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Sie kam und blieb

Roman

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Der Erstling der Ikone des Feminismus"Wir wollten ein echtes Trio bilden, ein ausgeglichenes Leben zu dritt, in dem niemand geopfert weden würde . . ."Unkonventionell ist die Liebesbeziehung zwischen dem jungen Schauspieler und Regisseur Pierre Labrousse und der Schriftstellerin Francoise Miquel, die sich in dem faszinierenden Milieu enthusiastischer Pariser Künstler, Theaterleute und Literaten bewegen. Sie versuchen eine Partnerschaft zu leben, die auf gegenseitigen Respekt, rückhaltloser Ehrlichkeit und größtmöglicher Freiheit gründet.
Als Xaviere Pages, eine blutjunge femme fatale, in ihr Leben tritt, gerät das Gleichgewicht ins Wanken. Ein verwirrendes Spiel von Täuschung, Rivalität und Eifersucht beginnt und treibt Francoise schließlich zum Äußersten.
Portrait
Simone de Beauvoir, geboren am 9.01.1908 in Paris. Ihre ursprünglich wohlhabenden Eltern lebten nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund von Fehlspekulationen unter wenig üppigen Verhältnissen in der Rue de Rennes. Mit fünfeinhalb Jahren kam Simone an das katholische Mädcheninstitut, den Cours Désir, Rue Jacob; als Musterschülerin legte sie dort den Baccalauréat, das französische Abitur, ab. 1925/26 studierte sie französische Philologie am Institut Sainte-Marie in Neuilly und Mathematik am Institut Catholique, bevor sie 1926/27 die Sorbonne bezog, um Philosophie zu studieren. 1928 erhielt sie die Licence, schrieb eine Diplomarbeit über Leibnitz, legte gemeinsam mit Merleau-Ponty und Lévi-Strauss ihre Probezeit als Lehramtskandidatin am Lycée Janson-de-Sailly ab und bereitete sich an der Sorbonne und der École Normale Supérieure auf die Agrégation in Philosophie vor. In ihrem letzten Studienjahr lernte sie dort eine Reihe später berühmt gewordener Schriftsteller kennen, darunter Jean-Paul Sartre, ihren Lebensgefährten seit jener Zeit. 1932 - 1936 unterrichtete sie zunächst in Rouen und bis 1943 dann am Lycée Molière und Camille Sée in Paris. Danach zog sie sich aus dem Schulleben zurück, um sich ganz der schriftstellerischen Arbeit zu widmen. Zusammen mit Sartre hat Simone de Beauvoir am politischen und gesellschaftlichen Geschehen ihrer Zeit stets aktiv teilgenommen. Sie hat sich, insbesondere seit Gründung des MLF (Mouvement de Libération des Femmes) 1970, stark in der französischen Frauenbewegung engagiert. 1971 unterzeichnete sie das französische Manifest zur Abtreibung. 1974 wurde sie Präsidentin der Partei für Frauenrechte, schlug allerdings die "Légion d'Honneur" aus, die ihr Mitterrand angetragen hatte. Am 14.4.1986 ist sie, 78-jährig, im Hospital Cochin gestorben. Sie wurde neben Sartre auf dem Friedhof Montparnasse beigesetzt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 553
Erscheinungsdatum 01.12.2004
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-23830-7
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 190/113/35 mm
Gewicht 384
Originaltitel L'Invitée
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 35.702
Buch (Taschenbuch)
11,99
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Lesenswert ja, aber...
von einer Kundin/einem Kunden am 07.01.2011

"Sie kam und blieb" (L'Invitée) beginnt mit Hegel. Simone de Beauvoir hat dem Roman ein Zitat von ihm als Motto vorangestellt: "Ebenso muss jedes Bewußtsein auf den Tode des anderen gehen". Man erinnert sich vielleicht: Der Andere ist in Sartres philosophischem Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" der kategoriale... "Sie kam und blieb" (L'Invitée) beginnt mit Hegel. Simone de Beauvoir hat dem Roman ein Zitat von ihm als Motto vorangestellt: "Ebenso muss jedes Bewußtsein auf den Tode des anderen gehen". Man erinnert sich vielleicht: Der Andere ist in Sartres philosophischem Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" der kategoriale Gegenspieler zum Ich (Für-Sich). Das Hirn rattert: Beide Werke sind zeitgleich erschienen, die enge intellektuelle Bindung von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir ist hinlänglich berühmt. Noch vor dem ersten Satz des Romans könnte ergo die Vermutung naheliegen, dass es sich bei "Sie kam und blieb" um einen 'existantialistischen' Roman wie Sartres "Der Ekel" handelt. (Als solcher wird er ja auch gerne etikettiert.) Liest man aber weiter, merkt man schnell, dass dem nur bedingt so ist. Die Ménage-à-trois mit all ihren Spannungen, Verwicklungen und Verzwickungen, die psychologische Konturierung der Figuren, die Innenausstattung der Protagonistin stehen klar im Vordergrund. Hier gibt es keine philosophischen Krisen, keine Meditationen vor einer Baumwurzel wie bei Sartres Antoine Roquentin. Nur Einstreuungen erinnern daran, dass der Roman mit philosophischer Vorbelastung begann. Ohnehin gilt das Interesse des Lesers bei Fortschreiten der Lektüre mehr und mehr dem hier ausgebreiteten Panorama des intellektuellen Milieus im Paris der Vorkriegszeit einerseits, und dem Fortgang der spannungsreichen Geschichte der Dreiecksbeziehung und der Lösung des Knotens. Die wenigen philosophischen Partikel des Romans, die ohnehin eher wie zusätzlich aufgetragene Duftnoten wirken, treten in den Hintergrund. - Viele lesen Beauvoirs Erstling ja gar als Schlüsselroman: Ein weiteres philosophisches Antidot. Bis dahin kann man Simone de Beauvoir keinen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil! Der Roman entwickelt nachgerade einen Sog des Lesens, so packend ist er. Alle Stärken der Schriftstellerin Simone de Beauvoir sind hier bereits in voller Reife zu bewundern, dazu zählt für mich insbesondere die Innenperspektive, die Figur der Françoise. Und da liest man also atemlos vor sich hin, nur um - auf der Zielgeraden in seiner Intelligenz aufs gröbste beleidigt zu werden. Es gibt Fetischisten der Überraschung, also verrate ich nicht weshalb. Nur soviel: Was als philosophischer Roman begann, sich dann als erfreulich 'lebendiger' Roman herauszustellen schien, endet in einem nahezu unglaublichen Akt der Selbstsabotage als purer Thesenroman: Hier verhunzt eine Lieblingsidee französischer Schriftsteller (action gratuit) ein ansonsten großartiges Werk. Entgeistert kehrt man zur ersten Seite zurück und liest noch einmal das Hegelzitat, und wenn man das Buch dann, zwar nicht verdrossen, aber etwas unzufrieden, zuklappt, kapert man vielleicht ein schopenhauersches Schimpfwort und resümiert: "Hegelei!" Und dennoch eine höchst lesenswerte.

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