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Mehrer der Macht

Das Schwarze Auge Roman

(1)
Prinz Wendelmir von Andergast hat es nicht leicht: Seine Familie will alsbald eine Ehefrau sehen, die Geliebte Nägel mit Köpfen machen, und überhaupt gehört endlich wieder ein echter Andergaster auf den Thron! Helmbrecht, der tumbe Söldner, und sein schweigsamer Gefährte Melanor scheinen perfekt in die Pläne des Prinzen zu passen – zumindest solange, bis sie ganz eigene Ambitionen entwickeln.
In Nostria müssen unterdessen Königin Yolande und der Waldritter Eilert Rheideryan ihre eigenen Schlachten schlagen, die das Königreich bis an den Rand eines Bürgerkriegs führen. Und während sich Wendelmir in Andergast für einen begnadeten Puppenspieler hält, weben im Verborgenen die Druiden ihre Ränke, die wahren Mehrer der Macht.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum Juli 2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95752-225-2
Reihe Das Schwarze Auge: Romane
Verlag Ulisses Spiele
Maße (L/B/H) 209/141/38 mm
Gewicht 463
Buch (Taschenbuch)
14,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Mit DSA 5 wird alles anders, auch die Romane
von Ein Schelm aus Aventurien am 26.09.2015

Prinz Wendelmir von Andergast hat es nicht leicht: Der Thron ist von einem Horasier okkupiert, die Geliebte will anlässlich ihrer Schwangerschaft endlich heiraten und die Familie erwartet eine politisch geschickte Ehe. Auch der junge Druide Melanor hat es nicht leicht: Um seinem Meister seine Reife zu beweisen, soll er... Prinz Wendelmir von Andergast hat es nicht leicht: Der Thron ist von einem Horasier okkupiert, die Geliebte will anlässlich ihrer Schwangerschaft endlich heiraten und die Familie erwartet eine politisch geschickte Ehe. Auch der junge Druide Melanor hat es nicht leicht: Um seinem Meister seine Reife zu beweisen, soll er eine Zeit unter den Menschen leben, ohne Magie zu benutzen. Ebenfalls nicht leicht hat es Königin Yolande von Nostria, denn der nostrische Adel steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Und alle sind sie nur Figuren in den Plänen der Druiden... Dem geneigten Käufer wird zuerst auffallen, dass Ulisses die Preise wieder angehoben hat. Das Buch ist in Klappbroschur gebunden. Die vollfarbigen Klappen wurden für zweimal Werbung für DSA 5 genutzt sowie für zweimal das gleiche Portrait der Autorin. Auf der Innenseite des Rückencovers findet man eine ebenfalls vollfarbige Karte der Stadt Andergast, die ohne Legende wenig sinnvoll ist. Sammler werden sich darüber freuen, dass 'Mehrer der Macht' quasi der erste Roman zu DSA 5 ist und deshalb im entsprechenden Design erscheint. Das Format ist etwa 2,5 cm breiter und 3 cm höher als das alte, zudem ist der Buchrücken anders gestaltet, so dass mit Einheitlichkeit im Buchregal Schluss ist ? ein schöner Fall von 'Egal ob sinnvoll, Hauptsache anders'. Wichtiger als die Form ist der Inhalt. 'Mehrer der Macht' beschäftigt sich eng mit offiziellen Ereignissen (z.B. Efferdans Jagdausflug oder der Zwist zwischen Eilert Rheideryan und Albio von Salza) und bietet daher Lesern, die regelmäßig den Aventurischen Boten lesen oder sonst mit dem Geschehen in Aventurien vertraut sind, keine Überraschungen. Es nimmt dem Buch einiges an Spannung, wenn man vorher weiß, wie Wendelmirs 'Rettungsmission' ausgehen wird. Völlig langweilig wird es aber nicht, denn das Buch beleuchtet ausgiebig die Hintergründe der Ereignisse, die Motivation der Akteure und die Intrigen, die diese spinnen. Leider sind diese Intrigen sehr simpel und einfach gesponnen; man hat das Gefühl, dass die Intriganten eher zur Axt als zum Skalpell greifen ? Nostergast ist einfach nicht das richtige Setting dafür. Durchwachsen ist die Charakterisierung der Figuren. Die Autorin hält sich an den Grundsatz 'show, don't tell' und gibt dem Leser keine Charakterisierung vor, sondern lässt das die Figuren durch ihr Verhalten erledigen: Dass Wendelmir egoistisch, berechnend und selbstgefällig ist, wird an keiner Stelle erwähnt, aber durch das Benehmen des Prinzen deutlich. Wendelmir wird so dargestellt, dass er seinen Spitznamen 'Die Landplage' völlig zu recht trägt. Leider versucht die Autorin, Wendelmir Vielschichtigkeit zu verleihen, indem sie ihm positive Charakterzüge wie Fürsorglichkeit verleiht. Ein vielschichtiger Charakter ist zwar grundsätzlich etwas Schönes, es wird aber unglaubwürdig, wenn er plötzlich Charakterzüge entwickelt, die völlig konträr zu seinem eigentlichen Wesen stehen. Auch Melanor ist seltsam charakterisiert: Grundsätzlich ist er sehr überheblich, schafft es aber unter Menschen, damit nicht aufzufallen, was darauf schließen lässt, dass er irgendwo im Wald eine umfangreiche Schauspielausbildung erhalten hat. Seine Mutation zum eiskalten Logiker am Schluss wirkt ebenfalls sehr aufgezwungen. Man hat zudem öfter den Eindruck, seinen Charakterbogen vor Augen zu haben. Schön dagegen ist, wie die Autorin seine magischen Fähigkeiten darstellt: Kein 'Er wirkte den Zauber xxx', sondern nur eine Beschreibung der Zauberhandlung und der Effekte ? DSA-Kenner wissen hier natürlich trotzdem sofort, welchen Zauber der Druide gesprochen hat. Ähnlich durchwachsen ist die Darstellung Aventuriens. Während die Beschreibung der Streitenden Königreiche gut gelungen ist, speziell Andergasts als Hinterwäldlerland, das seinen Nachbarn aus tiefstem Herzen hasst und in dem Frauen nichts zu sagen haben, sind es die Details, die die Stimmung trüben. Thorwaler, die ihr Gegenüber ihrzen, sind genauso merkwürdig wie ein Travia-Geweihter, der einem Rahja-Tempel vorsteht. Der Schreibstil ist anfangs ein wenig holprig. Die ersten rund 80 Seiten lesen sich so, als ob ein Groschenroman und ein Nackenbeißer ein gemeinsames Kind hätten, danach hat sich die Autorin anscheinend warmgeschrieben und der Stil wird deutlich besser, auch wenn zu viele Adjektive verwendet werden. Ansonsten liest sich die Geschichte trotz der Perspektivenwechsel flüssig, störend ist nur die Vorliebe der Autorin für Metaphern und Vergleiche, für welche sie wenig Talent hat. Bei der Vielzahl, mit der diese Stilmittel verwendet werden, ist zwar der eine oder andere passende und witzige Vergleich dabei (passend wie eine Feldrübe in einem Heringsfass), aber die meisten sind bestenfalls schief. Das Korrektorat ist besser als bei den meisten anderen DSA-Romanen (die die Messlatte aber nicht besonders hoch legen); dass man bei Ulisses die eigenen Vorgaben nicht kennt, ist nicht neu. Die Interpunktion und der Ulisses-Korrektor werden allerdings in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Mit DSA 5 sollte alles anders und besser werden, für die Romane gilt das offensichtlich nicht. 'Mehrer der Macht' bietet wenig Überraschungen, ist im falschen Setting angesiedelt, zeigt seltsame Charakterisierungen, hat aventurische Fehler und keinen überragenden Schreibstil. Wen es in der nächsten Zeit nach Andergast verschlägt, findet hier aber genug Inspiration, um das Land gut darzustellen.

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