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Opernball

Roman

(3)
Die Gäste des Wiener Opernballs werden zum Ziel eines Terroranschlags. Ein Fernsehjournalist, der die Live-Übertragung aus den Ballsälen koordinieren soll, beobachtet das Verbrechen auf den Monitoren. Sein eigener Sohn ist unter den Opfern. Die Kameras laufen weiter und senden weltweit auf zahllose Bildschirme das Sterben von Tausenden. Der TV-Journalist versucht, von Trauer um seinen Sohn getrieben, die Hintergründe des Anschlags zu klären. Sie sind verworren, von Schlamperei und Zufällen geprägt. Mindestens so verworren wie das Weltbild jener kleinen Gruppe, die das Morden vorbereitete. Josef Haslingers spannender Medienroman und Politthriller entwirft das Panorama einer vom Terrorismus bedrohten Wohlstandsgesellschaft. Er zeigt die grotesken politischen Widersprüche auf zwischen Liberalität und Bedürfnis nach Sicherheit; den kaum kontrollierbaren Einfluß des Fernsehens auf Alltagsleben und Regierungsentscheidungen sowie das fatale Zusammenwirken von wiederaufflammendem Nationalismus, Fremdenfurcht und politisch motivierter Gewalt.
Portrait

Josef Haslinger, 1955 in Zwettl/Niederösterreich geboren, lebt in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt Haslinger als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 1995 erschien sein Roman ›Opernball‹, 2000 ›Das Vaterspiel‹, 2006 ›Zugvögel‹, 2007 ›Phi Phi Island‹. Sein letztes Buch ›Jáchymov‹ erschien im Herbst 2011. Haslinger erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels und den Rheingau Literaturpreis. 2010 war er Mainzer Stadtschreiber.

Literaturpreise:

Theodor Körner Preis (1980)
Österreichisches Staatsstipendium für Literatur (1982)
Förderungspreis der Stadt Wien (1984)
Stipendium des Deutschen Literaturfonds (1985)
Österreichisches Dramatikerstipendium (1988)
Elias Canetti-Stipendium der Stadt Wien (1993-94)
Stipendium des Deutschen Literaturfonds (1994)
Förderungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur (1994)
Preis der Stadt Wien und Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels (2000)
Mainzer Stadtschreiber (2010)
Rheingau Literatur Preis (2011)

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 01.05.1997
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-13591-2
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 191/121/38 mm
Gewicht 343
Auflage 13
Verkaufsrang 31.919
Buch (Taschenbuch)
11,00
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Kundenbewertungen


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Giftgas am Opernball
von einer Kundin/einem Kunden am 12.05.2014

Auf den Wiener Opernball wird ein Anschlag mit Giftgas verübt. Fast zweitausend Menschen finden den Tod. Noch während die Ballgäste sterben, laufen die Kameras des übertragenden Senders ETV (eine Alternative zum ORF) weiter und die ganze Welt sieht dem Sterben zu. Dieser Terrorakt verändert die gesellschaftliche und politische Landschaft... Auf den Wiener Opernball wird ein Anschlag mit Giftgas verübt. Fast zweitausend Menschen finden den Tod. Noch während die Ballgäste sterben, laufen die Kameras des übertragenden Senders ETV (eine Alternative zum ORF) weiter und die ganze Welt sieht dem Sterben zu. Dieser Terrorakt verändert die gesellschaftliche und politische Landschaft Österreichs, zumal auch viele Menschen des öffentlichen Lebens und Parteifunktionäre dabei umkommen. Unter den Opfern ist auch Fred, der Sohn des bekannten TV-Journalisten Kurt Frazer. Da aus Kurt Frazers Sicht viel zu wenig Zeit und Energie in die Aufklärung dieses Falles investiert wird, beginnt dieser eigenständig Nachforschungen anzustellen. Er verstrickt sich immer tiefer in ein Geflecht aus Lügen, Verrat und Polizeischlamperei. Der zweite im Buch beschriebene Charakter trägt den Namen „ Der Ingenieur“. Er ist der Techniker der rechtsradikalen Gruppe, welche hinter dem Anschlag steckt. Vom Ingenieur erfährt man viel über das eigentliche Ziel des Anschlages. Die Beweggründe, die diese rechtsradikale Gruppe antreibt, werden durch ihn klar verdeutlicht. Durch ein Versehen, es wird das falsche Gas in das Belüftungssystem geleitet, sterben zu allem Überfluss auch noch alle anderen beteiligten Drahtzieher. Die dritte im Roman vertretene Figur ist Kurt Amon, ein biederer Bezirksinspektor. Zusammen mit einem Kollegen entdeckt er wenige Stunden vor dem Anschlag einen abgetrennten Finger. Was Amon noch nicht ahnen kann ist, dass dieser Finger einen wesentlichen Hinweis zur Klärung beitragen wird. Neben diese drei Herren gibt es noch drei weitere Menschen, welche erst gegen Mitte des Thrillers vorkommen und die Geschichte noch komplexer machen. Aufgrund dieser Vielzahl an handelnden Personen, ist es spätestens ab diesem Zeitpunkt sehr schwer, die Handlung noch sinngemäß zu folgen. Beispielsweise die Tatsache, dass die drei Herrn zu Beginn ihre Sicht der Dinge aus verschiedenen Zeitabschnitten beschreiben. Kurt Frazers Erlebnisse reichen fast drei Jahre zurück, die des Ingenieurs mehrere Monate. Die von Fritz Amon erzählten Vorkommnisse liegen erst wenige Stunden zurück. Teils sind die Geschichten aus der Ich-Perspektive verfasst, teilweise aus der Erzählsicht. Ziemlich wirr…

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Ausgetanzt
von Polar aus Aachen am 06.08.2007

Der Opernball, an Dekadenz kaum zu überbieten, doch von denen, die darauf tanzen heißgeliebt. Kein Wunder, daß er zum Zielobjekt eines terroristischen Anschlags wird. Lange vor 9/11 wird hier an einem Sinnbild westlicher Kultur ein Fanal entzündet. Nur daß es niemand aus dem Nahen Osten war. Als Haslinger die... Der Opernball, an Dekadenz kaum zu überbieten, doch von denen, die darauf tanzen heißgeliebt. Kein Wunder, daß er zum Zielobjekt eines terroristischen Anschlags wird. Lange vor 9/11 wird hier an einem Sinnbild westlicher Kultur ein Fanal entzündet. Nur daß es niemand aus dem Nahen Osten war. Als Haslinger die Geschichte schrieb, befanden wir uns noch nicht im Kampf der Kulturen, wenigstens nicht auf sichtbarer Ebene. Haslinger entwirft ein faszinierendes Porträt von Haß, Verblendung, Wut und Ohnmacht. Er begeht dabei nicht den Fehler, sich als Autor allzu sehr auf eine der Seiten zu schlagen. Nüchtern, teilweise sich wie durch Fakten bewegend, schreibt er seine Poesie des Realen, des Unabänderlichen. Du siehst zwei Züge aufeinander zurasen, und du kannst nichts dagegen tun. Eine visionäre Geschichte, deren politische Gegenwart in unserer Zeit zu einer Verschärfung der Gesetze führt, deren Sentenz allerdings besagt, wenn einer wirklich einen Anschlag will, ist er kaum aufzuhalten.

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