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Klassenbuch

Roman

(1)
Was macht die digitale Welt mit unseren Köpfen?
Neun Jugendliche an der Grenze zwischen Realität und Virtualität, Beschleunigung und Verlangsamung: Erik, Stanko, Emily, Bea, Lenny, Annika, Nina, Li und Henk taumeln und rasen in Richtung Erwachsensein. Sie sind Hochbegabte und Schwänzer, Suizidgefährdete und Magersüchtige, Aktivisten und Computernerds, Selbstdarsteller und Unsichtbare, deren Wirklichkeit mit den digitalen Möglichkeiten verschwimmt. Neun Gefangene ihrer eigenen Welten, für die es nur wenige Momente von Freundschaft und Wahrhaftigkeit zu geben scheint.
Was als Kranz isolierter Perspektiven beginnt, verwandelt sich zu einem fein verästelten Gesamtgebilde, in dem alles auf überraschende Weise miteinander interagiert und sich allmählich zu einem gemeinsamen Schicksal verdichtet: zu einer Reise an die Ränder der digitalen Welt, aus der kein Klick zurückführt.
Rezension
»Einige dieser Monologe sind so stark wie die feinsten Kurzgeschichten. Mit doppelten Böden und Beobachtungen, die einen ins Mark treffen.«
Anne Haeming, SPIEGEL ONLINE

»Es geht um die Frage, was kann ich wissen, was ist denn eigentlich gültig, das Analoge oder das Digitale […] Eine Identitätssuche auf jeder Ebene.«
Julia Riedhammer, RBB KULTUR

»Was John von Düffel neben literarischer Eleganz noch mitbringt, ist Empathievermögen. Er führt seine Charaktere nicht vor; er macht sie aber in vielen Facetten anschaulich, in all ihrer Fremdheit.«
Christoph Schröder, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»›Klassenbuch‹ [erzählt] aus der Perspektive verschiedener Jugendlicher vom Auseinanderdriften einer Klasse. Zumindest auf den ersten Blick. Denn bald merkt man, dass es um viel mehr geht.«
FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

»John von Düffel [...] ist einfach virtuos. Und das ist er auch hier. Es ist einfach großartig, wie er für jede seiner Figuren eine ganz eigene Sprache findet und erfindet. Es ist frei von Anbiederung an einen Jugendjargon, in sich überzeugend, und man lernt diese neun Schüler jeden auf eine sehr eigene und sehr reflektierte Art kennen.«
Ursula May, HR 2 Kultur

»Wie es John von Düffel gelingt, den Leser, mit zarten Andeutungen beginnend, tief ins Gestrüpp ihrer seelischen Notlagen zu leiten, ist großartig«
Dierk Wolter, FRANKFURTER NEUE PRESSE

»Er weiß sich als perfekter Autor zu inszenieren, ja schafft es sogar, jenen Überschuss an Selbstüberschätzung in die jugendlichen Ego-Texte hineinzuschreiben, der diese als genau so peinlich-altklug erscheinen lässt wie eine echte Pubertätsentäußerung.«
Florian Felix Weyh, DEUTSCHLANDFUNK

»›Klassenbuch‹ ist ein gewagter, faszinierender, aktueller und ganz besonderer Adoleszenzroman.«
Gérard Otremba, ROLLING STONE

»Ein besonderes Gespür für Figuren, für Sprechhandlungen, für Sprachwirkung zählt zu den Stärken seiner Prosa«
Fridtjof Küchemann, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»Über hundert Jahre nach Hesses ›Unterm Rad‹ und Musils ›Törleß‹ feiert mit von Düffels ›Klassenbuch‹ das Genre des Schülerromans somit eine glänzende Wiederauferstehung.«
Oliver Pfohlmann, WDR 3

»John von Düffel ist ein Schreibwütiger. […] Jeder der Figuren legt er eine eigene Sprache in den Mund und schnallt ihr ein anderes Sein auf den Rücken. Jede und jeder hat seine Poesie. [Der Roman ist] ein Narrativ der Digitalisierung.«
DPA

»›Klassenbuch‹ ist ein gewagter, faszinierender, aktueller und ganz besonderer Adoleszenz-Roman.«
Gérard Otremba, SOUNDSANDBOOKS

»Voll zarter Anteilnahme für die irrlichternden Antihelden«
Annette Dohrmann, Öko-Test Magazin

»Von Düffel macht das virtuos. […] Brillant erzählt von John von Düffel.«
Thomas Kliemann, KÖLNISCHE RUNDSCHAU und GENERAL-ANZEIGER

»Der Roman behält die Handschrift eines Erwachsenen, durchaus treffend, denn anstatt unwirschen Protests findet der Autor für jeden Protagonisten eine eigene Sprache. Sehr gekonnt und ganz nebenbei schleust der Autor die Inhalte ein: Die Schüler vernetzen sich zu einem interessenverstrickten Konglomerat, und das wird, wie gesagt, alles sehr literarisch und behutsam aufgelöst. Die Schüler werden nicht nur ernst genommen, sondern als literarische Gestalten wiedergegeben.«
Martin G. Wanko, VORARLBERGER NACHRICHTEN

»›Klassenbuch‹ ist weder Schulroman noch Jugendbuch. John von Düffel interessierte auch nicht die Abbildung der Oberflächen und die Wiedergabe eines Jugend-Jargons […]. Vielmehr konzentrierte er sich auf das, was er weiß: Dass es eine Zeit der Isolation ist, dass es um Zugehörigkeit (Cliquen) und Kommunikation geht - und um das, was fehlt.«
Dr. Alexandra Hildebrandt, HUFFINGTON POST

»[›Klassenbuch‹] gibt ungeheure Einblicke in die Schülerwelt.«
Claudia Kramatschek, SWR 2
Portrait
John von Düffel wurde 1966 in Göttingen geboren, er arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Er veröffentlichte zahlreiche Romane und Erzählungsbände bei DuMont.

Auszeichnungen

1998 erhielt John von Düffel für seinen Debütroman ›Vom Wasser‹ den Ernst-Willner-Preis in Klagenfurt, den Jürgen-Ponto-Preis, den Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg und den aspekte-Literaturpreis.

2005 erhielt er für seinen Roman ›Houwelandt‹ den Preis ›Das neue Buch‹, der jährlich vom Verband deutscher Schriftsteller (VS) Niedersachsen / Bremen ausgelobt wird.

John von Düffels Theaterstücke wurden zweimal zu den Mülheimer Theatertagen nominiert und beim Berliner Theatertreffen vorgestellt.

Zuletzt wurde er mit dem Nicolas-Born-Preis 2006 ausgezeichnet.

Buchveröffentlichungen

Oi (Merlin 1995)
Solingen (Merlin 1995)
Die Unbekannte mit dem Fön (Merlin 1997)
Missing Müller (Merlin 1997)
Born in the RAF (Merlin 1999)
Kleine Philosophie der Passionen. Schwimmen (dtv 2000)
Zeit des Verschwindens. Roman (DuMont, 2. Aufl. 2000)
Vom Wasser. Roman (DuMont 2000)
Ego. Roman (DuMont 2001)
Wasser und andere Welten. Geschichten vom Schwimmen und vom Schreiben (DuMont 2002)
Houwelandt. Roman (DuMont 2004)
Beste Jahre. Roman (DuMont 2007)
Wovon ich schreibe (DuMont 2009)
Hotel Angst (illustrierte Ausgabe DuMont 2010)
Goethe ruft an. Roman (DuMont 2011)
Wassererzählungen (DuMont 2014)
KL – Gespräch über die Unsterblichkeit (DuMont 2015)
Das Klassenbuch. Roman (DuMont 2017)

Weitere Veröffentlichungen

Theaterstücke

Oi. UA: 1995, Stendal/Oldenburg, R: Gerhard Jelen, R: Guido Huonder
Solingen. UA: 1995, Oldenburg, R: Sylvia Richter
Das schlechteste Theaterstück der Welt. UA: 1996, Augsburg, R: Friderike Vielstich
Die Unbekannte mit dem Fön. UA: 1999, Magdeburg, R: Jessica Steinke
Born in the R.A.F. UA: 2001, Osnabrück, R: Harff-Peter Schönherr
Shakespeare, Mörder, Pulp & Fiktion. UA: 1997, Basel, R: Oliver Held
Missing Müller
Sauriersterben. UA: 1997, Basel, R: Andreas von Studnitz
Rinderwahnsinn. UA: 1999, Schwerin, R: Dieter Klaß
Zweidrei Liebesgeschichten. UA: 2000, Münster, R: Sylvia Richter (alle Rechte vertreten vom Merlin Verlag, Gifkendorf)
Balkonszenen. UA: 2000, Bonn, R: Beat Fäh (alle Rechte vertreten vom Rowohlt Theaterverlag, Hamburg)

Hörspiele (ARD-Produktionen)

Tango; Wanzen; Glashäuser; Test; Hüben wie drüben; Neue Männer; Schnee; Jahrtausendwende; Eike & Eike; Go Wost! (Hörspiel des Monats); Jenny (Hörspiel des Monats); Missing Müller

Übersetzungen und Bearbeitungen

Richard B. Sheridan, Die Lästerschule
Alan Benett, Die Krankheit von George III
Hermann Melville, Bartleby
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 318
Erscheinungsdatum 21.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-9834-3
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 213/141/30 mm
Gewicht 448
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 119.564
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Rührig-emotionale Momentaufnahme von jungen Erwachsenen
von Silke Schröder aus Hannover am 10.07.2017

In neun verschiedene Charaktere taucht Autor John von Düffel ein und erzählt sein “Klassenbuch” als Ich-Erzähler aus diesen neun Perspektiven. Dabei findet er für alle neun Figuren eine eigene Sprache und berichtet uns authentisch von ihren Gedanken, Gefühlen und alltäglichen Beschwernissen - und sei es auch nur die bitterböse... In neun verschiedene Charaktere taucht Autor John von Düffel ein und erzählt sein “Klassenbuch” als Ich-Erzähler aus diesen neun Perspektiven. Dabei findet er für alle neun Figuren eine eigene Sprache und berichtet uns authentisch von ihren Gedanken, Gefühlen und alltäglichen Beschwernissen - und sei es auch nur die bitterböse Beschwerdemail an die Schulmensa. Ganz nebenbei geht er dabei der Frage nach, was die virtuellen Welten und die fortschreitende Digitalisierung unseres Daseins eigentlich mit den “Digital Natives” machen, mit jenen Menschen also, die bereits kein Leben mehr ohne Internet und digitale Medien kennen. Können sie noch zwischen Realität und Fiktion unterscheiden? Und ist das überhaupt relevant? Das Zitat “My greatest near-life experience” aus dem Theaterstück “The working dead” von Jörg Menke-Peitzmeyer sagt hier mehr als 1000 Worte. So ist “Klassenbuch” eine authentische, manchmal etwas rührig-emotionale Momentaufnahme von jungen Erwachsenen auf dem Weg zum Erwachsensein.

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