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Liebesmale, scharlachrot

Roman

KIWI

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Rezension
"Seit Arno Schmidt hat wohl keiner mehr ein so produktives Schindluder mit der Sprache getrieben, ihren Acker so umgekrempelt und durchlüftet wie dieser manische Kieler Osmane." (Neue Zürcher Zeitung)
Portrait
Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist arbeitet. Er war Kolumnist für das Zeit-Magazin und schreibt für die Welt, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit und Die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Im Jahr 2002 erhielt er den Hebbel-Preis, 2003 den Preis der Jury beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und 2007 den Carl-Amery-Literaturpreis.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 16.05.2002
Serie KIWI 675
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-03097-6
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 191/126/23 mm
Gewicht 228
Auflage 3. Auflage
Buch (Taschenbuch)
9,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Rüde im Ton, pointiert, witzig und letztendlich unglaublich warmherzig...“

Moritz Revermann, Thalia-Buchhandlung Neuss

Feridun Zaimoglu geht in all seinen Büchern der Frage nach, wie es sich in Deutschland als 'Kanake' lebt; ein immer wichtiger werdendes Thema. "Kanak Sprak", 1995 sein Debut, war noch extrem roh und ungeschliffen, aber schon höchst interessant. Mit "Liebesmale, scharlachrot" hat er sein bisher schönstes Buch geschrieben, in dem er seine Feridun Zaimoglu geht in all seinen Büchern der Frage nach, wie es sich in Deutschland als 'Kanake' lebt; ein immer wichtiger werdendes Thema. "Kanak Sprak", 1995 sein Debut, war noch extrem roh und ungeschliffen, aber schon höchst interessant. Mit "Liebesmale, scharlachrot" hat er sein bisher schönstes Buch geschrieben, in dem er seine Extraklasse im Umgang mit der deutschen Sprache beweist.

Der Briefwechsel zwischen zwei Deutsch-Türken, Serdar und Hakan, ist trotz aller Lakonie im Ton geschliffen und oftmals beinahe lyrisch. Krass einerseits, wundervoll andererseits. Es gibt Formulierungen in diesem Buch, die ich so noch nie gehört habe, Formulierungen und Gedanken, die einen nachdenklich machen und gleichzeitag lauthals lachen lassen.

Verpackt in eine schwierige Liebesgeschichte, erzählt Zaimoglu vom Alltag junger Deutsch-Türken. Die Form des Brief-Romans ist ein altbekanntes Konstrukt, unmittelbare und ungefilterte Gefühle und Zustände der Protagonisten aufzuzeigen. Wie selbstironisch Zaimoglu dabei immer wieder ist, zeigt sich im ersten Antwortbrief Hakans an Serdar:

"...mein alter Serdar, du, der du dort an der Türken-Beach deinen Kadaver ausgestellt hast, ich muß dir gleich in der ersten Atemluft was stecken: Hör auf mit der Goethe-Nummer, pfeif drauf und lass einfach die Wolken ziehn, derweil du durch die Sonnengläser faul und ölig blinzelst."

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas Geschmack machen auf ein wundervolles, tiefsinniges und brilliantes Buch!!? Viel Spaß!

Kundenbewertungen


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Hohe Sprachkunst im Dienste von Freundschaft, Liebe und der männlichen Seele
von Mirjam Berle aus Hagen am 15.08.2010

Serdar, aus Kiel in die Türkei geflohen, weil ihm „die Frauen im Nacken saßen“, tauscht seine Gedanken und Erlebnisse per Briefwechsel mit seinem Freund Hakan aus. Dieser hat zu Hause in Deutschland mit notorischem Geldmangel und seinem Begehren nach der Nachbarin zu kämpfen. Es entspinnt sich ein kunstvoll komponierter... Serdar, aus Kiel in die Türkei geflohen, weil ihm „die Frauen im Nacken saßen“, tauscht seine Gedanken und Erlebnisse per Briefwechsel mit seinem Freund Hakan aus. Dieser hat zu Hause in Deutschland mit notorischem Geldmangel und seinem Begehren nach der Nachbarin zu kämpfen. Es entspinnt sich ein kunstvoll komponierter Dialog unter sehr guten Freunden – frech, humorvoll, anmutig, gefühlvoll und voller Ehrlichkeit. Eine ganz besondere Note bekommt das Ganze durch die Briefe zwischen Serdar und den Damen, vor denen er floh. Auch hier wird offen, ehrlich und sprachlich unglaublich anmutig aufbereitet, was bislang unausgesprochen blieb. So eröffnet das Buch ungeahnte Einblicke in die männliche Seele und Gedankenwelt, und man findet dort eine Tiefe, Zerbrechlichkeit und Zärtlichkeit, die man ihr kaum zugetraut hätte... „Liebesmale, scharlachrot“ ist nicht nur ein wunderbarer Briefroman, er ist auch ein Zeugnis für die Schönheit und Ausdrucksfähigkeit der deutschen Sprache. Die sprachliche Vielseitigkeit anhand derer Feridun Zaimoglu diese Geschichte komponiert, ist wunderbar und an manchen Stellen voller Poesie. Am Ende klappte ich es mit einem Lächeln zu – einem Lächeln über die Schönheit der Freundschaft, die Sinnlichkeit der Liebe und darüber, so manch einen Herrn der Schöpfung fortan etwas besser verstehen zu können.

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