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Kreutzersonate

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»Wie soll man denn aber mit einem Menschen zusammenleben, wenn keine Liebe da ist?« ereiferte sich die Dame, sichtbar bemüht, ihre Anschauungen, die sie anscheinend für sehr neu hielt, in Worte zu kleiden. »Früher legte man darauf nicht so viel Gewicht«, sagte der Alte in eindringlichem Tone. »Erst in neuerer Zeit ist das Mode geworden. Sobald etwas vorfällt, sagt die Frau gleich: ,Ich verlasse dich.' Auch bei den Bauern ist das jetzt so üblich geworden. ,Da,' sagt die Frau, ,hier sind deine Hemden und Hosen, ich geh zum Wanjka, der hat schönere Locken als du.' Da hilft kein Reden. Ein Weib muß vor allem durch Furcht im Zaum gehalten werden.« Der Handlungsgehilfe sah erst den Advokaten, darauf die Dame, dann mich an und bezwang sein Lächeln, um die Worte des Kaufmanns zu bespötteln oder gutzuheißen, je nachdem, wie wir sie aufnehmen würden. »Was für eine Furcht meinen Sie?« fragte die Dame. »Die Furcht, die die Frau vor ihrem Manne haben soll. Diese Furcht meine ich.« »Nun Väterchen, diese Zeiten dürften doch ein für allemal vorüber sein«, entgegnete die Dame mit einem gewissen Ingrimm.
Portrait
Leo Tolstoi, geboren 1828 in Jasnaja Poljana, war einer der berühmtesten Schriftsteller seiner Zeit. Zu den Höhepunkten seines Schaffens zählen die großen Romane der Weltliteratur Krieg und Frieden sowie Anna Karenina. Tolstoj starb 1910 in Astapowo.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Erscheinungsdatum 07.02.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783961505555
Verlag Idb
eBook
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Er sah meine Frau an, wie alle sittenlosen Männer ''..
von einer Kundin/einem Kunden aus Olten am 13.03.2014
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

..hübsche Frauen anzusehen pflegen'.. ' schreibt Tolstoi über den Geiger Truchatschewskij. Das "zu spät", das sich in Podzdnysevs Name birgt nimmt sein Leiden voraus. Zu spät hat er die Lügenhaftigkeit der gesellschaftlichen Normen und Werte erkannt, die in ihm sich aufbauende Diskrepanz die er sich als junger Mann noch... ..hübsche Frauen anzusehen pflegen'.. ' schreibt Tolstoi über den Geiger Truchatschewskij. Das "zu spät", das sich in Podzdnysevs Name birgt nimmt sein Leiden voraus. Zu spät hat er die Lügenhaftigkeit der gesellschaftlichen Normen und Werte erkannt, die in ihm sich aufbauende Diskrepanz die er sich als junger Mann noch nicht erklären konnte. Unterwegs mit der Bahn kommen zwischen einigen Reisenden Themen wie Ehe, Scheidungen und Bildung auf. Unter Ihnen ist Posdnysev der seine Ehefrau umgebracht hat. In der Folge schildert er dem Ich-Erzähler wie es dazu kommen konnte. Er erzählt von jugendlichen Ausschweifungen, die ihn um die Möglichkeit gebracht hätten ein ideales reines Familienleben zu begründen. In eine junge Frau verliebt hält er um ihre Hand an und heiratet sie. Glücklich sind die beiden nicht geworden. Für ihn heiligt Kindergebären und sie nähren die Ehe, ist die Aufgabe der Ehefrau und vorher, so meint er, sollte Jungfräulichkeit ihr höchster, idealster Zustand sein. Als seine Ehefrau mit Truchatschewskji zu musizieren beginnt, wächst seine Eifersucht ins unermessliche. Durch Beethovens Kreutzersonate fühlt er sich diesem Hypnotiseur, wie er den Geiger insgeheim nennt, und dieser ihn erregenden Musik, ausgeliefert, in eine andere Wirklichkeit versetzt. Solch strahlende Augen hat er an seiner Ehefrau noch nie gesehen, diese Hingabe, was er der gleichen Ursache zuschreibt. Seine Eifersucht wächst ins unermessliche. Als er aus der Kreisversammlung vorzeitig zurückkehrt trifft er seine Gemahlin und Truchatschewskji, die zusammen musiziert haben. In blinder Raserei ermordet er seine Frau. Die Geschichte moralischer und physischer Zerstörung zweier Menschen, beide unfähig wirklich zu lieben. Ein Kreuzzug gegen die Ehe? Das sehe ich anders. Strebte Tolstoi doch eine Reform des Zusammenlebens der Geschlechter an, ein Thema das auch heute an Aktualität nicht verloren hat. Tolstoj's Denken half objektive Misstände aufzudecken, möglicherweise Misstände nicht ausschliesslich des 19. Jahrhunderts. Wahrheitssuche war seine Triebfeder. Und deswegen meine Empfehlung: unbedingt lesen.

Die Zugfahrt
von Patrick Nagl aus Wien am 19.11.2012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Tolstois Kreutzersonate erschien im Jahre 1890 und kann als Kritik an der damaligen russischen Gesellschaft gesehen werden. Die Novelle ist ein Psychogramm bzw. ein Sittenbild der damaligen Zeit und beleuchtet die gegensätzlichen Betrachtungsweisen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens und der gesellschaftlichen Normen.

Ein Klassiker der russischen Literatur
von Jacques Noupoua aus Pforzheim am 10.03.2010
Bewertet: Buch (gebunden)

Ein absolutes Muss für Freunde der klassischen Literatur. Auf einer Zugfahrt, durch das Russland Ende des 19-ten Jahrhunderts, diskutieren Passagiere, die zusammen in einem Waggon sitzen, sehr angeregt über die Ehe, Moral, Liebe und den gesellschaftlichen Wandel. Posdnyschow, der sich zuerst zurück gehalten hatte, eröffnet unserem Erzähler erst in trauter Zweisamkeit... Ein absolutes Muss für Freunde der klassischen Literatur. Auf einer Zugfahrt, durch das Russland Ende des 19-ten Jahrhunderts, diskutieren Passagiere, die zusammen in einem Waggon sitzen, sehr angeregt über die Ehe, Moral, Liebe und den gesellschaftlichen Wandel. Posdnyschow, der sich zuerst zurück gehalten hatte, eröffnet unserem Erzähler erst in trauter Zweisamkeit den tragischen Verlauf seiner Ehe... Die Hauptperson schafft es, dem Leser mit seinen Selbstreflektionen, eine lebendige Skizze der Ehe nahe zu bringen. Tolstoi ist mit dieser Novelle ein intensives, tiefgründiges Psychogramm gelungen, das absolut lesenswert ist und auch bleiben wird. Schlichtweg ein Meisterwerk.