Memory Wall

Novelle

(8)

Unser Leben, unsere Welt werden durch unsere Erinnerungen zusammengehalten. Was geschieht mit uns, wenn wir sie verlieren, und welche Möglichkeiten tun sich auf, wenn andere unsere Erinnerungen wiederbeleben können? Der 74-jährigen Alma Konachek, die in einem Vorort von Kapstadt lebt, widerfährt genau dies. Sie verliert ihr Gedächtnis. Unbekannte brechen mehrfach in ihr Haus ein, auf der Suche nach Hinweisen zu einem spektakulären Fossilienfund ihres plötzlich verstorbenen Mannes. Denn Alma hat eine Wand voller Fotos, Gedächtnisstützen, Speichermedien, in der sich irgendwo der fehlende Hinweis zu dem gesuchten Fossil befindet. In dieser lichten, wunderschönen Novelle gelangt schließlich ein Junge in den Besitz des Geheimnisses dieser alten Frau und ihres Mannes, einer Episode aus ihrer Vergangenheit mit der Macht, ein Leben zum Guten zu wenden. Der Junge reist dazu in die Karoo-Wüste und setzt sich dieser wilden Landschaft aus. Wie alle Werke Doerrs zeugt auch dieses von der Größe des Lebens – von der geheimnisvollen Schönheit der Fossilien, Wolken, Blätter – vom atemberaubenden Glück, in diesem Universum zu leben. Die Vorstellungskraft und Sprachmacht, das Einfühlungsvermögen und die Erzählkunst Anthony Doerrs sind unvergleichlich.

Portrait

Anthony Doerr, 1973 in Cleveland geboren, lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Boise, Idaho. Neben Erzählungsbänden wie „Der Muschelsammler“ (2007) veröffentlichte Doerr die Romane „Winklers Traum vom Wasser“ (2005) und „Alles Licht, das wir nicht sehen“ (2014), für den er 2015 den Pulitzer Prize erhielt. Der Roman, der in den USA annähernd 2 Millionen Exemplare verkaufte, wurde auch in Deutschland zu einem Bestseller, und in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Für seine Erzählungen hat Doerr bislang vier Mal den renommierten O. Henry Prize erhalten, neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er auch drei Mal den Pushcart Prize. Im Jahr 2007 wurde Anthony Doerr von der Britischen Literaturzeitschrift Granta auf die Liste der „21 Best Young American Novelists“ gesetzt.

Werner Löcher-Lawrence, geb. 1956, arbeitete rund zwanzig Jahre lang als Lektor in verschiedenen Verlagen. Heute ist er als literarischer Agent und Übersetzer tätig. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u. a. John Boyne, Patricia Duncker, Nathan Englander, Hilary Mantel, Hisham Matar, Louis Sachar und Colin Thubron. Für C.H.Beck hat er bereits Anthony Doerrs Roman „Alles Licht, das wir nicht sehen“ übersetzt.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 135
Erscheinungsdatum 10.02.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-68961-1
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 21,3/13,4/1,7 cm
Gewicht 249 g
Auflage 1
Übersetzer Werner Löcher-Lawrence
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„Wenig Papier, sehr gut verwendet!“

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Diesmal nichts zum Inhalt, allerdings ein großes Lob an Herrn Doerr, der es geschafft hat, mich mit dieser kleinen, aber wunderbaren, fast philosophisch anmutenden Erzählung, auf so wenigen Seiten zu berühren. Magisch!
Diesmal nichts zum Inhalt, allerdings ein großes Lob an Herrn Doerr, der es geschafft hat, mich mit dieser kleinen, aber wunderbaren, fast philosophisch anmutenden Erzählung, auf so wenigen Seiten zu berühren. Magisch!

„Wir sind nichts ohne unsere Erinnerungen“

Beate Müller-Egberink, Thalia-Buchhandlung Landau

in unglaublich zarter Manier verfolgt man die Aufzeichnungen der 74jährigen Alma, die sich an ihren Mann erinnert. Alma verliert so nach und nach ihr Gedächtnis. Doch das splitterhafte erinnern und ihre Notizen dazu führen uns auf unnachahmliche Weise in ihr Leben, in ihre Seele, das was sich darauf eingebrannt hat.

"Man muss erst beginnen, sein Gedächtnis zu verlieren, und sei's nur stückweise, um sich darüber klar zu werden, dass das Gedächtnis unser ganzes Leben ist.
Ein Leben ohne Gedächtnis wäre kein Leben, wie eine Intelligenz ohne Ausdrucksmöglichkeit keine Intelligenz wäre. Unser Gedächtnis ist unser Zusammenhalt, unser Grund, unser Handeln, unser Gefühl.
Ohne Gedächtnis sind wir nichts."

Diese Worte von Luis Bunuel, Mein letzter Seufzer,

stellt der Autor seiner Novelle voran.
Und das ist so tief wahr wie dramatisch, wenn man sich vergegenwärtigt, was bleibt wenn man sich so langsam verliert.
Poetisch, intensiv, Worte von großer Schönheit und Sätze von durchdringender Wahrheit.
Dieses schmale Bändchen von Anthony Doerr ist etwas ganz besonderes. Ein Kleinod.
Man kennt den Autor übrigens von seinem großartigen Roman "Alles Licht, das wir nicht sehen" für den er - zu Recht - den Pulitzerpreis erhielt.
in unglaublich zarter Manier verfolgt man die Aufzeichnungen der 74jährigen Alma, die sich an ihren Mann erinnert. Alma verliert so nach und nach ihr Gedächtnis. Doch das splitterhafte erinnern und ihre Notizen dazu führen uns auf unnachahmliche Weise in ihr Leben, in ihre Seele, das was sich darauf eingebrannt hat.

"Man muss erst beginnen, sein Gedächtnis zu verlieren, und sei's nur stückweise, um sich darüber klar zu werden, dass das Gedächtnis unser ganzes Leben ist.
Ein Leben ohne Gedächtnis wäre kein Leben, wie eine Intelligenz ohne Ausdrucksmöglichkeit keine Intelligenz wäre. Unser Gedächtnis ist unser Zusammenhalt, unser Grund, unser Handeln, unser Gefühl.
Ohne Gedächtnis sind wir nichts."

Diese Worte von Luis Bunuel, Mein letzter Seufzer,

stellt der Autor seiner Novelle voran.
Und das ist so tief wahr wie dramatisch, wenn man sich vergegenwärtigt, was bleibt wenn man sich so langsam verliert.
Poetisch, intensiv, Worte von großer Schönheit und Sätze von durchdringender Wahrheit.
Dieses schmale Bändchen von Anthony Doerr ist etwas ganz besonderes. Ein Kleinod.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
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1
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0

Ergreifend und verzaubernd
von einer Kundin/einem Kunden am 09.02.2018
Bewertet: Taschenbuch

Die Erinnerung, wie schnell ist sie vergessen!? Alma Konacheck versucht mit Notizen, Fotos und Speidermedien die Erinnerung an ihren Mann zu erhalten. Dieses Buch fesselt und verzaubert den Leser zugleich! Es ist so bewegend geschrieben, das es noch lange zum nachdenken anregt und in Erinnerung bleibt!

Ein kleines Juwel
von Tany Bee am 19.12.2016

Alma hatte ein gutes Leben mit ihrem Mann Harold in Kapstadt. Doch nun ist sie alt, ihr Mann ist tot und sie verliert genau das, was ihr noch von ihrem Leben geblieben ist: Ihre Erinnerungen. Doch für Leute, die es sich leisten können, gibt es Hilfe: Ein dubioser Arzt... Alma hatte ein gutes Leben mit ihrem Mann Harold in Kapstadt. Doch nun ist sie alt, ihr Mann ist tot und sie verliert genau das, was ihr noch von ihrem Leben geblieben ist: Ihre Erinnerungen. Doch für Leute, die es sich leisten können, gibt es Hilfe: Ein dubioser Arzt „zapft“ Erinnerung aus Almas Kopf und speichert sie auf Kassetten. So kann sie sie immer wieder erleben. Doch auch für andere sind Almas Erinnerungen interessant…. Ich habe im letzten Jahr „Alles Licht das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr gelesen und es war eines meiner Highlights des Jahres, ich habe es seitdem oft empfohlen und verschenkt. Ich war etwas skeptisch, ob ein dünnes Büchlein wie „Memory Wall“ meinen hohen Erwartungen an den Autor gerecht werden kann. Ich muss sagen: es kann! Natürlich ist es weniger komplex auf Grund des Umfangs, aber es ist nicht weniger perfekt. Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist unsere. Aber wie selbstverständlich lässt Doerr Science-Fiction-hafte Elemente einfließen, nämlich die des „Erinnerungsabzapfens“ und speicherns. Themen wie Rassismus oder Apartheid werden angesprochen, aber niemals vordergründig, sondern ganz natürlich im Lauf der Geschichte. Die Protagonisten sind nicht gut oder böse, sie sind irgendwas dazwischen, ganz wie im wahren Leben. Und sie handeln überaus überraschend. Ja, der Autor hat es wirklich oft geschafft mich zu überraschen in dieser Geschichte. Und zu berühren. Dieses Buch ist wirklich ein kleines Juwel. Anthony Doerr kann meisterhaft schreiben. Er hat es in die Riege meiner Lieblingsautoren geschafft und ich werde künftig jedes neue Buch von ihm sehnsüchtig erwarten.

Was sind wir ohne unsere Erinnerungen?
von Lilli33 am 23.03.2016

Die amerikanische Originalausgabe von „Memory Wall“ enthält neben der titelgebenden Novelle noch fünf weitere kurze Erzählungen. Schade, dass der deutsche Verlag diese nicht mit übernommen hat. Dafür ist aber der Schutzumschlag sehr schön gelungen mit seiner seidig schimmernden Oberfläche - wie auch schon bei „Alles Licht, das wir nicht... Die amerikanische Originalausgabe von „Memory Wall“ enthält neben der titelgebenden Novelle noch fünf weitere kurze Erzählungen. Schade, dass der deutsche Verlag diese nicht mit übernommen hat. Dafür ist aber der Schutzumschlag sehr schön gelungen mit seiner seidig schimmernden Oberfläche - wie auch schon bei „Alles Licht, das wir nicht nicht sehen“ - und den goldenen Ammoniten. Diese passen sehr gut zum Inhalt, denn Fossilien spielen hier eine große Rolle. Inhalt: Die 74-jährige Weiße Alma Konachek lebt in einem Vorort von Kapstadt. Sie leidet unter einer schnell fortschreitenden Demenz. Deshalb ist sie Patientin einer Klinik, die eine Methode entwickelt hat, Erinnerungen auf Kassetten zu speichern, sodass man sie immer wieder aufs Neue durchleben kann. Hinter einer von Almas Erinnerungen ist Roger her. Nacht für Nacht bricht er zusammen mit dem Waisenjungen Luvo in Almas Haus ein, um an ihrer Erinnerungswand nach einem ganz speziellen Ereignis zu suchen. Denn Alma versucht, mit Hilfe von Notizen, Fotos und Erinnerungskassetten an der „Memory Wall“ ihr Leben unter Kontrolle zu halten. Seit ihr Mann vor vier Jahren gestorben ist, kümmert sich nur ihr schwarzer Diener Pheko um sie. Pheko lebt mit seinem fünfjährigen Sohn Temba in einem Elendsviertel. Das Schicksal all dieser Personen ist auf gewisse Weise über diese eine bestimmte Erinnerung verknüpft. Meine Meinung: Sprachlich ist das vorliegende Büchlein wirklich ein Kleinod. Anthony Doerr vermag mit wenigen Worten so viel auszudrücken - und das auf eine wunderschöne, poetische und bildhafte Weise. „und leisen, raubtierhaften Autos“ (S. 11) „Eine Bodendiele im Wohnzimmer quiekt.“ (S. 11) „Die Uhr unten im Wohnzimmer tickt und tickt und lässt die Nacht verrinnen.“ (S. 13) Diese Aufzählung könnte ich schier endlos fortsetzen. Der Autor bringt uns mit seiner Geschichte aber auch zum Nachdenken, zum Beispiel darüber, was von uns bleibt, wenn unsere Erinnerungen verloren sind. Vieles ist zwischen den Zeilen zu lesen, und man sollte auf keinen Fall hastig lesen, um möglichst viel von dem, was Doerr uns mitteilen möchte, zu erkennen. Ich bin eigentlich kein Freund von so kurzen Erzählungen - ich mag lieber lange, ausführliche Romane. Und so hätte ich mir auch hier zuweilen etwas detailliertere Ausführungen gewünscht. Es gibt so vieles, was wegen der Kürze des Buches nicht zur Sprache kommen konnte, aber doch interessant gewesen wäre im Zusammenhang mit dieser Geschichte. Auch schienen mir nicht alle Handlungsweisen der Protagonisten wahrscheinlich. Bei manchen Szenen hat mich das gestört, weil es für mich so nicht passte, bei anderen Szenen fand ich es in Ordnung. Das ist sicher Ansichtssache und wird von jedem anders empfunden. Neben dem Hauptthema Erinnerungen werden hier auch Themen wie Vergänglichkeit, Arm und Reich, Schwarz und Weiß und noch weitere kurz angerissen. Fazit: Eine wunderbare Erzählung, die mich berührt hat, die mir wahrscheinlich aber aufgrund der Kürze nicht nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Es gäbe einfach noch so viel mehr zu sagen.