Ohrfeige

Roman

(14)
Ein Flüchtling betritt die Ausländerbehörde, um ein letztes Mal seine Sachbearbeiterin aufzusuchen. Karim Mensy ist wütend und hat nur einen Wunsch: dass ihm endlich jemand zuhört. Vor drei Jahren ist der Iraker aus dem Transporter eines Schleppers gesprungen und wähnte sich in Frankreich – er war aber in der bayrischen Provinz. Drei bizarre Jahre, in denen Karim sich eine neue Lebensgeschichte erfinden muss, durch Formulare, Gelegenheitsjobs und Asylunterkünfte kämpft, auf fragwürdige Freunde einlässt und auf abenteuerliche Liebschaften. Doch mit der Ablehnung seines Asylantrages steht Karim wieder vor dem Nichts. Er muss sich einen neuen Schlepper suchen – einen, der ihn aus Deutschland rausbringt.

Abbas Khider stellt unser Selbstverständnis einer offenen Gesellschaft in Frage - stimmgewaltig, tieftraurig und voller Witz.

Portrait
Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten die Romane Die Orangen des Präsidenten (2011), Brief in die Auberginenrepublik (2013) und Ohrfeige (2016). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis geehrt. Außerdem ist er zum Mainzer Stadtschreiber für das Jahr 2017 gewählt worden. Abbas Khider lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 14.08.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-71490-2
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,8/12,2/2,2 cm
Gewicht 210 g
Abbildungen 1 schwarzweisse Abbildungen
Verkaufsrang 70.859
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„Ein hochaktuelles Thema mal aus einer anderen Perspektive“

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Viel wird über Flüchtlinge gesprochen, hier kommt einer von ihnen selbst zu Wort. Kurz vor dem Anschlag auf das World Trade Center ist Karim aus Bagdad geflohen. Eigentlich wollte er nach Paris, landet aber stattdessen in der bayrischen Provinz. Mit aller Kraft und allen Mitteln versucht er sich ein Leben in Deutschland aufzubauen, scheitert aber an den Tücken der deutschen Bürokratie. Mit großer Offenheit und nicht ohne Humor verarbeitet der Autor mit Sicherheit auch seine eigenen Erfahrungen in diesem wichtigen Roman. Viel wird über Flüchtlinge gesprochen, hier kommt einer von ihnen selbst zu Wort. Kurz vor dem Anschlag auf das World Trade Center ist Karim aus Bagdad geflohen. Eigentlich wollte er nach Paris, landet aber stattdessen in der bayrischen Provinz. Mit aller Kraft und allen Mitteln versucht er sich ein Leben in Deutschland aufzubauen, scheitert aber an den Tücken der deutschen Bürokratie. Mit großer Offenheit und nicht ohne Humor verarbeitet der Autor mit Sicherheit auch seine eigenen Erfahrungen in diesem wichtigen Roman.

„Ich muss hier raus!“

Sabrina Küpper, Thalia-Buchhandlung Neu-Ulm

Enttäuscht und frustriert ist Karim nach 3 1/2 Jahren Deutschland, die erträumte Zukunft dahin. Er hat sich so bemüht, aber nach dem 11.September war schnell alles vorbei. Jetzt möchte er in Finnland sein Glück versuchen. Doch vorher soll ihm Frau Schulz endlich zuhören. Sie soll seine Lebensgeschichte hören, wie das alles für ihn war, bevor sie ihm seinen Widerruf der Aufenthaltsgenehmigung zugeschickt hatte.
Ein sehr bewegendes Buch über ein ganz aktuelles Thema das es trotz allem nicht an Humor fehlend lässt. Großartig!
Enttäuscht und frustriert ist Karim nach 3 1/2 Jahren Deutschland, die erträumte Zukunft dahin. Er hat sich so bemüht, aber nach dem 11.September war schnell alles vorbei. Jetzt möchte er in Finnland sein Glück versuchen. Doch vorher soll ihm Frau Schulz endlich zuhören. Sie soll seine Lebensgeschichte hören, wie das alles für ihn war, bevor sie ihm seinen Widerruf der Aufenthaltsgenehmigung zugeschickt hatte.
Ein sehr bewegendes Buch über ein ganz aktuelles Thema das es trotz allem nicht an Humor fehlend lässt. Großartig!

„Ich muss hier weg“

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Karim muss weg aus Deutschland. Der Irak gilt jetzt als sicher und so gibt es für ihn nur noch einen Ausweg: Finnland. Doch vorher wird abgerechnet, vielleicht auch mittels einer Ohrfeige. Humorvoll, tragisch, aussichtslos und doch mit einem nie erlöschenden Funken Hoffnung erzählt Karim von seiner Suche nach einem besseren Leben- gern auch als Deutscher. Karim muss weg aus Deutschland. Der Irak gilt jetzt als sicher und so gibt es für ihn nur noch einen Ausweg: Finnland. Doch vorher wird abgerechnet, vielleicht auch mittels einer Ohrfeige. Humorvoll, tragisch, aussichtslos und doch mit einem nie erlöschenden Funken Hoffnung erzählt Karim von seiner Suche nach einem besseren Leben- gern auch als Deutscher.

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
7
5
2
0
0

von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 08.08.2017
Bewertet: anderes Format

Heftige Einsichten, gut recherchiert und obwohl man das Ende erahnt, trotzdem spannend.

Betrachtungen eines Asylbewerbers
von maleur aus Berlin am 09.01.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Karim Mansey flieht aus dem Irak und landet statt in Paris in Deutschland. In Dachau beginnt die Aufnahme als Asylbewerber. Erst danach bemerkt der Protagonist dass er gar nicht in Frankreich ist und durch das Abkommen der europäischen Länder eine weitere Flucht nach Paris zu seinem Onkel unmöglich wird. Der... Karim Mansey flieht aus dem Irak und landet statt in Paris in Deutschland. In Dachau beginnt die Aufnahme als Asylbewerber. Erst danach bemerkt der Protagonist dass er gar nicht in Frankreich ist und durch das Abkommen der europäischen Länder eine weitere Flucht nach Paris zu seinem Onkel unmöglich wird. Der Schreibstil ist flüssig. Die Ohrfeige die der Ich-Erzähler Karim Mansey der Behördenperson gibt, ist nur ein Aufhänger um die Probleme und Erlebnisse in Deutschland und im Irak reflektieren zu können. Das Aufnahmeverfahren findet in der Zeit von 2000 bis 2003 statt. Geschildert werden die Probleme eines Asylbewerbers mit der Bürokratie, mit den Behörden, der Sprache, den anderen Asylbewerbern anderer Religionen und Länder. Es wird aber auch die menschenverachtende Behandlung der behinderten und weiblichen Iraker betrachtet. Dies Alles wird nüchtern und sachlich und ohne Kontroverse aus Karims Perspektive erzählt, und hat mich insofern nicht sehr berührt. An einigen Stellen regte sich bei mir dann auch noch Widerspruch. Was erwartet denn ein Flüchtling bei der Kontaktaufnahme mit Einheimischen an Unterhaltung? Da will man von dem Fremden natürlich wissen wo er herkommt und warum. Welche Unterhaltung soll entstehen, wenn der Flüchtling nicht die Sprache beherrscht? Warum hat er nicht mit seinem Freund, der für ihn alles übersetzt hat, deutsch gelernt? Zeit genug war ja. Die Bewohner einer Stadt oder Region werden von Behörden auch oft nur als Aktenvorgang behandelt. Zusammenfassend kann ich sagen, ganz interessant aber ohne Emotion-

Ganz anders als erwartet
von einer Kundin/einem Kunden am 10.08.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Karim verlässt seine Heimat den Irak (aus einem ziemlich schrägen Grund) und landet mitten in der Bayrischen Provinz. Als er seinen Abschiebungsbescheid bekommt entscheidet er sich Frau Schulz von der Behörde mal alles zu erzählen. Er fesselt Sie an Ihren Bürostuhl und beginnt mit einem Joint in der Hand.... Karim verlässt seine Heimat den Irak (aus einem ziemlich schrägen Grund) und landet mitten in der Bayrischen Provinz. Als er seinen Abschiebungsbescheid bekommt entscheidet er sich Frau Schulz von der Behörde mal alles zu erzählen. Er fesselt Sie an Ihren Bürostuhl und beginnt mit einem Joint in der Hand. Natürlich alles auf Arabisch. Ich finde es ist ein tolles Buch zu diesem schwierigen Thema. In diesem Monolog bringt Abbas Khider auf leichte und unterhaltsame Weise die Probleme von Asylanten auf den Punkt. Die Langeweile, die Geldsorgen und die ganz eigenen Probleme und Sorgen von jedem Einzelnen. Ein kurzweiliger Text der uns aber hilft diese Menschen besser zu verstehen.