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Recht und Gerechtigkeit

Ein Märchen aus der Provinz

(2)
Der Justizfall, der zum Medienfall wurde

Jörg Kachelmann wurde am 31. Mai 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Nach wie vor jedoch wirft sein Fall viele Fragen auf. Wie geht es einem, der zu Unrecht als Vergewaltiger beschuldigt wird? Den die Ermittlungsbehörden mit allen Mitteln zum Täter machen wollen? Der 132 Tage im Gefängnis sitzt? Der sehr schnell zum Gegenstand einer öffentlichen Vorverurteilung wird? – Zum ersten Mal erzählen Jörg Kachelmann und seine Frau Miriam die Geschichte, die hinter dem »Fall Kachelmann« steckt. Und es wird klar, welche Rolle Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht und Medien dabei spielen.

Was bleibt nach einem höchst fragwürdigen Prozess und einer beispiellosen Medienberichterstattung noch von Recht und Gerechtigkeit? Der »Fall Kachelmann« ist in dieser Hinsicht leider keine Ausnahme - mit dem Unterschied, dass viele Opfer von Falschbeschuldigungen in erster Instanz oft keinen Freispruch bekommen. Jörg und Miriam Kachelmann haben sich entschlossen, aufzudecken, was sich hinter den Kulissen abgespielt hat, und geben erschütternde Einblicke in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Recht und Unrecht nicht mehr existieren. In ihrem Buch schildern sie detailliert die Ereignisse vom Moment der Verhaftung bis zur Urteilsverkündung und der Zeit danach, enthüllen Fehler und Ungereimtheiten und legen die unheilvolle Mechanik bloß, die hinter dem Prozess gegen den Meteorologen steckt – und die offenbar nicht nur hier wirksam wird.

Portrait
Jörg Kachelmann, Jahrgang 1958, ist Verwaltungsratspräsident und Chefmeteorologe des Wetterdienstes Meteomedia AG. Von 1992 bis März 2010 moderierte er Wetterberichte in der ARD sowie Talksendungen wie Riverboat und Kachelmanns Spätausgabe. Heute präsentiert er das Wetter für main.tv, Radio Primavera und auf seinem eigenen Kanal „wetterkachelmann“ bei YouTube.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 416 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.10.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783641094522
Verlag Heyne
eBook
15,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Interessante Einblicke und ein Schuss Polemik! (gekürzte Version)
von Peter Waldbauer (Autor) aus Heidelberg am 28.08.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

"Nicht schon wieder der Kachelmann, werden Sie sagen" - so beginnt JK ein Buch, von dem man froh sein kann, dass es auf dem Markt ist, sonst blieben einem viele Einblicke und emotionale Eindrücke verwehrt. Zunächst: Kachelmann kann schreiben, manchmal verspürt er gar die Lust zur Neuwortschöpfung ("Helmut-Schmidtigkeit" S. 219). Wie... "Nicht schon wieder der Kachelmann, werden Sie sagen" - so beginnt JK ein Buch, von dem man froh sein kann, dass es auf dem Markt ist, sonst blieben einem viele Einblicke und emotionale Eindrücke verwehrt. Zunächst: Kachelmann kann schreiben, manchmal verspürt er gar die Lust zur Neuwortschöpfung ("Helmut-Schmidtigkeit" S. 219). Wie gut es JK gelingt, Stimmung und Atmosphäre zu transportieren, zeigt sich bereits im ersten Kapitel, jener Verhaftung am Frankfurter Flughafen, die das monatelange Tauziehen einleitete. Die Ausweglosigkeit seiner Situation überträgt sich auf den Leser; das bürokratisch-unnahbare Verhalten der Verhafter, die beklemmende Mischung aus Biederkeit und Voyeurismus - man glaubt sie selbst spüren zu können. JKs Angaben über das Vorgehen der Polizisten sind durchweg glaubhaft, da fast jeder ähnliches schon einmal erlebt haben dürfte, sofern er auf Autoritätspersonen des Rechtsstaates traf. Wenn auch in viel milderer Form wie z.B. bei Verkehrsverstößen (Vorzeigen der Papiere, Aussteigen-Alkoholtest, Anhalten wg zu schnellen Fahrens, Abschleppen wg Parken im Halteverbot, etc.) Diese Ohnmacht spürte JK, sie war nur ungleich größer und auch wenn er sich über die Beamten der "Außenstelle Schwetzingen" permanent beklagt, so war es doch Glück für ihn, dass der zuständige Kripoleiter es nicht für nötig erachtete, für die vorgesehene Verhaftung Spezialeinsatzkräfte anzufordern in Form des SEKs. Denn dann wäre JK zu Boden gerissen worden, man hätte ihm die Arme auf den Rücken gedreht und ihn unsanft herumgestoßen. Körperliche Blessuren wären zu den seelischen hinzugekommen. Allein, dass JK solche Art der Verhaftung in seinem Buch nicht beschreibt, zeigt dass der Einsatz der Spezialisten nicht statt gefunden hat. Man muss kein bewaffneter Schwerverbrecher sein, der zur Festnahme ausgeschrieben ist, damit die "harten Jungs" mit den Sturmhauben anrücken. Manchmal reichen schon ein hoher Intellekt, ein geschicktes Mundwerk und die Fähigkeit, Berufe ohne entsprechende Ausbildung auszuüben wie im Falle des Hochstaplers Gert Postel, der bei seiner Festnahme unsanft aus einer Stuttgarter Telefonzelle gerissen wurde (skurilerweise telefonierte er gerade mit einer Richterin). Es geht interessant weiter mit der Gefängniszeit. Auch wenn für die Kakerlaken und Ratten weniger das "System Mannheim" als vielmehr das "System" Altbau ursächlich ist (es gibt auch moderne Gefängnisse wie die JVA Weiterstadt). Wir gestehen JK jedoch zu, dass die unliebsamen Tiere seinen Haftschock noch vergrößerten und für eine geistige Gemengelage sorgten, in der er nicht mehr so sehr differenzierte. Hier, im Knast, erlebte JK dann, dass es auch anders zugehen kann in der gnadenlosen Justiz, sei es in Mannheim oder anderswo, dass es mitunter sehr stark menschelt. In der JVA Herzogenried in Form des "Stockwerksbeamten G.", der die Gefangenen duzt, obwohl es verboten ist (Dienstvorschrift: Gefangene sind zu siezen), was JK nicht stört, weil es ein warmherziges Du ist, kein respektloses. Es ist ein Du wie einer großen WG. Einer solchen ähnelt der Stockwerk der JVA, weil man auf engem Raum wohnt und sich täglich sieht, weil Gefangene und Wärter aufeinanderhängen und miteinander auskommen müssen, auch wenn die einen jederzeit gehen können - theoretisch. Vielleicht sind es Bedienstete wie G., die durch ihre unkonventionelle Basisarbeit das Ganze zusammenhalten und ohne Engstirnigkeit dafür sorgen, dass die Subkultur nur manchmal brodelt und zischt (Bunker, Streitereien), aber nicht überschäumt oder explodiert (Haftschäden, Selbstmorde). Gs verbale Unterstützung für Kachelmann äußert sich in dem Satz: "Wenn du dir was machst, tret`ich dich in den Arsch" und auch die rüde Wortwahl und der breite Kurpfälzer-Idiom können die Empathie des Stockwerksbeamten nicht verbergen. Und dann der Tag der Freilassung, die Stunde des OLG-Bescheids; die Senatsentscheidung aus Karlsruhe kommt per fünfzehnseitigen Fax. Kachelmann, der Schänzer, teilt zuvor das Essen aus. Noch kennt er nicht den Inhalt des Schreibens, er hofft nur und bangt, den Puls auf 180. Es ist an G., seinem Häftling das Ergebnis der Beschwerde mitzuteilen ("Kachelmann, komm mal her") und er tut dies auf eine Weise, die so einfühlsam und schonend, so wenig überfordernd ist wie nur möglich: "Jetzt sammeln wir erst die Töpfe ein und dann machst du dich fertig." Es ist jener Moment, in dem Kachelmann schwer mit sich zu kämpfen hat, in dem die Tränendrüsen drücken und wieder zeigt G., dass er weit mehr kann als verwahren, kontrollieren und verschließen. Er kann verstehen. Er lässt Kachelmann allein, zwei Minuten nur, doch die reichen; er lässt ihn allein in seinem Büro zurück, damit dieser sich fassen kann. So sehr Oltrogge, Gattner und Seidling JKs Vertrauen in die Personen der Justiz erschüttert haben mögen, so sehr muss G. es wieder hergestellt haben. Was Staatsanwälte und Richter auf der einen Seite zerstörten, rückte ein Stockswerksbeamte wieder gerade, wenn auch nur im Kleinen und ohne juristischen Belang. Sehr spannend auch JKs nachfolgende Flucht: in Hotels, über Flughäfen und durch die Dünen. Nicht vor der Justiz, sondern vor den Paparazzis. Abenteuerlich ging es zu in Kachelmanns Leben, vor seinem Gefängnisaufenthalt und erst recht danach. Das Kapitel liest sich spannender als jeder Krimi. Schade, dass es so schnell zu Ende ist, denn: "der Prozess beginnt". Etwas verwunderlich, wenn JK sich darüber wundert, dass das Gericht Birkenstocks Umarmungsstrategie als Schwäche auslegte (S. 205). Man darf nicht vergessen: Kachelmann hatte ja nicht gestanden. (Zudem die Höchstzahl an Verteidiger aufgeboten.) Dem Gericht blieb demnach die Mühe der Überführung. Eine "weiche" Verteidigung, wie Birkenstock sie anfangs anstrebte, kann ja nur zum Erfolg führen, wenn der Angeklagte gleich zu Beginn alles einräumt, das Verfahren dadurch abkürzt und im Gegenzug auf eine milde Strafe hoffen darf (Deal). Mit Freundlichkeit das Gericht überzeugen zu wollen, dass man unschuldig ist, kann schon deshalb nicht funktionieren, weil man ja sehr früh einen Befangenheitsantrag stellte. Die Verteidigung kämpfte also mit harten Bandagen und das bedeutete: Konfliktverteidigung. Das Buch kommt leider nicht ohne eine kräftigen Schuss Polemik aus („dumme Polizisten/gieriger Staat/Schergen Mannheims/Knallchargen/Justizdarsteller“). Hier fehlt etwas die Distanz des Autors, was jedoch angesichts dessen, was Kachelmann erlebt hat, auch kein Wunder ist. Natürlich geht es JK nicht nur darum, Mißstände aufzuzeigen. Das Buch dient auch zu einem Großteil als Katharsis, Verarbeitung. Es ist dennoch ein gutes Buch. Ohne diese (zu toleriende) Schwäche - und wären einige der vielen interessanten Passagen noch ausführlicher - gäbe es 5 Sterne.

Gutes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Zollikerberg am 19.10.2012
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ich bin eigendlich kein Fan von Memoiren, aber was hier die Deutsche Justiz lieferte, war einfach unter der Grütellinie. Mir gefällt das Buch sehr gut. Vorallem das auch Kachelmanns Frau Ihre Ansichten dazu schreibt. Es werden auch viele Fragen gestellt, wie schnell die Presse davon Wind bekam (3 Tage nur)... Wie... Ich bin eigendlich kein Fan von Memoiren, aber was hier die Deutsche Justiz lieferte, war einfach unter der Grütellinie. Mir gefällt das Buch sehr gut. Vorallem das auch Kachelmanns Frau Ihre Ansichten dazu schreibt. Es werden auch viele Fragen gestellt, wie schnell die Presse davon Wind bekam (3 Tage nur)... Wie sich die Medien in die U-Haft einkaufte. Wie angebliche Zellennachbarn die lustigerweise mehrere Stockwerke von Kachelmanns Zelle weg stationiert waren, Aussagen machten etc. etc. Es öffnet einem so ziemlich die Augen gegenüber der Justiz. Sehr lohnenswert. Vorallem handelt es von der Zeit im Gefängnis und versucht nicht die Vergangenheit schön zu reden. Ich kanns nur weiterempfehlen. Das Hauptaugenmerk richtet sich vorallem auch auf die Frage: Was passiert wenn ein Staatsanwalt, Richter oder hohe Beamte Fehler machen? Gar nichts! Sie werden sogar befördert. Unterm Strich kennt jeder den Ausgang. Aber vieles wurde von den Medien totgeschwiegen nach der Vorführung dieses Mannes. Zur 0 Sterne Bewertung von unten... Bewertungen sollten objektiv von Leuten sein, welche das Buch gelesen oder sich zumindest eingelesen haben. Für Meinungen ohne jemals das Buch in der Hand gehalten zu haben, sind Diskussionsforen da und nicht die Bewertungen. Aber solche Leute geben wohl Herr der Ringe auch 0 Sterne, weil der Ring auf dem Cover keinen hübschen Stein hat.