Still Chronik eines Mörders

(86)
„Ein phantastischer Roman.“ SPIEGEL online
Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert. Die faszinierende Lebensgeschichte eines unheimlichen Geschöpfes aus der Feder des Bestsellerautors Thomas Raab.
„Vergleiche mit Robert Schneider Schlafes Bruder und Patrick Süskinds Das Parfum drängen sich nicht nur auf, Still hält ihnen auch stand.“ Die Presse
Rezension
"Ein raffiniertes Gespinst. Raab erweist sich als Wortakrobat höchster Güte. Das Buch verblüfft, es berührt, stößt ab und reißt mit. Es ist wie ein Naturereignis mit lang anhaltender Wirkung!" Generalanzeiger Magdeburg, 18.06.2016
Portrait

Thomas Raab, geboren 1970, lebt nach abgeschlossenem Mathematik- und Sportstudium als Schriftsteller, Komponist und Musiker mit seiner Familie in Wien. Zahlreiche literarische und musikalische Nominierungen und Preise, zuletzt "Buchliebling" 2011 und Leo-Perutz-Preis 2013. Die Kriminalromane rund um den Restaurator Willibald Adrian Metzger zählen zu den erfolgreichsten in Österreich. Zwei davon wurden im Sommer 2014 für die ARD-Degeto mit Robert Palfrader in der Hauptrolle verfilmt.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 01.04.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-30511-9
Verlag Droemer Knaur Verlag
Maße (L/B/H) 190/126/27 mm
Gewicht 368
Verkaufsrang 62.045
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„Das ungewöhnliche Porträt eines Mörders, seine Zerrissenheit und seine lebenslange Suche nach Liebe“

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Jettenbrunn ist auf den ersten Blick ein ganz normales kleines Dörfchen: es wird gelebt, geliebt und gestorben, es wird geredet, gemunkelt und getratscht, jeder weiß fast alles über jeden, und doch gibt es auch eine Menge dunkle Geheimnisse - wie gesagt, ein ganz normales Dorf. Aber eben nur auf den ersten Blick, denn im Jahr 1982 wird Jettenbrunn ist auf den ersten Blick ein ganz normales kleines Dörfchen: es wird gelebt, geliebt und gestorben, es wird geredet, gemunkelt und getratscht, jeder weiß fast alles über jeden, und doch gibt es auch eine Menge dunkle Geheimnisse - wie gesagt, ein ganz normales Dorf. Aber eben nur auf den ersten Blick, denn im Jahr 1982 wird hier Karl Heidemann geboren und das Unheil nimmt seinen Lauf. Denn Karl ist kein Kind wie andere. Von Anfang an schreit er ohne Ende, brüllt sich die Seele aus dem Leib und will keine Ruhe geben. Die Eltern Heinrich und Charlotte sind völlig überfordert, wissen sich keinen Rat, bis irgendwann klar wird, dass Karl etwas hat, um das ihn niemand beneidet: ein Gehör, das so ausgeprägt und sensibel ist, dass er das Blut in den Adern hört, dass er versteht, was am anderen Ende des Dorfes gesprochen wird und dass er den Flügelschlag eines Vogels als Lärm empfindet. Also ziehen sein Eltern die Konsequenzen, damit er endlich still wird. Sie verkleiden den Keller schalldicht, installieren eine Videokamera, um ihn im Blick zu haben und lassen ihn abgeschottet von allen sozialen Kontakten aufwachsen. Im Alter von zehn Jahren entdeckt er, als seine Mutter ihrem Leben im Dorfweiher ein Ende setzt, die Faszination des Todes. Denn in diesem Augenblick ist alles still, von einer geradezu göttlichen Ruhe erfasst. Karl beginnt seine Mitmenschen zu beobachten, erst heimlich, dann wird er den Dorfbewohnern langsam unheimlich, denn eine weitere Frau verschwindet, und der Leser kann Karl dabei zusehen, wie er diese Frau im gleichen Weiher zu Tode bringt. Im Laufe der nächsten Jahre wird Karl von Jettenbrunn weggehen, er wird eine Blutspur hinter sich her ziehen und er wird die taubstumme Marie kennenlernen, zu der er eine große Seelenverwandtschaft spürt - kann ihn das retten?

Thomas Raab
„Still“
Droemer
368 Seiten

„Was macht einen Menschen zum Mörder?“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Es geht um die lieblose und asoziale Kindheit des Karl Heidemann, der mit einem übermäßigen Gehör ausgeprägt ist und eines Tages emotional explodiert. Ein eindringliches, unheimliche und unbedingt lesenswertes Buch. Raab ist eine Sprachgenie! Es geht um die lieblose und asoziale Kindheit des Karl Heidemann, der mit einem übermäßigen Gehör ausgeprägt ist und eines Tages emotional explodiert. Ein eindringliches, unheimliche und unbedingt lesenswertes Buch. Raab ist eine Sprachgenie!

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
86 Bewertungen
Übersicht
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18
5
1
0

Der Tag, an dem Karl starb, war ein guter Tag ...
von goat am 13.06.2016

Ungewöhnlich ist es, wenn ein Autor diesen Satz über seinen Protagonisten verfasst. Aber ungewöhnlich ist auch dieses Buch, welches sich für mich als ein poetischer Schatz der Literatur herausgestellt hat. Doch zunächst stellt sich die Frage, für wen ist dieser Tag ein guter Tag? Für die Mitmenschen von Karl?... Ungewöhnlich ist es, wenn ein Autor diesen Satz über seinen Protagonisten verfasst. Aber ungewöhnlich ist auch dieses Buch, welches sich für mich als ein poetischer Schatz der Literatur herausgestellt hat. Doch zunächst stellt sich die Frage, für wen ist dieser Tag ein guter Tag? Für die Mitmenschen von Karl? Für Karl selbst? Oder sogar für die Leser, die Karl fast drei Jahrzehnte seines Lebens begleiten? Aber wer genau ist denn eigentlich Karl? Am 6. Dezember des Jahres 1982 durchbricht ein Schrei die Stille des kleinen Dorfes Jettenbrunn in Österreich. Karl, der Sohn von Charlotte und Johannes Heidemann, hat das Licht der Welt erblickt und schreit seinen ganzen Schmerz und seine ganze Empörung darüber hinaus. Noch ahnt niemand, dass dieses Geschrei Tage und Nächte andauern soll, lediglich unterbrochen durch einen kurzen Erschöpfungsschlaf. Karls Mutter weiß sich keinen Rat mehr: Jegliche Versuche, den Jungen zu beruhigen scheitern, bewirken sogar das Gegenteil - sobald sie ihn auf den Arm nehmen möchte, wird Karls Stimme noch durchdringender. Nur dem Zufall ist es geschuldet, dass Karls Vater die Entdeckung macht, dass jegliches Geräusch für Karl eine Tortur ist – und sei es noch so leise. Selbst den Flügelschlag eines Schmetterlings vermag Karl zu hören. Um der kleinen Familie, vor allem aber Karl das Leben erträglich zu machen, baut der Vater den Keller kurzerhand zu einem schalldichten Bereich um und fortan ist Ruhe. Dem Familienfrieden zwar dienlich, weniger jedoch der familiären Gemeinschaft, fristet Karl lange Zeit ein Eremitendasein. Der einzige soziale Kontakt – abgesehen von seinen Eltern, besteht aus gelegentlichen Besuchen eines Nachbarn, der pensionierter Lehrer ist und Karl unterrichtet. In puncto Zwischenmenschlichkeit liegt der Junge jedoch weit zurück und kann somit auch nicht unterscheiden, was richtig oder falsch ist. Als er mit einbezogen wird, lästige Fliegen zu erlegen und der Satz fällt, dass die Plagegeister endlich tot sind und nun Ruhe ist, hat das fatale Auswirkungen. Woher soll Karl wissen, dass Töten etwas Unrechtes ist? Töten = Ruhe? Als die Mutter in ihren verzweifelten Versuchen ihr Kind zu lieben, auf immer mehr Ablehnung stößt, sowohl vonseiten der Dorfbewohner als auch von ihrem eigenen Sohn, beschließt sie, sich vor den Augen ihres Sohnes in einem See zu ertränken. Karl kann dieses Ereignis natürlich nicht zuordnen und ist ebenso verwirrt wie fasziniert von dem friedlichen Ausdruck auf dem Gesicht seiner toten Mutter. Nun ist er sich sicher, dass der Frieden erst im Tod zu finden ist und er verlässt sein Zuhause mit dem Vorsatz, auch anderen Menschen diesen Frieden zuteilwerden zu lassen. Karl hinterlässt eine Spur des Todes, wo auch immer er sich gerade befindet und immer in dem Glauben, richtig zu handeln. Doch er selbst vermag keinen inneren Frieden zu finden … „Still“ ist kein reißerischer Thriller, wie man ihn vielleicht bei einer solchen Inhaltsangabe erwarten würde. Was Thomas Raabs Roman ausmacht, ist weniger der Inhalt als die Art, wie der Autor den Weg des Mörders beschreibt, nämlich in ganz leisen Tönen – eben STILL. Hier ist der Name Programm. Und wer nun glaubt, bei einer Schneise des Todes kann es keineswegs still zugehen, der irrt gewaltig. Karl ist beileibe kein Sympathieträger, aber ich konnte gut nachvollziehen, was ihn zu diesen Taten trieb und mich nicht ganz davon freisprechen, so etwas wie Mitleid mit ihm zu haben. Der Leser muss sich automatisch mit dem „Kind“ Karl auseinandersetzen, das auf so tragische Art und Weise zum „Mörder“ Karl wird. Es führt kein Weg vorbei am Begreifen dieser Taten. Diesen Roman mit „Das Parfum“ von Patrick Süskind zu vergleichen ist legitim. Aber „Still“ ist durch Raabs Schreibstil so viel mehr. Die Figuren, die er geschaffen hat, sind so gut beschrieben und in Szene gesetzt, dass ich einfach nur fasziniert bin. Die große Wendung dieses Romans wird allerdings von zwei Charakteren verursacht, die ich in meiner Rezension noch gar nicht erwähnt habe. Man darf „Still“ also noch immer mit großer, erwartungsvoller Spannung lesen, ohne dass ich zu viel verraten habe. Ein großartiges Werk und mehr als fünf Sterne wert.

Der Tod, sein Freund und Helfer
von einer Kundin/einem Kunden am 30.03.2016

Mit "Still - Chronik eines Mörders" hat der für die "Metzger"-Reihe bekannte Autor Thomas Raab einen großartigen Thriller geschrieben, dessen Protagonist die LeserInnen beschäftigen wird. Sein hypersensibles Gehör hat Karl Heidemann bereits im Mutterleib große Qualen bereitet. Um sein Aufwachsen erträglicher zu machen, wird er bereits im Säuglingsalter im Keller... Mit "Still - Chronik eines Mörders" hat der für die "Metzger"-Reihe bekannte Autor Thomas Raab einen großartigen Thriller geschrieben, dessen Protagonist die LeserInnen beschäftigen wird. Sein hypersensibles Gehör hat Karl Heidemann bereits im Mutterleib große Qualen bereitet. Um sein Aufwachsen erträglicher zu machen, wird er bereits im Säuglingsalter im Keller des Elternhauses untergebracht um die schmerzhaften Geräusche zu dämpfen. Doch niemand kann ewig eingesperrt bleiben. Noch als Kind kehrt Karl zurück an die Oberfläche, wo er das erste Mal mit den Tod in Berührung kommt. Fasziniert erkennt er, dass dieser das für ihn wohl größte Geschenk, die Stille, mit sich bringt. Von da an hinterlässt Karl eine blutige Spur, wohin er auch geht... "Still - Chronik eines Mörders" erzählt die faszinierende Lebensgeschichte des fiktiven Serienmörders Karl Heidemann. Obwohl dieser seine Opfer auf grausame Art und Weise vom Leben "befreit", hat man als Leser dennoch Mitleid mit dem Protagonisten, denn trotz seiner Taten ist Karl ein wohlwollender und empathischer Mensch, der einfach nie gelernt hat seine Probleme auf eine andere Art zu lösen. Wenn Sie einen Roman suchen, der nicht nur eine interessante und spannende Handlung beinhaltet, sondern auch mit einem Protagonisten mit Tiefe punkten kann, ist dieses Buch genau das richtige für sie!

Ein etwas anderes Buch
von Lisa aus Merseburg am 24.08.2017

Ich habe mich sehr darauf gefreut, dass Buch zu lesen. Es ist definitiv anders, als ich es erwarte habe. Da ich sehr hohe Erwartungen hatte war ich ein bisschen enttäuscht da es auch vom Inhalt her nicht so war ich zu sagen nächst dachte. Ich finde es ist an... Ich habe mich sehr darauf gefreut, dass Buch zu lesen. Es ist definitiv anders, als ich es erwarte habe. Da ich sehr hohe Erwartungen hatte war ich ein bisschen enttäuscht da es auch vom Inhalt her nicht so war ich zu sagen nächst dachte. Ich finde es ist an sich sehr gut auch spannend und auch mit unerwarteter Handlung aber teilweise ein bisschen unrealistisch. Dennoch kann ich es empfehlen.


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