Leb wohl, Berlin

(4)
Ein melancholischer Abgesang auf eine verlorene Welt: Kosmopolitisch, libertin, glamourös und dekadent - mit fotografischer Präzision erfasst Christopher Isherwood die letzten Tage der Weimarer Republik in Berlin und zeichnet unvergessliche Porträts der Menschen, die seinen Weg kreuzen und unterschiedlicher nicht sein könnten: zwei junge Männer, die in fataler Weise voneinander abhängen, eine vermögende jüdische Familie, die das nahende Unglück nicht wahrhaben will, und zahlreiche Mitglieder der Halbwelt, unter ihnen die hinreißend leichtsinnige Sally Bowles, die in der Literatur ihresgleichen sucht. Im Hintergrund der Szenerie marschieren bereits die Nazis auf. Isherwoods Figuren aber verschließen die Augen vor der drohenden Katastrophe und feiern sich um den Verstand.
Portrait
Christopher Isherwood wurde 1904 in der Grafschaft Cheshire als Sohn eines englischen Offiziers geboren. Nach erfolglosen Studien der Geschichte und Medizin in Cambridge und London ging er 1929 nach Berlin. Von 1942 bis zu seinem Tod im Jahr 1986 lebte er im kalifornischen Santa Monica. Mit Werken wie Leb wohl, Berlin, A Single Man, Mr Norris steigt um und Praterveilchen zählt Christopher Isherwood zu den berühmtesten Schriftstellern seiner Generation.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 250, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.10.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783455812701
Verlag Hoffmann und Campe Verlag GmbH
eBook
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Buchhändler-Empfehlungen

„Ein wenig Cabaret und ganz viel anderes“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Wahrscheinlich kennen Sie alle das Musical „Cabaret“, welches besonders durch die Verfilmung von 1972 mit Liza Minnelli, Michael York, Helmut Griem, Joel Grey und Fritz Wepper der Beginn eines Kults war. Ich habe dieses Musical als ca. 14 jähriges Mädchen zum ersten Mal gesehen und war begeistert. Schon damals war ich eine absolute Wahrscheinlich kennen Sie alle das Musical „Cabaret“, welches besonders durch die Verfilmung von 1972 mit Liza Minnelli, Michael York, Helmut Griem, Joel Grey und Fritz Wepper der Beginn eines Kults war. Ich habe dieses Musical als ca. 14 jähriges Mädchen zum ersten Mal gesehen und war begeistert. Schon damals war ich eine absolute Leseratte und musste dementsprechend auch unbedingt das dazugehörige Buch von Christopher Isherwood lesen. Was war ich damals enttäuscht! Ich fand es so langweilig und fand kaum etwas von deer Lebenslust des Musicals wieder. Und nachdem ich jetzt gerade in Berlin war, überkam mich das Bedürfnis, dieses Buch noch einmal zu lesen. Immerhin sind seitdem knapp 40 Jahre vergangen. Die damalige Ausgabe aus dem Ullstein Taschenbuch Verlag hatte ich nicht mehr, also habe ich mir die Neuübersetzung aus dem Hoffmann & Campe Verlag gegönnt. Und dieses Mal hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen!

Christopher Isherwood, ein Engländer, der seine beiden Studienfächer Geisteswissenschaften und Medizin abgebrochen hat, ist als 25jähriger zusammen mit W. H. Auden nach Berlin gegangen, dem Eldorado der Schwulen und Lesben. Dort wollte er einen großen Roman namens „Die Verlorenen“ schreiben. Doch die Machtergreifung Hitlers hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass er nur einen Episoden-Roman über die Zeit von 1930 bis 1933 veröffentlicht hat. Er hat einzelne Episoden über seine Berliner Zeit zusammengefasst und 1939 unter dem Titel „Leb wohl, Berlin“ herausgebracht. Einige Episoden hat er bereits in etwas geänderter Form als Roman „Mr. Norris steigt um“ veröffentlicht, aber dieser Roman ist z.Zt. in Deutschland nicht erhältlich.

Christopher Isherwood hat seine Hauptperson ebenfalls Christopher Isherwood genannt. Und genau wie er verdient seine Hauptperson ihren Lebensunterhalt als privater Deutschlehrer für einzelne Schüler und lebt in möblierten Zimmern. Zuerst lebt seine Hauptperson bei Fräulein Schroeder, doch als das Geld auch bei ihm knapp wird, lebt er zwischenzeitlich in einem Speicher unter dem Dach zusammen mit einer fünfköpfigen Familie in einer wirklich armen Gegend. Er lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, Menschen aus der Halbwelt wie Prostituierte, Barkeeper, Schauspielerinnen und Sängerinnen, reiche Jüdinnen und Vertreter. Und die für die Musical-Kenner bekannteste Person Sally Bowles bekommt in einem Kapitel ihren großen Auftritt. Aber außer ihrer exaltierten Sprache erinnert sehr wenig an die Handlung des Musicals.

Der Autor und sein Alter Ego erhalten einen guten Einblick in die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Abends vergnügt er sich gerne in Clubs und Bars, wobei in diesem Buch seine Sexualität nicht wirklich zutage tritt. Er ist als Beobachter überaus hellsichtig und erkennt durchaus früh die Gefahren, die auf die Juden zukommen. Das Buch ist kein eigentlich spannender Roman, sondern eine sehr genaue Beobachtung der Weimarer Republik. Der Autor sieht Menschen, die auf die unterschiedlichste Weise versuchen zu überleben. Er sieht arme, verzweifelte und kranke Menschen ebenso wie extrem reiche Menschen, die in ihren eigenen Ghettos leben. Als Hitler die Macht ergriffen hat, verlassen sowohl er als auch sein Held Deutschland.

E war kein Wunder, dass mir das Buch als junges Mädchen nicht gefallen hat, denn es hat nichts von dem Schwung, den das Musical hat. Aber es ist einfach eine brillante Beschreibung der damaligen Zustände. Und wenn man heute einige Viertel Berlins besucht, kann man auf den Spuren der Menschen von damals wandeln, auch wenn sich äußerlich vieles verändert hat.

Die Neuausgabe wurde übrigens von den beiden erfolgreichen Autoren Kathrin Passig und Gerhard Henschel übersetzt.

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Die Vorlage zu Cabaret. Berlin in den Zwanzigern. Die ganze Stadt ist ein Erlebnis. Aber es gibt auch die Schattenseiten. Die Vorlage zu Cabaret. Berlin in den Zwanzigern. Die ganze Stadt ist ein Erlebnis. Aber es gibt auch die Schattenseiten.

Eric Rupprecht, Thalia-Buchhandlung Berlin

Schöne Beschreibungen der damaligen Zeit, leider jedoch springt der Erzähler phasenweise recht wild nach vorn und wieder zurück, so dass das Lesevergnügen ein bisschen leidet. Schöne Beschreibungen der damaligen Zeit, leider jedoch springt der Erzähler phasenweise recht wild nach vorn und wieder zurück, so dass das Lesevergnügen ein bisschen leidet.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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An Englishman in Berlin
von einer Kundin/einem Kunden am 12.02.2015
Bewertet: gebundene Ausgabe

Christopher Isherwood, lebte Anfang der Dreißiger Jahre und kurz vor der Machtübernahme der Nazis, in der wohl dekadentesten Stadt ihrer Zeit: Berlin. Erst wohnt er zur Untermiete bei Frau Schröder, die ihm liebevoll Herr Issyvoo nennt, lernt dort auch Sally Bowles, eine mittellose Schauspielerin kennen, und genießt das glitzernde... Christopher Isherwood, lebte Anfang der Dreißiger Jahre und kurz vor der Machtübernahme der Nazis, in der wohl dekadentesten Stadt ihrer Zeit: Berlin. Erst wohnt er zur Untermiete bei Frau Schröder, die ihm liebevoll Herr Issyvoo nennt, lernt dort auch Sally Bowles, eine mittellose Schauspielerin kennen, und genießt das glitzernde Nachtleben. Zwischendurch verlässt er Berlin und erlebt auf Rügen das ständige Auf und Ab der Beziehung zwischen Otto und Peter. Schließlich landet er wieder in Berlin, diesmal bei den Nowaks. Eine Arbeiterfamilie, die in einer ärmlichen Wohnung haust. Liza Minelli hat Sally Bowles, und indirekt damit auch Christopher Isherwood ein Denkmal gesetzt, das viele inklusive mir, so gar nicht gewusst haben. Der Film und auch das Musical Cabaret beruhen auf diesem, episodenhaft erzählten Roman. Allerdings sei der Film sehr, sehr weit von seinem Buch entfernt, so hatte der Romancier, der meiner Meinung nach zur klassischen englischen Literatur gehört, einmal angemerkt. Aber schließlich geht es nicht nur um Sally in Berlin, sondern auch darum, dass Isherwood ein Chronist dieser speziellen Zeit des Umbruchs ist, auch wenn er mit englischer Distanziertheit und Contenance an das Erzählen ran geht und Berlin auf eine ganz eigentümliche Weise porträtiert. Manchmal hatte ich das Gefühl, ein Tagebuch vor mir liegen zu haben, hauptsächlich lag es wohl auch an der fragmentarischen Erzählweise und daran, dass der Hauptprotagonist denselben Namen trägt, wie auch der Schriftsteller. Dennoch möchte Isherwood nicht mit seinem fiktiven Protagonisten verwechselt werden. Der geneigte Leser kann nur raten und mutmaßen, wo der Geschichtenerzähler Fakten, und wo er Fiktion einbringt. Manche Dinge werden im Roman nur angedeutet, schließlich darf man nicht vergessen, dass diese Geschichte 1939 das erste Mal erschienen ist und das liberale und freizügige Berlin, sich den aufmarschierenden Nazischergen ergeben musste. Für alle die nun den Schriftsteller näher kennenlernen möchten, kann ich auch „A Single Man“ empfehlen, dass im selben Verlag neuerschienen ist, allerdings von einem anderen Übersetzer stammt.

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