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Kollisionen

Roman

(4)
»Florian Scheibe ... spielt lustvoll mit Gegensätzen ... Der Autor entwirft einen fiktiven, einen literarischen Ort. Ihm gelingen Milieustudien und Personenskizzen, die den Ort auf den Punkt bringen. Wie sich die Figuren, selbst solche aus der dritten Reihe, entwickeln ist zum Teil verblüffend.«
Edelgard Abenstein, WDR 3, 2.10.2016
»Der 45-jährige ... weiß sehr genau, wie sich Spannung generieren lässt. Indem man zum Beispiel Kapitel für Kapitel die Perspektive wechselt, unterschiedliche Schauplätze beleuchtet und immer wieder zwischen dicht beieinanderliegenden und doch komplett voneinander getrennten Welten Verbindungen stiftet.«
Ulrike Frenkel, Stuttgarter Zeitung, 9.10.2016
»Also wenn dieses Buch nicht verfilmt wird, dann mach ich das.«
Tobias Nazemi, Buchrevier, 8.11.2016
»Was Scheibes Roman auszeichnet, ist die Erzählweise: Einfühlsam und genau erzählt er aus dem Erleben seiner Protagonisten heraus und gestaltet so durch eine präzise Innenschau glaubwürdige Gegenwartsfiguren ... Alle diese Figuren schlingern, versuchen Fuß zu fassen, und der Erzähler begleitet sie in ihrem Alleinsein. Florian Scheibes psychologischer Zugriff überzeugt, zieht den Leser mit. Und sein Roman bietet überraschende Wendungen, hält die Spannung bis zum Schluss.«
Cord Breitmann, Literaturblatt für Baden-Württemberg, November/Dezember 2016
»„Kollisionen“ ist ein Buch, das den Leser an sich bindet, ihn reinzieht in die Lebensgeschichten der völlig verschiedenen Protagonisten. Scheibe sorgt für Spannung durch plastisch ausgestaltete Orte, überraschende Wendungen und kluge Übergänge zwischen den Kapiteln.«
Constanze Matthes, Zeichen & Zeiten, 19.10.2016
Portrait
Florian Scheibe geboren 1971 in München, hat Kulturwissenschaft, Geschichte und Filmregie studiert. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er als freier Autor arbeitet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 377
Erscheinungsdatum 27.08.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-98031-8
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 219/139/34 mm
Gewicht 540
Auflage 1. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Absolut lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Mönchengladbach am 12.09.2016

Carina, ihres Zeichens Architektin mit lang unerfülltem Kinderwunsch, fährt mit Ihrem Fahrrad die 16-jährige drogensüchtige, ungewollt schwangere, Punkerin Mona an. Der Unfall verläuft für beide glimpflich, doch ihre beiden Lebenswege scheinen danach untrennbar verknüpft zu sein. Der Roman ist in fünf Teile gegliedert: 1.Zusammenprall 2.Zwietracht 3.Zwist 4.Zerwürfnis 5.Aufprall Die ersten 4 Teile empfinde ich als... Carina, ihres Zeichens Architektin mit lang unerfülltem Kinderwunsch, fährt mit Ihrem Fahrrad die 16-jährige drogensüchtige, ungewollt schwangere, Punkerin Mona an. Der Unfall verläuft für beide glimpflich, doch ihre beiden Lebenswege scheinen danach untrennbar verknüpft zu sein. Der Roman ist in fünf Teile gegliedert: 1.Zusammenprall 2.Zwietracht 3.Zwist 4.Zerwürfnis 5.Aufprall Die ersten 4 Teile empfinde ich als immer weiterführende Steigerung zum Urknall "Aufprall". Dem Beginn etwas Neuem. Der Roman beschreibt die beiden absolut unterschriedlichen Leben und Lebenswege von Mona mit Petr und Carina mit Tom. Zwei komplett unterschiedliche Leben und doch miteinander auf eine bestimmte Weise verbunden.Sehr ausdrucksstark empfinde ich die Verzweiflung und den Druck Toms, seiner Lebensgefährtin Carina den Kinderwunsch zu erfüllen. Es passieren Dinge innerhalb der Handlung, die der Leser so nicht unbedingt erwartet. Ich war gerne Teil dieses Romans und konnte diesen so in einem durch lesen. Gerne hätte ich noch gewusst, was aus dem Kind von Mona letztlich geworden ist. Aber da bleibt eben Spielraum für die eigene Fantasie. Ich empfehle dieses Buch jedem, der wieder einmal ein Buch mit Tiefgang lesen möchte.

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Kollisionen in der modernen Welt
von Tany Bee am 19.12.2016

Kollisionen Kollisionen Florian Scheibe Rezension vom 04.10.2016 (13) Carina und Tom sind ein junges, erfolgreiches Paar: Sie ist Architektin und baut alte Gebäude zu Luxuswohnungen um. Er ist Journalist und schreibt eine Kolumne für ein Stadtmagazin. Die beiden wohnen in einer schicken Dachgeschoßwohnung, die eigentlich traumhaft ist, aber mitten in einem Problemviertel mit... Kollisionen Kollisionen Florian Scheibe Rezension vom 04.10.2016 (13) Carina und Tom sind ein junges, erfolgreiches Paar: Sie ist Architektin und baut alte Gebäude zu Luxuswohnungen um. Er ist Journalist und schreibt eine Kolumne für ein Stadtmagazin. Die beiden wohnen in einer schicken Dachgeschoßwohnung, die eigentlich traumhaft ist, aber mitten in einem Problemviertel mit aktiver Drogenszene liegt. Und die beiden haben noch ein Problem: Carina wünscht sich ein Kind, aber sie wird nicht schwanger. Eines Tages fährt sie mit dem Fahrrad ein junges Mädchen an. Sie ist ein Junkie – und schwanger. Ab diesem Moment berühren sich die Lebenswege der beiden immer wieder. Der Roman „Kollisionen“ greift viele zeitgemäße Themen auf: Gentrifizierung, Kinderwunschbehandlung, Status-Denken. In dem Buch gibt es viele der Kollisionen aus dem Titel: die schicken Wohnungen prallen auf die Drogenszene, eine ungewollt Schwangere prallt auf eine ungewollt Kinderlose, in der Redaktion des Stadtmagazin prallt eine junge Bloggerin auf einen erfahrenen Journalisten. Ich finde es sehr gut, dass sich das Buch mit derart aktuellen Themen beschäftigt. Allerdings war die Umsetzung für mich nicht immer glaubwürdig und die Reaktionen und Handlungen der Protagonisten nicht immer nachvollziehbar. Natürlich ist die Kinderwunschbehandlung emotional aufreibend für die Beteiligten: Aber trotzdem passt es nicht zum Charakter von Carina und Tom, dass sie beiden handgreiflich werden. Viele Wendungen oder Handlungsstränge waren mir zu klischeebehaftet und zu wenig originell. Zum Beispiel Tom, der sich von einer Jungen Praktikantin verführen lässt. Oder Mona, die aus gutem Hause kommt, aber wegen der dort herrschenden emotionalen Kälte zum Junkie wurde. Andere Szenen wieder fand ich sehr gut beschrieben: Carina gibt ein TV-Interview, sie will eigentlich Werbung machen für ihr Viertel und für die Wohnungen, die sich verkauft, aber als sie sich selbst im Fernsehen sieht merkt sie, dass sie verhärmt und falsch wirkt. Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück: einerseits mag ich es, dass es aktuelle Themen aufgreift und es liest sich sehr schnell und flüssig. Andererseits habe ich das Gefühl, dass es nicht tiefgreifend genug ist und es zu einfache Lösungen gibt. Besonders gestört hat mich, was am Ende mit dem Viertel passiert… aber ich verrate nicht gerne das Ende in Rezensionen, deswegen möchte ich das an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Also mein Fazit: ein gut zu lesendes Buch, das aktuelle Themen aufgreift, aber leider nicht tief genug geht und zu oft auf Klischees zurück greift.

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5 Sterne für Idee, Bildhaftigkeit, parallele Konstruktion – insgesamt 3 wegen dominanter Klischees
von StefanieFreigericht am 01.10.2016

Von den Schnittpunkten von Parallelen in der unendlichen Ferne Die Immobilienmaklerin Carina kollidiert auf ihrem Fahrrad mit Mona. Carina will ein Baby – und wird nicht schwanger. Mona ist schwanger – und will kein Baby. Carina hat Architektur studiert und arbeitet als Immobilienmaklerin, weil sich damit mehr Geld verdienen lässt.... Von den Schnittpunkten von Parallelen in der unendlichen Ferne Die Immobilienmaklerin Carina kollidiert auf ihrem Fahrrad mit Mona. Carina will ein Baby – und wird nicht schwanger. Mona ist schwanger – und will kein Baby. Carina hat Architektur studiert und arbeitet als Immobilienmaklerin, weil sich damit mehr Geld verdienen lässt. Im Moment verdient sie keines, weil sie Lofts verkaufen will in ihrer Wohngegend – dort werden die gut betuchten Wohnungsuchenden von Junkies, Dealern und Obdachlosen abgeschreckt. Mona ist Junkie und lebt irgendwo, in einem besetzten Haus, einer Obdachlosen-Unterkunft. Monas Hand zittert beim Setzen des nächsten Schusses, weil sie bereits auf Entzug ist. Carinas Hand zittert beim Spritzen der Hormone, um den Eisprung zu stimulieren. Carinas Mann Tom, Journalist, vergleicht aktiv: die Kabine im Sexshop, die Kinderwunschpraxis mit dem Raum, aus dem er mit der Spermaprobe wieder herauskommt – in beiden Fällen hat er einen Bildschirm mit Pornos, Zellstofftücher. Bis hierher und noch etwas weiter fand ich den Roman fantastisch, ich mag, wie Autor Florian Scheibe mit Sprache spielen kann: S. 9 „Sie bremste mit aller Kraft und in alle Richtungen, mit Händen, Füßen und sogar mit dem Oberkörper. Ihr Vorderrad prallte auf etwas Schweres, Hartes, das zugleich weich und biegsam war. Erst trügerische Schwerelosigkeit: Schweben, In-der-Luft-Liegen, getragen vom Adrenalin. Dann der Aufprall: Wie ein Lappen, der in einer schnellen Bewegung über einen verkrümelten Frühstückstisch gezogen wird, schrammte sie mit ihrem Sommerkleid über die Straße, und ihre Haut griff willig nach dem winzigen Splitt, der den Asphalt bedeckte.“ Der Autor übertreibt es nicht mit dieser Bildhaftigkeit, dadurch wird man ihrer nicht überdrüssig. Bis hierhin? Nun, leider bin ich danach enttäuscht worden: als Tom auf die Praktikantin "Soph" trifft, die Sex von ihm will, zu dem es nicht kommt – und dann, natürlich, doch, wegen der Frustration über die Reduzierung der eigenen Partnerschaft auf Nachwuchs, wobei, natürlich, Carina hereinplatzt. Das ist nur ein Beispiel, es wurde mir der Klischees zu viel. Tom schreibt in seiner Kolumne: „Wir alle trauen uns nicht, ehrlich zu sein. Wir sagen, dass wir in einer bunten, durchmischten Gesellschaft leben wollen, aber tatsächlich hört der Spaß bei einem Graffito an der Hauswand auch schon wieder auf. Wir sagen, dass der Wohlstand in der Welt ungerecht verteilt ist, aber dem Obdachlosen in der U-Bahn geben wir höchstens mal fünfzig Cent. “ S. 276 und so weiter – und so fort. Das ist so wahr wie es gleichzeitig Gutmenschentum im wahrsten Sinne als Schimpfwort ist: Wer wäre so verlogen, sich über ein Graffito an der EIGENEN Hauswand zu freuen? Rettung vor dem Versinken im Klischee bietet mir ausgerechnet Mona, die ich zu Beginn des Romans nie für eine Identifikationsfigur gehalten hätte: ein sechzehnjähriger schwangerer rauchender Junkie, die das Kind nicht will und zunächst alles gegen die Schwangerschaft tut. Klarer als die „Erwachsenen“ um sie herum erkennt sie die Grenzen ihrer Möglichkeiten, bleibt im Realismus verankert; stark auch ihr „Notwehr-Ich“. 5 Sterne für die Idee, die Bildhaftigkeit, die parallele Konstruktion – aber nur 3 für die dominanten Klischees. Ich habe wirklich mehrere Tage UND eine Leserunde hindurch mit dem Resultat daraus gerungen, mich aber für die 3 Sterne insgesamt entschieden, bei 4 Sternen wäre mir zu sehr die Botschaft gewesen, es „fehle nur ein wenig“. Ich werde mir das Debütbuch des Autors besorgen, weil ich an das glaube, was er an Handwerk zeigt – bei den Klischees hätte ich mir hier ein aufmerksameres Lektorat gewünscht.

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