Stimmen im Wald / Jo Frings Bd.1

Eifel-Krimi

Jo Frings 1

(1)

»›Stimmen im Wald‹ bietet alles, was man von einem guten Kriminalroman erwarten darf – Spannung, trockenen Humor und eine gut durchdachte Mordgeschichte.« krimi-couch.de
Schlehborn, ein kleines Dorf in der Eifel. Hier durchstreift der eigenbrötlerische Exzentriker Michel Frings auf der Suche nach dem Luchs die angrenzenden Wälder. Die seltene Großkatze war ihm einst auf einer Lichtung begegnet. Seitdem ist er von ihr besessen und setzt all seine Anstrengungen daran, das Tier samt dem umliegenden Gebiet zu schützen. Von der einheimischen Bevölkerung wird er dafür nur müde belächelt, bis er eines Morgens tot auf einer Lichtung im Wald gefunden wird. Niemand wundert sein Tod, denn Frings hatte ein Herzleiden. Zur Beerdigung reist auch sein jüngerer Bruder Dr. Johannes Frings, genannt Jo, aus dem Ausland an. Jo, so heißt es im Dorf, habe in der Ferne Karriere gemacht. Keiner ahnt, dass er sich seit Langem mit Taschenspielertricks und kleinen Gaunereien über Wasser hält. Als er jetzt in die ungeliebte Heimat zurückkehrt, hat Jo nur ein Ziel: Er will den Hof so rasch wie möglich verkaufen und sich sein Erbe unter den Nagel reißen. Doch dann stellt er fest, dass sein Bruder nahezu mittellos war. Und er stößt auf schreckliche Dinge ganz anderer Art. Michel ist keines natürlichen Todes gestorben, so dämmert es ihm bald. Jo taucht erneut in die dörfliche Enge seiner Jugend ein und entdeckt ein wohlgehütetes Geheimnis, das ihn das Leben kosten könnte.

Portrait

Ralf Kramp, geboren 1963 in Euskirchen, lebt und arbeitet als Krimiautor, Karikaturist und Veranstalter von Erlebniswochenenden in der Eifel. Für sein Krimi-Debüt »Tief unterm Laub« erhielt er 1996 den Eifel-Literatur-Förderpreis. Weitere Auszeichnungen folgten.
Seit 2007 führt Ralf Kramp zusammen mit seiner Frau Monika in Hillesheim das Kriminalhaus mit dem »Deutschen Krimi-Archiv«.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 21.06.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-19381-3
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19/12,3/2 cm
Gewicht 214 g
Auflage 1
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Ein Männlein stirbt im Walde ...
von Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 17.04.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

«Kriminalroman aus der Eifel» prangt in Lettern unter dem Titel auf dem Cover. Und genau das und eben nicht mehr erwartet man als Leser. Ein bisschen Lokalkolorit hier, ein wenig Landschaftsbeschreibungen da. Garniert mit einem brummigen Ermittler, der dann bitte noch den typischen Dialekt zu sprechen hat. Wie schön,... «Kriminalroman aus der Eifel» prangt in Lettern unter dem Titel auf dem Cover. Und genau das und eben nicht mehr erwartet man als Leser. Ein bisschen Lokalkolorit hier, ein wenig Landschaftsbeschreibungen da. Garniert mit einem brummigen Ermittler, der dann bitte noch den typischen Dialekt zu sprechen hat. Wie schön, dass Ralf Kramp diesen Weg nicht gegangen ist und uns stattdessen eine überraschend unterhaltsame und innovative Handlung kredenzt hat, bei der allein der Hauptprotagonist schon für Freude sorgt. «Jo» Frings ist zweifellos der Kleber, der den ganzen Plot zusammenhält und dafür sorgt, dass man von Beginn an den Zugang zur Geschichte findet. Die Idee, statt eines Kommissars oder Detektivs einen listigen, abgewrackten Gauner die Ermittlungen führen zu lassen, ist zwar kein gänzlich neuer Geniestreich, aber eben eine erfrischende Abwechslung. «Jo" Frings könnte direkt einem Lawrence Block-Roman entsprungen sein, derart gewieft und trickreich linkt er seine Gegner. Alles was er auf 236 Seiten tut, tut er gänzlich für sich selbst. Alles was wir sehen, sehen wir durch die Augen eines kriminellen Ganoven. Ihn interessiert weniger die moralische Aufklärung des Verbrechens, als vielmehr das Geld, was sich dadurch ergattern lässt. Und das er dafür die ein oder andere Abreibung kassieren muss, versteht sich von selbst. Hier folgt Kramp klar den Vorbildern von »Pulp« und »Noir«. Ralf Kramp verliert dennoch die Ländlichkeit des Handlungsschauplatzes nie aus den Augen und entwirft ein verworrenes Netz aus zwischenmenschlichen Beziehungen und künstlichen Fassaden, welche allesamt Anlass zum Argwohn geben und den Leser immer wieder auf die falsche Fährte führen. Auch wenn sich Kramp bei der Skizzierung der Figuren sämtlicher Landhauskrimi-Klischees bedient (der Schläger, der Dorftrottel, die liebenswerte Gastwirtin), kommen sie allesamt äußerst lebendig und authentisch daher. Lesen sich die Dialoge in vielen deutschen Kriminalromanen oft sehr gestelzt und steril, sitzt hier jeder Satz, wird das Tempo mit knapper, kräftiger Sprache durchgängig hoch gehalten. Atempausen gönnt Kramp uns nur wenig. Überschlagende Ereignisse verhindern, dass sich an irgendeiner Stelle so etwas wie Langeweile einstellt. Nein, äußerst tiefgründig ist das alles natürlich nicht. Und auch den Täter wird der aufmerksame Leser und routinierte Krimi-Kenner sicher früher identifiziert haben als »Jo« Frings. Darum geht es dann letztlich aber auch nicht. Wer den typischen Spannungsroman im Stile von Mord-Ermittlungen-Auflösung sucht, wird hier zwar fündig werden, aber wenig Neues geboten bekommen. Lesenswert sind bei Stimmen im Wald vor allem die Wege abseits der Aufklärungsarbeit. »Jo« Frings ist ein liebenswerter Dreckskerl, dem man gern über die Schulter schaut und der mit seiner unkonventionellen Art zudem verhindert, dass irgendwo so etwas wie deutsche Biederkeit aufkommen kann. Auf längere Ausschmückungen wird gänzlich verzichtet. Wer wissen will aus welchem Holz die Kuckucksuhr auf dem Kaminsims ist, hat hier eindeutig zum falschen Buch gegriffen. Kramp setzt lieber Punkte, als viele Kommas. Und er hat gut daran getan. "Stimmen im Wald" ist alles andere als gewöhnlich und gerade deswegen lesenswert. Ein amüsanter Genre-Mix, der von Spannung über trockenen Humor bis hin zu einer logisch durchdachten Mordgeschichte alles bietet, was man von einem guten Kriminalroman erwarten kann und darf.