Panischer Frühling

(3)
London im Frühling: Während der isländische Vulkan Eyjafjallajökull Aschewolken ausstößt und der Flugverkehr über ganz Europa zum Erliegen kommt, flaniert die Erzählerin mit wachem Blick durch die Straßen. Über ihr ein strahlend blauer Himmel, der den Vulkanausbruch als ferne Bedrohung unwirklich erscheinen lässt. London ist wieder zu einer Insel geworden, auf der nicht nur die Protagonistin strandet, sondern auch der junge obdachlose Zeitungsverkäufer, den sie eines Tages auf der London Bridge kennenlernt. Auf abenteuerlichen Wegen hat Jonathan sich von der Südküste hierher geflüchtet. Er ist ein begeisterter Geschichtenerzähler, und schon bald entsteht zwischen den beiden Fremden eine eigenartige Vertrautheit. „Kaum je hat Gertrud Leutenegger so sinnlich-farbenfroh erzählt wie in diesem Londoner Frühlingsrausch mit dem blauen Schaum der Glockenblumen unweit der pulsierenden Weltstadt.“ Charles Linsmayer, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag
Rezension
»Ein zarter, dichter Roman über die Kunst des Erzählens und die erste Liebe, die Liebe zu den Eltern.«
börsenblatt 10.01.2014
Portrait
Gertrud Leutenegger, geboren 1948 in Schwyz, veröffentlicht seit 1975 Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke; ein Werk, für das sie vielfach ausgezeichnet wurde. Sie lebte viele Jahre in der italienischen Schweiz, heute wohnt sie in Zürich.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Wasserzeichen
Seitenzahl 221, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.03.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783518736975
Verlag Suhrkamp
eBook
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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anrührender Roman, der mich dennoch ratlos zurück ließ
von einer Kundin/einem Kunden aus Heppenheim am 26.10.2014

Warum ich es gelesen habe? Obgleich dieses Buch war den Deutschen Buchpreis 2014 nominiert war und es sogar auf die offizielle Shortlist schaffte, verpasste es den Einzug auf meine persönliche Shortlist denn knapp. Zwar war das Buch bei mir in der engeren Wahl; letzten Endes war es mir dann aber... Warum ich es gelesen habe? Obgleich dieses Buch war den Deutschen Buchpreis 2014 nominiert war und es sogar auf die offizielle Shortlist schaffte, verpasste es den Einzug auf meine persönliche Shortlist denn knapp. Zwar war das Buch bei mir in der engeren Wahl; letzten Endes war es mir dann aber doch zu „britisch“. Gelesen habe ich es nun trotzdem, weil es auch für den Schweizer Buchpreis nominiert wurde, was mich dann doch neugierig machte, zu erfahren, was das besondere an diesem Buch ist. Wie war mein erster Eindruck? Mir fiel es schwer, in die Geschichte hineinzufinden und dieser zu folgen. Die Handlung springt sehr stark. Aktuelle Erlebnisse und Wahrnehmungen der Erzählerin rufen immer wieder deren Assoziationen und Erinnerungen zu Dingen aus der Vergangenheit wach. Diese sind zum Teil selbst erlebt, zum Teil aber auch rein historisch. Diese Wechsel kommen dabei vollkommen unvermittelt und ohne jede Ankündigung, was mich des Öftern orien­tier­ungs­­­los machte. Auch verstand ich nicht alle Gedankensprünge der Erzählerin wie etwa die­jenigen an die Anschläge auf die Londoner U-Bahn. Hinzu kommt, dass es sich wieder einmal um einen dieser mich so nervenden Romane handelt, in dem es auch bei wörtlicher Rede keine Anführungszeichen gibt. Auch das trägt nicht gerade zu einem flüssigen Lesekomfort bei. Wie fand ich das Buch insgesamt? Über diese Frage habe ich lange nachgedacht, ohne sie wirklich beantworten zu können. Ich dachte, manches wird vielleicht klarer, wenn sich die Geschichte erst einmal „gesetzt“ hat. Bis jetzt ist das aber nicht geschehen. Ich gebe zu, dass ich mir unter diesem Roman etwas anderes vorgestellt hatte. Ich dachte, es ginge mehr um den Vulkanausbruch und die Sperrung des europäischen Luftraums. Leutenegger benutzt diese Ausnahmesituation in „Panischer Frühling“ aber nur dazu, eine ganz besondere Atmosphäre des Abgeschnitten-seins der Briten vom europäischen Festland zu kreieren. – Für mich persönlich war das eine kleine Enttäuschung. Die Geschichte, die Leutenegger stattdessen erzählt, ist einerseits anrührend, machte mich andererseits aber auch etwas ratlos. Anrührend, weil in der Erzählung sehr gut deutlich wird, dass Zeitungsverkäufer Jonathan und die Erzählerin trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft in gewisser Weise ein ähnliches Schicksal – nämlich den frühen Tod des Vaters – teilen. Sie erkennen in den Geschichten des An–deren sich selbst wieder. Dies lässt zwischen beiden über alle offensichtlichen äußeren Unter–schiede hinweg eine tiefe Verbundenheit entstehen, die beide zwar nicht benennen aber sehr wohl spüren können. Leider bleibt die Erzählung jedoch auf dieser Ebene stehen, ohne sich in irgendeiner Form weiterzuentwickeln, was mich etwas ratlos zurückließ. Weder erlebt der Leser eine innere Veränderung bei der Erzählerin bzw. Jonathan, noch gelingt es den beiden, dieses diffuse, für beide nicht recht greif- oder beschreibbare Gefühl der Nähe und des gegenseitigen Erkennens weiter mit Leben zu füllen und zu nähren. Stattdessen belassen es beide dabei, sich Geschichte aus ihrer Vergangenheit zu erzählen und die Gegenwart zur Gänze auszusparen. Der Roman endet dann ausgerechnet an der Stelle, an der es für mich sehr richtig interessant geworden wäre, nämlich als die Erzählerin nach Jonathans Verschwinden beschließt, in an der Südküste Englands, wo er aufwuchs, zu suchen. Wie sieht diese Suche aus? Findet sie Jonathan? Wie reagiert er hierauf? Wie geht es mit den beiden weiter? Was verspricht sie sich von dieser Suche? Was erwartet sie von Jonathan, sollte sie ihn tatsächlichen finden? Keine dieser Fragen wird beantwortet. Die Einleitung des Romans nimmt so tatsächlich die gesamte Handlung bereits vorweg. Auch blieb es mir bis zum Schluss ein Rätsel, weshalb die einzelnen Kapitel abwechselnd mit „low water“ und „high water“ überschrieben sind. Zwar findet sich auf Seite 69 der Hinweis, dass „die Flut zurückbringe, was die Ebbe nimmt“. Es ist aber keineswegs so, dass nur in den „high water“-Kapiteln Erinnerungen ausgetauscht und beschrieben würden, während in den „low water“-Kapiteln die Gegenwart geschildert wird. Außerdem taucht immer wieder eine junge Frau im Amazonas auf -scheinbar die Tochter der Erzählerin. Aber auch dieser Charakter wird weder weiter entwickelt; noch ist die junge Frau in irgend einer Form relevant für das, was hier erzählt werden soll. Ein Streichen der Passagen hätte m.E. keinen Unterschied gemacht. Diese Kritikpunkte sind vor allem deshalb so schade, weil Leutenegger einen sehr feinen Um–gang mit Sprache pflegt. Dies beweist sie vor allem bei ihren bildreichen Schilderungen des Frühlings in den Londoner Parks, wo z.B. „Wellen von lichtem Grün über die Welt flossen“ (Seite 65). Auch an Medienkritik wird nicht gespart. So heißt es beispielsweise auf Seite 62: „Doch der Flugverkehr hatte sich restlos normalisiert. Kein Wort mehr von den verendeten Tiere, den Kindern mit Atemnot, dem mühseligen Ascheräumen von Feldern und Gehöften. Die Tagesschau war längst zu neueren Sensationen übergegangen.“

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Vulkanasche
von einer Kundin/einem Kunden am 24.06.2014
Bewertet: Buch (gebunden)

Es bringt Unannehmlichkeiten mit sich, wenn so ein Vulkan in Island ausbricht. Da ist gleich mal der Flugverkehr lahmgelegt, und obzwar in London zu gleichen Zeit blitzblauer Himmel ist, wirkt die Stadt ohne Fluglärm wie abgeschnitten vom Rest der Welt. Auf der Londonbridge begegnet die Erzählerin Jonathan, dem Mann... Es bringt Unannehmlichkeiten mit sich, wenn so ein Vulkan in Island ausbricht. Da ist gleich mal der Flugverkehr lahmgelegt, und obzwar in London zu gleichen Zeit blitzblauer Himmel ist, wirkt die Stadt ohne Fluglärm wie abgeschnitten vom Rest der Welt. Auf der Londonbridge begegnet die Erzählerin Jonathan, dem Mann mit dem Feuermal, und einer abenteuerlichen Lebensgeschichte. Als die Flugzeuge wieder zurück kehren, verschwindet auch Jonathan, die Suche nach ihm beginnt.

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