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Öl!

Roman. Mit einem Nachwort von Ilja Trojanow

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Ein Schlüsselroman über die Tyrannei des Raubtierkapitalismus – jetzt in deutscher Neuübersetzung
Ein Glanzstück welthaltiger, engagierter Romankunst: das US-Epos über die legendäre Zeit der Ölbarone und über die Faszination jenes Rohstoffs, der wie kein anderer das Antlitz der modernen Zivilisation geprägt hat. Sinclair bannt den Wettlauf um das schwarze Gold in dramatische Szenen, zeigt schonungslos Gewinner und Verlierer, Glamour und Elend – die beiden komplementären Seiten des amerikanischen Traums.
Portrait
Upton Sinclair (1878–1968), in einfachsten Verhältnissen aufgewachsen, war seit seinem Erstling „The Jungle“ als „mudraker“ verschrien: als Autor, der mit seinen Werken Dreck aufwühlt. Über „Oil!“ (1927) ließ der Autor stolz verlauten, dieser Roman „voller Abenteuer und sozialer Gegensätze“ sei sein am gründlichsten recherchiertes Werk überhaupt.

Ilija Trojanow, 1965 in Bulgarien geboren, in Kenia aufgewachsen, studierte und arbeitete viele Jahre in Deutschland. Seit 1998 lebt er in Bombay. Ein Kosmopolit per excellence! Trojanow ist Autor, unter anderem bei Hanser, Herausgeber und Verleger des Marino Verlages in München, der 1999 dem Programm von Frederking & Thaler angegliedert wurde. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit afrikanischer Geschichte, Kultur und Literatur.
Der Autor erhielt zahlreiche Preise: 1995 den Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf sowie ein Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds e.V., 1996 den Marburger Literaturpreis, 1997 den Viktor-von-Scheffel-Preis und Thomas-Valentin-Preis der Stadt Lippstadt und 2000 den Adelbert-von-Chamisso-Preis.
Bei Frederking & Thaler ist von ihm in Zusammenarbeit mit Chenjerai Hove „Hüter der Sonne“ erschienen. Trojanow ist Autor des SIERRA-Aktionsbandes zum Welttag des Buches 2001 „Der Sadhu an der Teufelswand“.
Ilija Trojanow erhielt für seinen Roman DER WELTENSAMMLER (Hanser 2006) u. a. den Preis der Leipziger Buchmesse.

Andrea Ott, geboren 1949, hat sich als Übersetzerin englischer und amerikanischer Literatur einen Namen gemacht. Für den Manesse Verlag hat sie Meisterwerke u.a. von Jane Austen, Anthony Trollope, Charlotte Bronte, Elizabeth Gaskell, Henry James, Edith Wharton und Upton Sinclair ins Deutsche gebracht.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 768
Erscheinungsdatum 10.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74953-9
Verlag btb
Maße (L/B/H) 194/126/43 mm
Gewicht 510
Originaltitel Oil!
Buch (Taschenbuch)
14,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Zeitlos und packend“

Ulrich Kienast, Thalia-Buchhandlung Wolfsburg

Sinclairs Roman von 1927 ist bereits mehrfach ins Deutsche übertragen worden und ist nun mit einer sehr gelungenen, präzisen, dem Original gerecht werdenden Neuübersetzung uns deutschen Lesern erneut zugänglich.
Wie schon bei den früheren Übertragungen wird auch diesmal von der zu Recht begeisterten Kritik zuallererst darauf hingewiesen,
Sinclairs Roman von 1927 ist bereits mehrfach ins Deutsche übertragen worden und ist nun mit einer sehr gelungenen, präzisen, dem Original gerecht werdenden Neuübersetzung uns deutschen Lesern erneut zugänglich.
Wie schon bei den früheren Übertragungen wird auch diesmal von der zu Recht begeisterten Kritik zuallererst darauf hingewiesen, dass die Geschichte des Ölmagnaten J. Arnold Ross und seines Sohnes J. Arnold Ross junior, genannt Bunny, zeitlich angesiedelt während des Ölbooms in Südkalifornien vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg, ein eindringliches Portrait des kapitalistischen Wirtschaftssystems, eine exakt recherchierte Darstellung der Grundlage amerikanischen Ölwirtschaft und somit eine bis heute gültige Analyse amerikanischer (und der unsrigen) Wirklichkeit ist. Als solches sei „ÖL!“ ein gelungenes Beispiel für den sozialkritischen, engagierten Reportageroman.
Das stimmt, doch ist das nur ein Aspekt und nicht der Hauptgrund, warum ich dieses Buch so gerne gelesen habe. In „Öl!“ verbindet sich auf großartige Weise reportageartiger und dokumentarischer Realismus mit einem spannenden Gesellschafts- und Familienroman, mit einem Entwicklungs- und Bildungsroman und der gefühlvollen aber unsentimentalen Schilderung einer Vater/Sohn – Beziehung. Trotz oder gerade wegen dieser Vielfalt ist der Roman äußerst unterhaltsam und lesbar, den Upton Sinclair beherrschte auch alle stilistischen Mittel hervorragend. Durch die klischeefreie und komplexe Darstellung der Charaktere und die virtuose Verschränkung von Erzählperspektiven entsteht eine Lebendigkeit, die die Lektüre zu einem großen Vergnügen werden lässt.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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Die stilistischen Mängel überwiegen
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 24.10.2015

Mit großer Erwartung habe ich diesen Roman zu lesen begonnen, erschien er mir doch als sehr bedeutsam gerade in unserer Zeit des entfesselten Finanzkapitalismus. Es geht hier um die Lebensgeschichte des Millardärssohns Bunny Ross, dessen Vater vom einfachen Fuhrunternehmer zum Ölmagnaten aufgestiegen ist. Es ist die Zeit kurz vor... Mit großer Erwartung habe ich diesen Roman zu lesen begonnen, erschien er mir doch als sehr bedeutsam gerade in unserer Zeit des entfesselten Finanzkapitalismus. Es geht hier um die Lebensgeschichte des Millardärssohns Bunny Ross, dessen Vater vom einfachen Fuhrunternehmer zum Ölmagnaten aufgestiegen ist. Es ist die Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg, als in Kalifornien eine Art Goldrausch herrscht, ums schwarze versteht sich. Überall entstehen Bohrlöcher und mit Glück und Geschäftssinn wird so mancher reich. Aber natürlich bleiben viele auf der Strecke, denn der Kapitalismus beruht ja bekanntlich nicht auf sozialer Partnerschaft. Bunny Ross ist hier ein idealistischer Gutmensch, der mit der Sache der Arbeiter sympathisiert und ihnen zu Gerechtigkeit verhelfen will. Sein Vater ist ein cleverer Geschäftsmann mit eigentlich weichem Herzen und dann ist da Paul, ein Angestellter der Familie und Bunnys Freund, der für die Sache der Arbeiter kämpft. Upton Sinclair schrieb dieses Werk 1927, welches als bedeutsamer Roman über die negativen Auswirkungen des amerikanischen Kapitalismus gilt. Sinclair war ein engagierter Journalist, der sein Anliegen gerne in Prosaform darbringen wollte aber hier beginnt das Problem. Ein thematisch ähnliches Werk ist Emile Zolas Roman Germinal, in dem der Kampf der französischen Kohlekumpel im 19 Jahrhundert um bessere Arbeits- und Lebensverhältnisse geschildert wird. Verglichen damit sind die stilistischen Mängel in Öl unübersehbar. Die Protagonisten sind recht oberflächlich gezeichnet, ohne psychologische Tiefe. So wird nicht recht klar, aus welchem Grund Bunny Ross eigentlich für die Sache der Arbeiter eintritt und ingesamt wirkt das gesamte Romanpersonal ziemlich hölzern. Auch nerven die Dialoge, die häufig so beginnen: " Aber Dad..." oder "Oh Bunny..." Wem es nur um die sachlichen Inhalte geht, bekommt ein engagiertes und informatives Buch zu lesen, Liebhaber von sprachlich ansprechenden Romanen werden eher enttäuscht sein.

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Ein literarisches Meisterwerk und leider zeitlos aktuell
von HoT aus Hamburg am 28.06.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Ich kann mich allen inhaltlichen Darstellungen und Belobigungen nur anschließen, möchte allerdings einer Rezensentin widersprechen, die die Sprache gar als hölzern bezeichnet: Im Gegenteil, es ist ein literarischer Genuss diese hervorragende Neuübersetzung zu lesen. Sinclair und seine Übersetzerin finden genau die richtigen Worte für genau die richtige "Stimmung", die... Ich kann mich allen inhaltlichen Darstellungen und Belobigungen nur anschließen, möchte allerdings einer Rezensentin widersprechen, die die Sprache gar als hölzern bezeichnet: Im Gegenteil, es ist ein literarischer Genuss diese hervorragende Neuübersetzung zu lesen. Sinclair und seine Übersetzerin finden genau die richtigen Worte für genau die richtige "Stimmung", die vermittelt werden soll. Die teilweise wie gesprochen wirkenden Schilderungen sind bewußt so gestaltet, um das Sprach- und Lokalkolorit rüberzubringen. Tja und wie der Kapitalismus insbesondere in den USA funktioniert wird schonungslos beschrieben - leider zeitlos aktuell.

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ein Zeitdokument
von Karthause aus Duisburg am 10.03.2013
Bewertet: Buch (gebunden)

Der Einstieg in die Handlung erfolgt im Jahr 1912. J. Arnold Ross führt seinen zu diesem Zeitpunkt 12-jährigen Sohn J. Arnold Ross jun., genannt Bunny, an das Ölgeschäft heran. Er selbst hat den Aufstieg in die hart umkämpfte Branche geschafft und sein Sohn soll einmal weiterführen, wofür der Vater... Der Einstieg in die Handlung erfolgt im Jahr 1912. J. Arnold Ross führt seinen zu diesem Zeitpunkt 12-jährigen Sohn J. Arnold Ross jun., genannt Bunny, an das Ölgeschäft heran. Er selbst hat den Aufstieg in die hart umkämpfte Branche geschafft und sein Sohn soll einmal weiterführen, wofür der Vater den Grundstein legte. So erfährt schließlich auch der Leser, worauf es in diesem Geschäft ankommt, auf den Einsatz von Ellbogen, auf Geld, ein gutes Händchen für die Probebohrungen und möglichst wenige Skrupel. Aber Bunny ist anders als sein ehrgeiziger Vater. Die Freundschaft mit Paul, einem 4 Jahre älteren Landarbeiterjungen, lässt ihn die Welt auch aus einer anderen Perspektive sehen. So sympathisiert Bunny offen mit Sozialisten und den entstehenden Gewerkschaften. Er beschwert sich über Missstände und prangert die gewissenlose Habgier der Ölmagnaten an. Upton Sinclair gelingt es meisterhaft beide Seiten ausgezeichnet und überzeugend darzustellen. Er beschreibt die unternehmerischen Risiken ebenso wie die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Lohnarbeiter und deren gnadenlose Ausbeutung. Sinclair erklärt die politischen Hintergründe dieser Zeit und gibt damit ein beeindruckendes Bild der Unternehmenskultur in den USA der 1920er Jahre wieder. Von US-Präsident Roosevelt als Muckraker und von W. I. Lenin als „Gefühlssozialist“ bezeichnet, übt Upton Sinclair in seinem Roman „Öl!“ offene Gesellschaftskritik und thematisiert soziale Gegensätze und Ungerechtigkeiten. Dennoch ist sein Werk sehr unterhaltsam, lässt es doch den Leser auch einen Blick hinter die Kulissen der Roaring Twenties werfen und liefert zu dem auch noch eine hochspannende Familiengeschichte mit hervorragend gezeichneten Figuren, die facettenreich charakterisiert und lebensecht dargestellt wurden. Sie haben Stärken und Schwächen, an denen sich der Leser mit Verständnis oder auch Missfallen reiben kann. Dieser monumentale Roman über den beeindruckenden Siegeszug des Öls und den ungeheuren Einfluss der Ölmagnaten auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat auch in unserer heutigen Zeit nichts an Bedeutung verloren, im Gegenteil, er ist aktueller denn je. Wer vor dicken Wälzern nicht zurückschreckt, Abhandlungen über technische Gegebenheiten und Technologien nicht scheut, Familiengeschichten mag und gern lebendige Zeitgeschichte erfahren will, wird mit diesem Roman einen Glücksgriff machen. Mich hat er nachhaltig beeindruckt. Die im Manesse Verlag erschienene Neuübersetzung von Andrea Ott ist sehr dicht an die Entstehungszeit des Romans angelehnt. Auf damals noch nicht ins Deutsche eingesickerte Anglizismen wurde verzichtet. Auch die etwas komplexeren technischen Abschnitte sind leicht lesbar und verständlich. Dieser Ausgabe ist ein äußerst interessantes Nachwort von Ilja Trojanow beigefügt, das den geschichtlichen Hintergrund noch einmal explizit beleuchtet, die Rezeption des Romans in Deutschland beschreibt und näher auf den Autor eingeht.

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