Sand

Roman. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Belletristik 2012

(13)
'Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goss den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortsunkundige Frau in einem Auto hierherzubestellen.'
Rezension
Nach wie vor ist hier ein gewitzter und universal belesener Artist am Werk, der auf seinem Hochseil mit Gewalt, Tod, Verderben und Vergessen jongliert und die Nichtigkeit der menschlichen Existenz als großes Kunststück aufführt.
Portrait

Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren und 2013 in Berlin gestorben, hat ursprünglich Malerei studiert. 2002 erschien sein Debütroman «In Plüschgewittern», 2007 «Diesseits des Van-Allen-Gürtels», 2010 und 2011 folgten die Romane «Tschick» und «Sand», 2013 das posthum herausgegebene Tagebuch «Arbeit und Struktur» und 2014 der Fragment gebliebene Roman «Bilder deiner großen Liebe». An diesem Buch, dessen Heldin Isa ihren ersten großen Auftritt in «Tschick» hat, arbeitete Herrndorf noch in den letzten Lebenswochen, er hat ihn selbst zur Veröffentlichung bestimmt.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 02.05.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-25864-0
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 18,9/12,6/3,2 cm
Gewicht 360 g
Auflage 16. Auflage
Verkaufsrang 28.761
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Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Sehr spezielles Buch, auf das man sich einlassen muss. Keine lineare Erzählstruktur. Kein happy end. Viele Fragen bleiben am Ende unbeantwortet. Sehr spezielles Buch, auf das man sich einlassen muss. Keine lineare Erzählstruktur. Kein happy end. Viele Fragen bleiben am Ende unbeantwortet.

Inga Roos, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Herrndorfs Antiheld sucht nach einer Mine, aber was für eine ( Bleistift, Dynamit, Bergbau) und das in einem Land ( ich vermute irgendwo in Nordafrika) wo alles passiert sein kann. Herrndorfs Antiheld sucht nach einer Mine, aber was für eine ( Bleistift, Dynamit, Bergbau) und das in einem Land ( ich vermute irgendwo in Nordafrika) wo alles passiert sein kann.

„Sand“

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

„Sand“ ist ein Agententhriller, der in Nordafrika spielt. Herrndorfs Figuren sind bösartig, exzentrisch oder auch dämlich. Es geht um einen Koffer voller DDR-Geld und um einen Mann, der sein Gedächtnis verloren hat. Die Dialoge sind witzig, fantasievoll und originell.
Dem Autor ist mit „Sand“ ein empfehlenswerter großartiger Roman gelungen.
„Sand“ ist ein Agententhriller, der in Nordafrika spielt. Herrndorfs Figuren sind bösartig, exzentrisch oder auch dämlich. Es geht um einen Koffer voller DDR-Geld und um einen Mann, der sein Gedächtnis verloren hat. Die Dialoge sind witzig, fantasievoll und originell.
Dem Autor ist mit „Sand“ ein empfehlenswerter großartiger Roman gelungen.

„Kaminski in Bestform“

Claudia Ritschel, Thalia-Buchhandlung Dresden

And the Oscar goes to...-Stefan Kaminski!
Wahrlich hätte Kaminski für diese einzigartige Lesung einen Oscar verdient. Die verschiedenen Facetten der Charaktere werden allein durch seine Stimme und Betonung wunderbar deutlich. So wird auch eine ungekürzte Lesung nie langweilig, auch wenn die komplexe Geschichte im Sande zu verlaufen scheint.
Fazit: Genial gelesen und ein Roman, der zum Nachdenken anregt, auch wenn der Inhalt, "kafkaesk", vermutlich nicht bis zum Ende entschlüsselt wird.
And the Oscar goes to...-Stefan Kaminski!
Wahrlich hätte Kaminski für diese einzigartige Lesung einen Oscar verdient. Die verschiedenen Facetten der Charaktere werden allein durch seine Stimme und Betonung wunderbar deutlich. So wird auch eine ungekürzte Lesung nie langweilig, auch wenn die komplexe Geschichte im Sande zu verlaufen scheint.
Fazit: Genial gelesen und ein Roman, der zum Nachdenken anregt, auch wenn der Inhalt, "kafkaesk", vermutlich nicht bis zum Ende entschlüsselt wird.

„Wahnsinnig Gut!!!“

Sabrina Küpper, Thalia-Buchhandlung Neu-Ulm

Der neue Roman von Wolfgang Herrndorf "Sand" ist der beste Roman, den ich seit langem gelesen habe und zurecht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Ein Mann ohne Gedächtnis flüchtet aus der Wüste und sucht verzweifelt nach Hilfe, die er in der Amerikanerin Helen findet. Bei dem Versuch seine Identität zu klären und herraus zu finden, was er in der Wüste um Targat verloren hatte wird schnell klar, dass er sich in gefährlichen Kreisen bewegt hat.
Ich habe selten einen Roman gelesen der mich so oft überrascht hat.
Absolut empfehlenswert! Grandios!
Der neue Roman von Wolfgang Herrndorf "Sand" ist der beste Roman, den ich seit langem gelesen habe und zurecht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Ein Mann ohne Gedächtnis flüchtet aus der Wüste und sucht verzweifelt nach Hilfe, die er in der Amerikanerin Helen findet. Bei dem Versuch seine Identität zu klären und herraus zu finden, was er in der Wüste um Targat verloren hatte wird schnell klar, dass er sich in gefährlichen Kreisen bewegt hat.
Ich habe selten einen Roman gelesen der mich so oft überrascht hat.
Absolut empfehlenswert! Grandios!

„Wer sagt, dass das Leben fair ist?“

Violetta Hofmann, Thalia-Buchhandlung Dresden

Dass Herrendorfs Roman „Tschick“ ein Knaller ist, ist allgemein bekannt. Sein neuer Roman „Sand“ ist mindestens genauso gut, zielt aber in eine ganz andere Richtung. Während „Tschick“ nur so vor jugendlicher Komik strotzt, behandelt dieses Buch eher ernstere Themen.
Nichts ist sofort greifbar, sondern zerrinnt nur wie Sand zwischen den Fingern. Da ist zum einen der Mann ohne Gedächtnis, der krampfhaft versucht, seine Identität wiederzufinden, der brutale Amoklauf in einer Hippiekommune in einer Wüstenoase und eine rätselhafte Mine, die es zu finden gilt.
Es gelingt dem Autor hier sehr gut, den Leser bis zum Ende des Romans über diese Fragen im Unklaren zu lassen. Man muss genau lesen, um keine Nuance zu verpassen, was nicht schwer fällt, da die Lesegeschwindigkeit der Geschichte angenehm gedrosselt wurde.
Und schließlich endet „Sand“ mit einem fast schon hinterhältigen Schlussknall, bei dem sich der Leser nach Zuschlagen des Buche daran erinnern muss, auch den Mund wieder zuzuklappen.
Dass Herrendorfs Roman „Tschick“ ein Knaller ist, ist allgemein bekannt. Sein neuer Roman „Sand“ ist mindestens genauso gut, zielt aber in eine ganz andere Richtung. Während „Tschick“ nur so vor jugendlicher Komik strotzt, behandelt dieses Buch eher ernstere Themen.
Nichts ist sofort greifbar, sondern zerrinnt nur wie Sand zwischen den Fingern. Da ist zum einen der Mann ohne Gedächtnis, der krampfhaft versucht, seine Identität wiederzufinden, der brutale Amoklauf in einer Hippiekommune in einer Wüstenoase und eine rätselhafte Mine, die es zu finden gilt.
Es gelingt dem Autor hier sehr gut, den Leser bis zum Ende des Romans über diese Fragen im Unklaren zu lassen. Man muss genau lesen, um keine Nuance zu verpassen, was nicht schwer fällt, da die Lesegeschwindigkeit der Geschichte angenehm gedrosselt wurde.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
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1
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0
0

Sand
von Katja Wünsche aus Bayreuth am 28.06.2013

Nordafrika, 1972. Wir befinden uns in der Sahara, genauer in einer kleinen Oase namens Targat. Dort tummeln sich einige mysteriöse Charaktere, wie Polidorio, der sich als Polizist von Frankreich in die Oase versetzen lies und diese Entscheidung seitdem bereut. Der sich während der "Nacht der Akten" einen sinnfreien Ausweis... Nordafrika, 1972. Wir befinden uns in der Sahara, genauer in einer kleinen Oase namens Targat. Dort tummeln sich einige mysteriöse Charaktere, wie Polidorio, der sich als Polizist von Frankreich in die Oase versetzen lies und diese Entscheidung seitdem bereut. Der sich während der "Nacht der Akten" einen sinnfreien Ausweis ausstellte, der ihn als Mitglied des Tugendkommitees identifizierte. Oder Edgar Fowler III und Jean Bekurtz, die an diesem Ort eine Kommune gründen, die sich selbst finanzieren soll. Und dann ist da noch Helen, die gut aussehende Amerikanerin, die sich als Kosmetikvertreterin ausgibt, die aber viel mehr zu sein scheint. Und mittendrin Carl, der eines Tages ohne Erinnerung in einer Scheune erwacht, verfolgt wird, und seitdem mehr über seine Identität herauszufinden sucht. Und dazwischen jede Menge mehr seltsame, zum Teil skurrile Personen. Dieser eigenartige Mix aus Roman und Thriller zieht den Leser in seinen Bann. Bis zuletzt gelingt es Herrndorf einerseits die Spannung zu halten, andererseits aber auch, den Leser im Unklaren zu lassen. Sprachlich sehr gut geschrieben fasziniert dieses Buch einfach nur. Vollkommen zurecht hat dieses Buch den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik 2012 gewonnen.

spannend, schräg, gut
von einer Kundin/einem Kunden am 22.05.2013

Es ist das Jahr 1972. Die Aufmerksamkeit der westlichen Welt konzentriert sich auf München und den Überfall auf die israelische Olympiamannschaft. Ungefähr zur selben Zeit erschießt Amadou Amadou, ein Junge aus der Nachbarschaft, in einer Hippie-Kommune in der Oase Tindirma ohne Vorwarnung 4 Menschen. Als er kurze Zeit... Es ist das Jahr 1972. Die Aufmerksamkeit der westlichen Welt konzentriert sich auf München und den Überfall auf die israelische Olympiamannschaft. Ungefähr zur selben Zeit erschießt Amadou Amadou, ein Junge aus der Nachbarschaft, in einer Hippie-Kommune in der Oase Tindirma ohne Vorwarnung 4 Menschen. Als er kurze Zeit später verhaftet wird, leugnet er, trotz eindeutiger Zeugenaussagen, die Tat begangen zu haben. Die Polizisten Polidorio und Canisades werden mit den Ermittlungen beauftragt. Sie beginnen unmotiviert nachzuforschen und versinken dabei im wahrsten Sinne des Wortes in Sumpf und Sand. Großes Lesevergnügen

super
von einer Kundin/einem Kunden aus Leipzig am 15.05.2012
Bewertet: Buch (gebunden)

Was für ein Buch. Ich bin begeistert. Es ist gleichermaßen spannender Thriller und gute Literatur - so etwas ist mir in dieser Form noch nie begegnet. Den typischen Thriller liest man hungrig weg, ohne auf die Sprache zu achten. Kleinere Fehler stören nicht, die überliest man, um schnell zu erfahren, wie... Was für ein Buch. Ich bin begeistert. Es ist gleichermaßen spannender Thriller und gute Literatur - so etwas ist mir in dieser Form noch nie begegnet. Den typischen Thriller liest man hungrig weg, ohne auf die Sprache zu achten. Kleinere Fehler stören nicht, die überliest man, um schnell zu erfahren, wie es ausgeht. Bei ernsthafter Literatur...