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Schweigeminute

Novelle

(33)
Die erste Liebesgeschichte von Siegfried Lenz
Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee irgendwann in den sechziger Jahren: Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar - bis Stella bei einem Bootsunfall tödlich verunglückt. Während einer Gedenkfeier in der Aula blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, ihn aber für sein ganzes Leben verändert.
"Wir haben ... Siegfried Lenz für ein poetisches Buch zu danken. Vielleicht ist es sein schönstes." Marcel Reich-Ranicki
Rezension
"Dieses Buch gilt als das schönste, das Siegfried Lenz je geschrieben hat."
Meins 10.08.2016
Portrait

Siegfried Lenz, der am 17. März 1926 in Lyck, einer kleinen Stadt im masurischen Ostpreußen geboren wurde, zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur.

Nachdem Lenz aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, ging er nach Hamburg und studierte Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte, ehe er 1950/51 als Redakteur für die "Welt" arbeitete. Von 1951 bis zu seinem Tod am 7. Oktober 2014 lebte er als freier Schriftsteller in Hamburg. Bereits mit seinem ersten Roman gelang es ihm, die Kritik und die Leser für sich einzunehmen, und bis heute zeichnet sich Lenz' Werk dadurch aus, dass es menschliche Schicksale und aktuelle gesellschaftliche Fragen auf eine Weise verknüpft, die literarisch ambitioniert die Bedürfnisse breiter Leserschichten nicht vernachlässigt.

Weite Teile des Lenzschen Werkes sind geprägt durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Problemen (etwa die Romane "Der Mann im Strom", 1957, oder "Brot und Spiele", 1959, einer der wenigen geglückten Sportromane der deutschen Literatur) und mit dem Dritten Reich bzw. seiner Verarbeitung. Zu Lenz' größtem Erfolg wurde dabei der 1968 erschienene Roman "Deutschstunde", der auch internationalen bahnbrechend wurde. Wie der junge Siggi Jepsen darin die Geschichte seines Vaters, eines norddeutschen Polizisten, der es im Nationalsozialismus für seine Pflicht hält, das Malverbot seines Freundes Nansen zu überwachen, erzählt, ist eine bis heute bestechende Demaskierung eines pervertierten Pflichtbegriffs und wurde von vielen als befreiende künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema verstanden. Der "Deutschstunde" folgten viele große Romane ("Heimatmuseum", 1978, "Der Verlust", 1981, "Exerzierplatz", 1985 oder "Die Auflehnung", 1994), die Lenz unverrückbar an die Seite der ‚großen' deutschen Gegenwartsautoren wie Heinrich Böll, Günter Grass oder Martin Walser stellten.

Sein Werk umfasst alle literarische Gattungen: Lenz arbeitete für das Theater ("Zeit der Schuldlosen", 1961), schrieb Hörspiele ("Haußuchung", 1967) und Essays ("Über den Schmerz", 1997), und für viele Leser ist er nicht zuletzt ein Meister der "kleinen Form". Seine oft humoristisch grundierten Erzählbände wie "So zärtlich war Suleyken" (1955), "Lehmanns Erzählungen" (1964) und "Der Geist der Mirabelle" (1975) belegen dies trefflich.

Siegfried Lenz wurde für sein Œuvre mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Gerhart-Hauptmann-Preis, der Bayerische Staatspreis für Literatur, der Thomas-Mann-Preis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main, der Lew-Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte 2009 und zuletzt der Nonino-Preis 2010 für sein Werk. Am 18. Oktober 2011 wurde ihm zudem die Ehrenbürgerwürde seiner Geburtsstadt Lyck verliehen. Seine Auszeichnungen galten dem literarisch unvergleichlichen Werk, und sie rühmten immer auch das unerschrockene Engagement des Autors.

Siegfried Lenz verstarb am 07. Oktober 2014.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 01.11.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-13823-9
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 190/122/12 mm
Gewicht 131
Auflage 6. Auflage
Verkaufsrang 46.234
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„Eine poetische Novelle, die vom Erwachsenwerden, von Liebe, von Trauer und von Verlust erzählt.“

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach



Siegfried Lenz im besten Sinn – etwas altmodisch, etwas behäbig, ein wenig aus der Zeit gefallen, und doch ein kleines Meisterwerk, ein Buch der stillen Töne. Diese seltsam verschwommen scheinende Erzählung beginnt in einem Gymnasium während einer Gedenkstunde. Gedenken an Stella Petersen, die Englischlehrerin, die jung verstorben


Siegfried Lenz im besten Sinn – etwas altmodisch, etwas behäbig, ein wenig aus der Zeit gefallen, und doch ein kleines Meisterwerk, ein Buch der stillen Töne. Diese seltsam verschwommen scheinende Erzählung beginnt in einem Gymnasium während einer Gedenkstunde. Gedenken an Stella Petersen, die Englischlehrerin, die jung verstorben ist. Nur ein Foto von ihr, der Angebetenen bildet den Rahmen des Erinnerns. Es ist der Schüler Christian, 18 Jahre alt, der das Bild der lebenden Stella vor uns andeutet, zuerst zaghaft und ein wenig vage, aber schnell erahnen, ja begreifen wir, dass Christian sich in die nur wenig Ältere verliebt hat und diese sich in ihn. Es ist eine zarte Liaison, die beide überfällt und die Christian völlig erfüllt. Während die Gedenkfeier ihren Lauf nimmt, der Kunstlehrer Kugler mit tränenerstickter Stimme eine Ansprache hält, schweifen Christians Gedanken ab, gehen auf Reise. In den Sommerferien sind Stella und er sich näher gekommen und haben sich entdeckt. Stella trifft sich mit ihm, um mit ihm das naheliegende Riff zu erkunden und die unterirdischen Steinfelder zu entdecken. Denn Christians Vater ist ein Steinfischer, er schichtet Steine im Meer auf, die dann zu Wellenbrechern werden. Während eines Gewitters landen beide auf der Vogelinsel, flüchtige Berührungen werden ausgetauscht, keusch und tastend, und doch von großer Sinnlichkeit. Schließlich begleitet Christian Stella in ihr Hotel, und alles scheint ganz selbstverständlich und leicht. Aber auch dieser Sommer neigt sich dem Ende zu, die Beziehung kühlt ab und Stella wirkt merkwürdig verhalten. Unvermittelt bricht sie zu einem Segeltörn mit Freunden auf, von dem sie mit einer schweren Kopfverletzung zurückkehrt, an der sie kurze Zeit später verstirbt. Der Kreis schließt sich, Christian hat seine Liebesgeschichte mit uns geteilt, die Gedenkstunde ist vorüber, es folgt die Seebestattung.
Siegfried Lenz hat, wie ein Kritiker gesagt hat, vielleicht sein schönstes Buch geschrieben. Mit diskretem Charme und einfühlsamer Zurückhaltung schenkt er uns eine poetische Novelle, die vom Erwachsenwerden, von Liebe, aber auch von Trauer und Verlust erzählt.

„Schweigeminute“

Anke Tielo, Thalia-Buchhandlung Lutherstadt Eisleben

Ausgangspunkt dieser Novelle ist die Gedenkfeier für die Lehrerin Stella Petersen, die auf tragische Weise ums Leben kam.
Dort lässt Christian, ihr Schüler, die Zeit mit Stella Revue passieren. Schon von Anfang an ist klar, das kann
Kein Happy End geben. Aber das tut der Spannung keinen Abbruch.
Siegfried Lenz schreibt diese so
Ausgangspunkt dieser Novelle ist die Gedenkfeier für die Lehrerin Stella Petersen, die auf tragische Weise ums Leben kam.
Dort lässt Christian, ihr Schüler, die Zeit mit Stella Revue passieren. Schon von Anfang an ist klar, das kann
Kein Happy End geben. Aber das tut der Spannung keinen Abbruch.
Siegfried Lenz schreibt diese so authentisch wirkende Liebesgeschichte mit einer Ruhe und feinfühligen Art,
dass man dieses Buch nicht mehr zur Seite legen kann

„tolle Sprache, tolle Geschichte!“

Janina Laube, Thalia-Buchhandlung Euskirchen

Dieses Buch beginnt genauso wie es heißt...mit einer Schweigeminute. Der Rest des Buches besteht aus erzählten Erinnerungen...Wunderschöne Geschicht leider ohne Happy End wie man ja schon am Anfang erkennt! Dieses Buch beginnt genauso wie es heißt...mit einer Schweigeminute. Der Rest des Buches besteht aus erzählten Erinnerungen...Wunderschöne Geschicht leider ohne Happy End wie man ja schon am Anfang erkennt!

„So schön altmodisch und traurig“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Sicher darf ich es so gar nicht schreiben, aber dies ist mein erstes Buch von Siegfried Lenz, das ich gelesen habe. Und auch, wenn es wahrscheinlich kein typisches Buch von ihm ist, so kann ich jetzt doch die große Verehrung für ihn verstehen! Es ist eine wunderschöne und zugleich traurige Liebesgeschichte zwischen dem 18jährigen Schüler Sicher darf ich es so gar nicht schreiben, aber dies ist mein erstes Buch von Siegfried Lenz, das ich gelesen habe. Und auch, wenn es wahrscheinlich kein typisches Buch von ihm ist, so kann ich jetzt doch die große Verehrung für ihn verstehen! Es ist eine wunderschöne und zugleich traurige Liebesgeschichte zwischen dem 18jährigen Schüler Christian und seiner Englischlehrerin Stella. Christian erzählt seine Geschichte rückblickend während er an der Gedenkstunde für seine tödlich verunglückte Lehrerin teilnimmt. Siegfried Lenz beschreibt die Geschichte von dieser jungen, frischen und unerlaubten Liebe so schön und so altmodisch, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, dass dieses Buch gar nicht aus der Gegenwart kommen kann. Die Geschichte war viel zu schnell zu Ende und doch war es gut so. Jedes Wort mehr wäre zuviel gewesen! Genießen Sie einfach dieses wunderschöne kleine Buch.

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Durchschnitt
33 Bewertungen
Übersicht
21
8
4
0
0

Naja...
von J.G. aus Berlin am 25.12.2009

Die Novelle handelt von einer Liebe zwischen einem 18-jährigen Schüler, Christian und seiner Lehrerin, Stella Petersen. Siegfried Lenz beschreibt mit einfachen Worten die Küsten und ihre Menschen, er beschreibt eindrücklich die Trauer, welche Christian aufgrund des plötzlichen Todes von Stella umgibt sowie seine Erinnerung an die gemeinsamen Stunden mit... Die Novelle handelt von einer Liebe zwischen einem 18-jährigen Schüler, Christian und seiner Lehrerin, Stella Petersen. Siegfried Lenz beschreibt mit einfachen Worten die Küsten und ihre Menschen, er beschreibt eindrücklich die Trauer, welche Christian aufgrund des plötzlichen Todes von Stella umgibt sowie seine Erinnerung an die gemeinsamen Stunden mit ihr. Und doch hat mich die Geschichte gelangweilt. Die Auseinandersetzung Christians zwischen seiner Situation als Schüler, der seiner Lehrerin gehorcht und als Geliebter, der seine Geliebte beschützt, fand ich dennoch sehr gelungen. Und wenn ich hier und dort das Buch aufschlage und einfach die Sprache auf mich wirken lasse, beeindruckt und ergriffen. Die Story kann allerdings wohl nur einem älteren Herrn (Siegfried Lenz ist 83 Jahre alt!!), der sich in seine Jugendzeit zurückversetzen will, einfallen. Denn von „Liebe“ kann aus meiner Sicht nicht wirklich die Rede sein.

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Eine der schönsten Liebesgeschichten
von Roland aus St.Gallen am 09.01.2017

Eigentlich bin ich nicht so der Liebesgeschichten-Freund. Aber als Sigi Lenz Fan, u. nachdem ich zuerst den Film gesehen habe, da musste ich dieses Buch einfach kaufen. Und es war ein voller Erfolg. So etwas Schönes . . . ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen. Siegfried... Eigentlich bin ich nicht so der Liebesgeschichten-Freund. Aber als Sigi Lenz Fan, u. nachdem ich zuerst den Film gesehen habe, da musste ich dieses Buch einfach kaufen. Und es war ein voller Erfolg. So etwas Schönes . . . ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen. Siegfried Lenz in Hochform. Absolut empfehlenswert.

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Eine berührende Liebesgeschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Basel am 15.08.2016

In dieser Novelle von Siegfried Lenz geht es um die Liebe zwischen einer Lehrerin und ihrem Schüler. Von Anfang an ist klar, dass die Englisch-Lehrerin Stella bei einem Bootsunglück ums Leben gekommen ist, denn die Geschichte beginnt in der Kirche bei ihrem Trauergottesdienst. Nach und nach erfahren wir durch... In dieser Novelle von Siegfried Lenz geht es um die Liebe zwischen einer Lehrerin und ihrem Schüler. Von Anfang an ist klar, dass die Englisch-Lehrerin Stella bei einem Bootsunglück ums Leben gekommen ist, denn die Geschichte beginnt in der Kirche bei ihrem Trauergottesdienst. Nach und nach erfahren wir durch Rückblenden, wie es zu dieser Liebe zwischen Stella und Christian gekommen ist, und wie sie ihr jähes Ende fand. Die Übergänge von der Vergangenheit zur Erzählgegenwart sind zu Anfang noch recht gut zu erkennen, werden aber immer verschwommener, bis sie gänzlich verblasst sind und die Vergangenheit an dem Punkt angelangt ist, wo die Novelle begannen hat, also in die Gegenwart übergeht. Mir hat dieser Wechsel sehr gut gefallen, denn ich konnte nicht einfach lesen, sondern musste Aufmerksam sein und gut auf die Übergänge achten. Auch die Geschichte fand ich sehr schön, ich mag es, wenn nicht jedes Buch in einem Happy End endet.

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