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Mythen des Alltags

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Roland Barthes’ »Mythen des Alltags« sind längst selbst zum Mythos geworden. In seinen provokativ-spielerischen Gesellschaftsstudien entschlüsselt er Phänomene wie das Glücksversprechen der Waschmittelwerbung, das Sehnsuchtspotential von Pommes frites und die göttlichen Qualitäten des Citroën DS. Seine radikale Hinterfragung des Alltäglichen ist bis heute von bestechender Aktualität. Die Essays ermuntern dazu, dem scheinbar Selbstverständlichen kritisch gegenüberzutreten und den Blick für mögliche Veränderungen zu schärfen.
Die erste vollständige Übersetzung enthält 34 zusätzliche Essays und macht diesen Kultklassiker deutschsprachigen Lesern erstmals in seiner ganzen Bandbreite zugänglich. »Mythen des Alltags« bietet ein Instrumentarium zur Deutung unserer Alltagskultur und begründete Roland Barthes’ Ruf als brillanter Interpret der Welt der Zeichen.
Rezension
"Das Buch über die Alltagsmythen kann man heute noch - nach fast 60 Jahren - mit Gewinn lesen."
Frank Dietschreit, rbb kulturradio 12.11.2015
Portrait

Roland Barthes wurde am 12. November 1915 in Cherbourg geboren und starb am 26. März 1980 in Paris an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Er verlor früh seinen Vater im Ersten Weltkrieg und zog 1924 mit seiner Mutter von Bayonne im Südwesten Frankreichs nach Paris, wo er eine schulische Ausbildung am Lycée Montaigne (1924-1930) und später am Lycée Louis-le-Grand (1930-1934) genoss. Nach dem Abitur studierte er ab 1934 an der Sorbonne Klassische Literatur und war als Liebhaber des Theaters Mitbegründer einer Studentengruppe für antikes Theater, das die klassischen Stücke jeweils in den Originalsprachen aufführte. Barthes vielversprechende akademische Laufbahn wurde häufig unterbrochen, da er bis 1947 wiederholt schwere Anfälle von Lungentuberkulose hatte, die letztlich dazu führten, dass ein Lungenflügel sich nicht mehr erholte. Seinen akademischen Abschluss machte er 1939 in Klassischer Literatur mit einer Abschlussarbeit zur griechischen Tragödie. In Essais critiques beschäftigt sich Barthes mit dem avantgardistischen Theater. Prägend für ihn waren unter anderem Brecht, Gide, Marx, de Saussure sowie Jacques Lacans. Zudem war Barthes ein musikbegeisterter Mensch, vor allem als Pianist und Komponist.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 325
Erscheinungsdatum 16.04.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46338-3
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 177/110/20 mm
Gewicht 198
Originaltitel Mythologies
Auflage 4
Verkaufsrang 53.739
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Nachgeholt
von einer Kundin/einem Kunden am 08.08.2012

Endlich ist nun Roland Barthes’ vielzitiertes und einflussreiches Buch "Mythen des Alltags" in einer vollständigen Übersetzung erschienen; jetzt auch als Taschenbuch. Die vor Jahren erschienende, gekürzte Übersetzung kann man auch nur für einen Fauxpas halten, der korrigiert werden musste. Zu meiner Studienzeit mussten wir uns mit der erheblich gekürzten... Endlich ist nun Roland Barthes’ vielzitiertes und einflussreiches Buch "Mythen des Alltags" in einer vollständigen Übersetzung erschienen; jetzt auch als Taschenbuch. Die vor Jahren erschienende, gekürzte Übersetzung kann man auch nur für einen Fauxpas halten, der korrigiert werden musste. Zu meiner Studienzeit mussten wir uns mit der erheblich gekürzten Fassung abfinden. In Anknüpfung an die Semiotik von Ferdinand de Saussure, formulierte Roland Barthes den Begriff des Mythos um, der nunmehr nichts mehr mit dem populären Vorurteil zu tun hat, dass der Mythos sich auf sagenhafte Geschichten "vorwissenschaftlicher Zeiten" bezieht, die sich "Naturvölker" erzählten. In dem Buch "Mythen des Alltags" führt uns Roland Barthes vor, welche Mythen "wir uns" heutzutage erzählen.

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vollständige Übersetzung, aber nicht immer einfach
von Fl. Kluge aus Wolfenbüttel am 08.03.2011
Bewertet: gebundene Ausgabe

Der Suhrkamp-Verlag hat mit "Mythen des Alltags" die erste vollständige Übersetzung der kurzen Texte von dem französischen Philosophen Roland Barthes herausgebracht, die zwischen 1954 und 1956 geschrieben worden sind und als erstes in der franz. Zeitschrift Les Lettres Nouvelles erschienen. R. B. (1915 - 1980) war nicht nur Philosoph,... Der Suhrkamp-Verlag hat mit "Mythen des Alltags" die erste vollständige Übersetzung der kurzen Texte von dem französischen Philosophen Roland Barthes herausgebracht, die zwischen 1954 und 1956 geschrieben worden sind und als erstes in der franz. Zeitschrift Les Lettres Nouvelles erschienen. R. B. (1915 - 1980) war nicht nur Philosoph, sondern auch Schriftsteller und Literaturkritiker. Er untersuchte moderne gesellschaftliche Phänomene und hing der Semiotik an. In Mythen des Alltags wird seine Intention und sein Ziel deutlich , nämlich die Ideologiekritik, die sich gegen die Sprache der Massenkultur richtet und die ersten semiologischen Demontagen dieser Sprache. Ein nicht immer einfach zu lesendes Buch, sondern ein Buch, in dem man viel über das gelesene nachdenken und manchmal sogar noch einmal einige Textpassagen lesen muß, um den Sinn zu verstehen. Dieses Buch ist sicherlich nur für die Leser geeignet, die sich mit der Idee und Meinung zu philosophischen Fragen und Antworten von R. Barthes auseinandersetzen möchten. Ein Buch, zum schnell durchlesen und zerstreuen ist es nicht!

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Endlich vollständig
von einer Kundin/einem Kunden am 19.12.2010
Bewertet: gebundene Ausgabe

Die "Mythen des Alltags" sind von einer aufputschenden, flutenden Brillanz. Ob Beefsteak, ein Reiseführer oder das Design des Citroën DS, einem Geist von Roland Barthes', wenn ich so sagen darf, agiler Naivität sind keine kulturellen Objekte oder Phänomene stumm oder semiotisch tumb. Ungeduld ist das Wort, das er selbst... Die "Mythen des Alltags" sind von einer aufputschenden, flutenden Brillanz. Ob Beefsteak, ein Reiseführer oder das Design des Citroën DS, einem Geist von Roland Barthes', wenn ich so sagen darf, agiler Naivität sind keine kulturellen Objekte oder Phänomene stumm oder semiotisch tumb. Ungeduld ist das Wort, das er selbst gebraucht: Ungeduld gegenüber der Fassade der Dinge, des Alltags. Weil sich alle Alltagsobjekte "natürlich", unschuldig und mithin blöde geben, und doch gemacht, "geschichtlich" sind. Und das heißt eben auch: angefüllt mit Sinn, sprechend. Diesen so diskreten und scheuen Sinn gilt es zu enttarnen und als Text kenntlich zu machen, textlich zu machen gewissermaßen. Dieser Subtext ist eben der "Mythos" im Titel; im etymologischen Sinne des Wortes die (verborgene) 'Erzählung', das (dunkle) 'Wort' des Alltags, die es zu dekuvrieren gilt. Die "Mythen des Alltags" also ein semiologischer Detektivroman? Durchaus, warum nicht? Auf jeden Fall eines der intellektuell anregendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Nun, nach über 50 Jahren, auch endlich vollständig auf Deutsch zu haben.

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