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Super Sad True Love Story

(8)
In einer sehr nahen Zukunft — nächsten Dienstag, wer weiß? — steht ein reizüberflutetes, konsumversessenes, analphabetisches Amerika vor dem Zusammenbruch. Aber sage das niemand dem russischstämmigen Hausmeistersohn Lenny Abramov, stolzem Autor des vermutlich letzten Tagebuchs und weniger stolzem Besitzer einer kahlen Stelle auf dem Kopf. Obwohl er in einem Unternehmen arbeitet, das der reichen Klientel Unsterblichkeit verspricht, pirscht sich der Tod an diesen 39-jährigen Cholesterinhappen gemessenen Schritts heran. Warum auch nicht? Lenny ist aus einem anderen Jahrhundert — liebt Bücher, auch wenn viele seiner Freunde glauben, dass sie «stinken». Aber noch mehr als Bücher liebt er Eunice Park, eine unwahrscheinlich süße und unwahrscheinlich abgebrühte 24-jährige koreanischstämmige Frau, die im Hauptfach Images und im Nebenfach Selbstsicherheit studiert hat und ihm in Rom in die Arme läuft. Sofort zeigt sie ihm, wie man effektiver die Zähne putzt, geht mit ihm nicht entflammbare Baumwollkleidung kaufen. Amerika hingegen ist weniger flammenresistent als Lennys neue Ausstaffierung. Das Land steckt in einer Kreditkrise und ist bei den Chinesen hochverschuldet, Unruhen brechen im New Yorker Central Park aus, Panzer der Nationalgarde stehen an jeder Ecke. Unbeirrt will Lenny seine wankelmütige Geliebte davon überzeugen, dass es sich in einer Zeit ohne Normen und Stabilität, in einer Welt, in der man «Attraktivität» und «Nachhaltigkeit» seines Gegenübers per Mausklick abfragen kann, in einer Gesellschaft, in der die Betuchten womöglich ewig leben, die Armen hingegen zu früh sterben werden, trotzdem lohnt, ein Mensch zu sein.
Diese superromantische, superkomische und auch supertraurige Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer Zivilisation am Abgrund ist eine Achterbahnfahrt durch ein Morgen, das schon heute deutlich sichtbar ist, inklusive sprachlicher Überschläge, eines steilkurvig dahinschießenden Plots und ganz ohne Phantasiebremse. Gary Shteyngart, in Amerika längst Kult- und Bestsellerautor, übertrifft mit dieser Gänsehaut-Satire alles, was die an exzentrischen Verrücktheiten reiche US-Literatur bisher hervorgebracht hat.
Portrait
Gary Shteyngart wurde 1972 als Sohn jüdischer Eltern in Leningrad (St. Petersburg) geboren und emigrierte im Alter von sieben Jahren in die USA. Er veröffentlichte die Romane «Handbuch für den russischen Debütanten», ausgezeichnet u.a. mit dem National Jewish Book Award for Fiction, «Absurdistan» «Super Sad True Love Story» – dieser dritte Roman wurde in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. 2015 erschien sein autobiographisches Buch «Kleiner Versager». Gary Shteyngart lebt in New York.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 464 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 15.07.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783644012110
Verlag Rowohlt E-Book
Übersetzer Ingo Herzke
eBook
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Im zweiten Anlauf - genial!“

Ulrike Müller, Thalia-Buchhandlung Fulda

Ich gestehe, dass ich kurz nach dem Start gleich schon wieder aufhören wollte, zu schräg und sperrig, dachte ich. Dann, im zweiten Anlauf, konnte ich es nicht mehr weglegen...es ist eine ätzende Satire auf eine gar nicht so ferne Zukunft, ein Abgesang auf den vermeintlichen Melting Pot New York, wo doch jeder Einwanderer das bleibt, was er war; "gebundene, gedruckte, nicht streambare Medienerzeugnisse" sprich Bücher (und Zeitungen) sind verschwunden, die Menschen jagen nach ewigem Leben (=Konsum) oder wenigstens perfekter Schönheit (=Konsum) oder zumindest einem gigantischen Kreditrahmen (=Konsum)...was auf der Strecke bleibt, sind Menschlichkeit und Liebe, auch wenn alle permanent "gefühlen" und alles über alle über Äppäräts abrufbar ist. Grauenvolle Vorstellung? Shteyngart schraubt die Idee mit dem ihm eigenem genialen Sprachwitz in absurde Höhen...

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Ich gestehe, dass ich kurz nach dem Start gleich schon wieder aufhören wollte, zu schräg und sperrig, dachte ich. Dann, im zweiten Anlauf, konnte ich es nicht mehr weglegen...es ist eine ätzende Satire auf eine gar nicht so ferne Zukunft, ein Abgesang auf den vermeintlichen Melting Pot New York, wo doch jeder Einwanderer das bleibt, was er war; "gebundene, gedruckte, nicht streambare Medienerzeugnisse" sprich Bücher (und Zeitungen) sind verschwunden, die Menschen jagen nach ewigem Leben (=Konsum) oder wenigstens perfekter Schönheit (=Konsum) oder zumindest einem gigantischen Kreditrahmen (=Konsum)...was auf der Strecke bleibt, sind Menschlichkeit und Liebe, auch wenn alle permanent "gefühlen" und alles über alle über Äppäräts abrufbar ist. Grauenvolle Vorstellung? Shteyngart schraubt die Idee mit dem ihm eigenem genialen Sprachwitz in absurde Höhen...

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
5
2
0
0
1

Ein neues "1984"
von Verena Thye aus Rheine am 14.05.2013
Bewertet: Taschenbuch

Es ist gar nicht so einfach, diesen Roman in Kürze zusammen, da alle Worte darin so voller Bedeutung stecken! Ich versuch es aber trotzdem mal: Lenny Abramov lebt im New York der (nahen) Zukunft. Das gesellschaftliche Zusammenleben hängt vom Vermögen ab, das jederzeit von jedem einsichtbar ist durch sogenannte Äppäräte,... Es ist gar nicht so einfach, diesen Roman in Kürze zusammen, da alle Worte darin so voller Bedeutung stecken! Ich versuch es aber trotzdem mal: Lenny Abramov lebt im New York der (nahen) Zukunft. Das gesellschaftliche Zusammenleben hängt vom Vermögen ab, das jederzeit von jedem einsichtbar ist durch sogenannte Äppäräte, die jeder mit sich rumträgt. Über diese Äppäräte ist es zudem auch möglich, sich gegenseitig zu bewerten, sei es Attraktivität oder Charakter-alles ist bewertbar von jedem und jeder hat Einsicht auf diese Bewertungen. Tja-Lenny hat zwar ein gutes Einkommen, allerdings sieht es mit seinem sogenannten "Fickfaktor" nicht so gut aus...Um so verwunderter ist er, als die überaus attraktive und blutjunge Eunice Park mit ihm eine Liebesbeziehung eingeht. In dieser "Lovestory" geht es allerdings nicht, wie üblich, darum, wie diese ausgeht, sondern eher, wie sie sich entwickelt und, besonders, warum sie so ist wie sie ist. Sie steht nämlich beispielhaft für das New York dieser Zukunft (oder auch der Zukunft der Welt?) Lesen Sie dieses satirische Meisterwerk und machen Sie es sich zu Ihrer eigenen "Super Sad True Lovestory"!

Spannend
von C M aus Münden am 16.08.2011

Sehr spannendes und auch zynisch angelegtes Buch das mir wirklich sehr gut gefallen hat und das ich uneingeschränkt weiterempfehlen werde.

Eine super traurige, noch nicht ganz wahre Liebesgeschichte
von P. Ritter aus Aschaffenburg am 15.08.2011
Bewertet: Buch (gebunden)

Hmhm was schreibe ich zu „Super Sad True Lovestory“, dem dritten Roman aus der Feder Gary Shteyngarts? Vielleicht vier einfache Punkte die mir beim Lesen ins Auge gefallen sind. 1. „Lovestory“: Wow tatsächlich, der Titel hält was er verspricht. Zwischen den Hauptcharakteren Lenny und Eunice entwickelt sich so etwas wie... Hmhm was schreibe ich zu „Super Sad True Lovestory“, dem dritten Roman aus der Feder Gary Shteyngarts? Vielleicht vier einfache Punkte die mir beim Lesen ins Auge gefallen sind. 1. „Lovestory“: Wow tatsächlich, der Titel hält was er verspricht. Zwischen den Hauptcharakteren Lenny und Eunice entwickelt sich so etwas wie eine tragikomische Romanze, die sich als roter Faden durch das ganze Buch zieht. Wobei wir schon bei 2. „Sad“ wären: nicht nur die Beziehung von Euni und Lenny ist von Anfang an dem Untergang geweiht, auch um den Rest der Welt ist es nicht besser gestellt. Der Dollar ist nichts mehr wert, China hat die USA längst als Weltmacht abgelöst und die Euro-Zone besteht nur noch aus einem „Nord-Euro“ was mich zu 3. „True“ bringt: das ist die Geschichte NOCH nicht, doch im Angesicht der Dinge die momentan um uns herum passieren, sieht es nächsten Donnerstag möglicherweise schon ganz anders aus und wir leben in genau der dystopischen Szenerie die Shteyngart in „Super Sad True Lovestory“ zeichnet. Naja, ganz so schnell vielleicht doch nicht, aber man weiß ja nie so genau. 4. „Super“: Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Man konnte sich beim lesen gut in die Charaktere und die Romanwelt hineinversetzen. Ob es der Roman allerdings in die Riege von 1984 oder „Schöne neue Welt“ schafft, muss sich noch zeigen!