Otto der Große

Kaiser und Reich

(3)
«König Otto, der die Heiden mit großer Gewalt niedergeworfen und seligen Frieden gebracht hatte (…) Gütig, mild, voll sanfter Geduld den Guten, schonungslos den Bösen Verderben bringend. Manche Kriege wirst du zu führen haben: Daraus erhebt sich dein Name ruhmvoll zu den Sternen.»
Der Lobpreis, den der Geschichtsschreiber Liudprand von Cremona über Otto den Großen ausbringt, ist noch ausschweifender und umfassender, als diese wenigen Zeilen erkennen lassen. Er stammt von einem engen Vertrauten und Berater des Königs, dessen Interessen er auf wichtigen diplomatischen Missionen – so auch an den oströmischen Kaiserhof in Konstantinopel – vertreten hat. Auch wenn uns Heutige solch ein Vokabular irritieren mag, so hat doch Ottos Zeitgenosse Liudprand diesen als militärisch erfolgreichen Herrscher und zugleich als gerechten Friedensfürsten erlebt.
Matthias Becher versucht sich seinem Protagonisten anzunähern, indem er zunächst die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen skizziert, unter denen die Herrschaft von den Karolingern an Heinrich, den ersten König aus dem sächsischen Geschlecht der Liudolfinger, gelangt. Er beschreibt im Weiteren, welche Konflikte die Nachfolgeregelung Heinrichs I. hervorruft und wie es Otto versteht, sich durchzusetzen, sein Erbe zu sichern und schließlich die Einheit des Reiches nach innen und außen zu stärken.
Wer vor diesem Hintergrund in der vorliegenden, detailreichen und zugleich sehr lebendig geschriebenen Biographie die schweren Entscheidungen, politischen Auseinandersetzungen und die Kriegszüge nachverfolgt, die Otto im Laufe seines Lebens zu treffen und zu überstehen hatte, wird vielleicht das Hohelied der Zeitgenossen besser verstehen, mit dem jene ihren König und Kaiser rühmten.
Portrait
Matthias Becher lehrt als Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er ist ein vielfach ausgewiesener Spezialist für die Erforschung des Frühmittelalters.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 332, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.05.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783406630620
Verlag C.H.Beck
Verkaufsrang 32.033
eBook
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Otto der Große
von Michael Bronn aus Magdeburg am 01.05.2013

Otto der Große ist wohl eine der faszinierendsten und bedeutsamsten Herrscherfiguren des frühen Mittelalters. Er stabilisierte das ostfränkische Reich, bezwang im Jahr 955 die immer wieder in sein Reich vordringenden Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld und weitete seine Machtansprüche auf Italien und die ostelbischen Gebiete aus. Den... Otto der Große ist wohl eine der faszinierendsten und bedeutsamsten Herrscherfiguren des frühen Mittelalters. Er stabilisierte das ostfränkische Reich, bezwang im Jahr 955 die immer wieder in sein Reich vordringenden Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld und weitete seine Machtansprüche auf Italien und die ostelbischen Gebiete aus. Den Höhepunkt seiner Laufbahn stellt wohl die Kaiser-krönung 962 in Rom dar. Aber seine Herrschaft war nicht nur von politischen und militärischen Erfolgen geprägt. Immer wieder musste er sich Intrigen und Aufständen in seiner Heimat erwehren und zugleich seine Herrschaftsansprüche gegen mächtige Rivalen verteidigen. In der nun erschienenden Biographie widmet sich Matthias Becher auf sehr anschauliche und detail-lierte Weise dem Werdegang dieses Königs und Kaisers des ostfränkischen Reichs aus dem säch-sischen Geschlecht der Liudolfinger. Nach einer kurzen und verständlichen Sichtung der Quellen skizziert Matthias Becher zunächst eimal die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen des 9. und 10. Jahrhunderts. In einem weiteren Kapitel beschreibt er den Aufstieg Heinrichs I. zum König und dessen Verdienste zur Konsolidierung des Ostfrankenreichs. Erst danach widmet er sich ausführlich dem Leben Otto des Großen. Er berichtet von dem schwierigen Anfängen seiner Herrschaft und wie es ihm gelang, sich gegen seine Rivalen im Westen und Osten militärisch und politisch durchzusetzen. Sowohl dem Konflikt zwischen Otto und seinem Sohn Liudolfs als auch dem Kampf gegen die Ungarn schenkt Matthias Becher besondere Beachtung, bevor er sich abschließend mit dessen Italienpolitik und seiner Kaiserkrönung beschäftigt. Diese Biographie ist so lebendig geschrieben, dass man sich fast in die Zeit des 10. Jahrhunderts zurückversetzt fühlt. Auf eine spannende Art erzählt dieses Buch das Leben Ottos des Großen nach und bringt dem Leser somit die schwierigen Verhältnisse und mannigfaltigen Konflikte dieser für die deutsche Geschichte so bedeutsamen Zeit näher. Abschließend ist nur noch anzumerken, dass diese Biographie wissenschaftlich hervorragend recherchiert ist und besonders durch einen fundierten, fast 60-seitigen Anhang mit Karten, Stammtafel und ausführlichem Quellen- und Literaturverzeichnis nocheinmal hervorsticht – eine exzellente Biographie Otto des Großen zu seinem 1100. Geburtstag.

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Einiger des Reiches
von Michael Lehmann-Pape am 05.06.2012
Bewertet: Buch (gebunden)

Es war keine einfache Zeit, in der Otto der I. letztlich nach der Macht Griff, sich in diesem Kampf durchsetzte und im Folgenden das deutsche Reich in seiner damaligen Form einte, militärisch, aber auch als „Friedensfürst“ nach all diesen Kämpfen und Schlachten. Zum 1100. Geburtstag des Kaisers legt Matthias Becher... Es war keine einfache Zeit, in der Otto der I. letztlich nach der Macht Griff, sich in diesem Kampf durchsetzte und im Folgenden das deutsche Reich in seiner damaligen Form einte, militärisch, aber auch als „Friedensfürst“ nach all diesen Kämpfen und Schlachten. Zum 1100. Geburtstag des Kaisers legt Matthias Becher eine äußerst lebendig verfasste und durchaus breite Strömungen der Zeit aufnehmende Biographie des Nachfolgers Heinrich I. nun vor. Durchaus als gelungen zu bezeichnen sind hier zunächst die Beschreibungen der „Vorläufer“ der Herrschaft Ottos. Wie war der Zustand in Deutschland? Was geschah, nachdem die Krone aus dem Geschlecht der Karolinger in das Liudoflinger wechselte und Heinrich I. seine Regentschaft antrat? Wie stellte sich die durchaus unklare und umkämpfte Situation der Nachfolge Heinrichs dar? Fragen, die Becher aufnimmt, ausführlich beantwortet und damit den Leser gut mit hinein nimmt in die vielfachen Strömungen, Intrigen, Machtspiele und Interessen zu jener Zeit, in der auch Otto nach der Krone griff. Gepaart mit dem flüssigem Stil des Buches entsteht für den Leser ein lebendiges Bild der Zeiten und der handelnden Personen, das gut 30 Seiten starke Kapitel über die schwierigen Anfänge Ottos des Großen nötigt im Nachgang noch einmal und wiederum Respekt vor der Leistung Ottos ab, sich nicht nur in Person durchzusetzen bis auf den Herrscherthron, sondern aus dieser Ausgangslage heraus auch mit klaren Schritten, wo nötig harter Hand, immer aber mit dem Blick auf eine dauerhafte Einigung des Reiches gerade in und für Friedenszeiten seien Vision umgesetzt zu haben. Bis dahin, dass „um 950 herum hatte Otto der Große alle Widerstände im Innern seines Reiches überwunden und eine regelrechte Familienherrschaft errichtet“. Zudem hatte Otto im Vorfeld für ihn logische Expansionsschritte nach Westfrankreich, Böhmen und Dänemark beschritten, so dass um 950 das Reich in bisher nicht gekannter Größe, Macht und Einheit stabil im Raum stand. Doch neue Spannungen im Inneren ließen nicht auf sich warten. Nicht alle der Familie waren mit Ottos Wahl seines Sohnes Liudolf als späteren Nachfolger auf den Thron einverstanden, innerer Streit der familiären Herrschaft entbrannte mehr und mehr. Neue Kämpfe in und gegen Italien traten hinzu, wirkliche Ruhe war Otto nicht beschert bis hin zu einem Aufstand (mit nachfolgender Versöhnung) Liudolfs gegen seinen Vater. In seiner Gesamtwürdigung verweist Becher zum Ende hin zu Recht auf die maßgebliche Rolle, die Otto bei der Schaffung eines erstmalig „deutschen Reiches“ zukam. Ignoriert aber auch nicht die Wichtigkeit der Einigkeit der deutschen Fürsten, zu jener Zeit ein gemeinsames Oberhaupt anzuerkennen und so eine gemeinsame Stärke anzustreben. Auch wenn persönliche Interessen und Eitelkeiten immer wieder die fragile Verbindung in Gefahr brachten. Indem aber Otto grundlegend auf regionale „Beinamen verzichtete und den Titel des „Kaisers“ annahm, schuf er ins einer eigenen Person jene Klammer, die das Reich zunächst einte. Flüssig, lebendig und äußerst detailliert verfolgt Becher den Lebensweg Ottos in seiner Zeit und führt die vielfachen handelnden Personen und deren Verbindungen untereinander geschickt ein in das Geflecht der politischen Lage Mitte des 9. Jahrhunderts. Mithin eine überaus gelungene Darstellung von Zeit und Leben Ottos des Großen.

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