Sankt Martin

Ein Saarland-Krimi

(2)
Alle hundert Jahre darf zu Sankt Martin ein Mühlweiler aus dem Jenseits zurückkehren und sich an dem rächen, der für seinen Tod verantwortlich ist. Fast zwangsläufi g gibt es in diesem Jahr somit einen Mord aufzuklären. Doch die Dorfbewohner sind der Meinung, der Täter weile längst im Jenseits. Wird Hauptkommissar Gerber aus Blieskastel weltliche Gründe und einen reellen Mörder finden?
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kopiergeschützt i
Seitenzahl 252, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.09.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783945769737
Verlag SWB Media Publishing
eBook
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Es lohnt sich, diesen Regionalkrimi zu lesen
von Eberhard Landes am 25.07.2017

Krimis sind nicht das Genre, das bei mir ganz oben auf der Leseagenda steht. Dennoch habe ich den einen oder anderen Regionalkrimi schon gelesen und auch schon so oder so rezensiert. So, d.h. positiv, z.B. „Kobr/Kluepfel, Milchgeld“ oder so, d.h. negativ, z.B. „Cay Rademacher, Mörderischer Mystral“. Dieses Mal ... Krimis sind nicht das Genre, das bei mir ganz oben auf der Leseagenda steht. Dennoch habe ich den einen oder anderen Regionalkrimi schon gelesen und auch schon so oder so rezensiert. So, d.h. positiv, z.B. „Kobr/Kluepfel, Milchgeld“ oder so, d.h. negativ, z.B. „Cay Rademacher, Mörderischer Mystral“. Dieses Mal waren es nicht die Berge im Allgäu und auch nicht der Lavendel der Provence, die mich animierten. Dieses Mal war es die Heimat und somit ein Saarland-Krimi (getreu dem Motto „Warum denn, lieber Rezensent, in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah“). Der zweite und entscheidendere Anstoß etwas von Kerstin Rech zu lesen, war jedoch ihre Lesung über Kriminalfälle im Saarland ganz anderer Art, nämlich ihr Sachbuch „Spektakuläre Kriminalfälle im Saarland“. Und ich muss sagen, nach so tragisch Ernstem tat es gut, sich etwas leichtere Kost in Form von Erfundenem zuzuführen. Die Handlung spielt zwischen Saarbrücken, Blieskastel und Homburg in Mühlweiler. Einem fiktiven Dorf, das ich mir zwischen den realen und im Roman genannten Dörfern Blickweiler, Breitfurt, Altheim, Webenheim und Wolfersheim (alles Stadteile von Blieskastel) nur allzu gut vorstellen kann. Zu wünschen wäre Blieskastel die Prosperität, die die kleine Stadt im Roman genießt und die nicht nur in einem Blieskasteler Bahnhof auf der Eurocity-Strecke Bratislava - Paris zum Ausdruck kommt. Warum auf dem Titelbild des Buches die Saarschleife abgebildet ist, die ganz im Nordwesten des Saarlandes liegt, während die Handlung im Bliesgau und somit im äußersten Südosten spielt und es sich daher sowie aufgrund des Romaninhaltes vielmehr angeboten hätte, neblige Bliesauen abzulichten, weiß wohl nur der Verlag; es ist vermutlich der Annahme geschuldet, dass es für einen Hamburger oder Münchner so einfacher ist, die maßgeblichen Synapsen für die Verbindung von Region und Buch zu aktivieren. Das finde ich persönlich schade (nicht nur wegen der Leser aus Merzig oder Mettlach, die sich das Buch kaufen und nichts über das saarländische Wahrzeichen zum Lesen kriegen). Eine alte Frau, die es vor langer Zeit nach Mühlweiler verschlagen hat, sorgte zu ihren Lebzeiten dafür, dass ein Mythos sich aufrecht hielt, der mit dem 11.11., dem St. Martinstag, zusammenhängt. Demnach wird alle 100 Jahre ein(e) Verstorbene(r) aus dem Jenseits ins Diesseits zurückkehren und für seinen/ihren Tot Rache nehmen. Als dann ein nicht gelittener Dorfbewohner, der am St. Martinstag den Bettler mimen sollte, vor St. Martins Pferd, noch ehe er einen halben Mantel dankbar in Empfang nehmen kann, blutüberströmt mit einem Messer in der Brust tot zusammenbricht, ist die Grundlage für den vermeintlichen Übertritt des Mythos zum Realen gelegt. Kerstin Rech gelingt es durchaus, einen Spannungsbogen aufzubauen, eine Liebschaft zwischen Polizist und Tochter des Opfers glaubhaft und vorstellbar einzuweben, die Charaktere der Akteure nachvollziehbar zu beschreiben und beim Leser für Unterhaltung zu sorgen. Was mir nicht so gefiel, waren die Dialoge, die zum Teil etwas gestelzt, künstlich, aufgesetzt, naiv, in Kinderbuchmanier daherkommen. Letztlich aber kein Grund das Buch nicht an einem kalten, nebligen Novemberabend, am besten natürlich am 11.11. einen Jahres, zu lesen und vor dem Zubettgehen, noch mal unter dem Bett nachzuschauen, ob da wirklich kein Verstorbener zurückgekehrt ist. Wenn ja, dann wird aus dem gemütlichen Leseabend doch noch ein sehr ungemütlicher Abend.

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