen, wie wir leben möchten.

Ein kleiner aber feiner Roman, der etwas melancholisch aber ganz wunderbar und weise ist.

Leonie Uhl, Thalia-Buchhandlung Kassel

Ein wunderschönes Buch über die Kunst der japanischen "An"-Zubereitung mit einer mutmachenden Botschaft. Tolle, dreidimensionale Charaktere, vergisst man so schnell nicht wieder. Ein wunderschönes Buch über die Kunst der japanischen "An"-Zubereitung mit einer mutmachenden Botschaft. Tolle, dreidimensionale Charaktere, vergisst man so schnell nicht wieder.

Elena Olbrich, Thalia-Buchhandlung Münster

Ziemlich spezielles Buch. Etwas langatmig, allerdings ein spannendes Thema. Ziemlich spezielles Buch. Etwas langatmig, allerdings ein spannendes Thema.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
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Über Begegnungen, die verändern können ...
von Sharon Baker von sharonbakerliest aus Mönchengladbach am 03.06.2017

Sentaro ist unglücklich mit seinem Leben, alles läuft anderes als erwartet und nun steht er immer noch in einem Imbiss und muss Dorayaki verkaufen, um seine Schulden zu begleichen. Bis ihn eines Tages eine alte Frau anspricht und den Aushilfsjob möchte, im ersten Moment lehnt Sentaro ab, in ihren... Sentaro ist unglücklich mit seinem Leben, alles läuft anderes als erwartet und nun steht er immer noch in einem Imbiss und muss Dorayaki verkaufen, um seine Schulden zu begleichen. Bis ihn eines Tages eine alte Frau anspricht und den Aushilfsjob möchte, im ersten Moment lehnt Sentaro ab, in ihren Alter und dann mit diesen verkrüppelten Händen, nein, das geht nicht. Aber Frau Yoshii ist hartnäckig und möchte unbedingt in seinem Laden helfen und so knickt Sentaro ein, aber er besteht darauf, dass sie nur bei der Zubereitung der Bohnenpaste hilft und nicht im Verkauf. So entwickeln beide ein ganz neues Ladenkonzept, weg mit der Fertigpaste und her mit besser und leckerem Dorayaki und schon bald macht es sich im Umsatz bemerkbar. Aber nicht nur der Laden verändert sich, sondern auch Sentaro und aus dem einst resignierten Mann, entwickelt sich jemand der sich für sein Tun doch noch begeistern kann. Frau Yoshii und ihr Chef werden Freunde, aber was so gut begann, wird sich schnell wieder ändern. Was passiert mit dem Imbiss? Kann Sentaro noch sein Lebensinhalt finden? Und was hat es mit Frau Yoshii‘s Händen auf sich? Diese kleine, aber feine Geschichte ist mir damals beim Erscheinen schon aufgefallen, bestimmt wegen der zauberhaften Aufmachung und wahrscheinlich auch deshalb, weil es einen Kinofilm gibt, aber erst auf nachdrücklicher Empfehlung habe ich es nun gelesen. Tja und was soll ich sagen, es lohnt sich, diese berührenden Figuren kennenzulernen. Im Vordergrund steht Sentaro, einsam, unglücklich und mit sich sehr unzufrieden. Für eine Dummheit in der Jugend büßt er jetzt sein ganzes Leben und diese Frustration spiegelt sich in seinem Leben wieder. Er hat keine Lust auf Dorayaki und auf diesen Imbiss, er macht das nur wegen seinen Schulden. Allerdings hat er auch nichts anderes, was ihn glücklich macht und so trinkt er abends einfach ein bisschen zu viel. Schnell von den Leuten genervt, wird er von Frau Yoshii mehr als nur überrumpelt, sie stellt ihn einfach immer eine Gegenfrage und das bringt Sentaro immer total aus dem Konzept. Zuerst möchte er sie abwimmeln, aber dann kommt doch ein bisschen der Geschäftsmann durch. Trotz seiner Bedenken stellt er Frau Yoshii ein und blüht regelrecht auf, in seinem Reich. Und so kommen wir zu Frau Yoshii, ich mag eigentlich gar nicht viel verraten, denn ihre Lebensgeschichte ist so tragisch, traurig und berührt einem sehr und das möchte ich vorab nicht kaputtmachen. Sagen wir so, ihre Vergangenheit ist schrecklich und mit diesen Auswirkungen hat sie immer noch zu kämpfen. Aber trotzdem versprüht sie so einen Lebenswillen, ist spitzbübisch und einfach ein Herz von einer Seele. Sie tut Sentaro, dem Imbiss und allen Leckermäulern in Schuluniform gut, man könnte einfach sagen, sie ist die Seele des Imbiss. Wenn da nicht ihre Hände wären und die vielen Menschen, die tratschen und Gerüchte verbreiten. Diese Figur habe ich schnell ins Herz geschlossen und ich bewundere sie immer noch für ihre Lebenskraft, beeindruckend. Diese Geschichte wird ruhig erzählt, aber entwickelt dabei eine unglaubliche Kraft und bedient ein Thema, welches wir alle nicht wirklich vor Augen haben. Man kann deshalb einfach nicht aufhören zu lesen, da man wissen möchte, gibt Sentaro auf? Oder was genau hat nun Frau Yoshii? Diese ganzen Fragezeichen hält der Autor lange in der Schwebe und zieht einen so durch die Seiten. Aber man empfindet es nicht als schlimm, man ist von der Entwicklung an sich fasziniert, wie eine alte Dame, Lebensgeister weckt, und wie sich auch trotz großer Altersunterschiede Freundschaften finden. Diese zarten Bande sind einfach wunderbar beschrieben und zeigen wieder, dass das Leben an den unglaublichsten Stellen Licht hat und Hoffnung spendet. Ach, noch eins Wakana unser Schulmädchen auf dem Cover spielt natürlich auch eine Rolle, aber tragend sind einfach Sentaro und Frau Yoshii. Für mich ein trauriges, aber auch hoffnungsvolles Buch, was zeigt, wie Freundschaft unser Leben beeinflussen kann und das es im Leben immer noch eine Abbiegung gibt, um glücklich zu werden. Schön erzählt und in absoluten Zeitgeist.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Eine wunderschöne, melancholische Geschichte mit tiefe
von einer Kundin/einem Kunden am 31.07.2016

Da es unser Buch des Monats ist und ich die japanische Erzählkunst sehr mag (und natürlich extrem gerne rote Bohnenpaste esse! Mhh) kam ich nicht umhin in das Buch hineinzulesen. In kurzen Kapiteln wird die Geschichte vom Imbisshändler Sentaro, der alten Dame Tokue und der Schülerin Wakana erzählt. Schon nach... Da es unser Buch des Monats ist und ich die japanische Erzählkunst sehr mag (und natürlich extrem gerne rote Bohnenpaste esse! Mhh) kam ich nicht umhin in das Buch hineinzulesen. In kurzen Kapiteln wird die Geschichte vom Imbisshändler Sentaro, der alten Dame Tokue und der Schülerin Wakana erzählt. Schon nach der ersten Seite war ich im Bann der bittersüssen Geschichte. Der Erzählstil ist sehr ruhig aber er vermag trotzdem tief im Innern zu berühren. Dieses Büchlein ist mit so viel Liebe gestalten worden. Das rosafarbene Lesebändchen passt hervorragend zum Leineneinband. Das Motiv spiegelt den Inhalt der Geschichte perfekt wieder. Eine wirklich, wirklich berührende Geschichte!

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Berührend und melancholisch
von Wuestentraum am 23.03.2016

Sentaro ist gescheitert: Er ist vorbestraft, er trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem... Sentaro ist gescheitert: Er ist vorbestraft, er trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht die beste Bohnenpaste, die man sich nur denken kann. Auch deshalb verändert die Begegnung mit ihr alles, denn Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien … ›Kirschblüten und rote Bohnen‹ ist die Geschichte einer besonderen Freundschaft – melancholisch, ohne sentimental zu werden, berührend, ohne kitschig zu sein – und ein zärtlicher Roman, der uns im Glauben an die kleinen Dinge des Lebens bestärkt. Sentaro arbeitet im Doraharu und verkauft dort täglich seine Dorayaki, die mit An, dem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Eines Tages erscheint eine alte Frau, Tokue, vor seinem Laden und möchte bei Sentaro arbeiten. Erst ist er vehement dagegen, stellt sich durch ihre Hartnäckigkeit gedrängt, aber dann doch ein. Er stellt fest, was für ein Glück es war, sie einzustellen, denn Tokue kocht ein An, welches so gut schmeckt, dass der Umsatz in die Höhe schnellt. Doch Tokue hat krumme Finger, und die Gäste, so scheint es, scheinen sich davon abgestoßen zu fühlen und bleiben nach und nach weg. Sentaro erfährt von Tokue, dass sie schon als 14-jährige Lepra bekam und in ein Sanatorium musste. Zu den zweien gesellt sich noch Wakana, ein 15-jähriges Mädchen, welches zu Hause Probleme hat, und freundet sich mit den beiden an. Dieser Roman schreibt über eine besondere Freundschaft dreier Menschen in ganz unterschiedlichem Alter, die es alle nicht leicht im Leben haben. Durian Sukegawa’s Schreibstil ist leicht und klar, so dass man über die Seiten fliegen kann. Die Geschichte ist liebevoll und respektvoll geschrieben. Es wird einiges über die Krankheit Lepra geschrieben, die Vorurteile und Ängste der Menschen, was wirklich interessant war. Die Ausgrenzung der Kranken, auch nachdem sie das Sanatorium verlassen durften, sind die meisten wieder zurückgekehrt. Tokue beschreibt sehr eindrucksvoll ihre Gefühle und dass sie sich in dem hohen Alter, in dem sie sich zu der Zeit befand, draußen kein neues Leben mehr aufbauen konnte. Wunderschöne Sätze werden in diesem Roman geschrieben, die einen berühren und zum Nachdenken anregen. Sich über Kleinigkeiten freuen zu können, und Hoffnung zu schöpfen, aus der Natur und dem „zuhören". Es wird verschiedenes japanisches Essen erwähnt, nicht nur die Dorayaki, welche Sentaro zubereitet. Was ich auch sehr toll fand, dass im Glossar die einzelnen japanischen Speisen genau erklärt werden. Und es wird ganz viel über Kirschblüten und Kirschbäume geschrieben, so dass ich diese wunderschöne Pracht immer vor Augen hatte. Mir haben die leisen Töne richtig gut gefallen, die zwischen den Zeilen philosophisch anmutenden Bemerkungen und Deutungen haben mich berührt und zum Nachdenken gebracht. Das Buch hat einige Emotionen und Stimmungen erzeugt, so dass es bei mir sicher noch eine Weile nachwallen wird. Ein zauberhaft geschriebener Roman, der einfach unter die Haut geht, melancholisch und berührend und der mir wunderschöne Lesestunden bereitet hat.

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