Korrektur

Roman

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»Zur stabilen Stützung eines Körpers«, so das Motto des 1975 erstmals erschienenen Romanes Korrektur, »ist notwendig, daß er mindestens drei Auflagepunkte hat, die nicht in einer Geraden liegen, so Roithamer.« Der Roman Korrektur hat ebenfalls drei »Auflagepunkte«. Der erste ist Roithamer, Österreicher, 42 Jahre alt, er lehrte Naturwissenschaft in Cambridge. In dreijähriger Planung und ebenso langer Bauzeit hatte er für seine Schwester ein ihr vollkommen entsprechendes Bauwerk geschaffen, einen sogenannten »Kegel«. Der Anblick dieses vollkommenen Bauwerks brachte ihr den Tod. Roithamer mußte »korrigieren«, er ließ den Kegel dem Staat zufallen, freilich mit der Auflage, ihn der Natur zu überlassen. Dann vollzog Roithamer die letzte Korrektur, den Freitod.

Portrait
Thomas Bernhard (1931-1989) war einer der bekanntesten österreichischen Erzähler des zwanzigsten Jahrhunderts. Er wuchs in Wien und in Seekirchen am Wallersee auf, wurde für kurze Zeit in ein Heim für schwer Erziehbare geschickt, brach seine Schulausbildung ab und wurde Kaufmannsgehilfe. 1947-48 arbeitete er als Lehrling. Dabei zog er sich eine Lungenentzündung zu, die sich zur Tuberkulose ausweitete. Er verbrachte die nächsten beiden Jahre in verschiedenen Krankenhäusern. Nach seiner Genesung wurde er Gerichtsreporter. Er studierte Gesang und veröffentlichte erste Texte. Der Durchbruch als Romanautor gelang ihm 1963 mit "Frost", weitere Romane folgten. Auch als Dramenautor machte sich Bernhard einen Namen. Ab 1965 lebte er in Wien und auf einem oberösterreichischen Gutshof. 1984 kam es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen seines Romans "Holzfällen".
1970 wurde Thomas Bernhard mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 317
Erscheinungsdatum 24.05.1988
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-38033-8
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,7/11,1/1,8 cm
Gewicht 190 g
Auflage 9
Buch (Taschenbuch)
12,00
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Roithamers Kegel
von Patrick Nagl aus Wien am 14.01.2014

Bernhards Roman dreht sich um die Geschichte eines gewissen Roithamer und die Konstruktion eines von ihm geplanten perfektionierten kegelartigen Raumes. Die mürbe Entwicklung der weiteren Ereignisse führt letztendlich zu seinem Freitod.

Das Ende ist kein Vorgang
von Zitronenblau am 23.08.2009

Roithamer baut einen gewaltigen Kegel für seine Schwester, die sich daraufhin umbringt. Der Ich-Erzähler denkt erstteilig in der höllerschen Dachkammer, in der Roithamer, der sich ebenso umbringt wie die Schwester, seinen Kegelbau plant, fertigstellt bzw. vollendet, über diesen nach, erinnert sich. Im zweiten Teil will das Ich die Unterlagen,... Roithamer baut einen gewaltigen Kegel für seine Schwester, die sich daraufhin umbringt. Der Ich-Erzähler denkt erstteilig in der höllerschen Dachkammer, in der Roithamer, der sich ebenso umbringt wie die Schwester, seinen Kegelbau plant, fertigstellt bzw. vollendet, über diesen nach, erinnert sich. Im zweiten Teil will das Ich die Unterlagen, den Nachlass Roithamers, sichten und ordnen. Er liest Roithamers Aufzeichnungen- über Altemsam (Heimat), Beziehung zu den Eltern (ziemlich abrechnend!), Kindheit u. Geschwister. Um was geht's? Um die Korrektur. Was hätte Roithamer anders machen können? Warum führen seine Korrekturen zum Selbstmord? Mir wirkte es wie eine fast schon pathologische Entwicklung des Kegelbauers, der sich sozusagen zu "verrennen" schien. Übrigens würde man den Unterschied zwischen dem Erinnerten des Ichs und dem Aufgezeichneten Roithamers kaum bemerken, wenn Bernhard dies inhaltlich nicht kenntlich machen würde, was darauf hinweist, dass er die Charaktere nicht scharf genug voneinander trennt und herausarbeitet. Die Technik des Wiederholens und Flusses wird ihm m. E. somit zu einem stilistischen Verhängnis. Scheinbar parallelisiert Bernhard eigene Erfahrungen mit Eltern und aus Kindheit. Für mich eher langweilig, dramaturgisch solala, inhaltlich wenig erfrischend... Würde diesen Bernhard weniger empfehlen im Vergleich zum "Kalkwerk" z.B.