Mit den Augen eines Kindes sehen lernen

Zur Entstehung einer Frühtraumatisierung bei Pflege- und Adoptivkindern und den möglichen Folgen

Mit den Augen eines Kindes sehen 1

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Pflege- und Adoptiveltern haben eine wunderbare Aufgabe gewählt: Sie geben einem Kind ein neues Zuhause mit Wärme, Liebe und Zuwendung. Manchmal kann es aber vorkommen, dass unerwartete Probleme auftreten. Das reicht von Verhaltensauffälligkeiten über deutliche Lernschwierigkeiten bis hin zu massiven Auseinandersetzungen, die Pflegeeltern an den Rand ihrer Belastungsfähigkeit bringen. Trotz aller Mühe, trotz größtem persönlichen Einsatz scheint häufig nichts mehr zu helfen. Wie es dazu kommen kann, welche besonderen Hintergründe im Spiel sein können und was die Eltern im ersten Schritt machen können, erläutert die Autorin im vorliegenden Buch.
Portrait

Dr. Bettina Bonus beschäftigt sich mit der Problematik von Pflege- und Adoptivkindern seit über zwanzig Jahren. Die ersten grundlegenden sozialpädagogischen Erfahrungen sammelte sie in der gemeinsamen Arbeit mit ihrer Mutter Prof. Dr. Hildur v. Schweinitz, die den Lehrstuhl für Sozialpädagogik und Sozialarbeit an der Universität Osnabrück inne hatte. Nach einer Ausbildung zur Erzieherin und dem medizinischen Studium arbeitete sie als Ärztin in der klinischen Pharmakologie, wo sie ihre Promotion mit "magna cum laude" abschloß. Anschließend war sie an der Kinder- und Jugendpsychatrie der Universitätsklinik Köln als Assistenzärztin von Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl und Prof. Dr. Manfred Döpfner tätig. Gleichzeitig sammelte sie als Pflegemutter viele wichtige Erfahrungen in der Praxis. Dr. Bonus ist seit 1999 als selbstständige Beraterin und Begleiterin von Pflege- und Adoptivkindern tätig. Hierbei hat sie sich auf die Betreuung von besonders hochproblematischen Pflege- und Adoptivkindern und deren Familien spezialisiert.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 197
Erscheinungsdatum September 2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8334-6086-9
Verlag Books on Demand
Maße (L/B/H) 21,4/14,9/1,8 cm
Gewicht 292 g
Auflage 1. Auflage
Buch (Kunststoff-Einband)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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Kinderblick
von Pia am 11.12.2011

Zum Einlesen in die Thematik ist dieses Buch wunderbar geeignet. Man sollte jedoch vertiefende Literatur zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, den Eltern oder den konkreten Folgen nicht außer Acht lassen. Frau Bonus schafft es auf jeden Fall den Leser zu motivieren "durch die Augen eines Kindes" auf das ganze Geschehen zu... Zum Einlesen in die Thematik ist dieses Buch wunderbar geeignet. Man sollte jedoch vertiefende Literatur zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, den Eltern oder den konkreten Folgen nicht außer Acht lassen. Frau Bonus schafft es auf jeden Fall den Leser zu motivieren "durch die Augen eines Kindes" auf das ganze Geschehen zu richten, was vieles schon erklärt.

Das Buch ist eher enttäuschend für mich!
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 14.01.2011

Bin bis jetzt bis zur Seite 70 gekommen und kann leider die positive Bewertung nicht zustimmen! Als Erstes ist das Buch einfach schlecht gechrieben! Falls ich es nicht im Moment lesen sollte, hätte ich es längst zur Seite gelegt! Es werden immer wieder die gleichen Stichpunkte wiederholt, bis man... Bin bis jetzt bis zur Seite 70 gekommen und kann leider die positive Bewertung nicht zustimmen! Als Erstes ist das Buch einfach schlecht gechrieben! Falls ich es nicht im Moment lesen sollte, hätte ich es längst zur Seite gelegt! Es werden immer wieder die gleichen Stichpunkte wiederholt, bis man nicht mehr weiter lesen kann.. Außerdem fehlt mir das wissenschaftliche Teil unter anderem Fachbegriffe. An einigen Stellen stehen schon Literaturangaben. Was mir aber auffällt, es sind fast ausschließlich deutsche Autoren. In diesem Fall frage ich mich, was denken die anderen Wissenschaftler, wie wird die Frühtraumatisierung eines Kindes in den anderen Ländern wahrgenommen??? Am Anfang des Buches stehen mehrere Beispiele für frühtraumatisierte Kinder, ohne jegliche Vorgeschichte. Dabei liegt der Grund für die Probleme eines Kindes oft in der Erziehung!!?? Ich kann nur an die Autorin appellieren, bearbeiten Sie bitte das Buch! Bei so einem Thema sollte der Leser nicht auffören können zu lesen!!!

DR. BETTINA BONUS: „Mit den Augen eines Kindes sehen lernen“. Band I: Zur Ent-stehung einer Frühtraumatisierung bei Pflege- und Adoptivkindern und den möglichen Folgen. Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2006.
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 15.11.2006

Bei der Lektüre dieses Buches sollte man mit den Fallbeispielen beginnen. Dort geht es hart zur Sache. Zwölf kurze Studien zu verschiedenen Pflege- und Adoptivkindern aus der Praxis der Autorin legen offen, welche Probleme solche Kinder oft mit sich herumschlep-pen und wie unerträglich die resultierenden Belastungen für Pflege- und... Bei der Lektüre dieses Buches sollte man mit den Fallbeispielen beginnen. Dort geht es hart zur Sache. Zwölf kurze Studien zu verschiedenen Pflege- und Adoptivkindern aus der Praxis der Autorin legen offen, welche Probleme solche Kinder oft mit sich herumschlep-pen und wie unerträglich die resultierenden Belastungen für Pflege- und Adoptiveltern werden können. Warum ist das so? Bettina Bonus führt die Störungen auf frühe Traumatisierung zurück. Zum Trauma kommt es, wenn man einer lebensbedrohlichen Situation aus eigener Kraft nicht entfliehen kann, so dass man hilflos und ohnmächtig ausgeliefert ist. Gefühle können so überwältigend sein, dass sie den Menschen töten. Also schließt der Traumatisierte das Erlebte hermetisch weg. Aber gerade deshalb rumort es in ihm weiter und lässt ihm keine Ruhe. Eine Frühtraumatisierung widerfährt dem Kind in frühem Alter. Jetzt kann alles in Mitlei-denschaft gezogen werden, was sich noch im Entwicklungsstadium befindet. Am schlimmsten ist die Trennung des kleinen Kindes von seiner leiblichen Mutter. Während der Schwangerschaft erlebt das Kind die Mutter und sich selbst als untrennbare Einheit. Für das Kind gibt es nur die eigenen Gefühle, welche die der Mutter einschließen. Das Neugeborene empfindet sich selbst nur in der Nähe der leiblichen Mutter als vollständig. Fehlt sie plötzlich, so fehlt ein großer Teil des kleinen Kindes selbst. Mit der Trennung von der leiblichen Mutter ist zunächst die elementare Lebensgrundlage des Kindes zerstört. Durch die Trennung verliert das Kind alles, was es bisher am Leben erhielt. Darüber hinaus wird ihm die eigene, die mütterliche Gefühlswelt genommen. Die Gefühle, die durch diesen Schmerz entstehen, sind unerträglich. Das Kind erleidet eine Todesangst, die weit über das hinaus geht, was es verkraften kann. Hier liegt der Schlüssel für das spätere Verhalten des frühtraumatisierten Kindes. Das Kind entwickelt Überlebensstrategien zur Angstbewältigung. Eine Möglichkeit, die eigene Angst zu überspielen, liegt darin, selbst Angst zu machen, die Pflege- oder Adop-tiveltern zu bedrohen, ja sie anzugreifen oder die Wohnung zu verwüsten. Um dem Kind eine Heilung zu ermöglichen, müssen die Pflege- oder Adoptiveltern den Teufelskreis der Todesangst und des Überlebenskampfes beenden. Sie müssen lernen, provozierendes Ver-halten zu deuten: Werden sie gerade zum Opfer einer Strategie oder handelt es sich um einen „normalen“ Streit? Statt sich auf provokante Kraft- und Machtproben einzulassen, müssen sie mit den Augen des Kindes sehen lernen, das heißt, die Überlebensstrategie ih-res Kindes immer deutlicher erkennen und ihr angemessen und liebevoll begegnen. Ein kraftvolles und bestürzend schönes Buch. Die seelischen Nöte früh traumatisierter Kinder werden einfühlsam und praxisnah dargelegt. Viele praktische Tipps für den Um-gang mit hochproblematischen und deutlich verhaltensauffälligen Pflege- und Adoptivkin-dern werden dem Leser vermittelt. Beschönigt wird nichts. Das Buch soll warnen, zugleich aber auch dazu ermutigen, das Wagnis einer Adoption oder Pflege einzugehen.