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Nebel im August - Filmbuch

Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa

(7)
Ungekürzte Textausgabe mit zahlreichen farbigen Filmfotos

Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von »Jenischen«, Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich – obgleich völlig gesund – in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird mit dem Stempel »asozialer Psychopath« als »unwertes Leben« aus dem Weg geräumt.






Rezension
"Was viele nicht wissen (wollen). Erschütternd. Müsste Pflichtlektüre an Schulern werden." Frankfurter Stadtkurier
Portrait
Robert Domes, geboren 1961 im bayerischen Ichenhausen, studierte Politik und Kommunikationswissenschaften in München. Er arbeitete jahrelang als Redakteur bei der Allgäuer Zeitung, zuletzt als Leiter der Lokalredaktion in Kaufbeuren, bevor er sich 2002 als Journalist und Autor selbstständig machte. Für das vorliegende Buch hat er fünf Jahre lang recherchiert.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Klappenbroschur
Seitenzahl 352
Altersempfehlung 12 - 99
Erscheinungsdatum 12.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-40328-0
Verlag Cbj
Maße (L/B/H) 184/128/34 mm
Gewicht 400
Abbildungen mit farbigen Filmfotos
Buch (Klappenbroschur)
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Dieses Buch ist nach einer wahren Begebenheit und spielt 1944. Es zeigt, was mit Menschen gemacht wurde die nicht "normal" waren, dabei spielt es keine Rolle, ob es Kranke oder verhaltensauffällige Menschen waren.

Dieses Buch hat mich sehr mitgenommen und lange nachdenken lassen. Wenn Sie mal ein anderes nicht typisches Thema des 2. Weltkriegs lesen wollen, nehmen Sie sich Zeit dafür.

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Übersicht
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Eines der schwärzesten Kapitel deutscher Geschichte
von Kerstin Thieme aus Zittau am 19.11.2016

Ernst Lossa gehört zu einer Familie fahrender Händler, die im Sommer 1933 durchs bayerische Land zieht. Als die Mutter schwer erkrankt, während der Vater für Geschäfte unterwegs ist, werden ihr die Kinder entrissen. Ernst und seine drei Geschwister landen im Waisenhaus. Der gerade mal Vierjährige entwickelt sich zu einem... Ernst Lossa gehört zu einer Familie fahrender Händler, die im Sommer 1933 durchs bayerische Land zieht. Als die Mutter schwer erkrankt, während der Vater für Geschäfte unterwegs ist, werden ihr die Kinder entrissen. Ernst und seine drei Geschwister landen im Waisenhaus. Der gerade mal Vierjährige entwickelt sich zu einem schwierigen Kind, der einen Hang zum Diebstahl nicht verleugnen kann. Nachdem die Nonnen irgendwann überfordert mit ihm sind, wird er in ein Erziehungsheim abgeschoben. Eine Psychiaterin verpasst ihm hier den Stempel „asozialer Psychopath“, was ihn schließlich in eine psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren bringt. Hier endet das viel zu kurze Leben des nicht einmal 15jährigen Ernst mit der Todesspritze. Im Rahmen des Euthanasie-Programmes des Nationalsozialismus wird er als „unwertes Leben“ aus dem Weg geräumt. Meine Meinung: Der Journalist und Autor Robert Domes nimmt sich in diesem Buch des Themas Euthanasie im Dritten Reich an – eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte. Über fünf Jahre hat er akribisch recherchiert, Zeitzeugen befragt und so die kurze Lebensgeschichte des Ernst Lossa für die Nachwelt zu Papier gebracht. Sein Einzelschicksal wird zum Präzedenzfall, war er doch weder geistig noch körperlich behindert. Aber er war unbequem, im Weg, ein notorischer Dieb, eigensinnig und hatte die falschen Wurzeln, auf jeden Fall aber genug Voraussetzungen, um vom NS-System verfolgt und gnadenlos zum Schweigen gebracht zu werden. Er steht dabei für die mindestens 200.000 überwiegend namenloser Opfer, die zwischen 1939 und 1945 von den Nazis auf verschiedenste Art ermordet wurden. Robert Domes hat aus Ernsts Geschichte keine trockene Dokumentation gemacht, sondern einen biografischen Roman geschrieben. Dabei wählt er eine Perspektive, die den Leser zu ca. neunzig Prozent direkt an Ernsts Seite stellt. Er erlebt hautnah mit, was der Junge fühlt, denkt und auch erleiden muss. Das ist nicht immer einfach, das Grauen in dieser Zeit war unvorstellbar. Aber es gibt auch schöne Momente, in denen Ernst glücklich ist. Wenn er an die Zeit mit seiner Familie zurückdenkt, die Streiche mit seinen Freunden, seine erste Verliebtheit. Er ist kein Held, einfach ein normaler Junge, der sich zeit seines Lebens nach Liebe und Aufmerksamkeit sehnt. Der intelligent genug ist, das Grauen zu durchschauen, was ihn wahrscheinlich auch das Leben gekostet hat. Das Buch kann Jugendlichen wie Erwachsenen gleichermaßen empfohlen werden, die sich für dieses Thema interessieren. Gerade für Jugendliche, denen das Vokabular im Zweiten Weltkrieg nicht mehr so präsent sein dürfte, erklärt ein Glossar im Anhang leicht verständlich alle Begriffe. Jede der Figuren des Romanes hat tatsächlich existiert, wenn die Namen auch teilweise verfälscht wurden. Gerade diese Authentizität macht die Geschichte umso schockierender, je länger man sich damit beschäftigt. Dennoch finde ich es äußert wichtig, dieses dunkle Kapitel nicht totzuschweigen, vor allem in einer Zeit, wo das braune Geschwür wieder zunehmend Nahrung bekommt. Das Thema ist aktuell wie nie. Auch wenn ich den Film zum Buch, der Ernsts letzte Jahre in Kaufbeuren behandelt und damit nur einen ganz kleinen Teil dieses Roman, noch nicht gesehen habe, möchte ich bereits eine Empfehlung auch dafür aussprechen. Seht euch „Nebel im August“ unbedingt an. Diese Neuauflage des Buches vom Oktober 2016 enthält zahlreiche exklusive Filmfotos.

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NS-Verbrechen mit den Augen eines Jungen gesehen!
von einer Kundin/einem Kunden aus Aurich am 14.02.2017

Gleichgültig, ob man Kai Wessels Film "Nebel im August" gesehen hat oder nicht: Diesen Jugendroman, die Grundlage des Films, sollte man unbedingt lesen, auch als Erwachsener! Er erzählt die Geschichte des kleinen Ernst Lossa, der sich vom Kinderheim aus Stufe um Stufe den Einrichtungen nähert, die die Nazis "Heil-... Gleichgültig, ob man Kai Wessels Film "Nebel im August" gesehen hat oder nicht: Diesen Jugendroman, die Grundlage des Films, sollte man unbedingt lesen, auch als Erwachsener! Er erzählt die Geschichte des kleinen Ernst Lossa, der sich vom Kinderheim aus Stufe um Stufe den Einrichtungen nähert, die die Nazis "Heil- und Pflegeanstalten" nannten, die aber einen klaren Auftrag zur Ermordung von behinderten Menschen hatten, wenn diese keinen ökonomischen Gewinn mehr versprachen, sondern nur noch Geld kosteten. Während der Film alles auf den Aufenthalt Ernsts in einem Heim, dem letzten, in das er eingewiesen wurde, konzentriert und somit mit zwei Stunden auskommt, ohne dass man das Gefühl von Lückenhaftigkeit bekommt, nimmt der Roman sich die Zeit, das ganze kurze Leben des kleinen Ernst zu erzählen. Damit erhält man auch einen erschreckenden Einblick in die schwarze Pädagogik des Nationalsozialismus und lernt verstehen, dass die Ermordung von Menschen, die nicht dem Rasseideal und nicht dem Herrenmenschenideal der Nazis entsprachen, zwangsläufige Folge dieses Erziehungsterrors sein kann. Sowohl der Film als auch der Roman sind unverzichtbare Teile einer guten Jugendbibliothek. Der Film ist dabei auch noch ein filmisches Meisterwerk; bei dem Roman wird man hinsichtlich der literarischen und sprachlichen Qualität ein paar Abstriche machen müssen. Trotzdem: Unbedingt lesen!

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Lesenswert, jedoch mit einigen erzähltechnischen Makeln...
von hellomybook am 27.12.2016

Da wir in genau dem Zeitraum, in dem ich „Nebel im August“ gelesen habe, den zweiten Weltkrieg und alles, was damit zusammenhängt, im Unterricht behandelt haben, war ich sehr interessiert an diesem Roman. Ich finde dieses geschichtliche Thema nämlich sehr spannend, aber auch erschreckend. Von Randomhouse habe ich freundlicherweise... Da wir in genau dem Zeitraum, in dem ich „Nebel im August“ gelesen habe, den zweiten Weltkrieg und alles, was damit zusammenhängt, im Unterricht behandelt haben, war ich sehr interessiert an diesem Roman. Ich finde dieses geschichtliche Thema nämlich sehr spannend, aber auch erschreckend. Von Randomhouse habe ich freundlicherweise diesen Roman gestellt bekommen, und da dieses Buch neu verfilmt wurde, kannte ich bereits den Trailer und einige Bilder. Man merkt dem Roman an, dass sich der Autor vorher wirklich gründlich informiert hat. Da das Geschehen dadurch sehr konstruiert ist, bleibt dem Autoren nur wenig Platz für eigene Kreativität übrig. „Nebel im August“ konnte mich mit seinem Schreibstil leider nicht fesseln, ich hatte zwar keine Lesepause zwischendrin, denn langweilig wird es nicht, aber man kam nur sehr schleppend voran. Zudem hat mich die gedankliche Fortentwicklung des Protagonisten verwirrt, mit einem zarten Alter von vier Jahren verhält er sich und denkt bereits wie ein Jugendlicher, mit fortschreitendem Alter werden seine Gedankengänge teilweise kindischer und plumper. Und der letzte und größte Kritikpunkt an „Nebel im August“ ist die sehr lückenhafte und vorhersehbare Storyline. Der Autor hat meiner Meinung nach die Importanz auf die falschen Aspekte gelegt. So wirken die Figuren sehr eindimensional, für das letztendliche Schicksal hat der zu wenige Worte übrig, sodass das Ende sehr gehetzt wirkt, aber für meiner Meinung nach unwichtiger und nicht zur Handlung beitragender Gesichtspunkte zu viele. Dazu ist der Spannungsbogen in „Nebel im August“ falsch gesetzt. Ja, wir haben es hier mit einem seriösen und möglichst wahrheitsnahen historischen Roman zu tun, aber der Klappentext hätte noch nicht so viel verraten sollen, denn wenn man diesen kennt, kennt man hier ungelogen den ganzen Roman. Ich möchte hier aber nicht nur negative Aspekte anführen, denn es gibt auch einige Dinge, die mir hier gut gefallen haben. Fachbegriffe, die dem Allgemeinvolk vielleicht nicht so präsent sind, sind im Glossar aufgeführt und in den Kapiteln mit einem Sternchen gekennzeichnet. Zudem möchte ich hier ein großes Lob für den Autor aussprechen, wie gut er hier recherchiert haben muss (fünf Jahre lange Arbeit, so heißt es). Denn das Ergebnis ist tatsächlich ein solider Roman, der gut über die Hitler-Zeit informiert und die Schrecklichkeit und Grausamkeit des Zweiten Weltkriegs. In erzählerischer Hinsicht macht er jedoch einige Fehler.   Fazit: „Nebel im August“ ist ein lesenswerter historischer Roman, der bei den vielen Büchern zu diesem Thema wahrscheinlich nicht heraussticht.

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