Parzival

Eine Auswahl

Reclam Universal-Bibliothek 18243

(3)
Wolframs 'Parzival' in ausgewählten und durch überleitende Texte verbundenen zentralen Episoden, die dem Leser einen ersten Eindruck von einem der grandiosen Werke des deutschen Mittelalters verschaffen.
Portrait
Wolfram von Eschenbach, um 1200. Der Epiker und Lyriker bezeichnet sich selbst als Ritter, die Herkunft aus Eschenbach (heute Wolframs-Eschenbach) südöstlich von Ansbach in Franken gilt als wahrscheinlich. In seinen Werken nimmt er u. a. Bezug auf die Herren von Dürne (Sitz: Burg Wildenberg bei Amorbach), auf die Grafen von Wertheim und v. a. Landgraf Hermann I. v. Thüringen, die zu seinen Mäzenen gehörten. W. war in erster Linie Epiker, wenn ihn auch seine Tagelieder als Lyriker von Rang ausweisen. Von seinen drei epischen Dichtungen wurde nur die erste, Parzival, vollendet. Dieser Versroman (24 810 Reimpaarverse) entstand etwa zwischen 1200 und 1210 und wurde zum ein¿ussreichsten Roman des dt. Mittelalters. Hauptquelle ist Chrétiens de Troyes unvollendetes Spätwerk Le conte du Graal oder Perceval. Erweiterungen - u. a. Vorgeschichte - und Modi¿kationen der Handlung, dazu ein charakteristisches Ge¿echt von räumlichen, zeitlichen und verwandtschaftlichen Beziehungen sowie Erzählerkommentare und poetologische Re¿exionen geben dem Parzival jedoch einen eigenen Charakter. Es handelt sich um einen Doppelroman, d. h. W. modi¿ziert das Strukturschema des Artusromans durch die Kontrastierung zweier Helden¿guren und damit von hö¿schem Artusrittertum und religiösem Gralsrittertum. Eingerahmt werden die beiden Abenteuerfolgen um Parzival und Gawan durch die den Orient einbeziehende Geschichte von Parzivals Vater Gahmuret (Buch 1-2), die W. am Schluss (Buch 15-16) mit der Einführung von Parzivals Halbbruder Feire¿z wieder aufnimmt bzw. fortführt. W.s zweites Epos, Willehalm (um 1210-20), ist eine Adaption des frz. Heldenepos (Chanson de geste) La Bataille d'Aliscans (um 1180) im Auftrag Hermanns v. Thüringen, der auch die Vorlage beschaffte. Das Werk bricht nach knapp 14 000 Reimpaarversen unvollendet ab. Im Mittelpunkt stehen Willehalm, Markgraf von Orange, und seine Frau Gyburg, eine getaufte Heidin, die von einem riesigen heidnischen Heer bedroht werden, das sich an Willehalm rächen und Gyburg, eine Königstochter, zurückholen soll. Die Kreuzzugsideologie wird durch die Problematisierung des christlich-heidnischen Gegensatzes, durch die von Gyburg in der so genannten Toleranzrede angesprochene gemeinsame Gotteskindschaft und durch die über die Religionszugehörigkeit hinwegreichenden verwandtschaftlichen Beziehungen in Frage gestellt. Von W.s drittem Epos, nach dem ersten Eigennamen im Text Titurel genannt, sind nur zwei Fragmente von 131 bzw. 39 Strophen (bestehend aus vier Langzeilen) erhalten. Personen und Inhalt setzen den Parzival voraus, stilistisch steht der Titurel dem Willehalm näher. Gegenstand der Dichtung ist die Geschichte der Liebe zwischen Sigune und Schionatulander, aus deren tragischem Verlauf - das Ende ist aus dem Parzival bekannt - zwei Episoden erzählt werden. Die beiden Fragmente und die Andeutungen im Parzival bilden die Grundlage des weit ausholenden und erfolgreichen Jüngeren Titurel (um 1260-75) eines gewissen Albrecht, der unter der Maske W.s dichtete. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Walter Schafarschik
Seitenzahl 168
Erscheinungsdatum Dezember 2003
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-018243-7
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 14,7/9,3/1,5 cm
Gewicht 89 g
Übersetzer Wolfgang Mohr
Verkaufsrang 18.599
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Ein Ritter auf Aventuire
von Lisa Laqua M. A. aus Berlin am 02.01.2017
Bewertet: Format: eBook (PDF)

Der Parzival von Wolfram von Eschenbach ist einer der mittelalterlichen Romane. Die beiden Ritter Gâwân und Parzival erleben darin viele Abenteuer: Sie kämpfen gegen böse Ritter, gewinnen die Herzen vieler Frauen und befreien Burgen vor Belagerern. Ein typischer Ritterroman, oder ist es doch nicht ganz so einfach? Die Studienausgabe des... Der Parzival von Wolfram von Eschenbach ist einer der mittelalterlichen Romane. Die beiden Ritter Gâwân und Parzival erleben darin viele Abenteuer: Sie kämpfen gegen böse Ritter, gewinnen die Herzen vieler Frauen und befreien Burgen vor Belagerern. Ein typischer Ritterroman, oder ist es doch nicht ganz so einfach? Die Studienausgabe des Parzival vom De Gruyter Verlag kommt in einem fast 1000 Seiten starken Buch. Die ersten 150 Seiten (Inhaltsverzeichnis) beschäftigen sich mit der viel diskutierten Forschung des Werks. Jede vorherige Ausgabe wird kurz besprochen und anschließend in die problematische ‚Parzival‘-Interpretation eingeführt. Denn Wolfram von Eschenbach hat mit dem Parzival in vieler Hinsicht kein Werk des Mittelalters geschaffen – oder eben gerade doch! Figurenbeziehungen sind oftmals nicht sehr traditionell. Es gibt wirklich großartige starke Frauengestalten, Ritter, die lieber nicht kämpfen würden, und Bösewichte mit einer tragischen Hintergrundgeschichte. Nahezu jede Figur schillert in den buntesten Farben, denn es gibt keine schwarzen und weißen Charaktere. Die meiner Meinung nach sehr gelungene Übersetzung vom Mittelhochdeutschen ins Neudeutsche verbindet die alte Sprache und Welt mit dem heutigen Anspruch an Abenteuerromane. Das heute immer noch nach neuen Ansätzen und Antworten geforscht wird, ist spätestens dann klar, wenn man sich die neuste Publikationsliste anschaut. Gerade letztes Jahr hat sich Julia Richter auf bemerkenswerte Art die Spiegelungen in der Geschichte angesehen. Bestimmte Begebenheiten und typische Charaktere scheinen immer wieder (manchmal auf gleiche Art, manchmal etwas abgewandelt) aufzutauchen und erschaffen und bestimmen damit das paradigmatische Erzählen. Da ich persönlich vorher erst den fragmentarischen Tristan von Gottfried von Straßburg gelesen habe, bin ich vom Parzival sehr begeistert. Die ganzen Charaktere mit ihren ungewöhnlichen Namen sind zuerst etwas verwirrend, doch da es offenbar nicht nur mir so ging, hilft der am Ende angebrachte Übersichtsplan von Verwandtschaftsbeziehungen ungemein weiter. Die tollen Frauengestalten begeistern mich, wie so oft, wieder sehr. Selbstredend sind sie alle umwerfend schön, doch sie haben auch alle einen unterschiedlichen Charakter. Ein Beispiel: Antikonie, die im 8. Teil des Buchs auf Gâwân trifft, ist eine der für mich stärksten Frauen der ganzen Geschichte. Sie empfängt den fremden Ritter in der Burg ihres Bruders und unterliegt zuerst seiner Schönheit. Doch nachdem die ganze Situation durcheinander gerät, schützt sie den überrumpelten und unbewaffneten Ritter mit ihrem Leben. Gâwân wird ungerechter Weise einer Tat beschuldigt, die er nicht begangen hat, worauf hin der Pöbel in lynchen will. Antikonie bewirft sie vor lauter Verzweiflung mit großen Steinen, hin und her gerissen zwischen ihrem stark ausgeprägten Gerechtigkeitsdrang, dem Gastrecht und den Gedanken an die Untertanen, die die gutmütige Prinzessin nicht verletzen wollte. Der Held steht nur daneben und schützt sich mit einem Schachbrett, welches sie ihm sogar in die Hand drücken musste. Selbstlos und furchtlos kämpft sie für die Gerechtigkeit und Ehre ihres Gastes. Sie vertraut auf ihr eigenes Urteil und steht gegen die Übermacht und das Wort ihres Bruders, des Burgherren, ein. Sie behauptet sich und gibt nicht nach, bis die Situation geklärt ist. Doch wie kommt so eine Frau in einen Roman aus dem Mittelalter? Diese und weitere Fragen kommen beim Lesen des Parzival immer wieder auf. Ein spannendes Werk, das zum Nach- und Weiterdenken anregt und eine Idee davon vermittelt, wie die Menschen des Mittelalters sich und ihre Welt gesehen haben – und dass sie wohl Fantasyromane liebten. Die Ausgabe von De Gruyter bietet zudem nicht nur eine Übersicht über alle Kapitel, Orte und zugehörigen Hauptcharaktere, sondern auch eine Übersicht über die verschiedenen Ausgaben und Übersetzungen. Die schon angesprochene ‚Parzival‘-Interpretation bietet zudem einen guten Einstieg in die Literaturwissenschaft. Perspektiven von Figuren- und Erzählerrollen kommen genauso zum Ausdruck wie die konzeptionellen Änderungen gegenüber Chrétien de Troyes‚ früherer Ausgabe. Der Parzival von Wolfram von Eschenbach in der Ausgabe von De Gruyter ist ein guter allgemeiner Einstieg in die Forschung und bietet gerade auch Laien eine gut verständliche Übersetzung im Fließtext. quatspreche.wordpress.com

mhd. Klassiker
von einer Kundin/einem Kunden aus Nürnberg am 08.04.2013
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wer mittelhochdeutsche Literatur mag, wird Parzival lieben, auch wenn man nicht davon ausgehen darf, dass man es ohne Sekundärliteratur wirklich verstehen wird. Wolfram von Eschenbach ist ein Meister seiner Kunst

zauberhaft
von einer Kundin/einem Kunden aus innsbruck am 26.03.2010
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

ein wahrer epos über das leben, über die Suche nach selbstverwirklichung die zur wahren Liebe und zu gotterkenntnis führt eine erzählung von der Ehre die dorthin führt in wunderschöner sprache geschrieben viel... ein wahrer epos über das leben, über die Suche nach selbstverwirklichung die zur wahren Liebe und zu gotterkenntnis führt eine erzählung von der Ehre die dorthin führt in wunderschöner sprache geschrieben viel freude! tzwetelina diana


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