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Krebs

Eine Nacherzählung

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Es ist der letzte, der wirklich letzte der vielen Abschiede. Ich merke, ich darf nur ganz leise küssen. Berührungen schmerzen. In zehn Tagen bin ich wieder zu Hause. Bis dahin muss ich durchhalten. Du musst gar nichts. Es ist Krebs. Was fängt man mit diesem Befund an? Lebt man weiter im Bewusstsein, dass er ein Todesurteil ist? Oder ergreift man jede noch so kleine Chance? Werner Schneyder erinnert sich in diesem Buch an den Ausbruch der Krankheit bei seiner Frau, an ihren Verlauf, an das Ende. Persönlich, offen, ohne Pathos, aber mit der tiefen Verzweiflung desjenigen, der dem geliebten Menschen beim Sterben zusehen muss, erzählt Werner Schneyder von den letzten zwei gemeinsamen Jahren. Ein Leben, eine Lebenspartnerschaft werden der Medizin überantwortet. Er stellt die Fragen, die in Momenten der Normalität kaum jemand auszusprechen wagt: Welche Maßnahmen sind überhaupt sinnvoll? Welche nur Quälerei? Ist Leben um jeden Preis wirklich noch Leben? Haben wir zu sterben verlernt?
Seine Nacherzählung ist in ihrer literarischen Brillanz nicht nur schonungslose Krankengeschichte, sondern auch kritische und fragende Reflexion über die verschiedenen Möglichkeiten des Arzt-Patienten-Verhältnisses, über die Verhältnismäßigkeiten von Therapien, über Grenzsituationen der Existenz. Werner Schneyders Buch ist auch eine letzte Liebeserklärung, ein Plädoyer für Partnerschaft.
Portrait
Dr. phil. Werner Schneyder, geb. 1937 in Graz, war nach Studium und Promotion Journalist, Dramaturg und freiberuflicher Autor. Ab 1974 machte er politisch-literarisches Kabarett mit Dieter Hildebrandt und allein. Er trat auf Bühnen und in TV-Sendungen auf und veröffentlichte Gedichte, Satiren, Feuilletons und Erzählungen. Werner Schneyder lebt in Wien und Kärnten.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 157
Erscheinungsdatum Januar 2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7844-3127-7
Verlag Langen/Müller
Maße (L/B/H) 194/121/20 mm
Gewicht 240
Auflage 5. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Schonungslos offen!“

Ulrike Ackermann, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Grandios, schonungslos und tief bewegend beschreibt Werner Schneyder den tragischen Krebstod seiner geliebten Frau.
Er verarbeitet diesen - wohl tiefsten - Einschnitt in seinem Leben in einer klaren und offenen Sprache, ohne Rücksicht auf sich und den Leser.
Ein hervorragendes, tief beeindruckendes Buch und eines der Besten, dass
Grandios, schonungslos und tief bewegend beschreibt Werner Schneyder den tragischen Krebstod seiner geliebten Frau.
Er verarbeitet diesen - wohl tiefsten - Einschnitt in seinem Leben in einer klaren und offenen Sprache, ohne Rücksicht auf sich und den Leser.
Ein hervorragendes, tief beeindruckendes Buch und eines der Besten, dass ich gelesen habe, leider mit wahrem Hintergrund.
Oder, um Dieter Hildebrandt zu zitieren: "Das ist ein wichtiges Buch!"

Kundenbewertungen


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Was aber, wenn die Hoffnung doch zuletzt stirbt - und unter menschenunwürdigen Zuständen?
von Apicula aus Apiculis am 30.09.2008

Meine liebe Freundin quält sich von Cheomotherapie zu Chemotherapie. Wir Freunde und Bekannte sind völlig überfordert mit der Situation. Man weiß nicht, was man sagen, raten oder trösten soll, wenn einem jemand, den man sehr lieb hat sagt, dass er zunehmends zu dem Entschluss gelangt, er wäre des Lebens... Meine liebe Freundin quält sich von Cheomotherapie zu Chemotherapie. Wir Freunde und Bekannte sind völlig überfordert mit der Situation. Man weiß nicht, was man sagen, raten oder trösten soll, wenn einem jemand, den man sehr lieb hat sagt, dass er zunehmends zu dem Entschluss gelangt, er wäre des Lebens müde!? Freilich sagt man da zuerst: "Du musst weiter kämpfen!". Wie töricht solche "Durchhalteparolen" sein können, habe ich anhand Werner Schneyders Buch erfahren und vieles was ich bisher zu dem Thema zu sagen hatte - mit bitteren Tränen bezahlt. Ich bin ihm zutiefst dankbar für seinen Mut das Erlebte zusammenzufassen und der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Soviel zu meiner Motivation Werner Schneyders Buch "Krebs. Eine Nacherzählung." Zu lesen. - Ich werde nicht einmal ansatzweise versuchen objektiv zu bleiben anhand dieser Lektüre. Was Werner Schneyder berichtet ist zu einem großen Teil genau die Geschichte, die der Mann meiner Freundin seit mehr als einem Jahr mitmacht. Ihm und alleine ihm werde ich das Buch empfehlen. Mit allen Vorbehalten, die ich seit Tagen mit mir herumtrage. Es ist eine teils sehr subjektive (was ich verzeihlich finde) Nacherzählung, noch dazu im Schneyderschen Sprach-Duktus verfasst. Die Partnerschaft, die seine Frau und ihn verbindet steht dabei immer und unbedingt im Vordergrund. Schneyder beginnt mit der ersten Diagnose, die Ärzte seiner Frau präsentieren (Blasenkrebs) und er macht auch keinen Hehl aus seinen bisherigen Vorurteilen zum Thema Krebs. Ein persönliches Drama nimmt seinen Lauf. Das kann und will ich gar nicht wiedergeben, und schon gar nicht auf die "Götter in weiß" schimpfen. Das Ende: Der Tod eines geliebten Menschen und so knallhart es klingt: Ein beschissener Tod! - In Schneyders Nacherzählung finden Sie kaum Trostvolles, nichts Aufbauendes. Wenn Sie also Hilfe erwarten: Hier finden Sie keine! ... und doch fand ich in diesen wenigen Seiten so viel davon! Wenn man von einem Fazit sprechen kann, dann nur von dem, dass Werner Schneyder (und das IST SEINE PERSÖNLICHE MEINUNG) zu einem grauenvollen Fazit kommt. Sind Lebensverlängernde Maßnahmen sinnvoll? Wenn ja, zu welchem Preis? - Genau das KANN er aber leider auch nur mutmaßen, denn wer von uns, wäre er in dieser Situation, würde sich nicht gerne noch ein paar Monate "mehr" erkaufen? Und hat man nicht hie und da von jemandem gehört oder gelesen, der geheilt wurde? Ab wann soll oder muss man alle Hoffnungen begraben? - Eine Frage die niemand beantworten kann. Auch die Ätzte nicht. Nun wollte ich nur noch eine Sache erwähnen, denn ob Sie das Buch lesen, bleibt Ihnen überlassen, Sie werden in Ihrem Leben vermutlich schlimmere Entscheidungen treffen müssen, als 17 Euro Neunzig für ein Buch hinzublättern, das schonungslos die Entwürdigung eines Menschen darlegt. Ob diese Entwürdigung ihre Fortsetzung in der Niederschrift Schneyders findet, möchte ich für mich verneinen. Das sehe ich definitiv nicht so. Es mag zu Hauf Bücher geben, die sich mit dem Schicksal von Krebs-Patienten befassen - ich habe zufällig dieses herausgepickt und bin Herrn Schneyder zu Dank verpflichtet, dass er mich an seinem "Hirnkrebs" teilhaben hat lassen.

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